Basisdaten Landeskirche: Evangelische Landeskirche in Württemberg Prälatur: Reutlingen Fläche: km² Gliederung: 32 Kirchengemeinden Gemeindeglieder: ca. 37.700 (2024) Adresse desDekanatamtes: Justinus-Kerner-Str. 1072250 Freudenstadt Dekan: Andreas Streich Karte 200px|Lage des Kirchenbezirks Freudenstadt innerhalb der Evang. Landeskirche in Württemberg
Der Evangelische Kirchenbezirk Freudenstadt ist einer von derzeit (2026) 35 Kirchenbezirken bzw. Kirchenkreisen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sein Gebiet ist deckungsgleich mit dem Dekanat Freudenstadt.
Geografie Der Kirchenbezirk Freudenstadt liegt im Südwesten der württembergischen Landeskirche. Sein Gebiet umfasst zum Großteil den nördlichen Schwarzwald. Zu ihm gehört der Großteil des Landkreises Freudenstadt, also die Städte und Gemeinden Alpirsbach, Baiersbronn, Dornstetten, Freudenstadt, Glatten, Horb am Neckar, Loßburg, Mühlen am Neckar, Pfalzgrafenweiler (ohne Ortsteil Bösingen), Schopfloch, Seewald und Waldachtal. Die Gemeinde Empfingen im Südosten des Landkreises gehört zum Kirchenbezirk Rottweil. Zwei Kirchengemeinden im Westen des Landkreises gehören zur Evangelischen Landeskirche in Baden.
Nachbarkirchenbezirke Der Kirchenbezirk Freudenstadt grenzt im Nordosten an den Kirchenbezirk Calw-Nagold und im Südosten an den Kirchenbezirk Rottweil. Ansonsten ist er ganz von der Evangelischen Landeskirche in Baden umgeben.
Geschichte Das Gebiet des heutigen Dekanats bzw. Kirchenbezirks Freudenstadt gehört überwiegend zum alten Kernland Württembergs, das ab 1534 die Reformation einführte, so dass das Gebiet fast ganz evangelisch geprägt ist. Das Gebiet gehörte überwiegend zum Dekanat Herrenberg (damalige Bezeichnung Spezialsuperintendentur), teilweise auch zum Dekanat Sulz am Neckar. Darüber hinaus war Dornstetten vorübergehend Sitz einer Specialsuperintendenz. 1672 wurde in Freudenstadt eine neue Specialsuperintendenz errichtet. Zum Dekan wurde der Stadtpfarrer von Freudenstadt ernannt. Mit dieser Stelle ist das Dekanat bis heute verbunden. Das Dekanat Freudenstadt gehörte zunächst zum Generalat Tübingen, seit 1913 zum Generalat Reutlingen, aus dem die heutige Prälatur Reutlingen hervorging.
1919 wurde die Kirchengemeinde Alpirsbach vom Kirchenbezirk Sulz am Neckar in den Kirchenbezirk Freudenstadt umgegliedert. Bis 1920 gehörten die beiden Kirchengemeinden Grömbach und Wörnersberg zum Kirchenbezirk Freudenstadt. Durch Bekanntmachung des Konsistoriums vom 17. April 1920 wurden sie in den Kirchenbezirk Nagold umgegliedert. 1968 wurde die Kirchengemeinde Fürnsal vom Kirchenbezirk Sulz am Neckar in den Kirchenbezirk Freudenstadt umgegliedert. Zum 1. Januar 2025 kamen mit der Auflösung des Kirchenbezirks Sulz am Neckar die Kirchengemeinden Horb am Neckar, Mühlen am Neckar und Dettingen am Neckar, sowie die Verbundkirchengemeinde Betzweiler-Peterzell zum Kirchenbezirk Freudenstadt.
Leitung des Kirchenbezirks Die Leitung des Kirchenbezirks obliegt der Bezirkssynode, dem Kirchenbezirksausschuss (KBA) und dem Dekan. Derzeitiger Dekan ist seit 2022 Andreas Streich, der zugleich einer der Pfarrer an der Stadtkirche in Freudenstadt ist.
Dekane des Kirchenbezirks Freudenstadt seit 1799 1799–1814 Philipp Heinrich Schuler 1814–1835 Ernst Christoph Zilling 1836–1842 Gottlob Friedrich Moser 1842–1860 Johann Georg Friedrich Baur 1860–1870 Georg Friedrich Franck 1870–1874 Karl Desselberger 1874–1882 Christian Ellwanger (1829–1897) 1883–1891 Gottfried Albert Herrlinger (1841–1901) 1891–1916 Paul Renatus Zeller 1916–1920 D. Eduard Knapp (1870–1939) 1920–1935 Joseph Haller 1935–1947 Theodor Gerhardt (1890–1966) 1948–1953 Manfred Ebbinghaus 1953–1964 Ernst Rapp (1898–1988) 1964–1965 Hilmar Schieber (1908–1973) 1965–1973 Hans Keller 1973–1982 Walter Schmid 1984–1990 Manfred Jehle (* 1933) 1991–1998 Bernhard Lang (* 1936) 1998–2006 Ulrich Mack (* 1951) 2006–2011 Harald Stumpf (* 1958) 2012–2022 Werner Trick (* 1957) ab 2022 Andreas Streich (* 1966)
Schuldekane im Kirchenbezirk Freudenstadt Zusammen mit dem Dekan bildet der Schuldekan das Dekanatamt. Dekan und Schuldekan sind die Visitatoren der Gemeinden. Der Dienstsitz des Schuldekans für die Kirchenbezirke Freudenstadt und Sulz am Neckar befindet sich in Freudenstadt. Derzeitiger Schuldekan ist seit 2012 Hans Jörg Dieter.
nicht komplett 1979–1989 Gottfried Dinkelaker (* 1937) 1989–1997 Dietrich Elsner (* 1937) 1998–2012 Albrecht Winkler (1952–2013) ab 2012 Hans Jörg Dieter (* 1960)
Kirchengemeinden Im Kirchenbezirk Freudenstadt gibt es insgesamt 32 Kirchengemeinden, von denen sich 26 zu insgesamt neun Gesamtkirchengemeinden zusammengeschlossen haben, aber weiterhin eigenständige Körperschaften des öffentlichen Rechts bleiben. Die jeweils in Klammern hinter dem Namen der Kirchengemeinde angegebenen Gemeindemitgliederzahlen beziehen sich auf das Jahr 2005 und sind gerundet.
Das Gebiet des Kirchenbezirks Freudenstadt ist überwiegend evangelisch geprägt. Es gibt daher in jedem Dorf auch eine evangelische Kirchengemeinde und eine meist alte Kirche. In den meisten Orten zogen Katholiken überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zu. Lediglich die Waldachtaler Ortsteile Lützenhardt und Salzstetten bleiben nach der Reformation katholisch. Auch in Alpirsbach gibt es bereits seit dem 19. Jahrhundert eine katholische Gemeinde. mini|Klosterkirche Alpirsbach
Kirchengemeinde Alpirsbach Die Kirchengemeinde Alpirsbach (ca. 2.680) umfasst die Kernstadt und die Stadtteile Unterehlenbogen (einige andere Weiler von Ehlenbogen gehören zur Pfarrei Schömberg), Reutin und Rötenbach mit den zugehörigen Weilern der Stadt Alpirsbach. Der Stadtteil Reinerzau bildet eine eigene Kirchengemeinde im Kirchenbezirk Freudenstadt, die Stadtteile Peterzell und Römlinsdorf bilden ebenfalls eigene Kirchengemeinden, die jedoch zum Kirchenbezirk Sulz am Neckar gehören. Die Kirchengemeinde Alpirsbach gehörte bis 1919 selbst zum Kirchenbezirk Sulz am Neckar und wurde durch Bekanntmachung des Konsistoriums vom 4. Juli 1919 in den Kirchenbezirk Freudenstadt umgegliedert.
Das kirchliche Leben in Alpirsbach begann mit der Gründung des Klosters Alpirsbach 1095. Um das Kloster entwickelte sich eine Siedlung, die zunächst aus zwei getrennten Orten, dem äußeren und dem oberen Dorf bestand. Erst im 19. Jahrhundert wuchsen beide Siedlungen baulich zusammen. 1535 wurde die Reformation eingeführt und 1556 wurde im Kloster eine evangelische Klosterschule eingerichtet, die aber 1593 wieder geschlossen wurde. Die Klosterkirche wurde Mittelpunkt der evangelischen Gemeinde. Doch gab es neben der heutigen Klosterkirche ab 1471 noch deren Vorgängerbau an anderer Stelle, die nach dem Neubau des Münsters als „Leutkirche“ diente. Diese wurde aber 1649 abgebrochen. Die evangelische Gemeinde Alpirsbach wurde zunächst vom jeweiligen Präzeptor der Klosterschule betreut. 1595 wurde eine eigene Pfarrei errichtet. Heute gibt es zwei Pfarrämter in der Kirchengemeinde Alpirsbach. Das Pfarramt I betreut die Kernstadt und den Stadtteil Unterehlenbogen, das Pfarramt II die Stadtteile Reutin und Rötenbach.
Die Stadtteile Unterehlenbogen, Rötenbach und Reutin gehören schon seit der Reformation zur Pfarrei Alpirsbach. Reutin hatte jedoch eine eigene Kapelle, die 1839 abgebrochen wurde, und bildete bis 1922 eine selbständige Filialkirchengemeinde, die durch Bekanntmachung des Konsistoriums zum 1. April 1922 mit der Kirchengemeinde Alpirsbach vereinigt wurde. In Rötenbach wurde erst 1964 bis 1966 eine eigene Kirche erbaut. Ehlenbogen hat keine Kirche.
Kirchengemeinde Baiersbronn mini|Marienkirche Baiersbronn Die Kirchengemeinde Baiersbronn (ca. 3.690) umfasst den Hauptort der Gemeinde Baiersbronn mit nahezu allen zugehörigen Weilern, außer Mitteltal und Obertal, wo es eine eigene Kirchengemeinde gibt, und Schönmünz, das zur Kirchengemeinde Schwarzenberg gehört.
Kirchlich war Baiersbronn zunächst Filiale von Dornstetten. 1460 ist erstmals eine Kirche zu Unserer Lieben Frau erwähnt, an welcher 1465 eine Kaplanei gestiftet wurde. Württemberg hatte die Patronatsrechte, führte 1534 die Reformation ein und errichtete in Baiersbronn eine eigene Pfarrei, an welcher aber erst 1563 ein ständiger Pfarrer eingesetzt wurde. Die Marienkirche brannte 1791 fast mit dem gesamten Dorf ab. Die heutige Marienkirche wurde 1802 neu erbaut. Dabei wurde das Turmuntergeschoss aus romanischer Zeit beibehalten.
mini|links|Johanneskirche Tonbach Zur Pfarrei Baiersbronn gehört von Anfang an bis heute auch Tonbach (bzw. Vordertonbach), ohne den zu Klosterreichbach gehörigen gleichnamigen Teil. 1951 wurde in Tonbach eine eigene Kirche gebaut, die Johanneskirche. Neben den beiden Kirchen, der Marienkirche und der Johanneskirche Tonbach besitzt die Kirchengemeinde Baiersbronn auch ein Gemeindehaus. Heute gibt es zwei Pfarrämter in der Kirchengemeinde Baiersbronn, das Pfarramt Oberdorf und das Pfarramt Unterdorf/Tonbach. Die Touristikseelsorge in Baiersbronn wird vom Pfarramt Friedrichstal mit betreut. Die Kirchengemeinde Baiersbronn ist Träger von drei Kindergärten, Oberdorf, Unterdorf und Tonbach.
Die Kirchengemeinde Baiersbronn bildete bis in die 1950er Jahre mit der Kirchengemeinde Mitteltal-Obertal (mit Buhlbach) die Gesamtkirchengemeinde Baiersbronn, die durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 7. Oktober 1954 aufgehoben wurde. Mitteltal und Obertal-Buhlbach waren früher zwei eigenständige Teilkirchengemeinden von Baiersbronn. Zum 1. Januar 2005 wurde die Gesamtkirchengemeinde Baiersbronn neu gebildet, nunmehr jedoch aus den beiden Kirchengemeinden Baiersbronn und Friedrichstal. Zuvor gehörte Friedrichstal zur Gesamtkirchengemeinde Freudenstadt.
Die Kirchengemeinde Friedrichstal (ca. 190) umfasste bis zu ihrer Eingliederung in die Kirchengemeinde Baiersbronn den zum Hauptort der Gemeinde Baiersbronn gehörigen Weiler Friedrichstal. Friedrichstal wurde ab 1761 von Christophstal, das zur Stadt Freudenstadt gehört, auf Baiersbronner Gemarkung aus aufgesiedelt. 1808 wurde es von Christophstal getrennt und erhielt den Namen Friedrichstal. Die Bewohner gehörten aber zunächst noch zu Freudenstadt und wurden erst 1839 nach Baiersbronn umgemeindet. Kirchlich verblieben sie zunächst bei Freudenstadt. 1951 erhielt die Siedlung eine eigene Kirche, die Michaelskirche. Später wurde eine eigene Kirchengemeinde errichtet, die zur dortigen Gesamtkirchengemeinde gehörte. Infolge der politischen Zugehörigkeit zu Baiersbronn wurde Friedrichstal mit Wirkung vom 1. Januar 2005 von der Gesamtkirchengemeinde Freudenstadt getrennt und mit der Kirchengemeinde Baiersbronn zur neuen Gesamtkirchengemeinde Baiersbronn vereinigt.
Kirchengemeinde Dietersweiler Die Kirchengemeinde Dietersweiler (ca. 1.230) umfasst den Stadtteil Dietersweiler der Stadt Freudenstadt. Die 1473 genannte Kirche St. Laurentius und Georg war Filiale von Oberiflingen. 1472 stifteten die Herren von Neuneck eine Pfründe. Das Patronat stand dem Kloster Alpirsbach zu. Nach der Reformation wurde Dietersweiler der Pfarrei Glatten zugeordnet. 1901 wurde Dietersweiler eigene Pfarrei. Die ursprünglich gotische Kirche wurde 1745 umgebaut. Seither hat sie keinen Chor mehr. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 17. September 1973 wurde das Gebiet der Kirchengemeinde Dietersweiler durch einige Gebiete der Kirchengemeinde Aach vergrößert.
Verbundkirchengemeinde Dornstetten-Aach-Hallwangen Kirchengemeinde Aach Die Kirchengemeinde Aach (ca. 840) umfasst den Stadtteil Aach der Stadt Dornstetten. Kirchlich gehörte Aach zunächst zu Dornstetten, ab 1583 zu Grüntal, dann zu Wittlensweiler, bevor Aach eine eigene Pfarrei erhielt. Die Kirche in Aach wurde 1898 erbaut. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 17. September 1973 gab es eine Gebietsveränderung der Kirchengemeinde Aach zugunsten der Kirchengemeinde Dietersweiler.
Kirchengemeinde Dornstetten mini|Martinskirche Dornstetten