Das Filmfest Osnabrück – Festival des Unabhängigen Films (bis 2021:Unabhängige FilmFest Osnabrück, zuvor: Tage des unabhängigen Films) ist eines der ältesten und traditionsreichsten Filmfestivals in Niedersachsen. Es findet jährlich an fünf bis sechs Tagen im Oktober in Osnabrück statt. Das Festival wird vom gemeinnützigen Osnabrücker FilmForum e. V. ausgerichtet.

Mit rund 80 internationalen Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilmen bietet das Filmfest Osnabrück jedes Jahr einen Überblick über das unabhängige Kino der Gegenwart. Das Publikum wird dazu eingeladen mit den ästhetischen Mitteln des Films in die Welt zu blicken, die eigene Haltung auf den Prüfstand zu stellen und neue Perspektiven einzunehmen. Das 41. Filmfest Osnabrück findet statt zwischen vom 6. – 11. Oktober 2026.

Geschichte Das erste Mal wurde das Filmfest Osnabrück 1986 veranstaltet, damals noch unter dem Namen „Tage des unabhängigen Films“. Damit ist das Filmfest eines der ältesten Filmfestivals in Niedersachsen. Für sein engagiertes, unabhängiges Programm ist es aber auch über Ländergrenzen hinweg bekannt.

Das Programm wird von unabhängigen Kuratoren und Kuratorinnen ausgewählt. Sie legen besonderen Wert auf Filme mit Anliegen und Relevanz; Auf ein Kino für die jüngsten Filmfans; Erkunden das Genrekino und das Thema Musik und Kunst im Film. Das Filmfest lebt zudem vom intensiven Dialog mit seinen Zuschauern und Zuschauerinnen. Und ermöglicht mit den Publikumsgesprächen mit Filmemachern und Filmemacherinnen vor Ort die aktive Teilhabe am Festivalgeschehen.

In Osnabrück sind die ausgewählten Filme zum ersten Mal zu sehen. Oft handelt es sich auch um deutsche Premieren oder – besonders im Kurzfilmbereich – um Uraufführungen. Mehrere Jurys und das Festivalpublikum vergeben beim Filmfest jedes Jahr vier Preise mit einem Gesamtwert von 18.200 Euro. Dazu gehören der Friedensfilmpreis Osnabrück und der Filmpreis für Kinderrechte.

Bis 2021 trug das Festival den Namen „Unabhängiges FilmFest Osnabrück“. Seit seiner 37. Ausgabe im Jahr 2022 läuft es unter dem TitelFilmfest Osnabrück – Festival des Unabhängigen Films.

Schwerpunktthemen Von 2006 bis 2011 wählte das Filmfest sektionsübergreifende Schwerpunktthemen aus, unter denen das Festival veranstaltet wurde. Dies ermöglichte eine filmische Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Oberthema und umfassende Diskussionen.

Bisherige Schwerpunktthemen seit 2006:

2006: Europäische Konflikte – Europäische Konfliktlösungen 2007: Grenzgänger 2008: The future is unwritten 2009: Glück/Fortune 2010: Ideal/Ideal 2011: Unterwegs/On the Way

Sektionen Das Filmfest präsentiert Spiel-, Kurz- und Dokumentarfilme der Sektionen:

Vorsicht Frieden! Generation Zukunft Europe Unlimited Vistas Latinas Sonderprogramme

Das Filmfest vergibt folgende dotierte Preise:

den Friedensfilmpreis Osnabrück den Filmpreis für Kinderrechte den Publikumspreis für den besten studentischen Kurzfilm (seit 2020) den Publikumspreis „Bester Kurzfilm“

Ehemals vergebene Preise sind:

den Kurzfilmpreis der Studentische Kurzfilmjury (bis 2019) der Ernst-Weber-Filmpreis (2010–2012) der Filmpreis für Zivilcourage (2010–2014) der Publikumspreis „Focus on Europe“ (2013–2018)

Auszeichnungen Friedensfilmpreis Osnabrück

Mit dem Friedensfilmpreis wird ein Spielfilm oder Dokumentarfilm ausgezeichnet, der seine ästhetische Qualität in herausragender Weise mit humanem Denken und sozialem Engagement verbindet. Der Preis ist aktuell mit 15.000 Euro (bis 2018: 12.500 Euro) dotiertProfil des Unabhängigen FilmFestes Osnabrück, filmfest-osnabrueck.de, abgerufen am 20. November 2019. und wurde zunächst von der VR-Stiftung der Volks- und Raiffeisenbanken in Norddeutschland sowie der Volksbank Osnabrück eG gestiftet. Seit 2013 stiftet die Sievert Stiftung für Wissenschaft und Kultur den Friedensfilmpreis Osnabrück.

Der zugrundeliegende Friedensbegriff umfasst die ganze Spannweite von internationalen Konflikten über gesellschaftliche Auseinandersetzungen bis hin zu familiären Problemen. Insbesondere werden Beiträge zu den im Folgenden genannten Themenkomplexen ausgewählt:

Migration: Vertreibung, Asyl, Exil Internationale Konflikte Entwicklungspolitik und Umweltpolitik Menschenrechte und Freiheitsrechte Friedenspolitik, Friedensforschung

Eine dreiköpfige Expertenjury wählt den Preisträger aus. Die Jury wird gebildet aus namhaften Vertretern der Filmwirtschaft, Friedensarbeit und des Journalismus. Der Friedensfilmpreis wird im Rahmen einer Preisverleihungszeremonie zum Abschluss des FilmFestes verliehen.

Bisherige Preisträger seit 2002: 2002: In Or Between, Deutschland 2002, Realisation: Wuppertaler Medienprojekt 2003: Rachida, Algerien/Frankreich 2003, Regie: Yamina Bachir Chouikh 2005: Auf der Schwelle des großen Vergessens, Niederlande 2004, Regie: Thom Verheul 2006: Rwanda – les collines parlent, Belgien 2005, Regie: Bernard Bellefroid 2007: Kurz davor ist es passiert, Österreich 2006, Regie: Anja Salomonowitz 2008: Shahida – Brides of Allah, Israel 2008, Regie: Natalie Assouline 2009: Welcome, Frankreich 2009, Regie: Philippe Lioret 2010: Les Arrivants, Frankreich 2010, Regie: Claudine Bories und Patrice Chagnard 2011: Vaterlandsverräter, Deutschland 2011, Regie: Annekatrin Hendel 2012: Sharqiya, Israel 2012, Regie: Ami Livne und The Tiniest Place Mexiko 2012, Regie: Tatiana Huezo Sánchez 2013: Salma, Indien/Großbritannien 2013, Regie: Kim Longinotto 2014: Timbuktu, Mali 2014, Regie: Abderrahmane Sissako 2015: No Land’s Song, Deutschland/Frankreich/Iran 2014, Regie: Ayat Najafi 2016: Haus ohne Dach, Deutschland/Irak 2016, Regie: Soleen Yusef 2017: The Intruder, Italien 2017, Regie: Leonardo Di Costanzo 2018: The Distant Barking of Dogs, Dänemark 2017, Regie: Simon Lereng Wilmont 2019: Lovemobil, Deutschland 2019, Regie: Elke Margarete Lehrenkrauss 2020: The Viewing Booth, USA/Israel 2019, Regie: Ra‘anan Alexandrowicz 2021: Hive, Kosovo/Schweiz/Albanien/Nordmazedonien 2021, Regie: Blerta Basholli 2022: Ta farda, Iran/Frankreich/Katar 2022, Regie: Ali Asgari 2023: Etilaat Roz, Regie: Abbas Rezaie 2024: Intercepted, Regie: Oksana Karpovych

Filmpreis für Kinderrechte Mit dem Filmpreis für Kinderrechte wird ein Spiel- oder Dokumentarfilm ausgezeichnet, der sich in herausragender und engagierter Weise mit der Situation der Kinder und ihrer Rechte in der Welt auseinandersetzt.

Jeweils vier Filme werden für den Wettbewerb ausgewählt. Sie thematisieren die sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebensbedingungen von Kindern in den Entwicklungsländern und Industrienationen und vermitteln diese informativ und spannend. Das Spektrum reicht von der Umsetzung der Grundrechte auf Bildung, Gesundheit und Wohnung über den Schutz vor Ausbeutung und Gewalt bis hin zu dem Anspruch von Kindern auf Information, freie Meinungsäußerung und die Vertretung ihrer Interessen. Inhaltlich orientiert sich KinderUNRecht an der von 191 Staaten unterzeichneten UN-Kinderrechtskonvention.

Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert und wird vom Fachbereich Kinder, Jugend und Familien der Stadt Osnabrück gestiftet. Den Preisträger bestimmt eine fünfköpfige Schülerjury im Alter von jeweils 14 Jahren.

Bisherige Preisträger seit 2001:

2001: Ali Zaoua, Prinz der Straße (Ali Zaoua, prince de la rue), Frankreich/Belgien/Marokko 2000, Regie: Nabil Ayouch 2002: Runaway, Großbritannien 2002, Regie: Kim Longinotto und Ziba Mir-Hosseini 2003: Child Soldiers, Australien/Großbritannien 2002, Regie: Alan Lindsay 2004: Paloma de Papel, Peru 2004, Regie: Fabrizio Aquilar 2005: Schildkröten können fliegen (Lakposhtha hâm parvaz mikonand), Iran/Irak 2004, Regie: Bahman Ghobadi 2006: Living Rights: Roy & Toti, Niederlande 2005, Regie: Duco Tellegen 2007: Mama, mir geht es gut, Deutschland 2007, Regie: Alexandra Westmeier 2008: Klassenkampf, Deutschland 2008, Regie: Uli Kick 2009: Lena, Stella, Ümmü und die anderen, Deutschland 2009, Regie: Betty Schiel 2010: Ich, Tomek (Świnki), Polen 2009, Regie: Robert Gliński 2011: Pequeñas voces, Kolumbien 2010, Regie: Jairo Carrillo 2012: Kauwboy, Niederlande 2012, Regie: Boudewijn Koole 2013: Groß wie der Affenbrotbaum, Senegal / USA 2012, Regie: Jeremy Teicher 2014: Der Junge und die Welt (O Menino e o Mundo), Brasilien 2013, Regie: Alê Abreu 2015: Niemandskind (Ničije dete), Serbien 2014, Regie: Vuk Ršumović 2016: Starless Dreams, Iran 2016, Regie: Mehrdad Oskouei 2017: Das Mädchen aus dem Norden (Sameblod), Schweden/Dänemark/Norwegen 2016, Regie: Amanda Kernell 2018: Cross my Heart (Les Rois Mongols), Kanada 2017, Regie: Luc Picard 2019: Balangiga: Howling Wilderness, Philippinen 2017, Regie: Khavn de la Cruz 2020: Petite fille, Frankreich 2020, Regie: Sébastien Lifshitz 2021: Beans, Kanada 2020, Regie: Tracey Deer 2022: Imad’s Childhood, Irak/Lettland/Schweden 2021, Regie: Zahavi Sanjavi 2023: Delegation, Israel/Polen/Deutschland 2023, Regie: Asaf Saban

Kurzfilmpreis Mit dem Kurzfilmpreis werden internationale Kurzfilme prämiert. Der Preis ist mit 500 Euro dotiert und wird vom Studentenwerkwww.studentenwerk-osnabrueck.de Kurzfilmpreis des Studentenwerks Osnabrück geht an „Delivery Service“. (21. Oktober 2019). der Universität Osnabrück gestiftet. 2018 und 2019 wurde außerdem ein mit 1.500 Euro dotierter Kurzfilmpreis von einer studentischen Jury vergeben. 2020 wurde dieser durch einen Publikumspreis für den besten studentischen Kurzfilm ersetzt, der 2022 mit 700 Euro dotiert war.

Bisherige Preisträger seit 2001:

2001: Modern Daydreams, USA 2001, Mitchell Rose 2002: Der Schwarzarbeiter, Deutschland 2002, Gülsel Özkan und Ludger Pfanz 2003: Tripper, Deutschland 2003, Kira Schimmelpfennig 2004: Meine Eltern, Deutschland 2004, Nele Vollmar 2005: Goodbye, Deutschland 2004, Steve Hudson 2006: Vincent, Italien/Deutschland 2005, Giulio Ricciarelli 2007: Achterbahn, Deutschland 2007, Frank Wegerhoff 2008: Antje und wir, Deutschland 2007, Regie: Felix Stienz 2009: Der Anner im Himmel, Deutschland 2009, Regie: Philipp Hartmann 2010: Drop Dead, Niederlande 2010, Regie: Arne Toonen 2011: Matar a un niño, Spanien 2011, Regie: César Esteban Alenda und José Esteban Alenda 2012: I have a boat, Deutschland 2012, Regie: Nathan Nill 2013: Stufe 3, Deutschland 2012, Regie: Nathan Nill 2014: Pandas, Tschechien/Slowakei 2013, Regie: Matúš Vizár 2015: Gerry's Garden, Großbritannien 2014, Regie: Jobie Nam 2016: [Out of Fra]me, Deutschland 2016, Regie: Sophie Linnenbaum 2017: PIX, Deutschland 2017, Regie: Sophie Linnenbaum 2018: Studentische Kurzfilmjury: Sonntagabend, Deutschland 2017, Regie: Constantin Müller Publikumspreis für den besten Kurzfilm: Mascarpone, Deutschland 2018, Regie: Jonas Riemer 2019: Studentische Kurzfilmjury: Delivery Service, Russland 2019, Regie: Elena Koptseva Publikumspreis für den besten Kurzfilm: Nicht im Traum, Deutschland 2018, Regie: Astrid Menzel 2020: Publikumspreis für den besten studentischen Kurzfilm: Bambirak, Deutschland 2020, Regie: Zamarin Wahdat Publikumspreis für den besten Kurzfilm: Masel Tov Cocktail, Deutschland 2020, Regie: Arkadij Khaet und Mickey Paatzsch 2021: Publikumspreis für den besten studentischen Kurzfilm: Seepferdchen, Regie: Nele Dehnenkamp Publikumspreis für den besten Kurzfilm: Le monde en soi / The World Within, Regie: Sandrine Stoïanov und Jean-Charles Finck 2022: Publikumspreis für den besten studentischen Kurzfilm: Homebird, Irland/Großbritannien 2022, Regie: Caleb J. Roberts Publikumspreis für den besten Kurzfilm: For Pete’s Sake, USA 2022, Regie: Gerald B. Fillmore 2023: Publikumspreis für den besten studentischen Kurzfilm: Fünfzehn Minuten, Regie: Sejad Ademaj Publikumspreis für den besten Kurzfilm: Split Ends, Regie: Alireza Kazemipour

Ernst-Weber-Filmpreis