Leæther Strip ist ein Elektro-Projekt aus VeggerInterview auf postindustrial.org (in russischer Sprache) in Dänemark. Es wurde 1988 von Claus Larsen (* 13. November 1967 in Aalborg) gegründet und erlangte insbesondere in Deutschland, SchwedenSven Affeld/Oliver Schütte: Interview mit Leæther Strip, Gift Kultur- und Soundmagazin, Ausgabe 9, S. 8, Januar 1993 und den USA durch Club-Hits wie Japanese Bodies, Evil Speaks, Don't Tame Your Soul, Leæther Strip Part IITorben Schmidt: Leæther Strip. From the Past to the Future. Part I, New Life Soundmagazine, Ausgabe 1/95, S. 32, Januar 1995 und Adrenalin Rush Bekanntheit.Sven Freuen: Interview mit Leæther Strip, Zillo, Ausgabe 12/96, S. 52, Dezember 1996

Geschichte 1981–1987: Prä-Leæther-Strip-Ära Larsen wurde am 13. November 1967 in Aalborg, Dänemark, geboren. Seine ersten Gehversuche in der elektronischen Musik unternahm er bereits als Teenager: 1981 lernte er auf einem Konzert von Twice a Man die Synthie-Pop-Formation The Future kennen, in die ein damaliger Schulkamerad involviert war und die den Support für Twice a Man übernahm. Larsen stieg in die Band ein und setzte sich zunehmend mit der Funktionsweise von Synthesizern auseinander, auf denen er vorzugsweise Synth-Bass-Linien spielte.Observer & Nik Exit: Interview mit Leæther Strip, Revotnik Magazine, Ausgabe 1/94, S. 37Stefan Herwig: Outing: Leæther Strip, Sub Line Musikmagazin, Ausgabe 6/94, S. 28, Juni 1994Ines Lehmann: Interview mit Leæther Strip, The Gothic Grimoire, Ausgabe 1/96, S. 40

Anfang des Jahres 1982 begann Larsen mit dem Schreiben erster eigener Songs.Of the Twilight: Interview mit Leæther Strip, 27. April 2010 Hierfür nutzte er zunächst einen Moog Prodigy,Entry Musikmagazin: Interview mit Leæther Strip, Ausgabe 4/97, S. 6, August/September 1997 einen Drumcomputer von Yamaha sowie einen Dualkassettenrekorder.Jester: , November 1996. Dieses Equipment erweiterte er Jahre später um einen Commodore 64Grave Concerns E-Zine: Interview mit Leæther Strip, Juni 2008 und den MIDI-Sequenzer Pro 16 der Firma Steinberg. Weitere Stationen seiner frühen Karriere waren X Protex, Decode, Forbidden Art und West Way. Einzig Decode, die aus dem Projekt The Future hervorgingen, veröffentlichten 1986 eine Single unter dem Titel „Planet of Youth / Amazing Waves“.Alan the Wild: Interview mit Leæther Strip, The DOSE Magazine, Februar 2006 In der Band, deren Mitglieder schon kurze Zeit nach der Single-Veröffentlichung getrennte Wege gingen, war Larsen unter dem Pseudonym ‚Paw Larsen‘ für Synthesizer und Arrangements zuständig.Decode: Planet of Youth / Amazing Waves auf Discogs

Zwei Songs aus den Jahren 1982 und 1984 erschienen 1995 auf der auf 1000 Einheiten limitierten Fanclub-Compilation „Getting Away With Murder: Murders from 1982 to 1995“, einer Raritätensammlung mit Live-, Demo- und unveröffentlichten Studio-Aufnahmen.Sven Freuen: Leæther Strip. Part II, New Life Soundmagazine, Ausgabe 1/96, S. 8, Januar 1996

1988–1993: Gründung und Aufstieg Leæther Strip wurde am 13. Januar 1988 als Soloprojekt formiert. Es ging aus der Synth-Pop-Gruppe Forbidden Art hervor, in der Larsen drei Jahre lang aktiv war.Glasnost Wave-Magazin: Interview mit Leæther Strip, Ausgabe 25, S. 14, Januar/Februar 1991 Beeinflusst wurde er zunächst durch Bands wie Soft Cell, Depeche Mode, Fad Gadget, Kraftwerk, DAF und den zuvor erwähnten Twice a Man.Armin Johnert: Interview mit Leæther Strip, Zillo, Ausgabe 3/90, S. 43, März 1990Tobias Küchen & Steffi Häschel: Interview mit Leæther Strip, Glasnost Wave-Magazin, Ausgabe 37, S. 14, Januar/Februar 1993 Weitere Inspirationen zog er später aus der Musik von Skinny Puppy, Front Line Assembly, Revolting Cocks, Nitzer Ebb und belgischen EBM-Acts wie à;GRUMH... Den Namen Leæther Strip wählte Larsen hauptsächlich aufgrund seiner Vorliebe für Leder.Michael Irmer: Interview mit Leæther Strip, Electronic Disease, Ausgabe 10/93, S. 17, Sommer 1993Observer & Nik Exit: Interview mit Leæther Strip, Revotnik Magazine, Ausgabe 1/94, S. 36 Eine tiefere, philosophische Bedeutung besitzt er nicht.

1989 nahm Larsen innerhalb von drei Monaten ein Demo-Tape auf. Hiervon schickte er zwei Kopien an Play It Again Sam in Belgien und an Music Research, die Mutterfirma der zu dieser Zeit neu gegründeten Labels New Zone und Zoth Ommog. Zoth Ommog nahm Leæther Strip anschließend unter Vertrag. Die erste Single „Japanese Bodies“ wurde im Herbst 1989 veröffentlicht und verkaufte sich innerhalb weniger Monate etwa 5000-mal.Oliver Schütte: Leæther Strip. Danish Dynamite, New Life Soundmagazine, Ausgabe 12/93, S. 10, Dezember 1993 1990 erschien das Debüt-Album „The Pleasure of Penetration“. Es enthält die Hits Leæther Strip Part II und Body - Machine - Body. Sowohl „Japanese Bodies“ als auch „The Pleasure of Penetration“ wurden von Talla 2XLC (Bigod 20) und Ra/Hen (Axodry, Moskwa TV) bereits im Sommer 1989 fertig ko-produziert.Ulrich Hinz: Indie Labels. New Zone & Zoth Ommomg, New Life Soundmagazine, Ausgabe 45, S. 48, November 1989 Im Spätsommer 1990 erschien die Maxi „Aspects of Aggression“ und im Spätherbst das Mini-Album „Science for the Satanic Citizen“. Beide Veröffentlichungen wurden erstmals ohne den Einfluss Tallas und Ra/Hens in Dänemark produziert. Die anstehende Deutschland-Tour führte Leæther Strip im Oktober des Jahres durch die Kulturfabrik in Kassel („Factory“), das Bochumer Zwischenfall sowie die Frankfurter Batschkapp. Unterstützung am Synthesizer und am Drum Pad erhielt Larsen dabei von Jesper Schmidt, einem Mitglied der Gruppe Psychopomps.

1991 kam die Maxi „Object V“ auf den Markt. Hiervon konnten sich hauptsächlich die Songs Mohawk und Anti US in den Clubs etablieren.

Im Mai 1992 erschien das zweite Album „Solitary Confinement“ mit den Hits Strap Me Down und Evil Speaks. Die auf 1000 Stück limitierte MCD „Yes I’m Limited“, mit Neuaufnahmen früherer Tracks aus der „Japanese Bodies“-/„The Pleasure of Penetration“-Ära,Torben Schmidt: Leæther Strip. From the Past to the Future. Part I, New Life Soundmagazine, Ausgabe 1/95, S. 33, Januar 1995 sowie die als Vorgeschmack für das kommende Album „Underneath the Laughter“ gedachte Maxi „Material“, die neben dem Tanzflächenfüller Steal! auch drei nachbearbeitete Aufnahmen eines 1991er Live-Mitschnitts im Kopenhagener Club „Pumpehuset“ enthält, folgten wenige Monate später nach. Ende des Jahres startete die „Confinement Tour“, die Leæther Strip unter anderem drei Wochen lang in Deutschland absolvierte. Unterstützung fand Larsen erneut bei Jesper Schmidt sowie bei Peter Christensen an den Synthesizern. Für den US-Markt publizierte die Plattenfirma Re-constriction Records das Album „Penetrate the Satanic Citizen“, eine Retrospektiv-Kollektion mit ausgewählten Songs der nur in Deutschland erhältlichen Werke.

Im Frühjahr 1993 lud das Label Cleopatra Records Larsen zu Werbe- und Promotionzwecken in die Vereinigten Staaten ein und veröffentlichte eine weitere Retrospektiv-Kollektion unter dem Titel „Fit for Flogging“. Cleopatra wurde zur Lizenzpartnerschaft verpflichtet, wodurch seit 1993 die Alben nun auch regelmäßig in den USA erschienen. Mitte des Jahres verlegte Larsen seinen Wohnsitz von Aalborg nach Vegger. Eine erste Produktion aus dieser Zeit ist der im September auf der Compilation „Zoth in Your Mind“ veröffentlichte Remix von Adrenalin Rush in der „Vegger Version“. Im November folgte das dritte Werk „Underneath the Laughter“, das den vorläufig letzten Hit Don't Tame Your Soul enthält.

1994–1997: Stilbruch und Misserfolg Im Frühjahr 1994 schlug Trent Reznor Leæther Strip vor, den Support für die anstehende „Further Down the Spiral“-Tour von Nine Inch Nails zu übernehmen. Da sich der Support fast ausschließlich auf Konzerte in Deutschland beschränkte und Larsen mit Leæther Strip beabsichtigte, dort selbst als Headliner zu touren, lehnte er das Angebot ab.

Im Juni desselben Jahres erschien das vierte Album „Serenade for the Dead“. Es war ursprünglich als zweiteiliges Werk mit jeweils fünf Songs geplant.Vertigo Magazine: Leæther Strip. Dänemarks wichtigster Exportartikel, Ausgabe 7/1993, S. 11 Der erste Teil war als Fortführung des für Leæther Strip typischen Elektro-Stils konzipiert worden, während sich der zweite Teil aus soundtrack-artigen Kompositionen zusammensetzen sollte.Observer & Nik Exit: Interview mit Leæther Strip, Revotnik Magazine, Ausgabe 1/94, S. 40 Inspirationen zog Larsen hierbei aus Splatter- und HorrorfilmenTorben Schmidt: Leæther Strip, New Life Soundmagazine, Ausgabe 7/8-94, S. 9, Juli/August 1994 sowie aus der Musik von In the Nursery und Dead Can Dance. Dieses Vorhaben wurde jedoch bald verworfen. Larsen entschied sich hingegen für die Produktion eines „fiktiven Soundtracks“Torben Schmidt: Leæther Strip. From the Past to the Future. Part II, New Life Soundmagazine, Ausgabe 2/95, S. 8, Februar 1995 auf Albumlänge. Den von der Plattenfirma Zoth Ommog unterbreiteten Vorschlag, „Serenade for the Dead“ unter einem anderen Projektnamen zu veröffentlichen, lehnte er ab – ein Entschluss, der sich im Nachhinein als schwerwiegender Fehler entpuppte und sich in einem langjährigen Karriereknick niederschlug.

Fans und Presse zeigten sich gleichermaßen überrascht und konnten sich mit dem Werk nicht anfreunden.Stefan Herwig: Rezension zu „Serenade for the Dead“, Sub Line Musikmagazin, Ausgabe 6/94, S. 48, Juni 1994 Das Album floppte.Sven Freuen: Leæther Strip. Part I, New Life Soundmagazine, Ausgabe 11/95, S. 18, November 1995 Eine für den Spätsommer angesetzte EP unter dem Titel „Invite the Perverted“ wurde verworfen. Lediglich vier der geplanten Songs erschienen auf der MCD „Positive Depression“, mit der Larsen eine Kurskorrektur für die kommenden drei Jahre vollzog: Hierauf kombinierte er den Stil von „Underneath the Laughter“ mit den soundtrack-artigen Klängen von „Serenade for the Dead“Sven Freuen: Leæther Strip. Part I, New Life Soundmagazine, Ausgabe 11/95, S. 19, November 1995 und kehrte auf diese Weise partiell zu den song-orientierten Strukturen der Anfangsphase zurück. Von der Musikpresse wurde dieser Schritt positiv aufgenommen. Die Alben „Legacy of Hate and Lust“ (1995), „The Rebirth of Agony“ (1996) und „Self-inflicted“ (1997) fanden jedoch – nicht zuletzt aufgrund fehlender Club-Hits und mangelnder Bühnenpräsenz – beim Publikum kaum noch Anklang. Die Musikszene hatte sich in der Zwischenzeit deutlich gewandelt. Längst hatten Künstler wie Wumpscut, Suicide Commando, Funker Vogt oder Evils Toy Leæther Strip als eine der Speerspitzen der europäischen Elektro-Bewegung den Rang abgelaufen. Die für 1997 geplante „Self-inflicted“-Tour (zusammen mit In Strict Confidence als Support), für die auch ein Auftritt auf dem Woodstage Summer Open Air vorgesehen war, wurde abgesagt.Niels Fischborn: Leæther Strip. Kill a Raver!, New Life Soundmagazine, Ausgabe 7/97, S. 28, Juli 1997 Eine letzte EP mit Coverversionen von Soft Cell erschien unter dem Titel „Anal Cabaret: A Tribute to Soft Cell“.

Nicht zuletzt infolge des Bankrotts der Plattenfirma Zoth Ommog und zunehmender Differenzen zwischen Larsen und dem US-amerikanischen Lizenzpartner Cleopatra Records, die in einem Wechsel zum philadelphianischen Label Metropolis Records gipfelten, blieben das für 1999 unter dem Arbeitstitel „Flatlander“Marc Urban: Interview mit Leæther Strip, Sonic Seducer, Ausgabe 1/99, S. 10, Januar 1999 angekündigte achte Studio-Album und eine EP mit dem Namen „Object Æ“Markus Fürgut: Interview mit Leæther Strip, Zillo, Ausgabe 4/00, S. 57, April 2000Alexander Maciol: Leæther Strip. Zurück aus der Hölle, Orkus Musikmagazin, Ausgabe 4/00, S. 80, April 2000 unveröffentlicht. Aufgrund der daraus resultierenden finanziellen Schwierigkeiten war Larsen gezwungen, einen Großteil seiner Instrumente und der Studio-Einrichtung zu verkaufen. Seit dieser Zeit arbeitet er überwiegend mit Computerprogrammen.

2005–2011: Neuanfang mini|hochkant|Kurt Grünewald Hansen am Keyboard auf dem E-tropolis Festival 2013