mini|Porträt aus den Berichten der Deutschen Chemischen Gesellschaft, 13 (1880) mini|Nachruf Eugen Franz Freiherr von Gorup-Besánez (* 15. Januar 1817 in Graz; † 24. November 1878 in Erlangen) war ein deutscher Chemiker.
Leben Eugen von Gorup-Besánez besuchte die humanistischen Gymnasien in Graz und Klagenfurt. Ab 1836 widmete er sich dem Studium der Medizin an der Universität Wien und Universität Padua. Ab 1839 setzte er seine Studien an der Ludwig-Maximilians-Universität München fort. Im selben Jahr trat er dem Corps Bavaria München bei.Kösener Korpslisten 1910, 170/385.Kösener Corpslisten 1960, 104/392
Gorup von Besánez wurde 1842 in München promoviert, studierte dann Chemie in München und an der Georg-August-Universität Göttingen. Er habilitierte sich 1849 an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen und wurde im selben Jahr Extraordinarius. Er kam 1855 auf den Erlanger Lehrstuhl für Chemie und wurde Direktor des Laboratoriums der Universität. Im Jahr 1859 wurde er in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina gewählt.
Gorup von Besánez lieferte zahlreiche wichtige Untersuchungen im Gebiet der organischen und physiologischen Chemie und gilt als der bedeutendste Förderer der zoochemischen Analyse. Mehrere seiner Werke wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Einer seiner Schüler war Heinrich von Ranke.
1876 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften zu Göttingen gewählt.Holger Krahnke: Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751–2001 (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-Historische Klasse. Folge 3, Bd. 246 = Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Mathematisch-Physikalische Klasse. Folge 3, Bd. 50). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 95. Der Bayerischen Akademie der Wissenschaften gehörte er ebenfalls als korrespondierendes Mitglied an. Als er im Wintersemester 1878/79 verstarb, übernahm der Pharmakologe Albert Hilger den Lehrstuhl "ad interim".Übersicht des Personalstandes der Königlich Bayerischen Friedrich-Alexanders-Universität Erlangen WS 1878/79, Seite 13. Jacob Volhard von der LMU München trat bereits 1879 die Nachfolge an.siehe Daniel Vorländer: Jacob Volhard, Berichte der Berichte der Deutschen Chemischen Gesellschaft 45, 1884–1887 (1912).
Schriften Sein Verleger Heinrich Vieweg betraute 1880 auf Veranlassung von Hermann Kolbe dessen Neffen Hermann Ost mit der Neubearbeitung des Lehrbuch der Organischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, Technischen Lehranstalten und für das Selbststudium.Alan J. Rocke: The Quiet Revolution. Hermann Kolbe and the Science of Organic Chemistry, University of California Press, Berkeley 1993, S. 303.
Anleitung zur qualitativen und quantitativen zoochemischen Analyse, Braunschweig 1850, 3. Aufl. 1871 Lehrbuch der Chemie Bd. 1: Anorganische Chemie, 7. Aufl. 1885 Bd. 2: Lehrbuch der Organischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, Technischen Lehranstalten und für das Selbststudium, 6. Aufl. 1881 neu bearbeitet von Hermann Ost Bd. 3: Physiologische Chemie, 4. Aufl. 1878 ff.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Chemiker (19. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Standort Erlangen) Kategorie:Mitglied der Leopoldina (19. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen Kategorie:Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Ehrenmitglied des Physikalischen Vereins Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Freiherr Kategorie:Person (Kaisertum Österreich) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1817 Kategorie:Gestorben 1878 Kategorie:Mann Kategorie:Absolvent der Ludwig-Maximilians-Universität München