mini|Regionale Einordnung der Bistumsliga Die Bistumsliga Berlin e. V. ist eine 1990 entstandene katholische Freizeitfußballliga. Am regulären Ligabetrieb, der Bistumsliga-Fußball-Meisterschaft (kurz Bistumsmeisterschaft), nehmen Mannschaften aus der Region des Erzbistums Berlin in verschiedenen Spielklassen teil.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Bistumsliga Berlin in Vergangenheit speziell aufgrund ihres integrativen Charakters. Als eines der ersten ursprünglich kirchlich organisierten Projekte wurde der Verein bereits vor einiger Zeit, unabhängig vom jeweiligen Glauben oder der Staatsbürgerschaft, allen Interessenten zugänglich gemacht. Daher nehmen heute neben den christlich geprägten Mannschaften auch viele Teams und Spieler anderer Religionen und verschiedener Nationalitäten am Spielbetrieb teil.
Geschichte der Bistumsliga Entwicklung der Bistumsmeisterschaft
350px|rechts|Entwicklung der an der Meisterschaft teilnehmenden Teams
Im Jahr 1990 trafen sich Vertreter mehrerer bereits bestehender katholischer Fußballmannschaften aus verschiedenen Kirchengemeinden des Bistums Berlin, um über die Möglichkeit zu beraten, eine regelmäßige Fußballmeisterschaft untereinander auszutragen. Diese Meisterschaft sollte die bis dahin teilweise schon seit Jahren stattfindenden Freundschaftsspiele ersetzen. Neun Teams waren es schließlich, die im Herbst des Jahres eine Liga bildeten und den Spielbetrieb um den Titel des Bistumsmeisters aufnahmen. In der ersten Saison 1990/91 konnte sich die Mannschaft Brandenburg aus der Pfarrgemeinde Heilige Dreifaltigkeit (in Brandenburg an der Havel) die Meisterschaft sichern.
Obwohl die neu geschaffene Liga von der Öffentlichkeit weitestgehend unbemerkt blieb, erfreute sie sich bereits nach kurzer Zeit auch in weiteren Gemeinden regen Interesses. So wuchs schon im zweiten Jahr ihres Bestehens die Anzahl der an der Bistumsmeisterschaft teilnehmenden Mannschaften auf 13. Ein weiterer Anstieg auf 15 mitspielende Teams in der darauf folgenden Saison 1992/93, ermöglichte bereits zu diesem Zeitpunkt die Erweiterung der Bistumsmeisterschaft um eine zusätzliche Liga.
Den bis heute deutlichsten Zuwachs an Mannschaften erfuhr das Turnier in der Spielzeit 1995/96. Allerdings erforderten die nun 29 teilnehmenden Teams eine Umstrukturierung und erneute Erweiterung des Ligasystems. Die 2. Liga wurde daher in die Staffeln A und B aufgeteilt und eine 3. Liga hinzugefügt. Dieser veränderte Aufbau der Meisterschaft erlaubte die Aufnahme fünf weiterer Mannschaften in der folgenden Saison.
Dennoch musste bereits in der Spielzeit 1997/98 die Bistumsmeisterschaft abermals um eine Spielklasse, die 4. Liga, ergänzt werden, um alle 43 nun partizipierenden Mannschaften integrieren zu können. Diese Struktur wurde bis in die Saison 2001/02 beibehalten.
In jener Spielzeit entschloss sich die Ligaleitung, den Aufbau der Meisterschaft erneut zu ändern, diesmal jedoch nicht der Aufnahme neuer Teams wegen, sondern um die Ligastruktur zu vereinfachen. Die Zweiteilung der 2. Liga wurde aufgehoben und im Gegenzug eine 5. Liga gegründet. Die lineare Anordnung der Spielklassen brachte neben einer verbesserten Übersichtlichkeit auch den Vorteil mit sich, dass in Zukunft problemlos neue Ligen an das bestehende System angegliedert werden konnten, sofern das erforderlich würde.
Diese Möglichkeit wurde schließlich in der aktuellen Saison 2006/07 mit der Einführung der 6. Liga genutzt. Bereits in der vergangenen Spielzeit hatten die Organisatoren der Bistumsmeisterschaft die große Nachfrage nach einer weiteren Spielklasse erkannt und im Laufe der Saison vorerst eine inoffizielle 6. Liga, die so genannte Wartelistenliga, gegründet.
Den Spitzenwert an Ligen bildete eine Saison mit sieben verschiedenen Spielklassen, doch aktuell sind die Teilnehmerzahlen rückläufig und so spielen in der Saison 2016/2017 fünf Spielklassen miteinander Fußball.
Entwicklung weiterer Turniere Als sich im Herbst 1990 die neun Gründungsmitglieder der Bistumsliga zusammenfanden und den Spielbetrieb aufnahmen, verfolgten sie vorerst ausschließlich das Ziel, eine Meisterschaft, die Bistumsmeisterschaft, auszutragen. Mit der steigenden Anzahl an gemeldeten Mannschaften wurde jedoch schnell der Ruf nach anderen Turnieren in anderen Austragungsformen laut. Daher wurde in der Saison 1992/93, nur zwei Jahre nach Gründung der Bistumsliga, der erste Pokalwettbewerb in den Spielplan aufgenommen. Der so genannte Bistumscup erfreute sich schnell großer Beliebtheit und etablierte sich daher dauerhaft im Terminplan.
Die stetige Zunahme an Mannschaften im Spielbetrieb der Bistumsliga riss jedoch auch in den Folgejahren nicht ab, und so entschlossen sich die Organisatoren in der Spielzeit 1994/95 ein zweites Pokalturnier zu lancieren. Mit der ersten Austragung des ersten Ligapokals schuf man den bis heute einzigen vollständig im K.-o.-System ausgetragenen Wettbewerb der Bistumsliga. Auch die Einführung des Ligapokals war nachhaltig erfolgreich.
Trotz dieses Erfolgs wurde bis in die Saison 1997/98 vorerst kein weiteres Turnier in den Spielplan der Bistumsliga aufgenommen. Aufgrund der wachsenden Popularität des Hallenfußballs und der damit einhergehenden Möglichkeit, die Winterpause des Ligabetriebs zu überbrücken, wurde dann jedoch das Hallen-Masters eingeführt. Die erste Austragung dieses Wettbewerbs fand am 24. und 31. Januar 1998 in den Hallen der Alten Försterei statt. Das Hallen-Masters vervollständigte den Turnierplan der Bistumsliga in Berlin und ist daher das jüngste regionale Turnier.
Die insgesamt kürzeste Vergangenheit als Wettbewerb hat jedoch der Interbistumscup. Dieses Turnier bietet den Mannschaften der Bistumsliga Berlin seit der Saison 2000/01 die Möglichkeit, sich mit über die Bistumsgrenzen hinaus mit Teams aus dem Großraum Cottbus zu messen. Obwohl er gemessen an der Anzahl der teilnehmenden Teams den kleinsten Wettkampf darstellt, konnte sich auch der Interbistumscup schnell im Turnierplan der Bistumsliga etablieren.
Dauerhaft nicht durchsetzen konnte sich hingegen das ISC, eine Partie einer Bistumsligaauswahl gegen die Frauenfußballmannschaft von Tennis Borussia Berlin. Im Jahr 2001 wurde dieses Spiel von der Auswahl der Bistumsliga mit 4:1 gewonnen, 2002 siegte dann die Frauenmannschaft von Tennis Borussia Berlin mit 2:1. Das engste Resultat des ISC gab es 2003, als es bei einem Spielstand von 4:4 nach Ablauf der regulären Spielzeit sogar zum Elfmeterschießen kam. Dieses konnte die Bistumsligaauswahl letztlich mit 9:8 für sich entscheiden. Seither hat jedoch kein weiterer Vergleich stattgefunden.
500px|Entwicklung der Bistumsliga Berlin auf einen Blick Die sportliche Entwicklung der Bistumsliga Berlin auf einen Blick
Entwicklung der Organisation In den Anfangsjahren der Bistumsliga war der organisatorische Aufwand für die Planung des Ligabetriebs relativ gering, weswegen ein Verwaltungsapparat zur Leitung der Liga noch nicht benötigt wurde. Auch der Informationsfluss, beispielsweise der Austausch von Spielergebnissen, Torschützen etc. konnte zu dieser Zeit noch formlos telefonisch aufrechterhalten werden. Wichtige Mitteilungen zu den Regeln, Ansetzungen und Tabellen wurden zwar bereits als Kopien an die Mannschaften weitergeleitet, allerdings gab es dafür bis in das Jahr 1995 hinein faktisch keine durchgehende Systematik.
Der Zuwachs an Mannschaften in der Saison 1995/96 sowie der komplexere Aufbau der stetig wachsenden Bistumsmeisterschaft machten nun aber der Ligaleitung die Unumgänglichkeit eines solchen Systems deutlich. Daher erschien im Juli 1995 erstmals der Bistumsliga Informationsdienst (BL-ID) mit einer „Null-Nummer“, welcher Wettbewerbsregeln und Ansetzungen der kommenden Saison beinhaltete. Der BL-ID mit der laufenden Nummer 1 wurde schließlich am 2. September 1995 veröffentlicht. Schnell etablierte sich dieses daraufhin ungefähr monatlich herausgegebene Heft als kaum mehr entbehrliches Kommunikationsmedium und hat diese Stellung bis heute nicht verloren.
Doch auch die Organisatoren selbst gerieten mit der steigenden Anzahl an Teams und Ligen zunehmend an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Als die Bistumsliga in die Saison 1997/98 startete, wurde klar, dass der Aufwand für die Vor- und Nachbereitung sowie Durchführung der Spiele ohne eine feste Organisationsstruktur nicht mehr abgedeckt werden konnte. Aufgrund dessen wurde im Herbst 1997 von der Ligaleitung der Verein Bistumsliga Berlin e. V. gegründet.
Der Verein Bistumsliga Berlin e. V. Allgemein Der Verein Bistumsliga Berlin ist am 22. September 1997 mit dem Beschluss der Satzung in der Mitgliederversammlung gegründet und am 19. August 1998 ins Vereinsregister des Amtsgerichts Charlottenburg unter der Nummer 18476 Nz eingetragen worden. Aufgrund des Eintrags ins Vereinsregister wird seither der Zusatz e. V. im Namen geführt. Für die Verwendung des Wortes Bistum in der Vereinsbezeichnung wurde im Zuge dessen auch die Erlaubnis des Erzbischöflichen Ordinariats eingeholt. Die Bistumsliga Berlin e. V. hat ihren Sitz in Berlin und nutzt als Geschäftsjahr das Kalenderjahr.
Vereinszweck und Grundsätze Die Bistumsliga Berlin e. V. verfolgt gemäß § 2 Abs. 1 der Satzung „...ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke […] und zwar durch die Förderung der Allgemeinheit auf dem Gebiet des Sports.“. Dieser Zweck wird insbesondere „...verwirklicht durch die Durchführung der Bistumsliga-Fußball-Meisterschaft.“. Neben dem Vereinszweck führt § 2 der Satzung folgende Grundsätze der Tätigkeit auf:
die Tätigkeit ist selbstlos und dient daher nicht in erster Linie eigenwirtschaftlichen Zwecken (Abs. 2) Organe des Vereins arbeiten in ihren Funktionen ehrenamtlich (Abs. 3) Mittelzuflüsse sind satzungsgemäß zu verwenden (Abs. 4) Gewinnanteile oder Zuwendungen für die Mitglieder gibt es nicht (Abs. 5) Dritte dürfen nicht durch dem Vereinszweck fremde Ausgaben oder übermäßig hohe Vergütungen profitieren (Abs. 5) der Verein wahrt parteipolitische Neutralität und verpflichtet sich der Gleichberechtigung aller Völker und Rassen sowie religiöser und weltanschaulicher Toleranz (Abs. 5)
Vereinsstruktur Der Verein Bistumsliga Berlin e. V. besteht aus folgenden Organen:
Vorstand (Ligaleitung), aufgeteilt in Geschäftsführendem Vorstand, bestehend aus Vorstandsvorsitzendem Stellvertretendem Vorstandsvorsitzenden Kassenwart Erweitertem Vorstand, bestehend aus vier beratenden Mitgliedern Mitgliederversammlung, welche regulär einmal jährlich im 1. Quartal stattfindet Ausschüsse
Es können im Bedarfsfall weitere selbstständige Abteilungen für jede, im Verein betriebene, Sportart gegründet werden. Für solche Abteilungen gelten die Bestimmungen der Satzung der Bistumsliga Berlin e. V. dann entsprechend.
Wettbewerbe Derzeit werden in der Bistumsliga Berlin e. V. diverse Wettbewerbe ausgetragen.
Saison Bistumsmeister 1990/91 Brandenburg 1991/92 Corpus Christi 1992/93 Friedrichshagen 1993/94 Köpenick II 1994/95 Maria Frieden I 1995/96 Mauritius I 1996/97 Karlshorst I 1997/98 Karlshorst I 1998/99 Mauritius I 1999/00 Marzahn I 2000/01 Heilig Kreuz 2001/02 Pankow Blues 2002/03 Karlshorst I 2003/04 Marzahn I 2004/05 Marzahn I 2005/06 Marzahn I 2006/07 Köpenick I
Bistumsmeisterschaft Die Bistumsmeisterschaft, deren Austragung die Gründung der Bistumsliga erst veranlasste, ist bis heute der prestigeträchtigste, von der Bistumsliga Berlin e. V. organisierte Wettbewerb. In einem Ligasystem, welches derzeit sechs Spielklassen umfasst, wird dabei seit 1990 jährlich um den Titel des Bistumsmeisters (1. Liga) bzw. um den Aufstieg in eine höhere Liga gespielt.
Wettbewerbsmodus