Isiro, bis 1965 Paulis, ist eine Universitätsstadt und Hauptstadt der Provinz Haut-Uele der Demokratischen Republik Kongo im Territorium Rungu. Die Stadt hat rund 200.000 Einwohner. Klimatisch liegt sie zwischen Savanne und tropischem Regenwald. Wegen der umliegenden ertragreichen Kaffeeplantagen nennt man die Stadt auch „Hauptstadt des grünen Goldes“. Seit 1998 ist sie Standort der Uelle-Universität.
Geschichte Die Stadt wurde ab 1934 und unter dem Namen Paulis als Zwischenstation der Kongolesischen Nebenbahn (Vicicongo) von den damaligen belgischen Kolonialbehörden erbaut; Namensgeber des Ortes war Albert Paulis, ein belgischer Diplomat. Erst im Jahr 1957, und damit wenige Jahre vor der Unabhängigkeit des Kongo (1960), war der Bau abgeschlossen. Im Jahr 1965 wurde die Stadt nach dem naheliegenden Dorf Isiro umbenannt. Isiro ist seit 2015 Hauptort und Verwaltungssitz des im gleichen Jahr neu geschaffenen Bezirks Haut-Uele.
Im Rahmen der im Nachgang der sogenannten Kongo-Krise stattfindenden Simba-Rebellion (1963–1969), hierbei handelte es sich um Anhänger des 1961 ermordeten Premierministers Patrice Lumumba, eroberten im Sommer 1964 Simba-Rebellen die Stadt und verübten mehrere schwere Massaker. Es wird geschätzt, dass dabei mehr als 4000 Menschen in der Stadt und in deren Umfeld ermordet wurden, zumeist handelte es sich um Intellektuelle, Politiker und Évolués (eine Bezeichnung für Kongolesen, die einen europäischen Lebensstil führten); unter den Opfern befanden sich auch der damalige Gouverneur der Provinz Uélé,Die Provinz Uélé bestand seit 1962, die Unterteilung in Haut-Uele und Bas-Uele fand erst 2015 statt. Paul Mambaya, sowie sein Stellvertreter, Joseph Tabolo.
Darüber hinaus töteten die kommunistische Rebellen mehr als 250 Missionare und Ordensschwestern. Etwa 50 Nonnen, unter ihnen die seliggesprochene Marie Clémentine Anuarite Nengapeta, wurden nach Isiro verschleppt, teilweise vergewaltigt und ebenfalls getötet.
Auch während des zweiten Kongokrieges (1998–2003) war die Stadt teilweise von Kampfhandlungen betroffen. Im September 1998 wurde Isiro von der ugandischen Armee (Uganda People's Defence Force, UPDF) eingenommen. Da Teile der Einwohnerschaft von Isiro den Vormarsch der ugandischen Truppen zumindest wohlwollend unterstützt hatten, ermordeten Angehörige der damaligen kongolesischen Regierungstruppen (Forces Armées Congolaise, FAC) im Nachgang 25 Menschen, die sie der Kollaboration mit Uganda verdächtigt hatten.
Im Jahr 2012 gab es im Rahmen eines Seuchenausbruches durch das sogenannte Bundibugyo-Ebolavirus in Isiro mindestens neun Verdachts- und fünf Todesfälle. Darüber hinaus ist Isiro auch vom Ebolafieber-Ausbruch 2026 betroffen, genaue und abschließende Zahlen liegen indessen noch nicht vor, da die Epidemie noch anhält.
Bildungseinrichtungen Im Jahr 1998 wurde in Isiro die Uelle-Universität gegründet, die seit 2001 von den Dominikanern geleitet wird. Obgleich in kirchlicher Trägerschaft, untersteht die Universität dem Bildungsministerium in Kinshasa (Ministère de l'Enseignement Supérieur et Universitaire).
Verkehr Isiro liegt an der ehemaligen Kongolesischen Nebenbahn, einer Schmalspurbahn mit 60 Zentimetern Spurweite, welche von Bumba (Schiffsanschluss nach Kinshasa) nach Mungbere im Nordosten des Landes führt. Die Bahn gehört heute zur kongolesischen Staatsbahn (SNCC). Vor dem zweiten Kongokrieg verkehrte jedoch wegen Dieselmangels nur ca. alle zwei bis drei Monate ein Zug nach Aketi am Itimbiri.fahrplancenter.com
Straßen führen nach Uganda, Südsudan und Kisangani. Diejenige nach Bumba ist seit dem Krieg nicht mehr befahrbar. Der Flughafen Isiro-Matari gehört der Kategorie 4 an und bietet Verbindung in die Hauptstadt.
Weblinks Uele-Universität (französisch) Bistum Isiro-Niangara (französisch)
Anmerkungen
Quellen
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