Die Kronenblume (Calotropis gigantea), auch Madar-Strauch genannt, ist eine Pflanzenart in der Unterfamilie der Seidenpflanzengewächse (Asclepiadoideae) innerhalb der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae).

mini|Habitus Beschreibung Bei Calotropis gigantea handelt es sich um einen Strauch oder kleinen Baum, der Wuchshöhen von über drei Meter erreichen kann. Die kreuzgegenständigen, ungestielten oder kurz gestielten Laubblätter sind einfach, filzig behaart, silbrig-grün, 9 bis 15,8 cm lang und 4,5 bis 9,5 cm breit.

Die Blüten stehen in kompliziert aufgebauten Blütenständen zusammen. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig. Die fünf freien Kelchblätter sind 3 bis 7 mm lang. Die fünf an ihre Basis verwachsenen Kronblätter sind 15 bis 17 mm lang. Es ist nur ein Kreis mit fünf Staubblättern vorhanden. Die Staubfäden sind untereinander zu einer Röhre, mit dem Stempel und mit den Kronblättern verwachsen. Die fleischige Nebenkrone weist eine Länge von 11 bis 12 mm und einen Durchmesser von 6 bis 6,5 mm auf (darin unterscheidet sich diese Art von Calotropis procera, bei der sie kürzer ist). Zwei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen. Die zwei Griffel sind an ihren Spitzen verwachsen.

Es werden blassgrüne, weichschalige Balgfrüchte gebildet, die eine Länge von 70 bis 100 mm und einen Durchmesser von bis zu 40 mm aufweisen. Sie entlassen bei Reife viele behaarte Samen, die durch den Wind verbreitet werden.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.

Vorkommen Calotropis gigantea ist ursprünglich in Afrika und Südostasien beheimatet. POWO nennt ursprüngliche Vorkommen von Indien, Sri Lanka, Nepal, Bangladesch, Myanmar, Thailand, Kambodscha, Laos, Vietnam, Malaysia, Indonesien und China. Heutzutage ist die Kronenblume in vielen Ländern der Welt verwildert z. B. in Kolumbien, in Venezuela, Kuba, im südlichen Afrika, in Australien, auf den Philippinen oder in Neuguinea. Vor allem ist die Kronenblume in Brachland zu finden so z. B. auf ehemaligen Zuckerrohrfeldern im karibisch-südamerikanischen Raum.

Taxonomie Die Kronenblume wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 1 Seite 214 als Asclepias gigantea erstbeschrieben. Die Art wurde 1811 von William Townsend Aiton in Hortus Kewensis; or, a Catalogue of the Plants Cultivated in the Royal Botanic Garden at Kew 2. Auflage Band 2 Seite 78 als Calotropis gigantea in die Gattung Calotropis gestellt.

Nutzung mini|Uscharin, einer der Wirkstoffe der Kronenblume. Calotropis gigantea wurde in der Volksmedizin vielfältig genutzt, beispielsweise zum Stoppen von Blutungen, für leichtere Geburten, und zum Schwangerschaftsabbruch.R. Rajesh, C. D. Raghavendra Gowda, A. Nataraju, B. L. Dhananjaya, K. Kemparaju, B. S. Vishwanath: Procoagulant activity of Calotropis gigantea latex associated with fibrin(ogen)olytic activity. In: Toxicon : official journal of the International Society on Toxinology. Band 46, Nummer 1, Juli 2005, S. 84–92, doi:10.1016/j.toxicon.2005.03.012, PMID 15922393. Der klebrige Milchsaft wirkt insektizidK. Pari, P. J. Rao, C. Devakumar, J. N. Rastogi: A Novel Insect Antifeedant Nonprotein Amino Acid from Calotropis gigantea In: Journal of natural products. Band 61, Nummer 1, Januar 1998, S. 102–104, doi:10.1021/np970255z, PMID 9548837. und durch seinen hohen Gehalt an Herzglykosiden toxischS. Parhira, G. Y. Zhu, R. W. Jiang, L. Liu, L. P. Bai, Z. H. Jiang: 2'-Epi-uscharin from the latex of Calotropis gigantea with HIF-1 inhibitory activity. In: Scientific reports. Band 4, 2014, S. 4748, doi:10.1038/srep04748, PMID 24756103., jedoch wirken verschiedene Inhaltsstoffe antiasthmatisch, sedativ und entzündungshemmend, gerinnungsfördernd, anti-diabetischN. R. Rathod, H. R. Chitme, R. Irchhaiya, R. Chandra: Hypoglycemic Effect of Calotropis gigantea Linn. Leaves and Flowers in Streptozotocin-Induced Diabetic Rats. In: Oman medical journal. Band 26, Nummer 2, März 2011, S. 104–108, doi:10.5001/omj.2011.26, PMID 22043394, . und hemmen das Wachstum einiger TumorzellenT. Lhinhatrakool, S. Sutthivaiyakit: 19-Nor- and 18,20-epoxy-cardenolides from the leaves of Calotropis gigantea. In: Journal of natural products. Band 69, Nummer 8, August 2006, S. 1249–1251, doi:10.1021/np060249f, PMID 16933890.. Einige der wichtigsten Inhaltsstoffe sind Uscharin und epi-Uscharin. Weitere Bestandteile sind Cardenolide, PregnanoneZ. N. Wang, M. Y. Wang, W. L. Mei, Z. Han, H. F. Dai: A new cytotoxic pregnanone from Calotropis gigantea. In: Molecules. Band 13, Nummer 12, 2008, S. 3033–3039, doi:10.3390/molecules13123033, PMID 19052526., verschiedene TriterpeneS. Thakur, P. Das, T. Itoh, K. Imai, T. Matsumoto: Latex extractables of Calotropis gigantea. In: Phytochemistry Band 23, 1984, S. 2085–2087., und nichtproteinogene Aminosäuren, wie Giganticin.

Die Blätter wurden dem Damaszener Stahl zugesetzt. Die Bastfasern der Pflanze werden für Seile, Fischernetze und Papier verwendet. Die Samenfasern werden als Akon z. B. als Rettungswestenfüllungen eingesetzt und sind für textile Anwendungen geeignet.

Literatur B. Richardson: Beschreibung in der Western Australian Flora. (engl.) Bingtao Li, Michael G. Gilbert & W. Douglas Stevens: Asclepiadaceae in der Flora of China, Volume 16, S. 203: Calotropis gigantea - Online. (engl.)

Einzelnachweise

Weblinks

Kategorie:Seidenpflanzengewächse