( ,Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 548. veraltet Lauis, ) ist eine Stadt und politische Gemeinde im Schweizer Kanton Tessin. Sie liegt im Sottoceneri im Bezirk Lugano und ist in die Kreise Lugano West, Lugano Ost und Lugano Nord gegliedert. Lugano ist die grösste politische Gemeinde des Kantons sowie die grösste italienischsprachige politische Gemeinde ausserhalb Italiens.
Die Stadt ist nach Zürich und Genf der drittgrösste Finanzplatz der Schweiz. Seit den Eingemeindungen von Brè-Aldesago, Castagnola-Cassarate im Jahr 1972, Breganzona, Cureggia, Davesco-Soragno, Gandria, Pambio-Noranco, Pazzallo, Pregassona und Viganello (2004), dann Barbengo, Carabbia und Villa Luganese im Jahr 2008 und von Bogno, Cadro, Carona, Certara, Cimadera, Sonvico und Val Colla im Jahr 2013 ist Lugano flächenmässig die siebtgrösste Schweizer Stadt, belegt den neunten Platz hinsichtlich der Einwohnerzahl und den zehnten Platz bezüglich der vorhandenen Arbeitsplätze. In der Agglomeration der Stadt leben rund 150'000 Menschen.
Die Buchstaben LVGA im Wappen stehen für die Anfangsbuchstaben des Ortsnamens. (italienisch) auf archiviostoricolugano.ch, abgerufen am 18. Dezember 2022.
Lage Der Ort liegt im Süden des Bezirks Lugano und des Kantons an der Mündung des Flusses Cassarate in den Luganersee. Lugano zieht als Universitäts-, Kongress- und Kulturstadt (vor allem zwischen Frühjahr und Herbst) zahlreiche Besucher aus Italien und von jenseits der Alpen an.
Die Agglomeration Lugano, die sich bis in die italienischen Provinzen Varese und Como erstreckt, umfasst etwa 150.000 Einwohner (2023) und ist damit die achtgrösste Agglomeration der Schweiz.
In der 2000 vom Schweizer Bundesamt für Statistik definierten statistischen Raumkategorie wurde Lugano der Metropolregion Tessin zugerechnet, die 2005 zum «multipolaren Agglomerationssystem»Schuler Martin, Joye Dominique, Dessemontet Pierre; Eidgenössische Volkszählung 2000. Die Raumgliederungen der Schweiz, BFS, Neuenburg 2005. herabgestuft wurde. Dieses umfasst mehrere Agglomerationen des Tessins und der Lombardei mit insgesamt über 500'000 Einwohnern und ist mit Como-Chiasso-Mendrisio Nachbarregion der Metropolregion Mailand (Grande Milano) mit rund 7,5 Millionen Einwohnern. Das Zentrum Mailands ist mit dem Auto und der Bahn in zirka einer Stunde erreichbar.
Geographie Lugano liegt am Luganersee (italienisch Lago di Lugano, in Italien Lago Ceresio) und ist umgeben von den drei Aussichtsbergen Monte Brè () im Osten, Monte San Salvatore () im Süden und dem Sighignola () (am gegenüberliegenden Seeufer), dessen Gipfel Balcone d’Italia bereits auf italienischem Boden liegt.
Die Nachbargemeinden sind Arogno, Melide, Morcote, Vico Morcote, Grancia, Collina d’Oro, Sorengo, Muzzano, Bioggio, Massagno, Savosa, Porza, Vezia, Canobbio, Capriasca und Ponte Capriasca sowie auf italienischem Territorium Valsolda, Campione d’Italia, Alta Valle Intelvi und Brusimpiano.
Klima
Mit einer Jahresmitteltemperatur von 13,0 °C für die Normalperiode 1991 bis 2020 ist Lugano die wärmste Station im Messnetz von MeteoSchweiz. Im Januar werden dabei mit 3,8 °C die kältesten und im Juli mit 22,6 °C die wärmsten Monatsmitteltemperaturen gemessen. Im Mittel sind hier rund 22 Frosttage und jedes zweite Jahr ein Eistag zu erwarten; 1947 gab es 11 Eistage, hingegen gab es zwischen 1964 und 1979 keinen einzigen Eistag.BfS: Eistage, abgerufen am 4. September 2023 Sommertage gibt es im Jahresmittel rund 75, während normalerweise 11 bis 12 Hitzetage zu verzeichnen sind. Die Messstation liegt auf einer Höhe von
Stadtquartiere mini|Quartiere Luganos
Die Quartiere 1 bis 6 sind die alten Stadtquartiere, die schon vor der grossen Eingemeindung von 2004 zur Stadt gehörten. Bei den Quartieren 7 bis 14 handelt es sich um die Gebiete der 2004 mit Lugano fusionierten Gemeinden. Die Quartiere 15 bis 17 kamen durch die Eingemeindung des Jahres 2008, die Quartiere 18 bis 21 durch die Eingemeindung des Jahres 2013 hinzu. Dabei ist zu beachten, dass das BFS in den Quartieren Brè-Aldesago, Cassarate-Castagnola und Val Colla das Quartier anhand der ehemaligen Gemeinden feiner unterteilt.
Quartier Nr. BFS-Code Einwohnerzahl31. Dezember 2024 Fläche km² Eingemeindung Brè-Aldesago1Aldesago 5192001Brè 519200310574,221972 Besso2519200252370,65– Cassarate-Castagnola3Cassarate 5192005Castagnola 519200663463,981972 Centro4519200755241,03– Loreto5519200831160,59– Molino Nuovo6519200910'1141,23– Breganzona7519201154102,282004 Cureggia851920121840,662004 Davesco-Soragno9519201316212,492004 Gandria1051920142963,452004 Pambio-Noranco1151920157910,552004 Pazzallo12519201616811,622004 Pregassona13519201794882,262004 Viganello14519201871101,202004 Barbengo15519202122922,622008 Carabbia1651920226241,072008 Villa Luganese1751920235222,212008 Cadro18519203227114,562013 Carona1951920339684,692013 Sonvico205192036208411,062013 Val Colla21Bogno 5192031 Certara 5192034 Cimadera 5192035 Valcolla 5192037133121,752013
Geschichte Allgemeine Geschichte Aufgrund einiger Bodenfunde und im Raum Lugano aufgefundener GrabinschriftenBernhard Maier: Die Kelten: ihre Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart, S. 98. ist anzunehmen, dass das Gebiet um Lugano von Lepontiern besiedelt war. Die Anwesenheit der Römer rund um den Luganersee ist ab dem 1. Jahrhundert v. Chr. belegt; sie hatten nördlich des Sees in Bioggio zumindest ein wichtiges Zentrum.Historisches Lexikon der Schweiz: Lugano, Römerzeit. Abruf: 26. März 2021.
804, 844 (Kopie um 1300), 854 (Kopie um 1300) und 875 wird Lugano erstmals urkundlich erwähnt;Die Echtheit einer Schenkungsurkunde von 724, in der Lugano erwähnt ist, wird hingegen bezweifelt; siehe die Namensformen lauteten erst Luanasco, dann Luano. Die Bedeutung des Namens ist unsicher, womöglich geht er auf Lateinisch lūcus «Hain, Wald» zurück.
Im Mittelalter war Lugano jahrhundertelang von Konflikten zwischen Como und Mailand betroffen, da diese oft auf Schlachtfeldern ausgetragen wurden, die auf dem Gebiet des heutigen Kantons Tessin liegen. In der zweiten Hälfte des vierzehnten Jahrhunderts gelangte die Stadt unter die Herrschaft der Mailänder Visconti. Später wurde sie von französischen Söldnern besetzt, die 1513 ihrerseits von den Eidgenossen vertrieben wurden; seither stand Lugano unter eidgenössischer Herrschaft.
Am Morgen des 15. Februar 1798 landeten die Truppen der Cisalpinischen Republik in Lugano, stiessen jedoch auf den Widerstand der Volontari del Borgo, einer Garde aus der Bevölkerung. Dieser gelang es, die cisalpinischen Truppen zurückzuschlagen, und die aufgeschlosseneren Teile des Luganeser Bürgertums nutzten die Ereignisse, um die Unabhängigkeit der Stadt unter dem Motto «frei und schweizerisch» zu erklären.Mattia Annovazzi, I 225 anni dai Moti di Lugano. In: Rivista Militare Svizzera di lingua italiana. Jahr LCV, Nr. 6, Arti Grafiche Veladini SA, Lugano November–Dezember 2023, S. 45–47. Mit dem gleichzeitigen Einrücken französischer Revolutionstruppen in das Gebiet der Eidgenossenschaft nördlich der Alpen endete der Untertanenstatus des Tessins, und Lugano wurde für einige Jahre zum Hauptort des Kantons Lugano der Helvetischen Republik.
Seit 1803 gehört Lugano zum Kanton Tessin, dessen Hauptort von 1815 bis 1881 alle sechs Jahre zwischen Bellinzona, Locarno und Lugano wechselte.
Entwicklung des Stadtgebiets mini|Luftbild von 1919 (Walter Mittelholzer) mini|Lugano von Westen 1972 wurden die früheren Gemeinden Brè-Aldesago und Castagnola in die Stadt Lugano eingegliedert.
2004 fusionierten acht weitere Gemeinden mit der Stadt Lugano: Breganzona, Cureggia, Davesco-Soragno, Gandria, Pambio-Noranco, Pazzallo, Pregassona und Viganello. Dadurch vergrösserte sich sowohl die Fläche als auch die Bevölkerung von Lugano erheblich.
Am 30. September 2007 stimmten die Stimmbürger von Barbengo, Carabbia und Villa Luganese sowie von Lugano der Eingemeindung dieser drei Gemeinden zu. Die Stimmberechtigten der Gemeinde Cadro hingegen lehnten die Fusion ab, weshalb Villa Luganese zu einer Exklave der Stadt Lugano wurde. Die Eingemeindung wurde am 20. April 2008 vollzogen.
Per 14. April 2013 wurden die Gemeinden Bogno, Cadro, Carona, Certara, Cimadera, Sonvico und Val Colla mit Lugano fusioniert, wodurch die Stadt rund 3400 zusätzliche Einwohner erhielt.
Aufgrund der durch See und Berge beengten Verhältnisse im Stadtgebiet spielt sich die wirtschaftliche Entwicklung heute hauptsächlich ausserhalb der Gemeindegrenzen in der Vedeggio-Talebene ab.
Ortsbürgergemeinden (Patriziati) Bürgergemeinde LuganoPatriziato di Lugano (mit Video) In: lugano.ch/la-mia-citta. Diese besitzt das historische Archiv der Stadt Lugano und 1,56 Hektaren Land.Patriziato di Lugano, Eigentümer. In: www4.ti.ch/fileadmin/DI/DI_DI/SEL/Patriziati Abgerufen am 23. Juli 2024 (italienisch; mit Karte). Bürgergemeinde Brè-Aldesago
Bevölkerung
Sprachen Amtssprache ist Italienisch. Der Tessiner Dialekt (Ticinées), eine Varietät des zum Arealtypus Norditalienisch oder Padanisch gehörenden Lombardischen, ist auf dem Rückzug; Urbanisierung, Binnenmigration und Tourismus werden als Ursachen angesehen.
Im Jahr 2014 gaben 87,6 % Italienisch, 9,7 % Deutsch, 6,1 % Englisch und 5,8 % Französisch als Hauptsprache an (Nennung von mehr als einer Hauptsprache möglich).Ständige Wohnbevölkerung ab 15 Jahren nach Hauptsprachen, nach Kanton und Stadt auf bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/bevoelkerung/sprachen-religionen (abgerufen am 1. April 2017).
In den Tessiner Schulen wird als erste Fremdsprache Französisch und als zweite Deutsch unterrichtet.
Religionen – Konfessionen
Die Religionen in Lugano verteilten sich 2022 (in Klammern 2014) wie folgt: römisch-katholisch: 55,3 % (65,5 %) konfessionslos: 30,2 % (19,3 %) andere christliche Gemeinschaften: 5,8 % (6,7 %) evangelisch-reformiert: 3,2 % (2,8 %) muslimisch: 3,5 % (2,9 %) andere/unbekannt: 1,9 % (2,7 %)
Politik Legislative
mini|Rathaus von Lugano Die Legislative der Stadt Lugano ist der Consiglio comunale (Gemeindeparlament), der 60 Sitze umfasst. Die Grafik rechts zeigt seine Zusammensetzung nach den Gemeindewahlen vom 14. April 2024.
Exekutive
Die Exekutive ist der Municipio (Gemeinderat). Er besteht aus sieben Mitgliedern und wird gleichzeitig mit dem Consiglio comunale durch das Volk gewählt. Er setzt sich nach den Wahlen vom April 2024 wie folgt zusammen: Stadtpräsident Michele Foletti (Lega), Vizepräsident Roberto Badaracco (FDP), Lorenzo Quadri (Lega), Karin Valenzano Rossi (FDP), Filippo Lombardi (Die Mitte), Marco Chiesa (SVP), Raoul Ghisletto (SP).
Nationalratswahlen Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2023 betrugen die Wähleranteile in Lugano: FDP 20,3 %, Lega 17,3 %, SVP 16,1 %, Die Mitte 14,1 %, SP 11,9 %, Grüne 8,9 %, glp 2,0 %, übrige 9,4 %.
Sehenswürdigkeiten
Das Stadtbild ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswertes Ortsbild der Schweiz von nationaler Bedeutung eingestuft.
Grünanlagen, Promenaden, Hausberge mini|Parco Ciani mit Cancello sul Lago di Lugano Sehenswert ist der Parco Civico mit seiner üppigen südlichen Vegetation und der Villa Ciani. Westlich des Parks schliesst sich die etappenweise zwischen 1864 und 1920 erstellte Seepromenade an, die bis nach Paradiso führt.
Weitere Attraktionen von Lugano sind die beiden Hausberge Monte San Salvatore (mit Aussichtsturm) und Monte Brè, von denen aus sich ein Panorama über die Stadt, den Luganersee und die Tessiner Berge bietet. Beide Berge sind sowohl per Bahn als auch zu Fuss erreichbar. Am Fusse des Monte Brè liegen das Dorf Gandria und die Villa Favorita.
Stadtzentrum mini|Kathedrale San Lorenzo mini|Kirche Santa Maria degli Angioli mini|Santa Antonio Abarte