Deutsche Commercial Internet Exchange (DE-CIX; Aussprache []) ist ein Internetknoten-Betreiber mit Hauptsitz in Köln. Das Unternehmen bietet seine Peering-, Cloud- und Interconnection-Services an über 60 Standorten in Europa, Afrika, Nord- und Südamerika, dem Nahen Osten, Indien und Südostasien an. Dabei bietet DE-CIX neben dem Betrieb eigener Internetknoten (Internet Exchanges oder IXs) auch den technischen Betrieb von Internetknoten für Partner an (z. B. UAE-IX). DE-CIX ist von Rechenzentren in über 600 Städten weltweit aus erreichbar und verbindet Tausende Netzbetreiber (Carrier), Internet Service Provider (ISP), Content-Anbieter und Firmennetze aus mehr als 100 Ländern miteinander. Gemessen am Datendurchsatz ist der DE-CIX Frankfurt einer der größten Internetknoten der Welt. Unter dem Dach der DE-CIX Group AG sind alle nationalen und internationalen DE-CIX-Aktivitäten und -Gesellschaften zusammengefasst. Weltweit sind mehr als 250 Mitarbeiter aus über 35 Nationen bei DE-CIX beschäftigt.

Geschäftsmodell DE-CIX betreibt weltweit Internetknoten und bietet seinen Kunden verschiedene Interconnection-Dienste an. Das Kerngeschäft bildet dabei die Bereitstellung umfangreicher „Peering“-Optionen. Beim Peering können Kunden von DE-CIX durch die Nutzung der Rechenzentrum- und Carrier-neutralen Infrastruktur des Unternehmens gegen eine monatliche Gebühr einen umfassenden Datenaustausch und -verkehr zwischen ihren Netzwerken und den Netzwerken anderer an DE-CIX angeschlossener Peering-Partner (auch „Peers“ genannt) einrichten. Peering ist eine Alternative zum IP-Transit-Verfahren, bei dem Netzwerkbetreiber ihren Datenverkehr kostenpflichtig und je nach Ziel individuell durch das Netzwerk eines größeren Anbieters leiten lassen. Neben den auf Peering spezialisierten Internet Exchanges, betreibt DE-CIX seit 2013 an vielen seiner weltweiten Standorte auch Cloud Exchanges, die den Kunden von DE-CIX die Anbindung an über 50 Cloud Service Provider ermöglichen. Seit 2025 bietet DE-CIX zudem spezialisierte Interconnection für datenintensive KI-Workloads an.

Geschichte mini|Das ehemalige Postamt Mainzer Landstraße

Der DE-CIX wurde im Herbst 1995, unter anderem durch Harald A. Summa und Arnold Nipper, gegründet und war ursprünglich ein Projekt, um die drei Internet-Service-Provider (ISPs) MAZ Hamburg, EUnet Dortmund und XLink Karlsruhe zusammenzuschließen. Der erste Standort in Frankfurt befand sich in einem ehemaligen Telegramm-Postamt und war mit 2 Mbit/s angebunden. Das Postamt wurde als Standort ausgewählt, da hier die ITENOS ein Rechenzentrum betrieb, das für ein europäisches Sprachnetz der EuroDATA GmbH bereits mit 32 Mbit/s Glasfaser angebunden war. Den Betrieb übernahm der eco Verband der Internetwirtschaft e. V.

1997 zog der DE-CIX in ein neues Rechenzentrum der Firma Interxion, heute Digital Realty, an der Hanauer Landstraße in Frankfurt am Main um. Im Jahr 2001 wurden die kommerziellen Aktivitäten des DE-CIX in die DE-CIX Management GmbH mit Sitz in Köln überführt, eine hundertprozentige Tochter des eco-Verbandes. Im selben Jahr ging in Frankfurt der DE-CIX 2 in Betrieb, um die Platzprobleme im alten Rechenzentrum zu lösen und die Ausfallsicherheit durch Redundanz zu steigern. Der neue und der alte Standort wurden durch Glasfaserleitungen miteinander verbunden. Der wachsende Internet-Verkehr sowie die wachsende Forderung nach höherer Ausfallsicherheit führte zu einem dritten Standort, der im Januar 2004 in Betrieb genommen und bei der Telecity Group in der Gutleutstraße in Frankfurt am Main installiert wurde.

2014 war die technische Infrastruktur des DE-CIX in Frankfurt bereits auf 18 Rechenzentren bei acht Anbietern verteilt, vor allem bei den Unternehmen Equinix und Interxion. Während des Jahres 2018 fand der größte Umzug in der Geschichte von DE-CIX statt. Dabei wurden etwa 15 Kilometer Glasfaserkabel verlegt und die Anschlüsse von 450 Kunden während des laufenden Betriebes migriert. Der zusätzliche Standort befindet sich auf dem Campus Kleyerstraße in Frankfurt-Gallus. Nach eigenen Angaben wickelt der DE-CIX Frankfurt heute einen großen Teil des deutschen Peering-Verkehrs ab und gehört gemessen an der Anzahl der angeschlossenen Netzwerke (Platz 2), dem Datenverkehr in Spitzenzeiten (Platz 2) und dem durchschnittlichen Datendurchsatz (Platz 2) zu den drei größten Internetknoten der Welt.https://peeringdb.mazzini.org/customers.htmlhttps://ix.br/trafego/agregado/sphttps://www.de-cix.net/en/locations/frankfurt/statisticshttps://www.ams-ix.net/ams/documentation/total-statshttps://portal.linx.net/services/lans-flow

Standorte Der Internetknoten DE-CIX Frankfurt ist in über 50 Rechenzentren, unter anderem von Digital Realty und Equinix in Frankfurt am Main, redundant untergebracht. Zusätzlich betreibt DE-CIX in Deutschland derzeit eigene Austauschpunkte in Hamburg (seit 2002), München (seit 2008), Düsseldorf (seit 2015) und Leipzig (seit 2022) sowie weitere Internetknoten zusammen mit Partnern im Ruhrgebiet (Ruhr-CIX, seit 2021). DE-CIX geht auch Partnerschaften mit anderen Internetknotenbetreibern ein, um seine geografische Abdeckung auf diese Standorte auszuweiten, zum Beispiel in Berlin (Partner-IX betrieben von BCIX).

Der im Jahr 2012 in Kooperation mit dem Telekommunikationsunternehmen und Rechenzentrumsbetreiber du/Datamena in Betrieb genommene United Arab Emirates Internet Exchange (UAE-IX) in Dubai war der erste von DE-CIX für Partner betriebene Internetknoten und zugleich der erste von DE-CIX betriebene Internetknoten außerhalb Deutschlands. Im Herbst 2013 expandierte DE-CIX nach Nordamerika und eröffnete einen neuen Standort in New York, der 2014 in Betrieb genommen wurde. Im Jahr darauf wurde die Eröffnung von DE-CIX Istanbul, DE-CIX Marseille und DE-CIX Palermo angekündigt. Mit den Standorten in Marseille und Palermo sowie der Eröffnung eines weiteren Standortes in Madrid im Jahr 2016, richtete DE-CIX gleich mehrere neue Internetknoten in Südeuropa ein. Im selben Jahr wurde in Dallas ein zweiter DE-CIX Standort in Nordamerika eröffnet. Seit Oktober 2018 ist das Unternehmen auch in Moskau (Partner-IX betrieben von MSK-IX) vertreten. Anfang 2020 folgte St. Petersburg (Partner-IX, ebenfalls betrieben von MSK-IX). Ende 2018 folgte mit DE-CIX Lissabon ein weiterer Internetknoten in Südeuropa. Nachdem DE-CIX bereits im Jahr 2017 einen Internetknoten in Mumbai (Mumbai-IX) eröffnet hatte, kündigte das Unternehmen 2019 den Ausbau seiner Präsenz in Indien an. Das Joint-Venture DE-CIX Interwire Internet Services Ltd. nahm unter der Marke DE-CIX drei neue Standorte in Delhi, Kalkutta und Chennai in Betrieb. Später im Jahr folgte die Ankündigung der Standorte Johor Bahru und Kuala Lumpur in Malaysia – die ersten DE-CIX-Standorte in der Region Südostasien. Die dortige Präsenz wurde im Januar 2020 um den Standort Singapur erweitert. Ebenfalls im Jahr 2020 wurden der von DE-CIX betriebene Internetknoten SEECIX in Athen, und danach DE-CIX Barcelona angekündigt. Zum Abschluss des Jahres erweiterte DE-CIX zudem seine Präsenz in Nordamerika um zwei Standorte in Richmond und Chicago. Im Februar 2021 wurde bekanntgegeben, dass DE-CIX in Kooperation mit dem staatlichen Unternehmen Unified National Networks einen Internetknoten für einen lokalen Telekommunikationsanbieter in Bandar Seri Begawan in Brunei einrichten und betreiben würde (Borneo-IX, powered by DE-CIX). In der zweiten Jahreshälfte 2021 wurde zudem der westlichste DE-CIX Standort in Phoenix, Arizona, eröffnet und das Unternehmen kündigte seine Expansion nach Nordeuropa an. Dazu wurden fünf neue Standorte eingerichtet: Kopenhagen und Esbjerg in Dänemark, Oslo und Kristiansand in Norwegen sowie Helsinki in Finnland. Ende Juni 2026 kündigte DE-CIX an, seine Präsenz in Nordeuropa durch die Einrichtung eines neuen Internetknotens in Stockholm in Schweden zu erweitern.

Im März 2022 wurde eine Partnerschaft mit IRAQ-IXP beschlossen, im Zuge derer DE-CIX den Betrieb eines Internetknotens in Bagdad übernahm. Im selben Jahr ging DE-CIX in Jordanien eine Kooperation mit dem Projekt Aqaba Digital Hub zum Aufbau des Internetknotens AqabaIX ein. Auch in Afrika ist DE-CIX inzwischen durch Partnerschaften vertreten: Das Unternehmen baut seit Ende 2022 den Africa Cloud Interconnection Exchange (AF-CIX powered by DE-CIX) in einem Rechenzentrum des Anbieters Rack Centre in Lagos (Nigeria) auf und entwickelt zudem die Interconnection-Plattform Africa Congo Internet Exchange ACIX mit dem Internet Service und Hosting Provider UNITED S.A. in Kinshasa (Demokratische Republik Kongo). Anfang des Jahres 2025 nahm DE-CIX in Kooperation mit dem katarischen Telekommunikationsunternehmen Ooredoo einen Internetknoten in Doha in Betrieb, den Doha-IX. Im März 2025 eröffnete DE-CIX zudem seine ersten Standorte in Südamerika: DE-CIX Sao Paulo und DE-CIX Rio de Janeiro in Brasilien. Zu weiteren DE-CIX Standorten weltweit zählen Amsterdam, Bengaluru, Bukarest (Partner-IX, betrieben von InterLAN-IX), Fujairah, Houston, Hyderabad, Karatschi, Manila (Partner-IX, betrieben von GetaFIX), Mexiko-Stadt, Moskau (Partner-IX, betrieben von MSK-IX), Osaka, Penang, Prag (Partner-IX, betrieben von NIX.CZ), Queretaro, Sankt Petersburg (Partner-IX, betrieben von MSK-IX), Seattle, Sofia (Partner-IX, betrieben von BIX.BG), Tokyo und Warschau (Partner-IX, betrieben von Thinx IX). Insgesamt bietet DE-CIX seine Peering-, Cloud- und Interconnection-Services heute in 60 Standorten in Europa, Afrika, Nord- und Südamerika, dem Nahen Osten, Indien und Südostasien an.

Im September 2025 kündigte DE-CIX an, in Zukunft auch im Weltall Internetknoten betreiben zu wollen, speziell für Satellitennetze im erdnahen Orbit.https://www.golem.de/news/space-ix-de-cix-arbeitet-am-ersten-internetknoten-fuer-den-orbit-2509-200296.html Zudem gab das Unternehmen bekannt, gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) als Teil des OFELIAS-Projekts der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) an Möglichkeiten zu forschen, den laserbasierten Datenverkehr zwischen LEO-Satelliten und Bodenstationen zu optimieren.https://www.heise.de/news/Bessere-Satellitenkommunikation-DE-CIX-und-DLR-arbeiten-zusammen-10637538.htmlhttps://connectivity.esa.int/projects/ofelias

Technik mini|Server-Racks von DE-CIX (2025)

Für den technischen Betrieb seiner Internetknoten und Interconnection Services, insbesondere im Peering-Segment, setzt DE-CIX seit 2013 auf die eigene Ethernet-basierte Plattform DE-CIX Apollon. Die wesentliche technische Komponente von DE-CIX Apollon für das IP-Netzwerk bilden Router von Nokia aus der 7750 SR-s und der SR-Reihe, die DE-CIX weltweit einsetzt. An kleineren Standorten (z. B. Lissabon) werden SR1-FP4 Router verbaut und an größeren Standorten (wie z. B. in den Rechenzentren von Digital Realty und Equinix in Frankfurt) werden SR-14s mit FP5 Line-Cards (auf Deutsch: Leitungskarten) genutzt. Die optische Infrastruktur von DE-CIX setzt sich aus Hardware von Smartoptics, Optiken von Flexoptix und Nokia, sowie ROADM-Technologie von Nokia (nur in New York) zusammen.

Die Datenzentren, in denen DE-CIX die Apollon-Infrastruktur aufgebaut hat, werden innerhalb eines Großraums (Metroregion bzw. Standort) per Glasfaserkabel miteinander verbunden. Dabei setzt DE-CIX pfad- und knotenredundante Glasfaserverbindungen ein, die möglichst kurz sind, um Latenzzeiten (Round Trip Delay) zu minimieren. DE-CIX betreibt zudem an jedem seiner Internetknoten zwei redundante Route-Server, die es Peering-Partnern ermöglichen, einfach und schnell Daten auszutauschen. Dazu verwendet DE-CIX hauptsächlich die Open-Source Produkte BIRD und künftig auch OpenBGPD. Als Looking Glass setzt DE-CIX auf das Open-Source Tool Alice-LG.