Lorsbach ist seit dem 1. Juli 1972 ein Ortsteil der heutigen Kreisstadt des südhessischen Main-Taunus-Kreises Hofheim am Taunus und hat rund 2800 Einwohner.
Geografische Lage mini|Der Berg Judenkopf () auf Lorsbacher Gemarkung ist die höchste Erhebung des Hofheimer Stadtgebiets. mini|Blick vom Aussichtspunkt Skyline-View (unterhalb des Judenkopf-Gipfels) hinweg über den südöstlichen Ausläufer des Berges Staufen und den Pass an der Gundelhard zur Frankfurter Skyline mini|Blick auf Lorsbach aus südwestlicher Richtung, entlang der Landstraße 3368 aus Langenhain. Im Hintergrund links der Berg Staufen (), mittig daneben dessen Nebenkuppe Hahnenkopf (); nach rechts steigt der Lorsbacher Kopf an Lorsbach liegt in den südlichen Ausläufern des Taunus, nördlich von Hofheim am Taunus. Es befindet sich im engen Lorsbachtal, das Eppstein mit Hofheim verbindet. Durch das Lorsbachtal fließt der Schwarzbach, der früher auch Goldbach bzw. Kriftel hieß. Daran erinnert der Straßenname Goldbachweg.
Zur Lorsbacher Gemarkung zählt auch die Gehöftgruppe Gundelhard, die 2 km nordöstlich des Ortes am Lorsbacher Kopf liegt.
Im Westen der Lorsbacher Gemarkung steht der Berg Judenkopf (), die höchste Erhebung des Hofheimer Stadtgebiets. Im Norden und Osten Lorsbachs erheben sich die Berge Staufen () und Lorsbacher Kopf (). Dazwischen liegt die Passhöhe Gundelhard sowie die gleichnamige Gehöftgruppe an der Grenze zum Kelkheimer Stadtteil Münster. Im Südosten des Ortes befindet sich der Kapellenberg ().
Geschichte Lorsbach wurde urkundlich zuerst in dem Lehnsverzeichnis der Stadt Eppstein im Taunus aus dem Jahre 1280 erwähnt. Dort wird Lorsbach als Ansiedlung mehrerer Gehöfte beschrieben.
Wahrscheinlich gab es jedoch schon vorher eine Ansiedlung im Lorsbachtal, wovon die Alteburg zeugt, ein Ringwallsystem aus dem frühen Mittelalter.
Die Ansiedlung vergrößerte sich vor allem, als in der Mitte des 19. Jahrhunderts die Eisenbahnstrecke zwischen Frankfurt am Main und Limburg an der Lahn durch Lorsbach gebaut wurde. Mit der Gründung der ersten Lederfabrik Lorsbachs 1881 wurde dann der Grundstein für den Hauptindustriezweig der nächsten hundert Jahre gelegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Einwohnerzahl Lorsbachs erstmals über 2000.
Zum 1. Juli 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Stadt Hofheim am Taunus als Stadtteil eingegliedert. Für Lorsbach wurde, wie für die übrigen Stadtteile und die Kernstadt, ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Lorsbach angehört(e):
Ende 12. Jahrhundert: Heiliges Römisches Reich, Herrschaft Eppstein, Amt Eppstein ab 1492: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Eppstein ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt EppsteinDie Zugehörigkeit des Amtes Eppstein anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg), Amt Eppstein ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt,Oberfürstentum Hessen, Amt Eppstein ab 1643: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberfürstentum Hessen, Amt Wallau ab 1803: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Usingen, Amt Wallau ab 1806: Herzogtum Nassau, Amt Wallau ab 1817: Herzogtum Nassau, Amt Hochheim ab 1849: Herzogtum Nassau, Kreisamt Höchst ab 1854: Herzogtum Nassau, Amt Hochheim ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, MainkreisTrennung zwischen Justiz (Amtsgericht Königstein im Taunus) und Verwaltung ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Mainkreis ab 1886: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Höchst ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Höchst ab 1928: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Main-Taunus-Kreis ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Main-Taunus-Kreis
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Lorsbach 2637 Einwohner. Darunter waren 186 (7,0 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 468 Einwohner unter 18 Jahren, 1098 zwischen 18 und 49, 588 zwischen 50 und 64 und 483 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 1188 Haushalten. Davon waren 360 Singlehaushalte, 378 Paare ohne Kinder und 339 Paare mit Kindern, sowie 90 Alleinerziehende und 21 Wohngemeinschaften. In 237 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 831 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Einwohnerzahlen Quelle: Historisches Ortslexikon • 1543: 34 Hausgesesse • 1592: 40 Familien • 1610: 56 Haushaltungen • 1630: 39 Haushaltungen, 3 Witwen und 3 Vormundschaften • 1637: 8 Haushaltungen, 7 Witwen und 12 Kinder • 1656: 20 Haushaltungen • 1699: 29 Familien mit 108 Personen • 1778: 47 Familien • 1791: 217 Einwohner • 1800: 261 Einwohner • 1805: 261 Gemeindemitglieder und 10 Witwen
Religion Neben der evangelischen Kirche und der katholischen Herz-Jesu-Kirche, gibt es auch eine evangelisch-methodistische Gemeinde.
Historische Religionszugehörigkeit • 1885: 535 evangelische (= 91,45 %), 50 katholische (= 8,55 %) Einwohner • 1961: 1593 evangelische (= 70,77 %), 562 katholische (= 24,97 %) Einwohner
Politik Ortsbeirat Im Ortsbeirat Hofheim-Lorsbach sind nach den Kommunalwahlen in Hessen 2021 die neun Sitze wie folgt verteilt: Partei Sitze Ergebnis CDU 3 31,3 % Grüne 2 21,7 % BfH 1 13,2 % FWG 1 10,2 % Die Linke 1 9,5 % SPD 1 8,4 %
Ortsvorsteher ist Dieter Kugelmann (CDU)
Wappen Das Wappen von Lorsbach, eigentlich nur ein Gerichtssiegel,Heimat - und Geschichtsverein Lorsbach: ist ein blaues Rebmesser (keine Sichel) auf goldenem Grund. Vom Mittelalter bis Anfang des 19. Jahrhunderts wurde in Lorsbach noch Wein angebaut.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Ehemaliges Lorsbacher Rathaus Kulturdenkmale Für die Kulturdenkmäler des Ortes siehe die Liste der Kulturdenkmäler in Lorsbach.
Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen Nach der Schließung der großen Lederfabriken in Lorsbach sind die Hauptarbeitgeber kleine und mittelständische Handwerksbetriebe.
Verkehr Lorsbach liegt an der Main-Lahn-Bahn und ist an das Netz der S-Bahn Rhein-Main angeschlossen. Vom in der Mitte des Ortes gelegenen Bahnhof fahren Züge der Linie S2 in Richtung Niedernhausen, bzw. Frankfurt (Main) und Offenbach (Main) nach Dietzenbach. Die Fahrzeit zum Frankfurter Hauptbahnhof beträgt 23 Minuten. Die S2 fährt in der Hauptverkehrszeit im 15-Minuten-Takt.
Linie Verlauf Takt
Durch Lorsbach führen zwei Landesstraßen aufeinander. Die L3011 führt von Hattersheim im Süden mit Anschluss an A66 über die Kernstadt Hofheim weiter nach Norden in Richtung Eppstein. In der Ortsdurchfahrt von Lorsbach zweigt die L3368 hiervon zu den westlich gelegenen Stadtteilen Langenhain und Wallau ab mit Anschluss an die Bundesautobahn 66 und die Bundesautobahn 3.
mini|hochkant|Ev. Kirche und ehemalige Dorflinde von Lorsbach
Schulen In Lorsbach befindet sich eine Grundschule, welche in den 90er Jahren um einen Anbau erweitert wurde.
2012 zog die private staatlich anerkannte Berufsfachschule Schule für Clowns von Mainz nach Lorsbach um und befindet sich seitdem in dem Gebäudekomplex eines ehemaligen Gasthofs.
Kindergarten Der Ort verfügt über einen Kindergarten, der von der ev. Kirche getragen wird.
Sport & Freizeiteinrichtungen Lorsbach besitzt einen Sportplatz, eine Turnhalle, ein städtisches Gemeindezentrum, ein Gemeindezentrum der evangelischen Kirche, mehrere Spielplätze und einen Modellflugplatz.
Die Turnhalle wurde vor einigen Jahren komplett neu errichtet. Lorsbach verfügt über mehrere Vereine: 1. FC Lorsbach (Fußball) TV Lorsbach (Turn & Sportverein) Heimat- und Geschichtsverein LorsbachWebsite des Heimat- und Geschichtsvereins Lorsbach Taunusklub Lorsbach Wintersportverein (WSV) Lorsbach Freiwillige Feuerwehr Lorsbach Deutsches Rotes Kreuz, Ortsverband Lorsbach/Ts. Frauenchor Lorsbach Kerbegesellschaft Lorsbach
Lorsbach ist Ausgangspunkt für Wanderungen in die Nassauische Schweiz.
Weblinks
Stadtteil Lorsbach auf der Website der Stadt Hofheim am Taunus
Fußnoten Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Main-Taunus-Kreis Kategorie:Geographie (Hofheim am Taunus) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Main-Taunus-Kreis) Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Geschichte (Hofheim am Taunus)