mini|hochkant|Grab von Dieter Franke Otto Dieter Franke (* 13. Oktober 1934 in Chemnitz; † 23. Oktober 1982 in Ost-Berlin) war ein deutscher Schauspieler.

Leben Der Sohn des Bühnenbildners Otto Franke begann seine Arbeit am Theater von Greiz, wo er zunächst als Requisiteur und Statist wirkte. Er besuchte von 1954 bis 1958 die Staatliche Schauspielschule in Berlin und erhielt anschließend ein Engagement am Städtischen Theater in Karl-Marx-Stadt.

Im Jahr 1963 kam er nach Berlin an die Volksbühne und gehörte ab 1964 zum Ensemble des Deutschen Theaters. Franke entwickelte sich hier zum markanten Bühnenschauspieler. Er verkörperte gewichtige Figuren wie Charlemagne in Der Drache, Mephisto in Faust, den Kurfürsten in Prinz Friedrich von Homburg oder den Dorfrichter Adam in Der zerbrochne Krug.

Ab 1963 lieferte Dieter Franke auch in Film und Fernsehen Proben seiner Verwandlungskunst. In zahlreichen Rollen konnte er sowohl dämonisch-komische (Teufel in Wer reißt denn gleich vor’m Teufel aus, 1977; Titelrolle in Gevatter Tod, 1980; beide TV) als auch der Alltagswelt entnommene Figuren (Krankenfahrer Adam Kowalski in Mein lieber Robinson, 1971, Brigadier Kotbuß in Dach überm Kopf, 1980) darstellen. Insgesamt wirkte er als Schauspieler vor der Kamera von 1958 bis 1982 in mehr als 70 Film-und-Fernsehproduktionen mit.

Franke war auch gelegentlich als Synchronsprecher aktiv.

Franke, der schon länger an einer schweren Krankheit litt, ohne dass er sich dies anmerken ließ, musste sich im Jahr 1982 von den Dreharbeiten zum Film Automärchen, in dem er die Hauptrolle spielen sollte, zurückziehen. Franke war geschieden und wohnte zuletzt in der Leipziger Straße 55 in Ost-Berlin. Franke starb am 23. Oktober 1982 um 18:10 Uhr im Alter von 48 Jahren.Eberhard Esche: Dieter Franke zum Gedenken. In: Sinn und Form 1/1983, S. 181–187. Rede anläßlich der Trauerfeier des Deutschen Theaters für Dieter Franke am 3. November 1982. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Französischen Friedhof in Berlin.

Filmografie (Auswahl) 1958: Im 6. Stock 1959: Die Streiche des Scapins 1962: Kidnapper 1962: Vor Sonnenuntergang 1963: Verliebt und vorbestraft 1963: Ein Mann und sein Schatten 1963: Der andere neben dir (2. Teil) 1963: Drei Kriege (Teil 1: Tauroggen) 1963: Was ihr wollt 1964: Die Abenteuer des Werner Holt 1965: Dr. Schlüter 1966: Die Perser 1967: Kleiner Mann – was nun? (TV-Zweiteiler) 1968: Der Streit um den Sergeanten Grischa (TV-Zweiteiler) 1970: Jeder stirbt für sich allein (TV-Dreiteiler) 1970: Mein lieber Robinson 1971: Anlauf 1971: Männer ohne Bart 1971: Zwischen Freitag und Morgen 1971: Die Unbequeme 1972: Laut und leise ist die Liebe 1973: Das zweite Leben des Friedrich Wilhelm Georg Platow 1974: Heiße Spuren 1974: Rückkehr als Toter 1974: … verdammt, ich bin erwachsen 1974: Der nackte Mann auf dem Sportplatz 1974: Johannes Kepler 1974: Looping 1975: Kriminalfälle ohne Beispiel: Mord im Märkischen Viertel (Fernsehreihe) 1975: Blumen für den Mann im Mond 1975: Bankett für Achilles 1975: Bin ich Moses? (TV-Zweiteiler) 1975: Juno und der Pfau (Theateraufzeichnung) 1976: Ein altes Modell 1976: Leben und Tod Richard III. (Theateraufzeichnung) 1977: Wer reißt denn gleich vor’m Teufel aus 1977: Camping-Camping 1977: Der Meisterdieb 1978: Eine Handvoll Hoffnung 1978: Der gepuderte Mann im bunten Rock 1978: Achillesferse 1979: P.S. 1980: Puppen für die Nacht 1980: Gevatter Tod 1980: Dach überm Kopf 1980: Levins Mühle 1981: Suturp – Eine Liebesgeschichte 1981: Ein Tag aus Goethes Kindheit 1982: Der lange Ritt zur Schule 1982: Märkische Forschungen 1982: Generalprobe

Theater 1963: Lope de Vega: Ritter vom Mirakel (Diener Camillo) – Regie: Fritz Bennewitz (Volksbühne Berlin) 1965: Jewgeni Schwarz: Der Drache (Charlemagne, Archivar) – Regie: Benno Besson (Deutsches Theater Berlin) 1965: Seán O’Casey: Der Mond scheint auf Kylenamoe (Eisenbahnschaffner) – Regie: Adolf Dresen (Deutsches Theater Berlin – Kammerspiele) 1965: Seán O’Casey: Halle der Heilung (Wärter) – Regie: Adolf Dresen (Deutsches Theater Berlin – Kammerspiele) 1965: Seán O’Casey: Ein Pfund abheben (Sammy) – Regie: Adolf Dresen (Deutsches Theater Berlin – Kammerspiele) 1967: Horst Salomon: Ein Lorbaß – Regie: Benno Besson (Deutsches Theater Berlin) 1968: Johann Wolfgang von Goethe: Faust. Der Tragödie erster Teil (Mephisto) – Regie Wolfgang Heinz/Adolf Dresen (Deutsches Theater Berlin) 1968: Hermann Kant: Die Aula – Regie: Uta Birnbaum (Deutsches Theater Berlin) 1968: Ariano Suassuna: Das Testament eines Hundes (Grilo) – Regie: Friedo Solter (Deutsches Theater Berlin) 1969: Werner Heiduczek: Die Marulas (Fox, 1. Sekretär der Bezirksleitung) – Regie: Dieter Mann (Deutsches Theater Berlin) 1970: Claus Hammel: Le Faiseur oder Warten auf Godeau (Mercadet) – Regie: Hans Bunge/Heinz-Uwe Haus/Hans-Georg Simmgen (Deutsches Theater Berlin) 1970: Hans Magnus Enzensberger: Das Verhör von Habana (Carlos Rafael Rodriguez) – Regie: Manfred Wekwerth (Deutsches Theater Berlin) 1970: Helmut Baierl: Der lange Weg zu Lenin (Kommissar) – Regie: Adolf Dresen (Deutsches Theater Berlin – Kammerspiele) 1971: Friedrich Schiller: Der Parasit (La Roche) – Regie:Herwart Grosse (Deutsches Theater Berlin – Kleine Komödie) 1972: William Shakespeare: Leben und Tod Richard des Dritten (Mörder) – Regie: Manfred Wekwerth (Deutsches Theater Berlin) 1974: Wiktor Rosow: Vom Abend bis zum Mittag (Kim) – Regie: Christoph Schroth (Deutsches Theater Berlin – Kammerspiele) 1975: Heinrich von Kleist: Der zerbrochne Krug (Dorfrichter Adam) – Regie: Adolf Dresen (Deutsches Theater Berlin) 1975: Heinrich von Kleist: Prinz Friedrich von Homburg oder die Schlacht bei Fehrbellin (Kurfürst) – Regie: Adolf Dresen (Deutsches Theater Berlin) 1976: Wassili Schukschin: Der Standpunkt (Brautvater) – Regie: Wolfgang Heinz (Deutsches Theater Berlin) 1976: Wassili Schukschin: Tüchtige Leute (Glatzkopf) – Regie: Wolfgang Heinz (Deutsches Theater Berlin) 1978: Heinz Kahlau/Reiner Bredemeyer: Die Galoschenoper (Macheath) – Regie: Friedo Solter (Deutsches Theater Berlin) 1978: Bertolt Brecht: Mutter Courage und ihre Kinder (Feldprediger) – Regie: Peter Kupke (Berliner Ensemble)

Hörspiele 1967: Horst Girra: Brennpunkt Autowolf (Pförtner) – Regie: Joachim Gürtner (Kriminalhörspiel – Rundfunk der DDR) 1967: Gerhard Stübe: John Reed. Dramatische Chronik in drei Teilen (William Haywood) – Regie: Fritz Göhler (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1968: Vito Blasi/Anna-Luisa Meneghini: Eiertanz (Bootsmann) – Regie: Hans Knötzsch (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1969: Wilfried Schilling: Kellergespräche (Kurt) – Regie: Joachim Staritz (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1969: Peter Hacks nach Aristophanes: Der Frieden (2. Sklave) – Regie: Wolf-Dieter Panse (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1970: Autorenkollektiv: Gespräche an einem langen Tag – Regie: Detlef Kurzweg (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1971: Heinrich Mann: Die Vollendung des Königs Henri Quatre – Regie: Fritz Göhler (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1972: Brüder Grimm: Das blaue Licht (Männchen) – Regie: Dieter Scharfenberg (Kinderhörspiel – Litera) 1972: Brüder Grimm: Tischlein deck dich (Meister) – Regie: Dieter Scharfenberg (Kinderhörspiel – Litera) 1972: Samuil Marschak: Das Tierhäuschen (Igel) – Wortregie: Jürgen Schmidt (Kinderhörspiel – Litera) 1973: Nikolai Ostrowski: Pawels Lehrjahre (Fjodor Shuchrai) – Regie: Andreas Scheinert (Hörspiel – Litera) 1976: Alexei Tolstoi: Burattino (Carabas Barabas) – Regie: Dieter Scharfenberg (Kinderhörspiel – Litera) 1982: Peter Hacks: Das Turmverlies – Geschichten von Henriette und Onkel Titus (Herr Potschka) – Regie: Fritz Göhler (Kinderhörspiel – Litera)

Auszeichnungen 1978: Nationalpreis der DDR III. Klasse 1982: Darstellerpreis beim 2. Nationalen Spielfilmfestival der DDR für seine Rolle in Dach überm Kopf

Weblinks

Dieter Franke Biografie auf der Website der DEFA-Stiftung (archivierte Fassung vom 15. August 2020)

Einzelnachweise

Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Hörspielsprecher Kategorie:Träger des Nationalpreises der DDR III. Klasse für Kunst und Literatur Kategorie:Darstellender Künstler (DDR) Kategorie:Darstellender Künstler (Berlin) Kategorie:Darstellender Künstler (Chemnitz) Kategorie:Deutscher Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Geboren 1934 Kategorie:Gestorben 1982 Kategorie:Mann