mini|Jean Hersholt (1920) Jean Hersholt (* 12. Juli 1886 in Kopenhagen; † 2. Juni 1956 in Hollywood, Kalifornien) war ein dänisch-US-amerikanischer Schauspieler und Philanthrop.

Leben Jean Hersholt wurde als Sohn eines dänischen Schauspieler-Ehepaares geboren und stand bereits früh auf Bühnen in ganz Europa. Seine Schauspielausbildung absolvierte er an der Kunstschule Kopenhagen.Jean Hersholt auf goldensilents.com (englisch) Bereits vor dem Ersten Weltkrieg spielte Hersholt in dänischen und deutschen Stummfilmen. 1913 emigrierte er in die Vereinigten Staaten, wo er zunächst noch als Theaterschauspieler arbeitete. Seinen ersten US-amerikanischen Stummfilm drehte er 1915. Die darauffolgenden Jahre spielte Hersholt beim Film häufig Schurken, so etwa in Erich von Stroheims Filmklassiker Gier von 1924. Mit zunehmendem Alter wechselte der Charakterdarsteller jedoch immer häufiger ins freundlich-väterliche Rollenfach, so etwa 1927 unter der Regie von Ernst Lubitsch in Alt-Heidelberg als Lehrer Dr. Jüttner.

mini|hochkant|links|Jean Hersholt (links) mit Prinz Sigvard Bernadotte und dessen Frau Erika (1935) Auch mit Beginn des Tonfilms Ende der 1920er-Jahre blieb Hersholt ein gefragter Charakterdarsteller. Eine seiner bekannteren Rollen war die des Alm-Öhi in Heidi (1937) an der Seite von Shirley Temple. Auch in den starbesetzten MGM-Ensemblefilmen Menschen im Hotel (1932) und Dinner um acht (1933) war Hersholt zu sehen. Zwischen 1937 und 1954 sprach Hersholt zudem die Titelrolle der populären Radioreihe Dr. Christian. Diese wurde anschließend auch zu einer erfolgreichen Filmreihe, in der Hersholt ebenfalls die Rolle des freundlichen Doktors übernahm. In den 1940er-Jahren verabschiedete sich Hersholt weitgehend aus dem Filmgeschäft und konzentrierte sich auf seine Radiorolle als Dr. Christian. Seine letzte Filmrolle hatte er 1955 in Nicholas Rays Western Im Schatten des Galgens an der Seite von James Cagney.

Neben seiner Arbeit als Schauspieler tat er sich auch als Übersetzer der Märchen von Hans Christian Andersen ins Englische hervor.

Ab den 1930er-Jahren unterstützte er den Motion Picture Relief Fund, der sich um ärztliche Hilfe für in Not geratene Filmindustriearbeiter bemühte. Von 1945 bis 1949 war er der Präsident der Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Für sein Engagement wurde er jeweils 1940 und 1950 mit einem Ehrenoscar ausgezeichnet. Nach seinem Tod führte die Academy den Jean Hersholt Humanitarian Award ein, der bis heute an sozial engagierte Filmschaffende vergeben wird. mini|Hersholts Grab im Forest Lawn Memorial Park in Glendale Jean Hersholt war von 1916 bis zu seinem Tod mit Via Hersholt verheiratet, sie hatten zwei Kinder. Er war der Onkel des kanadischen Schauspielers Leslie Nielsen (Die nackte Kanone). Jean Hersholt wurde mit zwei Sternen auf dem Hollywood Walk of Fame geehrt. Er wurde am 24. März 1955 von König Frederik IX. von Dänemark mit der dänischen Verdienstmedaille Ingenio et arti ausgezeichnet. Liste der Empfänger Ingenio et arti.

Er verstarb 1956, einen Monat vor seinem 70. Geburtstag, an einer Krebserkrankung.

Filmografie (Auswahl) 1921: Die vier Reiter der Apokalypse (The Four Horsemen of the Apocalypse) – Regie: Rex Ingram 1922: Tess of the Storm Country – Regie: John S. Robertson 1923: Der Markt der Seelen (Souls for Sale) (Cameo) 1924: Gier (Greed) – Regie: Erich von Stroheim 1924: Der Garten der Sünde (Sinners in Silk) – Regie: Hobart Henley 1924: Ihr Junge (So Big) – Regie: Charles Brabin 1924: Ihre romantische Nacht (Her Night of Romance) – Regie: Sidney Franklin 1925: Der Mann mit der Peitsche (Don Q Son of Zorro) – Regie: Donald Crisp 1925: Das Opfer der Stella Dallas (Stella Dallas) – Regie: Henry King 1926: Wien bleibt Wien (The Greater Glory) – Regie: Curt Rehfeld 1927: Alt-Heidelberg (Old Heidelberg) – Regie: Ernst Lubitsch 1928: Das Geheimnis einer Stunde (The Secret Hour) – Regie: Rowland V. Lee 1928: Komödie einer Liebe (The Battle of the Sexes) 1929: Junge Generation (The Younger Generation) 1930: Sergeant Grischa (The Case of Sergeant Grischa) – Regie: Herbert Brenon 1931: Das Phantom von Paris – Regie: John S. Robertson 1931: Helgas Fall und Aufstieg (Susan Lenox: Her Fall and Rise) – Regie: Robert Z. Leonard 1931: Transatlantic – Regie: William K. Howard 1931: Die Sünde der Madelon Claudet (The Sin of Madelon Claudet) – Regie: Edgar Selwyn 1931: Emma, die Perle (Emma) – Regie: Clarence Brown 1932: The Beast of the City – Regie: Charles Brabin 1932: Menschen im Hotel (Grand Hotel) – Regie: Edmund Goulding 1932: Die Maske des Fu-Manchu (The Mask of Fu Manchu) – Regie: Charles Brabin 1933: Dinner um acht (Dinner at Eight) – Regie: George Cukor 1935: Das Zeichen des Vampirs (Mark of the Vampire) – Regie: Tod Browning 1936: One in a Million – Regie: Sidney Lanfield 1937: Heidi (Heidi) – Regie: Allan Dwan 1937: Im siebenten Himmel (Seventh Heaven) – Regie: Henry King 1938: Alexander’s Ragtime Band – Regie: Henry King 1943: To the People of the United States – Regie: Arthur Lubin 1949: Dancing in the Dark – Regie: Irving Reis 1955: Im Schatten des Galgens (Run for Cover) – Regie: Nicholas Ray

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Einzelnachweise

Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Stummfilmschauspieler Kategorie:Dänischer Emigrant in den Vereinigten Staaten Kategorie:Däne Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1886 Kategorie:Gestorben 1956 Kategorie:Mann Kategorie:Präsident der Academy of Motion Picture Arts and Sciences Kategorie:Träger der Medaille Ingenio et arti