Marousi ( , auf offizieller Ebene auch unter dem älteren Namen Amarousio[n] Αμαρούσιο[ν]) ist eine griechische Stadt im Norden Attikas und ein Vorort von Athen.

Lage Marousi liegt 12,5 km nordöstlich des Stadtzentrums von Athen. Es grenzt im Süden an Chalandri und im Norden an das noble Kifisia. Die Bebauung dieser Athener Vororte geht ineinander über.

Geschichte An der Stelle des heutigen Marousi befand sich in der Antike der Demos Athmonon. In der fruchtbaren Gegend blühte im Altertum der Weinbau.Aristophanes Pac. 190 Der heutige Name erinnert an ein Heiligtum der Artemis Amarysia, die in Amarynthos auf Euböa verehrt wurde.Erwin Freund: Amarusi(on). In: Siegfried Lauffer (Hrsg.): Griechenland. Lexikon der historischen Stätten. C. H. Beck, München 1989, S. 99.Pausanias, Beschreibung Griechenlands 1,31,5.

Als eine der größten der Vorstädte Athens und eine der ersten mit S-Bahn-Anschluss entwickelte sich die Stadt zu einem Zentrum vor allem für Verwaltungssitze und Pharmafirmen. Die Bedeutung von Marousi für den Einzelhandel ist dagegen stetig zugunsten neuer Einkaufszentren und großer Supermärkte zurückgegangen.

In die Literatur eingegangen ist Marousi durch Henry Millers Griechenland-Roman Der Koloss von Maroussi.Henry Miller: Der Koloß von Maroussi. Eine Reise nach Griechenland. ISBN 3-499-10758-9

Sehenswürdigkeiten und Museen mini| Museum Spathario Im Zentrum Marousis, in der Odos Voriou Ipirou, befindet sich das Spathario Schattentheatermusem (). Es wurde 1996 eröffnet und ist dem Erhalt und der Förderung des traditionellen Karagöztheaters und einem seiner bedeutendsten Künstler, Evgenios Spatharis (1924–2009) gewidmet, nach dem es benannt wurde. Es ist in einem neoklassizistischen Gebäude untergebracht und dort werden vorwiegend Schattenpuppen ausgestellt, auch finden im Museumshof regelmäßig Schattenpuppen-Theatervorstellungen statt. In einem Neubau an der Leoforos Kifisias befindet sich die Ausstellungsräume der George Economou Collection. Dort werden jährlich ein bis zwei Sonderausstellungen moderner und zeitgenössischer Künstler gezeigt.The George Economou Collection

Einer der größten Parks Attikas ist der Park Ktima Syngrou (), der sich im Nordosten Marousis befindet und an Kifissia grenzt. Über ein Gebiet von ca. 95 Hektar erstreckt sich eine grüne Oase mit Pinien, Zedern und anderen für Attika typischen Pflanzen. Der Park beherbergt auch das Agrarwissenschaftliche Institut (), die Kirche Agios Andreas und die neoklassizistische Villa der Syngrou-Familie. Die Kirche Agios Andreas ist die einzige orthodoxe Kirche gotischer Bauart in Griechenland, sie wurde von Ernst Ziller entworfen.

Institutionen in Marousi Olympia-Sportkomplex Athen Deutsche Schule Athen

Verkehr Autobahn A6 Linie 1 der Metro Athen

Sport Bekanntester Verein der Stadt ist der Basketballverein Marousi Athen, welcher in der ersten griechischen Liga spielt und 2001 den Saporta Cup gewinnen konnte.

Partnerstädte Faenza (Italien), seit 1992 Mendavia (Spanien), seit 2007

Söhne und Töchter der Stadt

Spyridon Louis (1873–1940), der erste Olympiasieger (1896) im Marathonlauf, ist in Marousi geboren. Seine Büste steht auf dem Hauptplatz der Stadt. Aliki Vougiouklaki (1934–1996), Schauspielerin Panagiotis Gionis (* 1980), Tischtennisspieler Antonios Fotsis (* 1981), Basketballspieler Dimitrios Mougios (* 1981), Ruderer Eleonora Zouganeli (* 1983), Sängerin Andreas Sarantis (* 1983), Biathlet Dimitrios Linardatos (* 1984), Jurist und Universitätsprofessor Panagiotis Vasilopoulos (* 1984), Basketballspieler Konstantinos Sykaras (* 1984), Skirennläufer Dimitrios Chondrokoukis (* 1988), Hochspringer Eleni Chronopoulou (* 1988), Sportgymnastin Stefanos Kasselakis (* 1988), Geschäftsmann und Politiker Konstantinos Mourikis (* 1988), Wasserballspieler Athina Papafotiou (* 1989), Volleyballspielerin Despina Georgiadou (* 1991), Säbelfechterin Panagiota Karagkouni (* 1993), Volleyball- und Beachvolleyballspielerin Giannoulis Larentzakis (* 1993), Basketballspieler Markos Kalovelonis (* 1994), griechisch-russischer Tennisspieler Marianthi Zafiriou (* 1994), Sportgymnastin Emmanouela Masourou (* 1996), Para-Judoka Vasiliki Alexandri (* 1997), österreichische Synchronschwimmerin Eirini-Marina Alexandri (* 1997), österreichische Synchronschwimmerin Anna-Maria Alexandri (* 1997), österreichische Synchronschwimmerin Mariella Fasoula (* 1997), Basketballspielerin der Nationalmannschaft Katerina Kontochristopoulou (* 1997), Florettfechterin Antonios Tantalidis (* 1997), Geräteturner Ioanna Stamatopoulou (* 1998), Wasserballspielerin Maria Mangoulia (* 2000), Kugelstoßerin Nikos Rogkavopoulos (* 2001), Basketballspieler Pavlos Tsitsipas (* 2006), Tennisspieler

Weblinks

Einzelnachweise

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