Das Tourniquet-Syndrom ist eine lebensbedrohliche Komplikation, die bei der Wiederherstellung der Durchblutung (Reperfusion) nach einem länger als sechs Stunden bestehenden arteriellen Gefäßverschluss auftreten kann. Es entsteht durch eine massive Anflutung toxischer Metabolite aufgrund der Gewebsnekrose im ischämischen Areal. mini|Haar-Tourniquet der zweiten Zehe Ursachen hierfür sind: Revaskularisation (= Wiedereröffnung) einer großen Arterie durch operative Embolektomie oder medikamentöse Lyse einer Thromboembolie, eines Leriche-Syndroms o. ä. vorausgegangene Strangulationen von Extremitäten durch Fremdmaterialen (z. B. Haare, Schnüre, Tourniquet). Grundsätzlich ist bei Vorliegen dieses Syndromes im Säuglingsalter auch an Kindesmissbrauch zu denken.A. Klusmann, H. G. Lenard: Tourniquet syndrome--accident or abuse? In: Eur J Pediatr. Band 163, Nr. 8, Aug 2004, S. 495–498. PMID 15179509P. Lohana u. a.: Toe-Tourniquet Syndrome: A Diagnostic Dilemma! In: Ann R Coll Surg Engl. 2006 Juli; 88(4), S. 358. Lange Blutsperre bei Operationen
Begriffsabgrenzung Bei der Paraphimose entsteht die Strangulation nicht durch Fremdmaterial, sondern durch das phimotisch verengte Präputium.
Der Begriff Tourniquet-Syndrom wird in der Literatur zum Teil synonym mit Postischämie-Syndrom verwendet,pschyrembel online, abgerufen am 8. August 2020 Tourniquet Syndrom das die Folgen nach langanhaltender Durchblutungsstörung (Reperfusionsschaden) beschreibt.
Einzelnachweise
Kategorie:Krankheitsbild in der Chirurgie Kategorie:Krankheitsbild in der Kinderheilkunde