alternativtext=Skulpturen aus gegossenem Aluminium|miniatur|Aus Aluminium gegossene Skulpturen. Installation Atelier Weinviertel, Niederösterreich, 2016 alternativtext=Acryl auf Leinwand|miniatur|Acryl auf Leinwand alternativtext=Acryl auf Leinwand|miniatur|Acryl auf Leinwand alternativtext=Papier auf Leinwand|miniatur|Papier auf Leinwand
Jakob Gasteiger (* 1953 in Salzburg) ist österreichischer Maler.
Leben und Werk Gasteiger studierte 1970 bis 1974 Bühnenbild an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Salzburg, lebt seit 1972 in Wien und besuchte ab 1976 die Graphische Lehr- und Versuchsanstalt.Jakob Gasteiger – Alfred Haberpointner. Zwischen Bild und Skulptur und Manfred Bockelmann "en passant" (9. Mai 2017) Er hat seit 2013 ein zweites Atelier im Weinviertel.
Gasteiger beschrieb seine Arbeit in einem Interview von 1999 als eine „Thematisierung von Malprozess und Malerei“. Kunst sei für ihn die Schaffung eines Systems von Handlungsabläufen, in denen Bilder ohne ikonografischen Anspruch entstünden. Seine wiederholte Tätigkeit des Farbauftragens und Strukturierens des Materials Farbe würde sich jedem Bildinhalt verweigern.
Diese aus bisherigen Texten exemplarisch ausgewählte Notiz erweist sich repräsentativ für Gasteigers Pragmatik in der Selbstbeschreibung seiner künstlerischen Arbeit und deckt sich gleichzeitig mit den Definitionsmodellen jener Stilrichtungen, die ihn am meisten beeinflusst hätten. Hierzu zählt der Künstler Radikale Malerei und Minimal Art.
Mit beiden Kunstrichtungen beschrieb Gasteiger Bezugspunkte, die eine elementare Formensprache als Gegenströmung zu einer jeweils vorausgegangenen expressionistischen Kunstrichtung vorgestellt hatten. In diesem Sinns war die Minimal Art in den 1960er Jahren eine Reaktion auf den Abstrakten Expressionismus gewesen. Zwanzig Jahre sollte den Neuen Wilden die Radikale Malerei folgen.
Mit ihren wesentlichen Ausprägungen stellte Radikale Malerei zu diesem Zeitpunkt auch das prägnanteste Orientierungsfeld für Jakob Gasteiger dar. Als eine postmoderne Haltung der abstrakten Malerei der späten 1980er Jahre bezog sie sich auf ihre primären und eigenwertigen Grundlagen, wie Fläche, Struktur, Bildträger und vor allem auf die Farbe. Die Radikale Malerei stellte sich selbst dar. Ein wie auch immer gearteter Inhalt wurde von den Protagonisten nicht angestrebt.
Als Künstler entzieht sich Gasteiger der fachspezifischen Klassifizierung: am ehesten Maler, vielleicht noch sinnlicher Minimalist. Sein Markenzeichen sind stark reliefierte, mit Kämmen in satter Farbe gezogenen Monochromien. Gasteigers Werk lässt viele Fragen offen, besser stellt sie neu: wie die nach Übergängen zwischen Bild, Objekt und Skulptur, zwischen Flächen und Raum oder Materiellem und Immateriellem. Dementsprechend vielfältig und reich an Kontrasten ist sein Œuvre. Allen Werken gemeinsam, ob sie nun der Grafik, der Malerei, dem Objekt, der Skulptur oder dem Environment zuzuordnen sind, ist ihre Selbstbezüglichkeit: sie erzählen keine Geschichten, bilden nicht ab, sie verweisen auf nichts anderes als auf sich selbst, präsentieren nur ihr eigenes Sein.
Einzelausstellungen (Auswahl) 1985–1991: Galerie Ropac, Salzburg 1983: Galerie Armstorfer, Salzburg 1987: Galerie Carine Campo, Antwerpen 1988: Galerie De Selby, Amsterdam 1989: Galerie Gawlik/Schorm, Wien 1991: Galerie Transit, Leuven / Belgien 1991: Picaron Editions, Amsterdam 1992: Kärntner Landesgalerie, Klagenfurt 1994: Galerie Praz-Delavallade, Paris 1995: Galerie Baks Modern & Contemporary Art, Den Haag 1995: Neue Galerie am Landesmuseum Joanneum, Graz 1997–2003: Galerie nächst St. Stephan, Wien 1997–2003: Galerie Cora Hölzl, Düsseldorf 1999: Galerie Lea Gredt, Luxemburg 2001: Margarete Roeder Gallery, New York 2002: Museum der Moderne Salzburg, Rupertinum, Salzburg 2005: Galerie De Rijk, Den Haag 2006: Landesgalerie am Oberösterreichischen Landesmuseum, Linz 2006: Mario Mauroner Contemporary Art, Wien 2006: Galerie Lausberg, Düsseldorf 2008: Galerie am Stein, Schärding; St. Peter an der Sperr, Wiener Neustadt; Galerie Jünger, Baden 2010: Galerie 422, Gmunden, Galerie Schmidt, Reith/Alpbachtal; Kunsthalle Nexus, Saalfelden; Künstlerhaus Wien 2011: Künstlerhaus, Wien 2012: Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis, Bregenz 2013: EMB-Art, Vaduz 2016: Salzburg Museum, Salzburg 2021: Albertina, Wien
Werke in öffentlichen Sammlungen Albertina Wien Kunstmuseum Bonn Museum moderner Kunst Kärnten Kunstforum Wien Museum Sammlung Essl Wien Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien Museum der Moderne Salzburg Museum Liaunig, Neuhaus/Suha Museum Angerlehner, Thalheim / Wels Lentos Museum, Linz Sammlung der Österreichischen Nationalbank, Wien Österreichische Galerie Belvedere, Wien Niederösterreichisches Landesmuseum, St. Pölten Museum für Gegenwartskunst, Stift Admont
Publikationen (Auswahl) Jakob Gasteiger, Oberösterreichisches Landesmuseum Linz 2006, Verlag Bibliothek der Provinz, ISBN 3-902414-27-8 Jakob Gasteiger, Rupertinum, Museum der Moderne Salzburg Salzburg 2002. ISBN 3-9501477-3-X Jakob Gasteiger. Arbeiten 1985 - 2010, Edition Serendipity 2010. Verlag für moderne Kunst Nürnberg, ISBN 978-3-86984-113-7 Jakob Gasteiger. Post-Radikale Malerei, Albertina, Wien, Artbook Verlag, ISBN 978-3-9504892-5-5
Auszeichnungen 1990: Anton-Faistauer-Preis für Malerei 1995: 24. Österreichischer Graphikwettbewerb Innsbruck, Preisträger 1999: 26. Österreichischer Graphikwettbewerb Innsbruck, Preis der Landeshauptstadt Innsbruck 2005: Nominierung: Großer Kunstpreis des Landes Salzburg 2017: Niederösterreichischer Kulturpreis – Würdigungspreis in der Kategorie Bildende KunstKulturpreisgala im Festspielhaus St. Pölten. OTS-Meldung vom 4. November 2017, abgerufen am 4. November 2017. 2019: Großes Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich
Weblinks
Website von Jakob Gasteiger
Einzelnachweise
Kategorie:Maler der Moderne Kategorie:Träger des Großen Ehrenzeichens für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1953 Kategorie:Mann