Der Mini Moke ist ein von Alec Issigonis für die British Motor Corporation (BMC) entworfenes Fahrzeug und ist technisch mit dem klassischen Mini eng verwandt. Der Name kommt vom „Mini“ und „moke“, einem veralteten britischen Jargon für Esel.

Das Ausgangsdesign für den Moke und den Mini waren Buckboard genannte Prototypen die genutzt wurden um die mechanischen Komponenten des Minis im Fahrbetrieb zu testen. Der früheste heute noch belegte Prototyp bekam die Projekt Nummer G61/PC(W) vom Fighting Vehicles Research and Development Establishment (FVRDE). Ab 1958 wurde daraus ein leichtes militärisches Fahrzeug in der Art des amerikanischen Jeeps entwickelt, der allerdings wegen seiner geringen Bodenfreiheit nicht als Geländewagen brauchbar war. Folglich wurde er in einer Zivilversion als Gebrauchsfahrzeug mit geringen Kosten und leichter Wartbarkeit angeboten.

Seinen Erfolg erzielte der Moke schließlich – als Alternative zum VW-Buggy – als populäres Kultfahrzeug in Australien, Frankreich, den Vereinigten Staaten und in vielen tropischen Ferienorten.

Der ursprüngliche Moke benutzte den gleichen Motor, Getriebe und Aufhängung wie der Mini, seiner Abstammung vom Buckboard ist auch das B in den Chassisnummern (AAB=Austin bzw. MAB=Morris) der englischen Varianten geschuldet.

Moke-Versionen Prototypen Variante 1958 Im Juni 1958 wurde das Projekt G61/PC(W) 123E B.M.C. 4 x 2 Moke den britischen Streitkräften vorgestellt. Der dazugehörige Bericht mit der Report No: FT/B 658 wird im Britischen National Archiv aufbewahrt.The National Archives Image Library Dieses rudimentär aufgebaute Fahrzeug hatte die Chassis Nummer SPL 433 (SpecialPartsLongbridge) und bereits einen über dem Kühlergrill angebrachten Schriftzug Moke sowie ein Tachogehäuse, das die Formgebung der späteren einfachen Mini 850 Modelle vorwegnahm. Ein Batteriekasten war rechts im Heck eingelassen, jedoch quer statt wie im Mini längs orientiert. Der Tank war innen am Heckblech platziert und das Reserverad innen an der Rücksitzbank. Ein länglicher Nummernschildträger war mittig am Heck angebracht und hatte aufgrund der militärischen Nutzung eine oberhalb des Nummernschildträgers angebrachte Nummernschildbeleuchtung, jedoch keine Blinker, obwohl diese in England ab 1956 für PKW und LKW Blinker verpflichtend vorgeschrieben waren.

Variante 1959 1959 wurden sechs Prototypen des Moke gebaut. Die Unterbringung von Tank und Batterie im Heck sowie je eine Sitzbank für Fahrer & Beifahrer und hintere Passagiere, das fehlen von Blinkern Verdeck und Scheibenwischern wie beim 1958er Vorgänger sind die Erkennungsmerkmale dieser Fahrzeuge. Die Form des Kühlergills ähnelte bereits den späteren Serienmodellen. Der mittig angebrachte Tacho hatte einen Instrumententräger, der den englischen Serienmodellen ähnelte.

Verbleib Chassis NummerArmee Registrierungzivile RegistrierungVerbleibSPL 44614BT17Haynes Motor Museum, in Sparkford SomersetSPL 453Royal Navy Registrierung 07 RN 49 ab 1963 Armee Registrierung 20BT30In privater Hand.SPL 46614BT18USU 168In privater HandSPL 468keineTAJ 919HIn privater Hand

1962 wurde ein Modell der 1959er-Reihe zum Mighty Moke (mit zwei Antriebseinheiten) umgebaut. Der zusätzliche Motor im Heck trieb die Hinterräder an. Dieses Fahrzeug wurde verschrottet.

Variante 1962 LWB 1962 wurde eine zweite Variante bei der Armee getestet bei denen die Batterie und der Tank nun (wie beim Twinny und den späteren Serienmodellen) seitlich zwischen den Achsen angebracht war. Die 1962 gezeigten Mokes hatten auch ein Verdeck, Blinker und einen in der Fahrzeugmitte positionierten Scheibenwischer. Das Verdeck hatte bereits die zwei übereinander liegenden Heckscheiben der späteren englischen Modelle. Der zwischen den beiden Fenstern stehengelassene Steg liegt darin begründet, dass beim zusammenlegen des eingeklappten Verdecks an dieser Stelle eine Knickstelle entsteht. Mindestens ein Fahrzeug wurde als Linkslenker ausgerüstet. Obwohl der Mini zu dem Zeitpunkt eine mechanisch angetriebene Benzinpumpe hatte, wurden bei dieser Variante elektrische Benzinpumpen verwendet.

Ob es sich bei diesen Fahrzeugen um eigens aufgebaute Prototypen oder um umgearbeitete 1959er Modelle handelt ist nicht zweifelsfrei bekannt da es im Gegensatz zu den 1959er Modellen keine überlebenden gibt.

Variante 1962 SWB 1962 wurden auch Mokes mit kürzerem Radstand und vereinfachter Karosserie hergestellt, die von der Rhodesischen Armee getestet wurden und bereits die Mark-I-Seriensitze hatten. Hatten die ebenfalls 1962 gezeigten Prototypen mit langem Radstand Blinker, so fehlten sie hier. Für diese Variante wurden Prospekte gedruckt, auf denen dieses Model als Mini Moke (Military Version) und dem Zusatz Front-Wheel Drive Utility Vehicle bezeichnet wurde. Jedoch ist nicht überliefert, welchen Grund es für diese Prospekte gab bzw. ob Prospekte auch für die anderen Modelle existierten, die der Armee vorgestelt wurden.Mini-Register Drei Fahrzeuge dieser Baureihe waren Stand 2006 noch im heutigen Simbabwe erhalten.

Variante 4WD MK I 1964 erschienen die ersten Berichte über einen neuen Ansatz die Idee Mighty Moke wieder aufleben zu lassen. Diesmal mit speziell angefertigten Karosserien, die bis auf die notwendigen Anpassungen ansonsten den nun offiziell lieferbaren Serienmodellen entsprachen. Mindestens zwei Berichte wurden veröffentlicht. Einmal mit der US Registrierung 2HO670 und einmal mit der Registrierung DOG 323C. DOG 323C steht im Heritage Motor Centre in Warwickshire. Dieses Fahrzeug wird laut dem Heritage mit Baujahr 1962 angegeben. Hier wurden Karosserien ähnlich der späteren MK1 Reihe genutzt, die im Unterschied zur späteren Serie ab dem Bereich hinter den Vordersitzen anders ausgeführt wurde um den zweiten Antriebsstrang aufnehmen zu können. Ob es sich tatsächlich um zwei unterschiedliche Fahrzeuge oder um dasselbe handelt (siehe SPL 453) ist unklar.

Variante 1978 4WD In Australien wurden zwischen 1978 und 1979 zwei vierradgetriebene Mokes mit einem 1275 ccm Motor gebaut. Ausgangsbasis waren Californian Modelle und modifizierte Fahrwerksteile vom Triumph Herald. Die Produktion in Sydney erreichte jedoch nie Marktreife. Das Fahrzeug mit der Nummer 001 wurde 2015 in Australien zum Verkauf angeboten.

Serienmodelle Britischer Moke 1964–1968 Nachdem der Verkauf des Moke an das Militär nicht geklappt hatte, fiel 1963 die Entscheidung, eine zivile Version für gewerbliche Anwendungen zu bauen. Als der Wagen im August 1964 vorgestellt wurde, wurde wegen der Umsatzsteuer beschlossen, ihn als PKW und nicht wie vorgesehen als LKW zu verkaufen.

Alle britischen Mokes wurden mit dem 848-cm³-Motor ausgeliefert, als Sonderausstattung konnte man Passagiersitze, Haltegriffe, Heizung, Scheibenwaschanlage, Verdeck und Scheibenwischer für die Beifahrerseite bestellen. Allerdings mussten alle Extras selbst angebracht werden.

Bis 1966 hatte der Moke als Serienausstattung einen einzelnen Scheibenwischer, der sich an der jeweiligen Fahrerseite befand und einen am Boden montierten Fernlichtschalter. Die einzig verfügbare Farbe war Grün. Ein weiteres Merkmal der frühen Modelle ist das fehlen der Spiegelaufnahme an der Windschutzscheibe. Inoffiziell werden diese Varianten MK1 genannt.

Mit erscheinen des Mini MKII wurde 1967 die Serienausstattung erweitert, sowohl Beifahrer-Sitz als auch Beifahrer-Scheibenwischer, eine geänderte Motorhaube mit längeren Scharnieren gehörten nun wie ein kombinierter Fernlicht-Blinkerschalter zum Serienlieferumfang, diese Mokes waren auch in weiß verfügbar und werden inoffiziell MKII bezeichnet. Original hatten englische Mokes kein Lenkradschloss, das Zündschloss wurde in das Instrumentengehäuse neben dem Tacho platziert. Unabhängig ob Rechts oder Linkslenker wurden die Schalter / Chokezug immer so angeordnet: WischerLichtTachoZündungChoke

Insgesamt wurden in England 14.518 Mokes gebaut, davon gingen 90 % in den Export. Das Heckblech der englischen Serien Mokes war gerade und hatte 4 Sicken. Auf der rechten Seite war Platz für ein Nummernschild, links wurde das Ersatzrad montiert. Im Frontblech sind die Lüftungsschlitze herausgestanzt.

Afrikanischer Moke 1964–1967 Um die 400 Mokes, die als Teilesätze (Completely Knocked Down, CKD) exportiert wurden, wurden zwischen 1966 und 1969 in der Stadt Umtali in Rhodesien/Simbabwe zusammengebaut. Statt des 848-cm³ Motors wurde ein 998-cm³ Motor mit der Motornummer 9AK verbaut. Diese wurden auf einem Extraschild neben der Fahrgestellnummer durchnummeriert. Darauf steht ASSEMBLED IN RHODESIA BODY No. XXX.

Australischer Moke 1966–1981 Zum 31. März 1966 wurden auch in Sydney Mokes (auch: BMC YDO7/YDO18) hergestellt, im Oktober 1968 wurde die gesamte Produktion nach Australien verlegt.

Bis 1969 wurden die Mokes noch mit 10″-Rädern gebaut, danach bekamen sie wegen der größeren Bodenfreiheit 13″-Räder. Damit verbunden war u. a. ein geändertes Heckblech und längere hintere Achsschwingen in Kombination mit einem zusätzlichen Rand um die Radläufe. Der Spritzschutz wurde seitlich am Frontscheibenrahmen und in den Vorderkotflügeln verbessert. Das Frontblech hatte rechteckige Aussparungen für die veränderte vordere Stoßstange sowie ab 1977 einen herausnehmbaren Kühlergrill. Die Metallsitze wurden gegen Sitze getauscht, die aus einem verschweißten Rohrrahmen samt Federung bestehen. Bedingt durch das nun größere Ersatzrad und die höheren hinteren Sitze wurde der untere Ausschnitt für das Heckfenster nun nicht mehr aus dem Verdeck herausgestanzt. Diese Variante hatte anfangs einen 998-cm³-Motor, später wurde auf 1098 cm³ gewechselt, 1976 wurde wegen der Abgasnorm in Australien wieder der 998-cm³-Motor verwendet.

Als werksseitige Extras gab es Überrollbügel, Scheinwerfergitter, Stollenreifen und herausnehmbare Verdeckerweiterungen für die Fahrzeugseite. Die unteren Endstücke vom Instrumentengehäuse waren nun rechtwinklig statt wie bis dahin abgerundet ausgeführt. Seitlich daneben waren ab jetzt Metall Ablagen angebracht und darüber eine Leiste mit Belüftungsöffnungen wie beim Mini. Es gab auch Modelle mit dem zu dem Zeitpunkt verwendeten Aschenbecher unter der Windschutzscheibe. Die Anordnung und verwendete Schalter wechselten häufiger, nur der Tachometer und der Chokezug waren immer an der gleichen Stelle. Die Form des Chokezuggriffs wurde von Knopf zu T-Stück geändert.

1972 wurde das Modell Californian mit 1275-cm³-Motor und Scheibenbremsen vorne für den amerikanischen Markt gebaut. Diese für den Export vorgesehenen Modelle hatten den Tank im Hinterachs Rahmen und den Einfüllstutzen im Heckblech. Hier sah die Instrumententafel so aus: LichtWischwasserTachoWischerChoke

1975 gab es eine Pick-up-Version mit 1,45 m × 1,50 m Ladefläche.

1976, als die zweite Ausgabe des Californian-Modells herauskam, konnte man ein Radio und Metalliclackierung bestellen. Die Motorhaube hat zwei mittig angebrachte und längs angeordnete erhabene Sicken sowie 5,5 x 13 Zoll Stahlfelgen von Sunraysia. Die Instrumententafel hatte nun Rechts neben dem Wischwasserschalter zwei Lampen. Die obere zeigte niedrigen Bremsflüssigkeitstand an, die untere eine angezogene Handbremse.