mini|Catherine Ringer (2007) Catherine Ringer [katˈʁin ʁɛ̃ ˈʒe] (* 18. Oktober 1957 in Suresnes, Département Hauts-de-Seine; † 14. September 2026 in Paris) war eine französische Sängerin, Schauspielerin, Tänzerin und Pornodarstellerin. Sie wurde als Singer-Songwriterin des Progressive-Rock- und (Avantgarde)-Pop-Duos Les Rita Mitsouko bekannt.
Leben Ringer wuchs mit ihrem Bruder in einem kreativen Umfeld auf. Sie entdeckte früh ihr Interesse an Musik und spielte als erstes Instrument eine Flöte. „Mit sehr lauter Stimme“ soll sie leidenschaftlich Lieder von Georges Brassens, Maria Callas und Velvet Underground gesungen haben. Ihr Vater, Samuel Ringer, war Maler, ihre Mutter Jeanine Architektin.
Mit 15 Jahren verließ sie das Collège Honoré de Balzac und erfüllte sich den Wunsch, Schauspielerin (und Komödiantin), Tänzerin und Sängerin zu werden.
Ihr Partner und Lebensgefährte war von 1980 bis zu seinem Tod im Jahr 2007 der Musiker Frédéric Chichin, sie bekamen drei Kinder.
Ringer starb am 14. September 2026 an den Folgen einer Krebserkrankung.
Künstlerischer Werdegang mini|Catherine Ringer (2007)
Im Théâtre de Recherche Musicale von Michael Lonsdale erhielt Ringer ihr erstes Engagement in dem Stück Fragments pour le Che von Pierre Bourgeade. Zur selben Zeit lernte sie die Tänzerin und Choreografin Marcia Moretto (französisch)Marcia Moretto in der IMDb (englisch) kennen, die ihre Lehrerin und künstlerische Partnerin wurde. Zusammen traten sie 1976 in dem Stück Silences Nocturnes aux îles des fées von Armando Llamas im Café de la Gare und 1977 im Le Palace anlässlich des Festivals Trans-Théâtres auf.
Bevor Ringer Frédéric Chichin kennenlernte und mit ihm das Duo Les Rita Mitsouko bildete, sammelte sie künstlerische Erfahrungen in Bühnenstücken von Bertolt Brecht (im Dezember 1977), in dem Stück N’Shima unter der Regie des Komponisten Iannis Xenakis und in einer Zusammenarbeit mit einem afrikanischen Ballett.
Ringer und Chichin begegneten sich erstmals im Frühjahr 1979. Chichin spielte zu diesem Zeitpunkt Gitarre in der Band Le fond de l’air est rock in dem Theater- und Musikprojekt Flashes rouges (französisch) von Marc’O in Montreuil; Ringer spielte darin die Rolle eines „Opfers“. Ringer und Chichin wurden ein Liebespaar.
Neben weiteren Aktivitäten in Film, Fernsehen und Musik arbeitete Ringer zusammen mit Michael Lonsdale und Daniel Berlioux an dem Animationsfilm Les Boulugres von Jean Hurtado, einer Produktion für den Fernsehsender France 3. Außerdem wirkte sie an dem Film Le temps des Yéyés von Gérard Jourd’hui mit.
Mit Frédéric Chichin bildete Catherine Ringer von 1980 bis zu seinem Tod im November 2007 das Progressive-Rock- und (Avantgarde)-Pop-Duo Les Rita Mitsouko, das international bekannt wurde. (Zu diesem Teil der Laufbahn Ringers siehe Les Rita Mitsouko.)
Zwischen 1976 und 1982 wirkte Catherine Ringer in rund zwanzig französischen, deutschen und italienischen Pornofilmen mit und posierte für das dänische Magazin Sex Bizarre of Color Climax und die schwedische Zeitschrift Pirate. Ihre Künstlernamen waren hier Lolita da Nova und Betty Davis. Im Frühjahr 1986 entdeckte die breite Öffentlichkeit diesen Teil ihrer Vergangenheit: Während Ringer als Teil des Duos Les Rita Mitsouko zum Musikstar wurde, wurden ihre Filme auf VHS-Kassetten neu aufgelegt und unter dem Namen „Mitsouko“ oder „Rita Mitsouko“ vertrieben. Rechtliche Schritte Ringers gegen die Verwendung der Namen scheiterten. Die Affäre fand in den französischen Medien ein lebhaftes Echo, schadete der musikalischen Karriere Ringers jedoch nicht. Ringer berichtete später der Wochenzeitung VSD, sie habe damals unter dem Einfluss von Leuten gestanden, die sich als Intellektuelle ausgaben und behaupteten, Sexfilme seien Kunst. 1986 erzählte sie in der von Mireille Dumas präsentierten Fernsehsendung Sexy Folies, dass ihre Erfahrung mit dem Pornofilm aus „gewalttätigen, schwierigen Situationen“ bestand, die sie mit einer Form von Militärdienst verglich, bei der der eigene Wille der beteiligten Frauen gebrochen werde.Kurz nach der VHS-Affäre wurde sie am Set der Fernsehsendung Mon Zénith à moi von Serge Gainsbourg beleidigt und als „Hure“ bezeichnet. Sie erwiderte, sie habe ein „modernes Abenteuer“ erlebt. Er bezweifelte, dass es sich um ein modernes Abenteuer gehandelt habe, und sagte, dass „das moderne Abenteuer nicht ekelhaft ist“. Sie antwortete, dass er ein „ekelhafter Typ“ sei.
Theater- und Film-Projekte Theater und Tanz 1975: Fragments pour le Che von Pierre Bourgeade im Théâtre de Recherche Musicale 1976: Silences Nocturnes aux îles des fées von Armando Llamas (zusammen mit Marcia Moretto) 1977: N’Shima unter der Regie des Komponisten Iannis Xenakis 1979: Flashes rouges von Marc’O
Film und TV
Diskografie Alben mit Les Rita Mitsouko 1984 – Rita Mitsouko (April 1984) 1986 – The No Comprendo (20. September 1986) 1988 – Marc et Robert (7. November 1988) 1990 – RE (Remix) 1993 – Systeme D (16. November 1993) 1996 – Acoustiques (Livealbum, Konzert beim Sender M6 am 27. Oktober 1996) 2000 – Cool Frénésie (7. März 2000) 2001 – Bestov Les Rita Mitsouko („Le Bestov“, 6. November 2001) 2002 – La Femme Trombone (10. September 2002) 2004 – Live avec l’Orchestre Lamoureux (März 2004) 2007 – Variéty (25. Mai 2007, Wmi (Warner))
Soloalben 2011 – Ring’n Roll (Mai 2011) 2017 – Chroniques et Fantaisies
Singles mit Les Rita Mitsouko 1982 – Don’t Forget the Nite (EP), mit Minuit dansant u. a. 1984 – Restez avec moi; Marcia baïla (vom Album Rita Mitsouko) 1986 – Andy; Un soir, un chien; C’est comme ça; Les histoires d’amour (vom Album The No Comprendo) 1988 – Qu’est-ce que t’es belle (Duett von Catherine Ringer und Marc Lavoine) 1988 – Mandolino City; Singing in the Shower (mit den Sparks); Tongue Dance; Le petit train (vom Album Marc et Robert) 1990 – Hip Kit; Don’t Forget the Nite (vom Album RE) 1993 – Y’a d’la haine; Les amants (Titelsong von Die Liebenden von Pont-Neuf); Femme d’affaires (vom Album Système D) 1996 – Riche (Duett mit Doc Gynéco, vom Album Acoustiques) 2000 – Cool Frénésie (vom Album Cool Frénésie) 2002 – Triton, Sasha, tu me manques (vom Album La Femme Trombone) 2007 – Communiqueur d'Amour; Ding Dang Dong (Ringing at Your Bell) (vom Album Variéty)
Filme, DVDs und Videos mit Les Rita Mitsouko (Auswahl) 1985 – Champs-Elysées (TV-Serie, Folge 15. Juni 1985) 1987 – Schütze deine Rechte (Soigne ta droite) – Titel C’est comme ça 1987 – Die Verliebte (L’amoureuse) – Musik/Text Les histoires d’A 1991 – Die Liebenden von Pont-Neuf (Les amants du Pont-Neuf) – Titelsong Les amants 1991 – Mein Leben ist die Hölle (Ma vie est un enfer) 1995 – L’âge des possibles – Musik/Text Andy 1996 – Die Liebe neu erfinden (L’@mour est à réinventer) (TV-Mehrteiler) – Musik/Text C’est comme ça im Abschnitt Dans la décapotable 1996 – Diebe der Nacht (Les voleurs) – Musik/Text Tonite 1998 – Wer mich liebt, nimmt den Zug (Ceux qui m’aiment prendront le train) – Musik/Text Don’t Forget the Nite 1998 – Dreckige Bastarde (Sale battars) (Kurzfilm) 2000 – Johnny Hallyday – Live à la Tour Eiffel (Gastauftritt) 2002 – Peau d’Ange – Engel weinen nicht (Peau d’ange) – Musik/Text Les amants
Zusammenarbeit mit anderen Künstlern 1979 – „Flashes rouges“ Fernsehfilm von „Marc'O“ (Catherine und Fred lernen sich so kennen) 1980 – „Aux limites de la mer“ (ein musikalisches Theater, gespielt von 1980 bis 1982) 1981 – „Jean Néplin & individual state“ (Fred & Catherine, auf dem Album „Happening“) 1981 – „Taxi Girl“ („Avenue Du Crime“ auf dem Album „Seppuku“) 1988 – „Qu’est-Ce Que T’es Belle“ (Duett mit Marc Lavoine) 1988 – „Révolution“ (Axel Bauer, auf dem Album „Sentinelles“) 1990 – „Tatie Danielle“ („B.O.F.“, Musik von Gabriel Yared) 1995 – „Doux Daddy“ („B.O.F.“, Album „Les Trois Frères“) 1995 – „Peut-Etre Ce Soir“ („Coba“, Album „Roots“) 1997 – „Sinon, oui“ („B.O.F.“, Album „Les Trois Frères“, Musik von Archie Shepp) 1997 – „Les Joyeux Bouchers“ („Jazz à St Germain“ mit der „Renegade Brass Band“) 1997 – „Eso Es El Amor“ („B.O.F“. Album „Un Grand Cri D’Amour“) 1998 – „Rendez-Vous“ („Coba“, Album „Conscious Posi“) 1998 – „Sa Raison d’être“ (auf dem Anti-AIDS Album „Ensemble“) 1998 – „Paranoïa“ (Doc Gynéco, Album „Les Liaisons Dangereuses“) 2001 – „Marcia Baila“ (auf dem Album „A Tribute to Ricky Martin“) 2001 – „Le Vent“ („B.O.F.“, Album „Reines d’un Jour“) 2002 – „Tawes“ („Djura“, Album „Uni-vers-elles“) 2003 – „Concha Bonita“ (25. Dezember 2003, eine musikalische Komödie, auf VHS & DVD) 2004 – „La Bohême“ (im Duett mit „Corneille“, CD & DVD) 2004 – „Sem Cansar (C’est Comme Ça)“ („Inicial“, auf dem Album „Gigante!“) 2005 – „Le Petit Train (Choo-Choo Train)“ (auf dem Album „Sounds of the Steam Age: Vintage Train“) 2005 – „Maudie“ („Thomas Fersen“, Album „Le Pavillon Des Fous“) 2006 – „Concha Bonita“ (Musical, Italienische Version auf CD) 2006 – Theaterstück „Les Noces de l’Enfant Roi“ von Alfredo Arias am Festival „Fêtes de nuit de Versailles“ 2014 – "A New Tango Songbook" mit "Plaza Francia" (Album mit 14 Titeln)
Auszeichnungen 1987 – „Grand Prix de l’Académie Charles-Cros“„Grand Prix de l'Académie Charles-Cros“ (französisch)ritamitsouko.org: von Ritas „Treffen“ mit François Mitterrand 1987 – Bei den Victoires de la Musique „Meilleur album“ für „The no comprendo“, „meilleur clip“ für „C’est comme ça“ 1990 – „Bus d’Acier de la décennie“ für ihr Gesamtwerk 1993 – „Video of the Year“ von MTV Europe für „Y'a d'la haine“ 2000 – „Les Rita Mitsouko, c’est (toujours) comme ça“ (Buch von Jean William Thoury) 2001 – „Prix Roger-Seiller“sacem.fr: (französisch) du groupe français („Prix de Printempssacem.fr: (französisch) de la SACEM“) 2012 – „Artiste interprète féminine de l’année“ bei den Victoires de la Musique
Quellen
Weblinks
Interview mit Catherine Ringer 2011, deutsch
Ringer in der IAFD
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