Villefranche-sur-Saône (arpitanisch Velafranche) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Rhône in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Sie ist Verwaltungssitz des Arrondissements Villefranche-sur-Saône und des Kantons Villefranche-sur-Saône. Die Einwohner der Stadt werden Caladois(es) genannt.

Geographie Villefranche ist die größte Agglomeration im Beaujolais, wird deswegen auch manchmal Villefranche-en-Beaujolais genannt. Die Stadt liegt 25 km nördlich von Lyon an der Saône und ist Touristen vor allem als südliche Mautstation (Péage) der Autoroute A6 bekannt. Der Bahnhof Villefranche-sur-Saône liegt an der Bahnstrecke Paris–Marseille. Das Gemeindegebiet wird von den Flüsschen Morgon und Nizerand durchquert, die beide der Saône zustreben. Nachbargemeinden sind Gleizé, Limas, Arnas, Beauregard und Jassans-Riottier.

Geschichte Guichard IV., Herr von Beaujeu, gründete Villefranche-sur-Saône 1212 an der Stelle des Dorfes La Calade. Im 14. Jahrhundert wurde die Siedlung die Hauptstadt des Beaujolais. Als Bestrafung für eine an der Tochter des Bürgermeisters verübte Gewalttat musste Édouard II. de Beaujeu das Beaujolais an den Herzog von Bourbon abtreten. Im Verlauf des 15. und 16. Jahrhunderts wurde Villefranche-sur-Saône dreimal belagert. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die Stadtmauern niedergerissen.

Als sich Frankreich im Zweiten Weltkrieg unter deutscher Besatzung befand, verweigerten die Arbeiter der Automobilfabrik Vermorel den vom Vichy-Regime organisierten Zwangsarbeitsdienst Service du travail obligatoire (STO) in Deutschland. Am 18. März und 6. April 1943 verbarrikadierten sie die Fabrik und verkündeten „Alle oder niemand!“, um zu verhindern, dass die Deutschen die qualifizierten Techniker mitnahmen. Später wurde daraus der Slogan „Nicht ein Mann für Hitler!“

Bevölkerungsentwicklung Jahr1844196219681975198219901999200720172020 Einwohner 6.460 24.516 26.338 30.341 28.881 29.542 30.647 33.840 36.85736.009 Quellen: Cassini und INSEE

Wirtschaft Bayer CropScience unterhält hier einen Produktionsstandort.

mini|Portal der Kirche Notre-Dame des Marais Sehenswürdigkeiten Die Place des Marais Die Kirche Notre-Dame des Marais, 13. (romanischer Glockenturm) und 16. (Fassade) Jahrhundert. Das Musée Paul Dini

Städtepartnerschaften Bühl, Deutschland Călăraşi, Moldau Cantù, Italien Kandi, Benin Schkeuditz, Deutschland

Persönlichkeiten Théodore Chabert, Revolutionsgeneral Claudius Crozet (1789–1864), Bauingenieur Benoît-Marie Langénieux (1824–1905), Erzbischof von Reims und Kardinal Pierre Montet (1885–1966), Ägyptologe Maurice Baquet (1911–2005), Schauspieler, Sportler und Musiker Roger Fessaguet (1931–2014), Koch Raymond Depardon (* 1942), Regisseur, Journalist, Fotograf Georges Belaubre (* 1944), Triathlet Christian Lavieille (* 1965), Motorradrennfahrer und Rallyefahrer Thierry Laurent (* 1966), Radrennfahrer Gaël Morel (* 1972), Schauspieler und Regisseur Benjamin Biolay (* 1973), Sänger und Schauspieler Coralie Clément (* 1978), Sängerin Cyril Bessy (* 1986), Straßenradrennfahrer Grégory Bettiol (* 1986), Fußballspieler Jérémie Pignard (* 1987), Fußballschiedsrichter Alexandre Péclier, Rugbyspieler

Weblinks

Musée Paul Dini villefranche.net

Einzelnachweise

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