mini|Amedeo Modigliani: Porträt von Moise Kisling (1915) mini|Kiki de Montparnasse (1925) Moise Kisling (* 22. Januar 1891 in Krakau, Österreich-Ungarn; † 29. April 1953 in Sanary-sur-Mer, Département Var, Provence-Alpes-Côte d’Azur, Frankreich), französische Namensform Moïse Kisling, war ein französischer Maler polnisch-jüdischer Herkunft.
Leben Mojżesz Kisling studierte an der Akademie der Schönen Künste Krakau, wo er ermuntert wurde, nach Paris zu gehen, welches damals das Zentrum künstlerischer Kreativität war.
1910 zog Kisling in den Pariser Stadtteil Montmartre und einige Jahre später in das Viertel Montparnasse. Bei Beginn des Ersten Weltkriegs meldete er sich freiwillig zum Dienst in der französischen Fremdenlegion und 1915 wurde er schwer verwundet in der Somme-Schlacht, wofür ihm die französische Staatsbürgerschaft verliehen wurde.
Kisling lebte und arbeitete im Viertel Montparnasse, wo er in der Künstlersiedlung La Ruche verkehrte. Er war mit vielen seiner Zeitgenossen befreundet, einschließlich seinem Nachbarn Amedeo Modigliani, der ihn 1916 malte (heute im Musée d’art moderne de la Ville de Paris). Eine Zeit lang wohnte er mit Władysław Jahl zusammen. Der in seinen Landschaftsmalereien verwendete Stil ist dem von Marc Chagall ähnlich, aber er war ein Meister der Darstellung des weiblichen Körpers, und seine surrealen Aktbilder und Porträts fanden den größten Beifall.
Zum Jahreswechsel 1938/1939 war Kisling mit der nach Frankreich emigrierten Eva Busch befreundet.Eva Busch: Und trotzdem. Eine Autobiographie. Albrecht Knaus Verlag, München 1991, S. 89 ff.
Nach der Besetzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg floh Kisling in die USA, da er als Jude in Frankreich vor dem Zugriff der Deutschen nicht sicher war.
1946 kehrte Kisling nach Frankreich zurück und ließ sich in Sanary-sur-Mer nieder, wo er 1953 starb.
Bilder (Auswahl) Nu assis (Kiki de Montparnasse) Portrait de Madeleine Lebeau Woman in a Shawl Paysage de Sanary Femme espagnole Jeune femme blonde Femme nue assise Nu allongé Port de Tamaris Portrait de jeune fille brune Buste nu couché Femme en intérieur
Werke in öffentlichen Sammlungen Eine Reihe von Werken Kislings befindet sich im Besitz des Musée d’art moderne, Petit Palais in Genf.Seit 2000 geschlossen, Bilder werden jedoch an andere Museen für Wechselausstellungen verliehen, siehe und Weitere Werke werden in französischen und amerikanischen Museen gezeigt. Der Kunstsammler Josef Haubrich hat der Stadt Köln 1946 eine umfangreiche Schenkung gemacht, in der sich auch Kislings Gemälde Schwertlilien aus dem Jahr 1932 befand. Es befindet sich im Museum Ludwig.
Literatur
Carl Einstein: Moise Kisling. In: Werke. Band 2: 1919–1926. Medusa, Berlin 1981, S. 205–213 (erstmals veröffentlicht in: Die junge Kunst. Band 31, Leipzig 1922) Joseph Kessel: Kisling, New York: Harry Abrams 1971
Weblinks
Freunde vom Montparnasse, gemalt von Marie Vorobieff-Stebelska (Marevna) (1962), darstellend ganz links sie selbst, Diego Rivera und beider Tochter Marika, und rechts von ihnen ihre gemeinsamen Freunde vom Montparnasse, nämlich (oben von links nach rechts:) Ilja Ehrenburg, Chaim Soutine, Amedeo Modigliani und seine Frau Jeanne Hébuterne, Max Jacob, Galerist Leopold Zborowski, und unten rechts Moise Kisling.
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Paris) Kategorie:Maler der Moderne Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Frankreich) Kategorie:Emigrant zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Pole Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1891 Kategorie:Gestorben 1953 Kategorie:Mann Kategorie:Künstler im Beschlagnahmeinventar „Entartete Kunst“ Kategorie:Emigrant aus Österreich-Ungarn in Frankreich