Das Daytona 500 ist ein 500 Meilen (805 Kilometer) langes Autorennen der NASCAR Cup Series, das alljährlich auf dem ovalförmigen Daytona International Speedway in Daytona Beach, Florida stattfindet. Das Rennen wurde 1959 zum ersten Mal ausgetragen und ist seit 1982 das Eröffnungsrennen der Cup Series.
Das Daytona 500 gilt als das wichtigste und prestigeträchtigste NASCAR-Rennen, bekannt als das „Great American Race“ oder der „Super Bowl des Motorsports“. Es ist zudem das Rennen, bei dem mit Abstand das meiste Preisgeld vergeben wird. Es findet immer am zweiten oder dritten Sonntag im Februar statt, als letzte Veranstaltung der jährlichen Daytona Speedweeks. Seit 1995 hat das Daytona 500 die höchsten Fernsehquoten aller Autorennen in den USA, da das legendäre Indianapolis 500 seit den 1990er Jahren durch Spaltung in zwei Rennserien an Bedeutung verloren hat. Das Rennen 2007 war auf Rang sechs der erfolgreichsten Live-Sportsendungen des Jahres mit 20 Millionen Zuschauern.
Der Sieger des Daytona 500 wird mit der Harley J. Earl Trophy geehrt und das Siegerauto steht für ein Jahr im Motorsportmuseum von Daytona. Seit 1971 ist der Termin zudem verbunden mit Washington’s Birthday, dem Präsidenten-Tag der USA.
Geschichte Das Rennen ist der Nachfolger des kürzeren Rennens, das auf dem Daytona Beach Road Course ausgetragen wurde. Dieses lange Oval bestand einst aus dem Sand des Strandes und teils aus den danebenliegenden Highways. Frühere Veranstaltungen hatten eine Länge von 200 Meilen, bei denen Stock Cars eingesetzt wurden. Diese Autos waren mit Scheibenwischern und Kühlern ausgestattet, da der Sand den Fahrer stark behinderte. Das Daytona 500 wird seit 1959 auf dem Daytona International Speedway ausgetragen.
1959–1969
Lee Petty, Patriarch einer berühmten Rennfahrerfamilie, deren berühmtestes Mitglied sein Sohn Richard Petty ist, gewann das erste Daytona 500 am 22. Februar 1959, indem er auf ungewöhnliche Art und Weise Johnny Beauchamp besiegte. Petty und Beauchamp überrundeten Joe Weatherly auf der Zielgeraden, woraufhin Offizielle anfangs Beauchamp den Sieg zusprachen, nachdem drei Autos die Ziellinie nebeneinander überquert hatten. Nach mehrfachem Betrachten von Bildern und Filmausschnitten wurde das Urteil drei Tage später revidiert und Lee Petty zum Sieger erklärt.
1964 führte Richard Petty mit seinem Plymouth mit dem neuen Hemi-Motor 184 der 200 Runden und gewann das Daytona 500. Plymouth belegte die Plätze eins, zwei und drei. Der Triumph war Pettys erster Sieg auf einem Superspeedway.
Das erste Daytona 500, das wegen Regen vorzeitig beendet werden musste, war das Rennen im Jahr 1965. Spitzenreiter Marvin Panch und Fred Lorenzen berührten sich in Runde 129, als es anfing zu regnen. Panch drehte sich von der Bahn und Lorenzen gewann das Rennen nach insgesamt 133 Runden. Das 1966 ausgetragene Daytona 500, das ebenfalls wegen Regen in Runde 198 vorzeitig beendet werden musste, gewann Richard Petty.
Das Rennen im Jahr 1967 sah einen überragenden Mario Andretti. Er führte 112 von 200 Runden, unter anderem die letzten 33 Runden, und gewann das Rennen. Es war das einzige NASCAR-Rennen, das Andretti gewinnen konnte.
1970–1979
Das Rennen im Jahr 1970 begann damit, dass Cale Yarborough schon zu Beginn das Tempo vorgab und mit einer Geschwindigkeit von 194,015 mph (312,237 km/h) auf die Pole fuhr. Schicksal spielte in diesem Jahr eine große Rolle, denn schon kurz nachdem die grüne Flagge gefallen war, kamen einige Piloten in Schwierigkeiten. Zuerst traf es Richard Petty, dann Yarborough, der nach 31 Runden, von denen er 26 führte, das Rennen frühzeitig beenden musste. Donnie Allison und A. J. Foyt waren die nächsten Fahrer, die aufgaben. Später im Rennen kämpfte Pete Hamilton, ein bis dahin unbekannter Fahrer, mit Charlie Glotzbach und David Pearson um die Führung. In Runde 192 überholte Hamilton Pearson und übernahm die Führung, und obwohl Pearson immer wieder versuchte, die Führung zurückzuerobern, konnte Hamilton das Rennen für sich entscheiden. Es war der erste von vier Siegen Hamiltons, der eine kurze, aber respektable NASCAR-Karriere hatte. Bei diesem Rennen waren die bisher meisten Zuschauer zu dem Daytona 500 gekommen, insgesamt 103.800.
1973 gab es ein klassisches Zwei-Auto-Duell zwischen Petty und Buddy Baker. Von den ersten 150 Runden führte Baker in 118 Runden, doch Petty war ihm dicht auf den Fersen, nachdem er einigen anderen Fahrern mit Motorproblemen und einem Unfall in Runde 155 aus dem Weg gegangen war. Nachdem die Spitzenreiter Petty und Baker ihren letzten Boxenstopp zehn Runden vor Schluss absolviert hatten, konnte Petty einen Vorsprung von 4,4 Sekunden auf Baker vorweisen. Doch Baker kam Runde pro Runde näher an ihn heran, und die Führung betrug fünf Runden vor Schluss nur noch 2,5 Sekunden, doch dann fiel Bakers Motor aus. Er musste das Rennen beenden, und Petty errang seinen vierten Daytona-500-Sieg.
Zu Beginn der Saison 1974 wurde wegen der Energiekrise bei einigen Rennen die Distanz um zehn Prozent verkürzt. So konnte Richard Petty das Daytona 500 zweimal hintereinander gewinnen, das nur noch 180 Runden (450 Meilen) betrug. Die beiden 125-Meilen-Qualifikationsrennen wurden ebenfalls auf 45 Runden (112,5 Meilen) verringert.
1976 kam Richard Petty eine Runde vor Ende des Rennens noch als Erster über Start und Ziel, doch auf der Gegengeraden wurde er von David Pearson überholt. Petty versuchte Pearson in der letzten Kurve auf der unteren Linie zu überholen, doch es gelang ihm nicht, das Manöver ganz abzuschließen. Sie kollidierten und drehten sich ins Gras im Infield wenige Meter vor der Ziellinie. Petty konnte sein Auto nicht mehr starten, doch Pearson hielt seinen Wagen am Laufen und überquerte die Ziellinie als Sieger.
Für Bobby Allison war das Rennen 1978 nicht leicht. Er kam zu dem Rennen mit einer Durststrecke von 67 sieglosen Rennen, doch als noch elf Runden zu fahren waren, steuerte er seinen Bud-Moore-Ford vorbei an Buddy Baker zur Führung. Diese gab er in den letzten Runden nicht mehr her und feierte seinen ersten Daytona-500-Sieg.
Das Daytona 500 im Jahr 1979 war das erste 500-Meilen-Rennen, das live im nationalen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Die Fernsehübertragung zeigte mehrere On-Board-Aufnahmen, und es gab einige Kameras, die entlang der Strecke montiert waren. Wegen eines Unfalls in der letzten Runde, der zu einer Prügelei zwischen den bis dahin Führenden Cale Yarborough und Donnie Allison (zusammen mit Donnies Bruder Bobby Allison) führte, bekam NASCAR viel schlechte Publicity. Donnie Allison führte das Rennen in der letzten Runde an. Cale Yarborough fuhr in seinem Windschatten und versuchte ihn am Ende der Gegengeraden zu überholen, doch Allison fuhr Kampflinie. Yarborough wollte keinen Boden verlieren und entschied sich, Allison innen zu überholen, doch seine linken Räder kamen von der Strecke ab und gerieten ins Gras. Er verlor die Kontrolle über sein Auto und fuhr Allison am Ende der Gegengeraden in die Seite. Als beide Fahrer versuchten, ihre Autos auf der Strecke zu halten, berührten sie sich mehrfach, bevor sie schließlich zusammen in Kurve drei mit der Mauer kollidierten. Nachdem beide Autos im Gras zum Stillstand gekommen waren, begannen Donnie Allison und Cale Yarborough heftig miteinander zu diskutieren. Als sie die Situation geklärt zu haben schienen, fuhr der schon überrundete Bobby Allison zu den beiden hin und verteidigte seinen Bruder. Daraufhin brach eine wilde Schlägerei aus. Richard Petty, der zu dieser Zeit eine halbe Runde Rückstand hatte, ließ sich davon nicht beeindrucken und wurde Sieger. Dies führte zu viel Gesprächsstoff. Das Geschehen schaffte es sogar auf die erste Seite des Sportteils der New York Times.
1980–1989
Buddy Baker startete das neue Jahrzehnt mit dem schnellsten Daytona 500 in der Geschichte. Er siegte mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 177,602 mph (285,809 km/h).
Das Rennen im Jahr 1981 sah einen Richard Petty, der sehr großes Risiko ging, um sein siebtes Daytona 500 zu gewinnen. Als noch 24 Runden zu fahren waren, kam Petty zu seinem letzten planmäßigen Boxenstopp, doch anstatt vier neue Reifen zu holen, wurde sein Auto nur aufgetankt. Wie sich herausstellen sollte, war dies eine sehr gute Entscheidung und Petty gewann das Rennen. Er war nun der einzige Fahrer, der es schaffte, das Daytona 500 in drei verschiedenen Jahrzehnten zu gewinnen.
Im Jahr 1983 wurde Cale Yarborough der erste Fahrer, der es schaffte, eine Qualifyingrunde von über 200 mph (320 km/h) zu fahren. Jedoch hatte Yarborough in seiner zweiten Qualifyingrunde einen Unfall und überschlug sich in Kurve 4. Sein Auto musste aus der Teilnahme zurückgenommen werden und die Rekordrunde zählte nicht. Trotz des Unfalls fuhr Yarborough am nächsten Tag mit einem Ersatzwagen zum Sieg. Ein Jahr später – 1984 – glückte ihm der Rekord mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 201,848 mph (324,828 km/h). Daraufhin gewann er das Rennen zum zweiten Mal hintereinander und insgesamt konnte er nun auf vier Daytona-500-Erfolge zurückblicken.
1987 stellte Bill Elliott den bis heute noch stehenden Rekord auf, er fuhr eine Qualifikationsrunde von 210,364 mph (338,532 km/h). Er gewann das Rennen darauf zum zweiten Mal in seiner Karriere, nachdem er schon zwei Jahre vorher 1985 das Rennen für sich hatte entscheiden können.
Zwischen den beiden Jahren – im Jahr 1986 – gab es ein spektakuläres Rennen zwischen Dale Earnhardt und Geoff Bodine, die in den letzten 70 Runden um den Sieg kämpften. Earnhardt führte zehn Runden und Bodine 60. Als noch drei Runden zu fahren waren, kam Earnhardt an die Box, weil er kein Benzin mehr in seinem Tank hatte. Beim Wiederrausfahren aus der Box zerstörte Earnhardt seinen Kolben und Geoff Bodine siegte mit einem Vorsprung von 11,26 Sekunden, weil er etwas sparsamer mit seinem Benzin umging.
Im Daytona 500 1988 wurde zum ersten Mal mit den neuen Restrictor Plates auf den Superspeedway-Rennen gefahren. Sie hatten die Aufgabe, die Autos mittels Luftmengenbegrenzer einzubremsen, da sie in den letzten Jahren eine zu hohe Geschwindigkeit erreichten. Vor dem Rennen wusste niemand so recht, wie sich die neue Einführung machen würde. Am Ende siegte Bobby Allison vor seinem Sohn Davey Allison. Beide feierten zusammen in der Victory Lane. Bobby Allison war damit der älteste Fahrer, der jemals das Daytona 500 gewinnen konnte. Im Rennen gab es zudem noch einen schlimmen Unfall von Richard Petty in Runde 106. Petty drehte sich, bekam Unterluft und sein Auto stieg auf und schleuderte in den Fangzaun. Nachdem er auf der Strecke wieder zum Stillstand gekommen war, krachten A. J. Foyt und Brett Bodine noch in sein Auto, das dabei in zwei Hälften zerbrach. Petty konnte jedoch ohne erhebliche Verletzungen aussteigen.
Darrell Waltrip gewann nach 17 Versuchen das Daytona 500 im Jahr 1989. Die Fans bejubelten den Sieger mit lautem Geschrei, und nachdem Waltrip von einem Reporter befragt worden war, brüllte Waltrip in die Kamera: „I won the Daytona 500! I won the Daytona 500!“ Zudem legte er noch ein kleines Tänzchen in der Victory Lane hin.
1990–1999 Nachdem Dale Earnhardt jahrelang versucht hatte, das Daytona 500 zu gewinnen, hatte er im Jahr 1990 die besten Chancen. Sieben Runden vor Schluss gab es die dritte und damit letzte Gelblichtphase des Rennens. Alle kamen in die Box, außer Derrike Cope. Nach dem Restart in Runde 195 überholte Earnhardt Derrike Cope und ging wieder in Führung. Doch in der letzten Runde fuhr Earnhardt über ein kleines Metallteil, welches nach dem Motorplatzer von Rick Wilson auf die Strecke geschleudert wurde, und sein Reifen platze. Derrike Cope überholte Earnhardt und gewann sein erstes NASCAR Rennen, und das beim Daytona 500.