Die Kavallerieregimenter waren die größte Organisationseinheiten der altpreußischen berittenen Truppen. Von 1644 bis 1806 entstanden nach und nach 35 Kavallerieregimenter. Diese Regimenter wurden zusätzlich nach verschiedenen Truppentypen unterschieden: 1. Kürassierregimenter, 2. Dragonerregimenter, 3. Husarenregimenter. Als Kavallerie galten zunächst nur Kürassiere, dann die Dragoner (berittene Infanterie, zunächst nur in Kompaniestärke) und erst im späten 18. Jahrhundert die Husaren, die bereits in den 1670er Jahren unter Kurfürst Friedrich Wilhelm für einige Jahre als eigene Kompanie erscheinen. Die Größe der Regimenter unterschieden sich zwischen den Truppentypen. Im Verlaufe der Zeit änderten sich auch die Regimentergröße innerhalb eines Kavallerietypes. Zur Zeit Friedrichs des Großen bestanden Kürassier- und Dragonerregimenter normalerweise aus fünf Eskadronen, Husarenregimenter aus zehn Eskadronen.
Systematik Die Nummerierung der preußischen Regimenter erfolgte erst kurz vor dem Zusammenbruch der Armee 1806. Zuvor wurden die Regimenter ausschließlich nach ihren Inhabern benannt. Der preußische Heeresreformer Fürst Leopold I. von Anhalt-Dessau führte aber mit seinen „Spezifikationen“ 1729/1737 schon eine erste Stammliste ein, die nach dem Anciennitätsprinzip aufgebaut war. Bekam ein Regiment einen Inhaber gleichen Namens eines anderen Regiments, so wurde diesem ein „Alt-“, jenem ein „Neu-“ vorangestellt, bei Vakanz ein „vacat-“ vor dem Namen des je letzten Inhabers.
Manche Regimenter führten besondere Namen, so „Gens d’armes“ oder „Leib-Regiment zu Pferde“.Vgl. 3 Bände. Zur Unterscheidung der neupreußischen Regimenter wird hier die von Hans Bleckwenn genutzte Bezeichnung „K/H“ mit arabischer Zahl (neupreußisch „Nr.“) und „D“ mit römischer Zahl dargestellt.vgl. Zusätzlich wurde der unten stehenden Liste das Gründungsjahr hinzugefügt. So soll eine Vergleichbarkeit erleichtert werden. Diese Nummerierung folgt konsequent den Aufstellungen von Tessin.
Kürassierregimenter Kürassierregiment K 1 „Regiment zu Pferde“ * 1665: als „Anhalt“ errichtet. 1665: Johann Georg II., 1693: Carl Friedrich von Schlippenbach, 1723: Kuno Ernst von Bredow, 1724: Wilhelm Dietrich von Buddenbrock, 1757: Hans Kaspar von Krockow („Alt-Krockow“), 1759: Gustav Albrecht von Schlabrendorf, 1765: „vacat-Schlabrendorf“, 1768: Friedrich Wilhelm von Roeder, 1781: Levin Gideon Friedrich von Apenburg, 1784: Philipp Christian von Bohlen, 1787: Georg Dietrich von der Groeben, 1788: Diedrich Goswin von Bockum-Dolffs, 1805: Elias Maximilian Henckel von Donnersmarck. 1806: Kapitulation bei Pasewalk. Kürassierregiment K 2 „Regiment zu Pferde“ * 1665 als „Pfuhl“ errichtet. 1656 Georg Adam von Pfuhl, 1670 Johann Christoph von Strauß, 1672 Friedrich von Brandenburg „Prinz von Preußen“, 1701 König Friedrich in Preußen (Kommandeure des Regiments unter dem Kronprinzen Friedrich:1688 Hans Joachim von Hagen; 1693 Imbert Rollaz du Rosey; 1703 Christian Siegmund von Aschersleben; 1709 Hans Christian von Rhoeden; 1713 Thomas August von Grote; 1721 Otto Gustav von Lepel; 1730 Adam Friedrich von Wreech), 1730 August Wilhelm von Preußen „Prinz von Preußen“, (Kommandeure des Regiments unter dem Prinzen August Wilhelm: 1737 Johann Adolf von Möllendorff; 1741 Nikolaus Andreas von Katzler; 1746 Georg Wilhelm von Driesen; 1756 Ludwig von Oppen) 1758 Heinrich von Preußen „Prinz von Preußen“, 1768 Georg Ludwig von Wiersbitzki, 1778 Christian Rudolf von Weyherr, 1782 Christian Friedrich August von Saher, 1783 Karl August von Backhof, 1789 Gustav Ludwig von der Marwitz, 1797 Peter Ewald von Malschitzky, 1802 Andreas Dietrich von Schleinitz, 1805 Karl Friedrich Hermann von Beeren. 1806 vernichtet im Corps Blücher. Kürassierregiment K 3 „Leib-Regiment zu Pferde“ * 1672 als „Leibregiment“ errichtet. 1672 Jakob von BülowIn älterer Literatur findet sich die (auf einem Druckfehler beruhende) Angabe, das Regiment wäre von einem Obersten Nicolaus von Below begründet worden. Einen solchen gab es zu dieser Zeit nicht. Vgl. Gustav Lehmann: Die brandenburgische Kriegsmacht unter dem Großen Kurfürsten. In: Forschungen zur brandenburgischen und preußischen Geschichte, Band 1, Leipzig 1888, dort S. 478 ff., 1675 Ulrich Graf von Promnitz, 1679 Alexander Magnus von Sydow, 1679 Joachim Balthasar von Dewitz, 1695 Adolph von Wangenheim, 1709 Wolf Christoph von Hackeborn, 1719 Gottfried Albrecht von Bredow, 1726 Friedrich Wilhelm von Dewitz, 1736 Adam Friedrich von Wreech, 1746 Nikolaus Andreas von Katzler, 1747 Johann Friedrich von Katte, 1758 Robert Scipio von Lentulus, 1778 Johann Rudolf von Merian, 1782 Ernst Christian von Kospoth, 1794 Leopold Heinrich von der Goltz, 1797 August Friedrich von der Droessel, 1799 Ulrich Karl von Froreich, 1801 Ernst Hermann von Kölichen, 1805 Friedrich August Leopold Karl von Schwerin. 1806 Kapitulation von Prenzlau. Kürassierregiment K 4 „Regiment zu Pferde“ * 1674 als „Dragoner-Garde“ errichtet. 1674 Joachim Ernst von Grumbkow, 1682 Dietrich von Dohna, 1686 Joachim Friedrich von Wreech, 1714 Peter von Blanckensee, 1733 Friedrich Leopold von Geßler, 1758 Johann Ernst von Schmettau, 1764 Hans Georg Woldeck von Arneburg, 1769 George Christoph von Arnim, 1785 Carl Friedrich von Mengden, 1796 Karl Friedrich Ernst Truchseß von Waldburg, 1800 Ernst Philipp von Wagenfeld. 1806 beim Reserve-Corps und wurde das neupreußische Kürassier-Regiment Nr. 1. Kürassierregiment K 5 „Regiment zu Pferde“ * 1679 als „Eller“ errichtet. 1683 Heinrich de Briquemault de St. Loup, 1692 Johann Siegmund von Heyden, 1692 Philipp Wilhelm von Brandenburg, 1712 Friedrich Wilhelm von Brandenburg-Schwedt, 1771 Friedrich Wilhelm Lölhöffel von Löwensprung, 1780 Maximilian von Mauschwitz, 1782 Ludwig Friedrich Alexander von Württemberg, 1800 Abraham von Bailliodz. Nur eine Eskadron begründete die Tradition des neupreußischen Dragoner-Regiments Nr. 2. Kürassierregiment K 6 „Regiment zu Pferde“ * 1688 als „Du Hamel“ errichtet. 1689 Franz du Hamel, 1702 Charles de l’Ostange, 1704 Benjamin Hieronymus Courold du Portail, 1715 Wilhelm Gustav von Anhalt-Dessau, 1737 Friedrich Heinrich Eugen von Anhalt-Dessau, 1744 Christoph Ludwig von Stille, 1753 Georg Philipp Gottlob von Schönaich (bis 1758 „Jung-Schönaich“), 1759 Heinrich Rudolph von Vasold, 1769 Rudolf von Seelhorst, 1779 Christoph Ernst von Hoverbeck, 1781 Hans Heinrich Ludwig von Rohr, 1787 Carl August von Sachsen-Weimar, 1794 Karl Wilhelm von Byern, 1800 Christian Heinrich von Quitzow. Kapitulation bei Anklam. Kürassierregiment K 7 „Regiment zu Pferde“ * 1688 als Dragoner-Regiment „Sonsfeld“ errichtet. 1688 Friedrich Wilhelm von Wittenhorst-Sonsfeld, 1711 George Friedrich von der Albe, 1717 Ludwig von Wylich und Lottum, 1729 Karl Friedrich von Papstein, 1733 Friedrich Siegmund von Bredow, 1755 Georg Wilhelm von Driesen, 1758 Christian Siegmund von Horn, 1762 Leopold Sebastian von Manstein, 1777 Gustav Ludwig von der Marwitz, 1784 Friedrich Adolf von Kalckreuth, 1788 Otto Friedrich von Ilow, 1792 Hans Friedrich Heinrich von Borstell, 1804 Heinrich August Friedrich von Reitzenstein. 1806 Kapitulation bei Magdeburg. Kürassierregiment K 8 „Regiment zu Pferde“ * 1691 als „Bayreuth“ gegründet. 1691 Christian Heinrich von Bayreuth-Kulmbach, 1712 Albert Wolfgang von Bayreuth-Kulmbach, 1716 Stephan von Dewitz, 1723 Friedrich von Egeln, 1734 Friedrich Siegmund von Waldow („Jung-Waldow“), 1742 Friedrich Wilhelm von Rochow, 1757 Friedrich Wilhelm von Seydlitz, 1774 Maximilian Sigmund von Pannewitz, 1787 Karl Friedrich Adam von Schlitz gen. Görtz, 1797 Ludwig Ferdinand Friedrich von Heising. 1806 Kapitulation bei Pasewalk. Kürassierregiment K 9 „Regiment zu Pferde“ * 1691 als „Schöning“ errichtet. 1691 Hans Ehrenreich von Schöning, 1703 Philipp Ludwig von Canstein, 1706 Hans Heinrich von Katte, 1741 Hermann von Wartensleben, 1741 Johann Adolf von Möllendorff, 1743 Bernhard Heinrich von Bornstedt, 1751 Johann Carl Friedrich von Schönaich-Carolath auch „Carolath-Beuthen“ (seit 1753 „Alt-Schönaich“), 1758 Jakob Friedrich von Bredow, 1769 Friedrich Wilhelm von Podewils, 1784 Christian Friedrich von Braunschweig, 1787 Johann Wilhelm von Manstein, 1797 Jakob Friedrich von Holtzendorff. 1806 Kapitulation bei Pasewalk. Kürassierregiment K 10 „Gens d’armes“ * 1688 als 3. Kompanie der „Grands Mousquetaires“ errichtet. 1691 Dubislav Gneomar von Natzmer, 1739 Wolf Adolf von Pannwitz, 1743 Georg Conrad von der Goltz, 1747 Nikolaus Andreas von Katzler, 1761 Friedrich Albert von Schwerin, 1768 Hans Friedrich von Krusemarck, 1775 Joachim Bernhard von Prittwitz, 1777 Emanuel Friedrich von Bredow, 1793 Karl Friedrich von Elsner. 1806 bei Wichmannsdorf geschlagen, Rest kapitulierte bei Anklam. Kürassierregiment K 11 „Leib-Carabiniers“ * 1691 als Dragoner-Regiment „Brand“. 1691 Paul von Brandt, 1692 Albrecht Friedrich von Brandenburg-Schwedt, 1731 Karl Ludwig Truchsess von Waldburg, 1738 Hermann von Wartensleben, 1741 Kaspar Ludwig von Bredow, 1751 Peter von Pennavaire, 1759 Joachim Christian von Bandemer, 1764–1768 Vakant, 1768 Reinhold Friedrich von Hoverbeck, 1770 Reimar von Kleist, 1775 Philipp Christian von Bohlen, 1784 Heinrich Sebastian von Reppert, 1794 August von BismarckCurt Jany bezeichnet ihn in Band III, S. 360 als Vater des Reichskanzlers. Vater war vielmehr Karl Wilhelm Ferdinand von Bismarck (1771–1845).. 1806 Kapitulation bei Pasewalk. Kürassierregiment K 12 „Regiment zu Pferde“ * 1704 als Dragoner-Regiment „Wittgenstein“. 1704 August von Wittgenstein, 1711 Ludolf von Pannewitz, 1715 Wilhelm Gustav von Anhalt-Dessau, 1715 Benjamin Hieronymus Courold du Portail, 1718 Georg Levin von Winterfeld, 1728 Arnold Christoph von Waldow (1734–1742 „Alt-Waldow“), 1743 Friedrich Wilhelm von Kyaw, 1759 Johann Heinrich Friedrich von Spaen, 1763 Georg Ludwig von Dalwig, 1796 Jakob Friedrich von Berg, 1798 Georg Ehrenreich von Werther, 1803 Karl Wilhelm von Bünting. 1806 Kapitulation bei Pasewalk. Kürassierregiment K 13 „Garde du Corps“ * 1740 als Lehreskadron. 1740 Friedrich II. von Preußen, 1786 Friedrich Wilhelm II. von Preußen, 1797 Friedrich Wilhelm III. von Preußen. 1806 als Carde du Corps geschlossen weiter bestanden.
Dragonerregimenter Dragonerregiment D I „Dragoner-Regiment Anspach“ * 1689 als „Anspach“ errichtet. 1690 Markgraf Georg Friedrich († 1703), 1714 Andreas Reveillas du Veyne, 1717 Georg Joachim von der Wense, 1725 Hans Friedrich von Platen, 1741 Karl Friedrich von Posadowsky, 1747 Bernhard Christian von Katte, 1751 Johann Ernst von Alemann, 1755 Karl Ludwig von Normann, 1761 Johann Wenceslaus von Zastrow, 1774 Friedrich Albrecht Carl Hermann von Wylich und Lottum, 1794 Ludwig von Preußen, 1797 Max Joseph von Pfalz-Zweibrücken, 1806 König Maximilian I. von Bayern. Kapitulation 1806 bei Lüneburg. Dragonerregiment D II „Dragoner-Regiment“ * 1725 durch Teilung von D I als „Sonsfeld“ errichtet. 1725 Friedrich Otto von Wittenhorst-Sonsfeld, 1742 Louis von Württemberg („Louis Württemberg“), 1749 Reimar Julius von Schwerin, 1754 Christian Friedrich von Blanckensee, 1757 Anton von Krockow (bis 1759 „Jung-Krockow“), 1778 Friedrich Wilhelm Carl von Württemberg, 1781 Johann Christoph von Mahlen, 1790 Karl Wilhelm Friedrich von Schmettau, 1797 Wolfgang Moritz von Prittwitz. Kapitulation 1806 bei Prenzlau Dragonerregiment D III „Dragoner-Regiment“ * 1705 als „Derfflinger“ errichtet. 1704 Friedrich von Derfflinger, 1724 Adolph Friedrich von der Schulenburg, 1741 Friedrich Rudolf von Rothenburg, 1752 Georg Philipp Gottlob von Schönaich, 1753 Friedrich Ludwig Truchsess von Waldburg, 1757 Peter von Meinicke, 1761 Kurt Friedrich von Flanß, 1763 Achaz Heinrich von Alvensleben, 1777 Otto Balthasar von Thun, 1788 Georg Ludwig von Gilsa, 1792 Wolfgang Moritz von Prittwitz, 1797 Hans Carl Ludolf von Strantz, 1800 Friedrich Daniel Wilhelm von Irwing. 1806 vernichtet im Corps Blücher. Dragonerregiment D IV „Regiment zu Pferde“