Erik Gedeon (* 7. Dezember 1963 in Bern, Schweiz) ist ein schwedisch-schweizerischer Autor, Regisseur und Komponist, der an deutschen und schwedischen Theatern arbeitet. Gedeon war von 1993 bis 2000 musikalischer Leiter und Regisseur am Schauspielhaus Hannover und von 2000 bis 2002 in gleicher Funktion am Thalia Theater in Hamburg. Seit 2002 arbeitet er freiberuflich.
Leben Der Sohn schwedisch-schweizerischer Eltern studierte in Bern (Schweiz) und Liège/Lüttich (Belgien) Klavier und Komposition. 1993 begann er am Schauspielhaus Hannover unter dem damaligen Intendanten Ulrich Khuon als Bühnenmusiker zu arbeiten. Dabei entstanden zahlreiche Bühnenmusiken für das Schauspiel Hannover (so Angels in America, Was ihr wollt, Zurüstungen für die Unsterblichkeit oder Nathan der Weise). Er schrieb die zwei Programme Kein anderer Weg zur Zauberflöte und Die Gleichzeitigkeit der Stille für die Vokalgruppe Jacqueline Kroll. Für das Schloßtheater Celle schrieb und inszenierte er 1995 Nichts haut mich um - aber du, ein Stück über Leben und Musik von Cole Porter, und 1996 das Musical Seife. Seit 1997 entstanden auch in Hannover eigene Arbeiten: Götterfunken, Ein Mann zuviel, SCHNULZ!, Sentimental Journey, FressOrgie von Wilfried Happel und das musikalische Programm Ewig jung.
Von 2000 bis 2002 war Erik Gedeon Musikalischer Leiter am Thalia Theater. Er schrieb und inszenierte für das Thalia Theater die inzwischen zum Kult-Ereignis avancierten Abende Thalia Vista Social Club und The Return of Thalia Vista. Mit über 300 ausverkauften Vorstellungen gehören die beiden Abende zu den meistgespielten Aufführungen unter der Ägide Ulrich Khuons.
2003 inszenierte er am Thalia Theater die Operette Im weißen Rößl von Ralph Benatzky, 2005 am Bremer Theater die Oper Der Freischütz von Carl Maria von Weber. Im Rahmen des Festivals Theater der Welt 2005 in Stuttgart, war Gedeon verantwortlich für Regie und musikalische Leitung bei der Uraufführung des Stückes Schwabenblues von Felix Huby, für welches er auch die Songs schrieb. Die Koproduktion zwischen Staatstheater Stuttgart, Theater Lindenhof Melchingen und den Freilichtspielen Schwäbisch Hall wurde seitdem über 100 mal gespielt.
Mit insgesamt über 100 Vorstellungen waren auch seine beiden Abende für das Schauspielhaus Köln, Erdbeerfelder für immer. A really funny evening with singing Germans (2004) und Europa für Anfänger. Ein Abend mit Türke (2005) besonders erfolgreich.
Mittlerweile entwickelt und inszeniert Erik Gedeon seine Abende als Regisseur, Autor und Musikalischer Leiter in Personalunion selber, oft in enger Zusammenarbeit mit der Dramaturgin Christiane Baumgartner. Es entstand dadurch die neue dramatische Kunstform des Songdramas. In dieser Form, einer Weiterentwicklung des Liederabends, wird beinahe vollständig auf Sprechtext verzichtet; Handlung und Dialog findet ausschließlich über Lieder (Songs) statt. Im Gegensatz zum Musical spielen und singen Sprechtheater-Schauspieler. Herausstechendes Merkmal aller Theaterarbeiten von Gedeon ist der schräge, oft schwarze Humor. Mit seinen neuesten Arbeiten Das Wunder von Schweden und Theatertreffen nähert sich Gedeon in parodistischer Weise anderen musiktheatralischen Gattungen wie dem szenischen Oratorium oder dem klassischen Singspiel an.
Gedeons erfolgreichstes Werk ist Ewig jung (2007), die Weiterentwicklung von Thalia Vista Social Club (2001). Das Stück wird – auch unter dem Titel Forever young – regelmäßig auf deutschsprachigen Bühnen gespielt.
Arbeiten (Auswahl) 1997: Götterfunken. Ein Abend an die Freude – Schauspielhaus Hannover 1999: SCHNULZ! – Schauspielhaus Hannover 2001: Thalia Vista Social Club – Thalia Theater Hamburg 2002: The Return of Thalia Vista – Thalia Theater Hamburg 2003: Familienschlager. Eine musikalische Wiedervereinigung – Bremer Theater 2004: Erdbeerfelder für immer. A really funny evening with singing Germans – Schauspielhaus Köln 2004: Monkey Show – Thalia Theater Hamburg - wurde nie aufgeführt 2005: Singen für Deutschland – Bremer Theater 2005: Europa für Anfänger. Ein Abend mit Türke – Schauspielhaus Köln 2006: Hartz IV - Das Musical – Staatsschauspiel Dresden 2006: Mein Ball. Ein deutscher Traum – Schauspielhaus Hamburg 2006: Große Koalition – Düsseldorfer Schauspielhaus 2007: Trostpreis für Deutschland – Schauspielhaus Hamburg 2007: Ewig jung – Staatsschauspiel Dresden 2007: Stairways to heaven – Düsseldorfer Schauspielhaus 2008: Zigeunerjunge – Schauspielhaus Hamburg 2009: Das Wunder von Schweden. Eine musikalische Möbelsaga (zusammen mit Klas Abrahamsson) – Schauspielhaus Hamburg 2010: Theatertreffen. Ein Singspiel aus den Alpen – Theater Lindenhof Melchingen/Ruhrfestspiele Recklinghausen 2010: Ingvar (zusammen mit Klas Abrahamsson) – Malmö stadsteater 2012: Min vän Facisten (zusammen mit Klas Abrahamsson) – Malmö stadsteater 2018: Den fria viljan – Uppsala stadsteater 2020: Meningen med döden – Uppsala stadsteater 2021: Djur som hatar människor – Uppsala stadsteater
Weblinks auf thalia-theater.de Leipzig Allmanach auf leipzig-almanach.de Schauspielhaus Hamburg auf schauspielhaus.de
Einzelnachweise
Kategorie:Theaterregisseur Kategorie:Komponist klassischer Musik (20. Jahrhundert) Kategorie:Komponist (Schweiz) Kategorie:Schwede Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1963 Kategorie:Mann