mini|hochkant|Xenija Sobtschak (2026) Xenija Anatoljewna Sobtschak (, wiss. Transliteration ; * 5. November 1981 in Leningrad) ist eine russisch-israelische TV-Moderatorin, ehemaliges It-Girl sowie politische Aktivistin der Opposition. Sie war Kandidatin für die russische Präsidentschaftswahl 2018.
Leben Herkunft und Ausbildung Xenija Sobtschak ist die Tochter von Anatoli Alexandrowitsch Sobtschak, dem früheren Bürgermeister von Sankt Petersburg und politischen Ziehvater von Wladimir Putin, und der Historikerin und ehemaligen Föderationsratsabgeordneten Ljudmila Borissowna Narussowa.Анатолий Собчак, sobchak.org (russisch)Людмила Борисовна Нарусова, sobchak.org (russisch) Xenija hat noch eine ältere Halbschwester, die 1965 geborene Marija Anatoljewna Sobtschak aus der ersten Ehe von Anatoli Sobtschak mit Nonna Stepanowna.НЕИЗВЕСТНЫЙ СОБЧАК, sobchak.org (russisch)
In ihrer Kindheit studierte Xenija Ballett am Mariinski-Theater und Kunst an der Eremitage. Die Schulzeit schloss sie an der der Herzen-Universität angeschlossenen Schule ab. 1998 begann sie ein Studium an der Fakultät für Internationale Beziehungen der Staatlichen Universität Sankt Petersburg. 2001 zog sie nach Moskau und setzte ihr Studium im selben Fach an der Staatlichen Moskauer Institut für Internationale Beziehungen (MGIMO) fort. 2002 erhielt sie in diesem Fach ihren Bachelor-Abschluss. Im selben Jahr begann sie ein Master-Studium im Fach Politikwissenschaft am Staatlichen Moskauer Institut für Internationale Beziehungen (MGIMO). Damit widersetzte sie sich dem Wunsch ihrer Eltern, die für sie nach dem Vorbild ihres Vaters ein Jurastudium vorgesehen hatten.
Glamour-Girl und TV-Star mini|Xenija Sobtschak (Mitte) mit Wladimir Putin, 2003
Innerhalb von zwei Jahren wurde Sobtschak in der Moskauer Szene sehr bekannt. Sie vermarktete sich als It-Girl mit lokalpatriotischem Akzent. Die Regenbogenpresse stilisierte sie zu einem Moskauer Jugendidol und schrieb über wilde Geburtstagsfeiern und freizügige Bikini-Fotos. Für den Fernsehkanal TNT trat Sobtschak seit 2004 als Beziehungstherapeutin der Teilnehmer des Reality-Projekts Dom dwa (Haus 2) auf, einer Adaption der Fernsehshow Big Brother. Abgeordnete der Staatsduma äußerten, Sobtschak sei ein Sicherheitsrisiko für die öffentliche Moral. Im Mai 2006 wollten Abgeordnete vom Komitee für Volksgesundheit ein Kriminalverfahren gegen sie anstrengen; sie würde im Fernsehen ein ungesundes Interesse an Sex schüren und sich faktisch als Zuhälterin betätigen. Im Gegenzug gründete Sobtschak die Jugendgruppe Wse swobodny (Alle sind frei), womit sie soziales Gewissen demonstrierte und zugleich ein Auffangbecken für den Nachwuchs der Elite schuf. Die Bewegung, für deren Hauptquartier Xenija Sobtschak eine Villa im Moskauer Stadtzentrum anmietete, machte sich die (damals auch vom Kreml ausgegebene) Ideologie zu eigen, man müsse seine Heimat und Familie lieben, aber auch tolerant sein und Minderheiten respektieren. Kritiker sahen in Xenija Sobtschak eine Repräsentantin der neureichen Elite Russlands und behaupteten, sie hätte sich von den Idealen der Perestroika- und Glasnostzeiten entfernt. Sobtschak beendete Mitte 2012 nach acht Jahren ihre Mitarbeit in der „Dom 2“-Show ohne näheren Kommentar.Sobchak Quits 'Dom 2', themoscowtimes.com, 1. Juli 2012
Weiterhin wirkte sie noch bei folgenden TV-Produktionen mit. Seit 2006 bei „Wer möchte nicht Millionär werden?“, ausgestrahlt vom Sender TNT.Кто не хочет стать миллионером, narod.ru Im Jahr 2008 Moderation der sechsten Staffel von Last Hero, der russischen Version von Survivor, auf dem Ersten Kanal., 1tv.ru 2009 bis 2012 die dritte Staffel der musikalischen Unterhaltungsshow „Zwei Sterne“ auf dem Ersten Kanal., 1tv.ru Weiterhin die Show „Blondine in Schokolade“, in der sich im Wesentlichen alles um ihre Person drehte. Darüber hinaus noch Moderationen und Auftritte in weiteren Sendungen.
Ab dem 8. Februar 2008 moderierte sie beim TV-Kanal Doschd die politische Talkshow „Sobtschak Live“ (Собчак живьём).Собчак живьём, tvrain.ru
Am 16. März 2015 berichtete die Moskauer Zeitung Kommersant, Sobtschak hätte während einer Party am 13. März gesagt, sie werde Russland am darauffolgenden Tag für eine gewisse Zeit verlassen. Freunde von Sobtschak behaupteten, dies wäre ihr von Sicherheitsdiensten nahegelegt worden.Ксения Собчак исполнила прощальный номер, kommersant.ru, 16. März 2015Russian Journalist Ksenia Sobchak Reported to Have Fled Russia, themoscowtimes.com, 16. März 2015 Sobtschak tweetete am 16. März, ihre Freunde hätten hinsichtlich der Auswanderung etwas übertrieben.Официально:друзья немного преувеличили про иммиграцию, ужин L'officiel действитело был душевным и с хорошим вином:), twitter.com/xenia_sobchak Anlass des Abendessens war, dass Xenija Sobtschak den Chefredakteursposten der Modezeitschrift L'Officiel Russia übernommen hatte., ru-facts.com, 16. März 2015 Im Dezember 2018 gab sie den Chefredakteursposten bei L'Officiel ab.Xenia Sobtschak trat als Chefredakteurin von L'Officiel zurück, Nowaja Gaseta, 11. Dezember 2018
Politische Aktivitäten mini|Xenija Sobtschak bei einer Rede während der Anti-Putin-Demonstration am 24. Dezember 2011 in Moskau. Seit Ende 2011 engagiert sich Sobtschak zunehmend politisch. Im Oktober 2011 machte sie in dem Moskauer Nobelrestaurant „Mario“ mit ihrem iPhone Videoaufnahmen vom Vorsitzenden der Jugendorganisation Naschi, Wassili Jakemenko. Anschließend stellte sie den 77-Sekunden-Film ins Internet und kommentierte die Aufnahmen mit den Worten, dass man zwar bei Prominenten damit rechne, dass sie frische Austern für 500 Rubel (15 Dollar) pro Stück und Champagner für 1300 Rubel (40 Dollar) pro Glas schlürfen würden, nicht jedoch bei Regierungsmitarbeitern. Das Video war eine Sensation. Im Dezember 2011 ging Sobtschak mit an der Spitze einer Protestdemonstration von circa 80.000 Demonstranten, bei der Parolen wie Russland ohne Putin und ähnliche erklangen. Bei einer Ansprache wurde sie dort jedoch ausgepfiffen, da die Demonstranten ihr den Sinneswandel nicht recht abnehmen wollten.
Im Februar 2012 moderierte Xenija Sobtschak bei MTV Rossija eine neue Talk-Show mit dem Titel „Gosdep s Ksenijei Sobtschak“ (Außenministerium mit Xenija Sobtschak). Nicht zuletzt dank Tschirikowa verlief die Sendung sehr emotional und die Zuschauerzahl beim Sender soll doppelt so hoch gewesen sein wie sonst üblich. Wenige Tage nach der ersten Ausstrahlung setzte der Sender jedoch die Reihe mit der Begründung ab, dass das Zuschauerinteresse zu gering sei.Телеканал MTV приостановил ток-шоу „Госдеп с Ксенией Собчак“, ria.ru, 14. Februar 2012 (russisch) Es gab Spekulationen darüber, dass die Einladung des Oppositionspolitikers und scharfen Putinkritikers Alexei Nawalny die Entscheidung mit beeinflusst haben könnte. Sobtschak produzierte anschließend die Sendung in Zusammenarbeit mit dem zum Imperium des Milliardärs, Kremlgegners und Präsidentschaftskandidaten Michail Prochorow gehörenden Magazins „Snob“, wo die Show auf der Webseite des Magazins am 27. Februar 2012 unter dem Titel „Gosdep 2“ lief. In dieser Sendung traten unter anderem die Oppositionsführer Alexei Nawalny und Boris Nemzow auf.MTV назвал воровством проект „Госдеп-2“ на „Снобе“, 1. März 2012 (russisch)
Parallel zu „Gosdep“ hatte Sobtschak am 8. Februar 2012 beim Sender Doschd TV mit der einstündigen Talk-Show „Sobtschak Live“ begonnen, die sie weiterführte und wo sie unter anderem diverse Parteivorsitzende der Opposition wie Sergei Mironow von der Partei Gerechtes Russland, Gennadi Sjuganow von der Kommunistischen Partei und den rechtsextremen Politiker Wladimir Schirinowski von der Liberal-Demokratischen Partei Russlands interviewte.Ksenia Sobchak Strikes Again, Radio Free Europe/Radio Liberty, 22. Februar 2012Ksenia Sobchak, Russia's Paris Hilton, fired for criticizing Putin on Gosdep, whatsontianjin.com, 22. Februar 2012
mini|links|Xenija Sobtschak auf der Kundgebungsbühne während der Protestdemonstration der Opposition am 10. März 2012 in Moskau. Im März 2012 nahm sie kurz nach der Wahl Wladimir Putins zum Präsidenten erneut an einer Protestdemonstration der Opposition in Moskau teil und war dort die prominenteste Rednerin. Sie forderte die Demonstranten auf, nicht nur zu zeigen, wogegen sie seien, sondern auch wofür sie stünden. Im Juni 2012 wurde ihre Wohnung von der föderalen Untersuchungsbehörde SledkomInvestigative Committee of the Russian Federation Webseite der russischen föderalen Untersuchungsbehörde Sledkom (englisch) durchsucht. Dort hielt sich zu der Zeit auch der Politiker der außerparlamentarischen Opposition Ilja Jaschin auf, den Sobtschak auf der Demonstration im Dezember 2011 kennengelernt und mit dem sie sich dann angefreundet hatte. Die Antikorruptionsbehörde beschlagnahmte in der Wohnung von Sobtschak Bargelder in Höhe von circa 1,1 Millionen Euro, 522.000 Dollar und 485.000 Rubel, die in 121 Briefumschlägen verpackt in ihrem Tresor gefunden wurden und deren Herkunft Sobtschak zunächst nicht erklären konnte. Es hieß, dass der Moderatorin ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung drohe.Widerspenstige Blondine unter Agentenverdacht, Die Welt, 19. Juni 2012Собчак обвиняют в занижении доходов в 10 раз, izvestia.ru, 18. Juni 2012 (russisch) Doch im September 2012 wurde die gesamte Summe an Sobtschak zurücküberwiesen. Sie hatte darauf beharrt, dass das Geld ehrlich verdient sei.Sobchak to Get Her Money Back, russialist.org, 30. September 2012
Am 15. Dezember 2012 nahm Xenija Sobtschak an einer nicht genehmigten Demonstration in Moskau teil, deren Teilnehmeranzahl sich zwischen 700 (Polizeiangabe) und 7000 Demonstranten (Organisatorenangabe) bewegte. Sobtschak wurde zusammen mit Alexei Nawalny, Ilja Jaschin und Sergei Udalzow festgenommen. Sie twitterte ein Bild von sich selbst, auf dem sie im Polizeiwagen mit weißen Rosen im Arm zu sehen ist.„Xenia Sobtschak festgenommen“, Bild.de, 15. Dezember 2012 Xenija Sobtschak war vom 22. Oktober 2012 bis zum 19. Oktober 2013 Mitglied des mittlerweile nicht mehr existierenden Koordinierungsrates der russischen Opposition.Координационный совет оппозиции прекратил свое существование, lenta.ru, 19. Oktober 2013 (russisch)
mini|hochkant|Xenija Sobtschak während der Pressekonferenz am 18. Dezember 2014