mini|Dienstuniform der SS-Verfügungstruppe/Waffen-SS in Feldgrau, eine Illustration der Ausführung aus dem Jahre 1937.

Uniformen der Waffen-SS beschreiben die Uniformen der nach 1935 entstandenen, kasernierten und bewaffneten SS-Verbände.

Diese bewaffneten SS-Verbände bekamen nach dem Überfall auf Polen die Bezeichnung Waffen-SS. Seit Mitte 1940 war sie organisatorisch eigenständig und unterstand dem direkten Oberbefehl des Reichsführers SS Heinrich Himmler.

Die SS und alle ihre Untergliederungen, mit Ausnahme der Reiter-SS,Heiner Wember: Umerziehung im Lager. Internierung und Bestrafung von Nationalsozialisten in der britischen Besatzungszone Deutschlands. Essen 1991, ISBN 3-88474-152-7, S. 152. (Düsseldorfer Schriften zur Neueren Landesgeschichte Nordrhein-Westfalens; Bd. 30) wurden 1945 als verbrecherische Organisation verboten und aufgelöst, ihr Vermögen beschlagnahmt. Sie gehört in der Bundesrepublik Deutschland mit allen ihren Untergliederungen zu den verfassungswidrigen Organisationen im Sinne von StGB. Ihre Symbole und Kennzeichen, dazu gehören auch Uniformteile, unterliegen dem Verbreitungsverbot nach StGB.

Uniformen der SS-Verfügungstruppe und der Waffen-SS Schwarze Dienstuniform der Verfügungstruppe Dienstuniformen der Verfügungstruppe Die schwarze Uniform der SS-Verfügungstruppe entspricht der Uniform der Allgemeinen SS. Abweichungen der Uniformen bestanden nur darin, dass die spätere Verfügungstruppe bis 1934 auf ihren „Dienstuniformen“ keine Schulterstücke trug.

Da aber die parteiamtliche „Reichszeugmeisterei (RZM)“ bis circa 1939 nicht in der Lage war, die Verfügungstruppe ausreichend mit den entsprechenden Uniformen auszustatten,Andrew Mollo: Die Uniformen der Waffen-SS. Podzun-Verlag, 1993, ISBN 3-7909-0490-2, S. 7. versorgte diese sich schließlich mit (älteren) Uniformen aus Heeresbeständen. Diese grauen Felduniformen der Wehrmacht entsprachen im Stil in etwa den Uniformen der SS. Nur besaßen diese am Waffenrock zum Verschließen des Kragens zwei Häkchen (anstelle des vorgeschriebenen einen Hakens) und an der Knopfleiste einen zusätzlichen 5. Knopf. Auch waren die Seitentaschen nicht – wie in der SS vorgeschrieben – schräg, sondern grade abgesetzt.

Die grauen Heeresuniformen wurden schwarz eingefärbt und mit den entsprechenden SS-Insignien ausgestattet. Alternativ ließen sich Verfügungstruppen-Offiziere vielfach ihre Uniformen auch durch private Schneidereien herstellen, die auch die Wehrmacht belieferten. Diese Uniformen wurden dann ebenfalls im „Wehrmacht-Stil“ ausgeführt.

Im Mai 1934 wurde bei der Verfügungstruppe das einzelne Schulterstück der Allgemeinen SS eingeführt. Dieses wurde anfangs, wie in der gesamten SS üblich, nur auf der rechten Schulterseite getragen.

Zum regulären Koppelzeug und Schulterriemen trugen die Mannschaftsdienstgrade schwarze lederne Patronentaschen für das deutsche Standardgewehr K 98k.

Doch erwies sich der Schulterriemen für militärische Zwecke als behindernd, sodass er schließlich weggelassen wurde. Diese Praxis war bis Frühjahr 1940 inoffiziell. Der formale „SS-Befehl“ zur Entfernung des Schulterriemens erfolgte erst im Mai 1940.SS-Befehl vom 10. Mai 1940. Betreffend: Feldgraue Uniform der Waffen-SS, der Sicherheitspolizei und des SD, I. Waffen-SS, Ziffer 9.

Bis zum Beginn des Krieges am 1. September 1939 wurden neben dieser schwarzen Dienstuniform auch verschiedene Ausgehanzüge, Paradeuniformen, Gesellschaftsanzüge und weiße Sommerröcke an Mannschafts- und Offiziersdienstgrade ausgegeben.

Je nach Zugehörigkeitsdauer oder Herkunft eines Verfügungstruppen-Angehörigen konnte eine Vielzahl von Armwinkeln auf der Uniform getragen werden.

Angehörige der Verfügungstruppe, die in Vorkriegszeit auf der SS-eigenen „SS-Verwaltungsschule“ in Dachau zum Verwaltungsdienst ausgebildet wurden, trugen zu ihrer regulären schwarzen Uniform einen Ärmelstreifen mit der Inschrift „SS-Verwaltungsschule Dachau“.

Bis zur Umbenennung der Verfügungstruppe in „Waffen-SS“ war es allen „SS-Bewerbern“ während ihrer Grundausbildung in der Verfügungstruppe verboten, irgendwelche SS-Insignien zu tragen. Eine Ausnahme bildete nur die Hakenkreuz-Armbinde der SS (allerdings waren seit dem 25. November 1934 in die SS vorläufig übernommene SS-Anwärter berechtigt, die SS-Kragenspiegel ohne Paspelierung auf den Uniformen zu tragen. Diese Praxis wurde später auch von der Waffen-SS beibehalten.)

1937 wurden nun anstelle des sogenannten „Lettow-Hemdes“ (des offiziellen Parteihemds der NSDAP) neue braune und weiße Trikothemden eingeführt, die gleichberechtigt nebeneinander getragen werden konnten.

Kopfbedeckungen Stahlhelm Die Angehörigen der Verfügungstruppe trugen in ihrem „Standortdienst“ in der Regel nur einen schwarz-lackierten Stahlhelm (Modell 1916 bzw. RZM-Modell 1932). Die schwarze Schirmmütze wurde als „Dienstmütze“ dagegen bei allen Gelegenheiten getragen, bei denen der Stahlhelm nicht ausdrücklich vorgeschrieben war. Am 1. November 1935 wurden diese Modelle offiziell durch den aktuellen Stahlhelm der Wehrmacht (M35) ersetzt und Anfang 1936 an die SS-Verfügungstruppe ausgeliefert. Doch da sich die Herstellung und Auslieferung der SS-Variante verzögerte und nur sehr schleppend anlief, wurden alle Modelle noch bis zum 31. März 1941Verfügungsblatt der Waffen-SS, Nr. 6 vom 1. April 1941, Ziffer 159 gleichzeitig getragen. Ab dem 1. April 1941 wurden alle veralteten Helme endgültig eingezogen. Die 1916er und RZM-Modelle verblieben nun bei Ersatz- und Sicherungs-Einheiten der SS.

Vor dem Krieg wurde der Stahlhelm mit einer glatten Oberfläche hergestellt und besaß eine feldgraue halbmatte Lackierung. Es war ausdrücklich durch die SS-Führung verboten worden, diese Lackierung durch Politur oder Einfetten zu verändern. Im Mai 1940 wurde der Stahlhelm mit einer angerauten Oberfläche und schiefergrauer Lackierung hergestellt.

Von der Wehrmacht wurde auch die Angewohnheit übernommen, die Stahlhelme mit weißer Schlämmkreide einzuweißen und dadurch eine Wintertarnung zu erzielen.

Im September 1935 wurden erstmals Wappenschilde auf den Helmen der SS-Verfügungstruppe verwendet, die als Abziehbilder hergestellt wurden. Einige Truppenteile besaßen aber auch gemalte Wappenschilde an den Helmen. Nach mehreren Variationen trat schließlich die endgültige Fassung in Kraft. An der rechten Helmseite wurde ein weißer Schild mit schwarzen SS-Runen und an der linken ein roter Schild mit weißem Kreis und schwarzem Hakenkreuz getragen. Im März 1940 wurde entschieden, das Hoheitswappen der linken Seite aus Tarnungsgründen zu entfernen und im November 1943 sollte auch das rechte Wappen mit den SS-Runen wegfallen.Verfügungsblatt der Waffen-SS, Nr. 21 vom 1. November 1943, Ziffer 402 Doch wurde dieser Befehl nicht mehr von den bewaffneten SS-Verbänden befolgt, so dass die Waffen-SS bis Kriegsende mehrheitlich noch beide Schilde an den Stahlhelmen trug.

Im Gegensatz zur Wehrmacht stellte sich im Krieg für die SS-Verfügungstruppe die Frage nach einer Tarnung von Stahlhelmen erst gar nicht. Sie wurden bereits vor dem Krieg (1938) mit einem Tarnüberzug ausgestattet.

Schirmmützen In der SS-Verfügungstruppe wurden jeweils die aktuellen Schirm- und Tellermützen der Allgemeinen SS verwendet. Sie wurden bei allen Gelegenheiten verwendet, wo der Stahlhelm nicht ausdrücklich vorgeschrieben war.

Vielfach wurde sie von Offizieren auch als „Feldmütze“ eingesetzt.

Feldmützen Als „neue“ Feldtruppe des Reiches benötigte auch die Verfügungstruppe „Feldmützen“. Da sie aber diesbezüglich nicht von der Wehrmachtführung beliefert wurden, griff sie zu einer Übergangslösung. Sie führte die alten „Feldkappen“ der Kaiserlichen Armee ein, die es auch in schwarzen Ausführungen gab und die nur durch die SS-Insignien ergänzt werden mussten. Diese „SS-Feldkappe“ wurde bis zur endgültigen Übernahme diverser Wehrmachtfeldmützen teilweise bis 1941 gleichzeitig verwendet.

„Graue Dienstuniformen“ der Verfügungstruppe 1934 bis 1937 Bereits im Herbst 1934 wurde für die Offiziersdienstgrade ein feldgrauer „Waffenrock“ (entsprach in der Ausführung dem schwarzen „Dienstrock“ der Allgemeinen SS) und für die Mannschafts- und Unteroffiziersdienstgrade eine feldgraue „Feldbluse“ eingeführt. Diese waren zusammen mit dem „Braunhemd“, schwarzem Binder, schwarzer Diensthose und -mütze zu tragen.

Als am 5. August 1935, mit der Zusammenfassung der Politischen Bereitschaften zu den neuen SS-Regimentern „Deutschland“, „Germania“ und „Leibstandarte“, die Aufstellung der eigentlichen Verfügungstruppe begonnen wurde, begann die SS-Führung bereits am 6. Juni, die noch bestehenden Politischen Bereitschaften und Sonderkommandos mit eigens für die SS entworfene „erdgrauen“ Uniformen auszustatten. Diese waren der 1932er Heeresuniform der Wehrmacht nachempfunden und wiesen SS-typische Merkmale auf. So wurde anfänglich ursprünglich nur das rechte Schulterstück auf und zusammen mit der „SS-Kampfbinde“ zur grauen Uniform getragen. Doch nur kurze Zeit später wurde von Himmler die Verfügung ausgegeben, dass die Armbinde nur in Kombination mit der schwarzen Uniform zu tragen sei.

Ferner hatten die militärischen Führer der Verfügungstruppe bei Himmler durchgesetzt, dass, nach militärischem Vorbild, auch auf der erdgrauen Uniform zwei Schulterstücke zu tragen seien.

1937 bis 1943 1937 wurde diese erdgraue Uniform zugunsten der aktuellen feldgrauen Wehrmachtsuniform aufgegeben, obwohl jene erst 1941 endgültig von der SS-Führung in Berlin eingezogen wurde. Auch zu dieser feldgrauen Uniform, die nun serienmäßig mit zwei Schulterstücken ausgestattet war, wurde ursprünglich die Hakenkreuzarmbinde getragen. Doch bereits im Herbst desselben Jahres wurde ein eigens geschaffener SS-Ärmeladler als „nationales Hoheitszeichen“ der SS eingeführt und anstelle der Armbinde getragen. In der Ausführung entsprach dieser Ärmeladler dem Adler in den Kastenschlössern der Mannschaftsdienstgrade.

Nachdem sich das „SS-Führerkoppel“ für den aktiven „Felddienst“ als zu ungeeignet erwies, gingen viele Offiziere dazu über, das reguläre Offizierskoppel der Wehrmacht zu verwenden, das über ein „Zweidornschloß“ geschlossen wurde und für militärische Zwecke besser geeignet war.

Uniformen der Wachverbände/SS-Totenkopfverbände Schwarze Uniform 1933 bis 1935

Die Uniform der späteren SS-Totenkopfverbände entsprach der Uniform der Allgemeinen SS bzw. der Verfügungstruppe. Die Angehörigen der Wachverbände waren sämtlich Mitglieder der SS und auch der NSDAP.

Ursprünglich trugen die Mitglieder die schwarze Uniform der Allgemeinen SS. Sie wich aber von dieser wesentlich ab, indem die Mitglieder der SS-Wachverbände seit Mai 1934 auf dem Kragen leere Kragenspiegel und auf dem linken Unterarm kein Sturmband trugen. Dies erklärt sich allein durch die Tatsache, dass für sie noch keine eigenständigen Insignien entworfen waren. So kam es, dass die SS-Wachverbände anfangs nur die schwarze Uniform und den Totenkopf an der Mütze trugen. Diese Tatsache schlug sich bei ihnen in der geheimnisvoll umwitterten Bezeichnung „Totenkopf-SS“ nieder. Das änderte sich aber schon bald: Der „Wachsturmbann Oberbayern“ erhielt einen Kragenspiegel mit dem lateinischen Buchstaben „D“ (für Dachau) und die anderen Wachverbände trugen nun die Spiegel jener Politischen Bereitschaft, in deren Einflussbereich das von ihnen bewachte Konzentrationslager lag und denen sie organisatorisch unterstellt waren. Sie bekamen nun auch eigene Ärmelstreifen verliehen, in denen jetzt der Name des betroffenen Gebietes stand, in welchem das zu bewachende Konzentrationslagers lag. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges am 1. September 1939 wurden neben dieser schwarzen Dienstuniform auch diverse Ausgehanzüge, Paradeuniformen, Gesellschaftsanzüge und weiße Sommerröcke an Mannschafts- und Offiziersdienstgrade ausgegeben.

Je nach Zugehörigkeitsdauer oder Herkunft eines Angehörigen der Wachverbände bzw. der Totenkopfverbände konnte eine Vielzahl von „Armwinkel“ auf der Uniform getragen werden.