Der stimmhafte labiopalatale Approximant ist ein Halbvokal (oder auch Halbkonsonant), der in der deutschen Sprache nicht vorkommt. Sein Symbol im Internationalen Phonetischen Alphabet ist [ɥ]. Man kann ihn als eine Mischung der Halbkonsonanten [w] und [j] bezeichnen, er klingt sehr hell.

Charakteristik Artikulationsmodus: Spirant (Artikulationsorgane werden leicht zusammengezogen) Trotz der Benennung als labiopalatal ist [ɥ] in Wirklichkeit eher als labialisierter Palatal zu beschreiben: er wird mit der Mitte oder dem hinteren Teil der Zunge gegen den harten Gaumen artikuliert, die Lippen sind dabei gerundet [ɥ] ist stimmhaft, das bedeutet, die Stimmbänder vibrieren bei seiner Artikulation Es ist ein oraler Konsonant: die Luft wird nur durch den Mund ausgestoßen [ɥ] ist zentral: die Luft wird oberhalb der Mitte der Zunge ausgestoßen, nicht über die Seiten. Als Gleitlaut kann auf [ɥ] kein Akzent liegen. Dieser liegt erst auf dem folgenden Vokal.

Vorkommen Die französische Sprache besitzt den Approximanten /ɥ/, und zwar immer dann, wenn u im Hiat (vor einem weiteren Vokal) steht. Die Verbindung von /y/ + Vokal wird als gleitendes /ɥ/ + Vokal realisiert. Besonders häufig und deutlich hörbar sind im Französischen Verbindungen mit den hellen Vokalen (/e/, /ɛ/, /i/, /œ/, /ø/): huit (acht) [ɥit], huile (Öl) [ɥil], lui (er, ihm) [lɥi] tuer (töten) [tɥe] L’Alpe d’Huez [lalpdˈɥɛz] lueur (Leuchten) [lɥœʀ] respectueux (respektvoll) [ʀɛspɛktˈɥø]

Verbindungen von /ɥ/ mit dunklen Vokalen (/ɑ/, /a/, /o/, /ɔ/, /u/) sind im Französischen weniger deutlich von /y/ + Vokal zu unterscheiden. Zu einer Annäherung an /y/ kommt es bei manchen Sprechern auch bereits bei der Verbindung mit /œ/.

Vor allem in Belgien tendieren einige Sprecher dazu, /ɥ/ generell durch /w/ zu ersetzen.

Neben der französischen Sprache besitzen auch das Mandarinchinesische, Abchasische, Koreanisch, Norwegisch, Shipibo, Xumi, Iaai und das Bretonische den Laut /ɥ/.

Siehe auch Konsonant, Approximant

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