Tiger Balm () ist der Markenname einer Salbe zum Einreiben bei Erkältungskrankheiten, Insektenstichen oder auch Schmerzen an Muskeln und Gelenken.

Vertrieben wird Tiger Balm in Deutschland über die Firma Queisser Pharma (Doppelherz) und in der Schweiz über die Firma Doetsch Grether AG.

Geschichte mini|hochkant|Tiger Balm (1930er-Jahre) Sie wurde in den 1870er Jahren von dem Drogisten Aw Chu Kin () in Rangun entwickelt und nach dem Tod des Erfinders vom Pharmaunternehmen Haw Par Healthcare mit Sitz in Singapur industriell hergestellt, das von seinen Söhnen Aw Boon Haw () und Aw Boon Par () gegründet wurde und dessen bekanntestes Produkt Tiger Balm ist.

Namensgebung Keines der Produkte enthält Inhaltsstoffe, die von Tigern stammen. Der Namensteil „Tiger“ (chin. ) in der Markenbezeichnung leitet sich vom zweiten Schriftzeichen Haw () vom Vornamen des ersten Sohnes Boon Haw des Erfinders Aw Chu Kin her.

Rezeptur und Wirkung Die weißliche Salbe enthält Menthol, Campher, Cajeputöl, andere ätherische Öle sowie Vaseline. Daneben ist eine rotfarbige Version erhältlich, die zusätzlich ein Reaktionsprodukt aus chinesischem Zimtöl enthält. Die weiße Variante wirkt kühlend und eignet sich so z. B. zur Schmerzlinderung nach Mückenstichen und bei Atemwegsinfekten wie HNO (Hals, Nasen, Ohren). Tiger Balm kann auch lindernd auf Kopfschmerzen wirken.Schattner P. / Randerson D.: Tiger Balm as a treatment of tension headache. A clinical trial in general practice. Aust Fam Physician. 1996 Feb; 25(2): 216, 218, 220 passim. PMID 8839380 (englisch). Die rote Salbe wirkt wärmend und eignet sich damit z. B. zur Verwendung bei Verspannungen. Für die Anwendung mentholhaltiger Salben gegen Nagelpilz gibt es bisher keinen ausreichenden Wirkungsnachweis.

Kontraindikationen Die Salbe ist nur zur äußerlichen Anwendung gedacht und jeder Kontakt mit Augen und offenen Wunden ist zu vermeiden. Bei einer Studie hatte sie bei ca. 0,5 % bis 1,5 % der Probanden kleine Hautentzündungen/Allergien verursacht. Sie ist von Kindern unter sieben Jahren fernzuhalten. Schwangere und stillende Mütter sollten den Arzt oder Apotheker vorab fragen, ob eine Anwendung zugelassen werden kann.

Mitbewerber Es gibt eine Reihe von konkurrierenden Produkten, die eine ähnliche Rezeptur und Wirkung haben, jedoch meist nur einen regionalen Bekanntheitsgrad erreichen. Dazu zählen beispielsweise das in der DDR bekannte Vietnamesische Balsam Golden Stern (, ) oder das China-Balsam und China-Oel, die von 1988 bis 2008 zur offiziellen Ausrüstung der deutschen Olympiateilnehmer gehörten.

Weblinks

Tiger Balm (englisch, chinesisch) Haw Par (englisch, chinesisch) Queisser Pharma, deutscher Handelsvertreiber von Tiger Balm

Einzelnachweise

Anmerkungen Das ehemalige chinesische Produktionswerk Yong'an Tang () in Guangzhou ist historisch meist als Eng Aun Tong bekannt. Die Salbe Tiger Balm wird umgangssprachlich im Chinesischen meist kurz als Wanjinyou () genannt. Aw Chu Kin (), Erfinder der Tiger-Balm-Salbe. Als Hakka-Auslandschinese in Myanmar stammt Aws Vater (TCM-Arzt) aus Xiamen. Die Vorfahren der Familie stammen ursprünglich aus dem Kreis Yongding bei Longyan in Fujian. Aws Muttersprache war neben Hakka, der Regiolekt Hokkien, eine Sprachfamilie, in den chinesischen Sprachen. Aw Boon Haw (), ältester Sohn von Aw Chu Kin. Aw Boon Par (), zweiter Sohn von Aw Chu Kin. Haw ist die Hokkien-Aussprache des chinesischen Schriftzeichens als ad-hoc-Umschrift nach der englischen Aussprache und Schreibkonvention. Nach der Pinyin-Umschrift im Standardchinesischen wird das Zeichen hu () ausgesprochen.

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