Bulmke-Hüllen ist ein Stadtteil der Stadt Gelsenkirchen im Ruhrgebiet. mini|Die Stadtteile Gelsenkirchens mit Bulmke-Hüllen im Osten 180px|mini|Die katholische Bulmker Kirche "Heilige Familie" Geographie Der Stadtteil Bulmke-Hüllen liegt im Stadtbezirk Gelsenkirchen-Mitte nordöstlich der Gelsenkirchener Innenstadt (Stadtteile Altstadt und Neustadt). Im Westen grenzt Bulmke-Hüllen weiter an Schalke, im Norden an Gelsenkirchen-Bismarck. Im Osten verläuft die Grenze zum Herner Stadtteil Röhlinghausen und im Süden liegt Gelsenkirchen-Ückendorf.
Bulmke-Hüllen lässt sich in Bulmke, Hüllen und die Siedlung Tossehof aus den 1970er Jahren unterteilen.
Geschichte Hüllen gehörte bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zum Niederamt Bochum, dessen Mittelpunkt Wattenscheid war. Am 1. Mai 1868 wurde mit weiteren Gemeinden das Amt Gelsenkirchen gebildet. Nachdem Gelsenkirchen Stadt geworden war und aus dem Amt ausgeschieden war, gehörte Hüllen seit dem 29. November 1875 zum Amt Schalke. Am 1. Juli 1895 wurde Hüllen dem Landkreis Gelsenkirchen zugeordnet. Hüllen wurde am 1. April 1903 mit Bulmke und weiteren Gemeinden zur Großstadt Gelsenkirchen zusammengeschlossen.
1908 wurde die Kirche Heilige Familie eröffnet.Heilige Familie bei gelsenkirchener-geschichten.de, abgerufen am 11. Januar 2022
Der Weg vom Dorf zur Gemeinde wurde durch die Ansiedlung der Industrie geebnet: Insbesondere die Zeche Alma und das Stahlwerk Schalker Verein prägten den Stadtteil und waren größte Arbeitgeber.
1925 baute die Stadt Gelsenkirchen am Wildenbruchplatz eine Ausstellungshalle. Im Januar 1942 wurde darin ein Sammellager für Juden aus Gelsenkirchen und dem Kreis Recklinghausen eingerichtet, die von dort am 27. Januar 1942 nach Riga deportiert wurden.Judith Neuwald-Tasbach: Erinnerungsort Wildenbruchplatz. In: Jüdisches Echo Westfalen, Jg. 5782, Nr. 10 (April 2022), S. 30–33. 1944 wurde der aus Holz errichtete zentrale Rundbau der Ausstellungshalle aus Luftschutzgründen abgerissen.Der Wildenbruchplatz, die Ausstellungshalle und die Erinnerungskultur, abgerufen am 14. Juni 2022.
Nach der anhaltenden Kohle- und Stahlkrise wurden die meisten Industriebetriebe geschlossen, 1982 auch der Schalker Verein. Ein Stadtteilprogramm versucht, die Industriebrachen für neue Nutzungsmöglichkeiten zu erschließen. Ein erster Erfolg ist der am 2. Mai 2006 eröffnete Bürgerpark „Orangeplatz“ neben der seit 2001 bestehenden Moschee Kesselstraße.
In einem vorindustriellen Fachwerkhaus, dem „Wilmshof“, ist heute ein Kindergarten untergebracht.
Im Juni 2022 wurden Pläne von Stadtverwaltung und der örtlichen Mutterpfarrei Propsteikirche St. Augustinus bekannt, das nicht unter Denkmalschutz stehende Gebäude der Heiligen Familie für den Bau einer Turnhalle abzureißen.Jörn Stender: Kirche Heilige Familie macht Turnhalle Platz In: WAZ-Lokalteil Gelsenkirchen, 16. Juni 2022, abgerufen am 19. Juli 2022
Der letzte Gottesdienst fand am 11. Juni 2022 statt.„Time to say goodbye“ - Letzter Gottesdienst in der Heiligen Familieauf propstei-ge.de, 4. Juni 2022, abgerufen am 19. Juli 2022
Bevölkerung Zum 31. Dezember 2023 lebten 26.574 Einwohner in Bulmke-Hüllen.Bevölkerungszahl
Anteil der weiblichen Bevölkerung: 49,5 % (Gelsenkirchener Durchschnitt: 50,5 %)Anteil der weiblichen Bevölkerung Anteil der männlichen Bevölkerung: 50,5 % (Gelsenkirchener Durchschnitt: 49,5 %)Anteil der männlichen Bevölkerung Ausländeranteil: 37,6 % (Gelsenkirchener Durchschnitt: 26,0 %)Ausländeranteil
Einwohnerentwicklung
Jahr Einwohner 1798 133 1818 256 1843 230 1861 239 1871 455 1880 3.047 1885 4.820 1891 8.190 1895 10.590 1900 17.368 Jahr Einwohner 1905 23.753 1910 31.034 1915 31.979 1920 31.702 1925 32.224 1930 31.034 1935 30.218 1940 29.051 1945 11.004 1950 21.635 Jahr Einwohner 1955 34.428 1960 34.252 1965 32.024 1970 28.588 1975 29.987 1980 30.354 1985 27.976 1990 28.060 1995 27.452 2000 25.748 Jahr Einwohner 2002 25.590 2004 25.334 2006 24.820 2008 23.851 2010 23.571 2012 23.499 2014 23.723 2016 23.913 2018 25.125 2020 25.425
Bildung Im Gelsenkirchener Südteil sind 4 Gymnasien angesiedelt, die auch Altstadtgymnasien genannt werden und deren Kooperationsarbeit eine breite Fächerwahl an den sonst eher kleinen Schulen bietet. 2 dieser 4 Gymnasien, das Carl-Friedrich-Gauß und das Ricarda Huch liegen im Stadtteil Bulmke-Hüllen, während das Schalker Gymnasium und das Grillo-Gymnasium knapp außerhalb liegen. Eine Besonderheit in Deutschland ist die Möglichkeit, am Ricarda-Huch-Gymnasium Türkisch als Leistungskurs zu wählen.
Weblinks
Stadtteilprogramm Südost
Einzelnachweise
Bulmke-Hullen