mini|Nennung von Janetto, Franz und Johann Baptista Taxis (Daxen) in den Innsbrucker Raitbüchern 1489/90 Die Österreichische Postgeschichte bis 1806 behandelt in Form eines Überblicks die Bestrebungen der Habsburger, ein eigenständiges Landespostwesen in den Stammlanden aufzubauen. Die Anfänge reichen bis in die Zeit Maximilians I. zurück.
Die Anfänge mini|Huldigung Maximilians durch die weltlichen und geistlichen Stände (incl. des Papstes!), Buchmalerei von Petrus Almaire um 1515 Seit dem Jahre 1490 unterhielt der deutsche König Maximilian I. erste Nachrichtenstafetten im Heiligen Römischen Reich, die er von Kurieren aus der italienischen Familie Taxis organisieren ließ, wobei die verschlossenen Felleisen von Postreitern bei Tag und Nacht zwischen den Poststationen befördert wurden. Eine Besonderheit bestand darin, dass in der Zeit von 1493 bis 1502 einheimische Tiroler Postmeister die Felleisenrouten im Reich und den Habsburger Stammlanden betreuten.
Der vor allem bei Reichstagen anfallende große Briefverkehr zwischen den Beamten aus Innsbruck und dem Tagungsort erfolgte über Felleisenstafetten. Dazu wurden zeitlich begrenzte Postkurse und zur Organisation einheimische Postmeister, wie Sebastian Meurl, Wendel Kay und Werndlin Gebs benötigt. Auch sie mussten, wie vor ihnen Janetto von Taxis, die anfallenden Kosten vorfinanzieren. Eine erste unabhängige Postroute, die Sebastian Meurl organisierte, verlief ab Mai 1493 von Innsbruck nach Ulm. Neben Meurl organisierte von 1497 bis 1498 ein Wendel („Wenndl“) Kay Felleisenrouten. Nach Meurls Tod im Juni 1499 wurde Werndlin Gebs sein Nachfolger. Da nach dem Augsburger Reichstag im Jahre 1500 der nächste Reichstag erst im Jahre 1505 in Köln stattfand, wurden zunächst keine Felleisenstafetten mehr benötigt. Die letzte Felleisenroute wurde im Jahre 1502 aufgeben, und Gebs schied als Postmeister in Innsbruck aus.
Der nächste österreichische Postmeister war im Jahre 1513 der Innsbrucker Kammerbote Hans Scholl, da die Innsbrucker Hofkammer ein Verfahren gegen Gabriel und Johann Baptista von Taxis wegen verbotener Fremdbeförderung und Falschabrechnung eingeleitet hatte. Scholl übernahm zunächst die südlichen Routen bis Trient. Nachdem Maximilian I. am 20. Dezember 1514 das Verfahren gegen Gabriel eingestellt hatte, löste dieser wieder Hans Scholl als Betreiber der Route Innsbruck-Trient-Verona ab. Scholl blieb trotzdem noch bis 1521 für kleinere Postkurse zuständig. Bei jenen Aktivitäten konnte jedoch noch nicht von einer eigenständigen Territorialpost gesprochen werden, da alle Routen der Habsburger Post in den Habsburger Stammlanden nur eine kurze Lebensdauer hatten.
Hofpost unter Ferdinand I. Nach Maximilians Tod am 12. Januar 1519 in Wels und der Heirat seines Enkels Ferdinand mit der ungarischen Königstochter Anna Ende Mai 1521 kam es im Januar und Februar 1522 in Brüssel zu einer Machtaufteilung zwischen den Brüdern Ferdinand und Karl V. Ferdinand übernahm die Verwaltung aller Habsburger Herzogtümer mit Ausnahme der Besitztümer im Elsass. Auch Württemberg, das seit der Vertreibung Herzog Ulrichs zu Habsburg gehörte, fiel darunter. In diesen Gebieten ließ Ferdinand unverzüglich eigene Poststafetten einrichten.
Schon 1522 entstanden selbstständige Hofpostämter in Augsburg unter dem Postmeister (Johann) Anton von Taxis und in Pressburg unter Martin von Paar. Ab 1524 folgten Wien unter dem Postmeister Hans Habenschadten und ab 1525 Linz unter Moritz von Paar. In Prag wirkte ab 1532 der Postmeister Ambrosius von Taxis. In Trient war ab 1542 der Postmeister Lorenz I Bordogna von Taxis tätig, der auch für die Postzentrale in Mailand arbeitete. In Füssen wurde 1548 der Postmeister Innozenz von Taxis eingesetzt. Im Jahre 1551 ernannte Ferdinand I. Ludwig von Taxis zum Postmeister in Bozen.
Am 23. März 1523 ernannte Ferdinand den bisher für die kaiserliche Postzentrale in Brüssel arbeitenden Gabriel von Taxis aus Innsbruck zum Koordinator seiner Hofpost. Dazu erließ er eine erste Hofpostinstruktion für die Kurse von Innsbruck nach Trient,Rübsam, in: L’Union Postale (UP) 12, Dezember 1891, S. 199. von Innsbruck über Linz nach Wien und von Innsbruck über Augsburg nach Stuttgart, Rheinhausen und Worms, sowie von Füssen über Stockach, Villingen, Freiburg nach Ensisheim. Die Postmeister, die Ferdinand I. direkt unterstellt waren, betreuten neben dem Postamt vor Ort auch die Posten in der Nachbarschaft. In der Folge entstanden hieraus häufig Posthalterdynastien. Die Bezahlung erfolgte je nach Region durch die zuständige Hofkammer. Bei langfristigen Postkursen wurden einheimische Posthalter verpflichtet. Bei zeitlich befristeten Felleisenlinien zu Reichstagen und Heerlagern wurden Postreiter eingesetzt, die bei Bauern übernachteten. Auch unter Ferdinand erfolgte die Bezahlung der Postmeister und Posthalter häufig nur unregelmäßig und schleppend.
Neue Postkurse unter Ferdinand als böhmischem und ungarischem König Nach der Wahl zum böhmischen König am 22. Oktober 1526 ließ Ferdinand im Januar 1527 eine Postroute Augsburg – Regensburg – Prag – Wien eröffnen und bis Juni 1527 betreiben. Dafür wurde der Postkurs Innsbruck – Wien zunächst aufgegeben, von Juli 1527 bis April 1528 aber wieder betrieben. Während dieser Zeit, am 17. Dezember 1527, wurde Ferdinand zum ungarischen König gewählt. Am 17. Januar 1529 ernannte er (Johann) Anton von Taxis aus Augsburg zum Leiter seiner Hofpost. Dieser erhielt im Jahre 1536 eine eigene Postinstruktion. Er starb am 8. April 1542. Bislang ist ungeklärt, ob es einen weiteren Anton von Taxis gab, der von 1521 bis 1545 eine Koordinationstätigkeit am Hof von Ferdinand ausübte.
Nach dem Tod des Postmeisters Gabriel von Taxis Anfang März 1529 in Innsbruck übernahm Joseph von Taxis dessen Amt. Die Postmeister in Innsbruck und Augsburg betreuten gleichzeitig die Posten der kaiserlichen Post in Brüssel auf der Route nach Italien. Nach Karls Kaiserkrönung durch Papst Clemens VII. in Bologna wurde sein Bruder Ferdinand am 5. Januar 1531 in Köln zum deutschen König gewählt. Am 12. Mai 1534 siegte Herzog Ulrich in Lauffen mithilfe Philipps von Hessen gegen Ferdinand und gewann im Juni Württemberg als Afterlehen zurück. Die Postroute zwischen Rheinhausen und Augsburg blieb davon unberührt. Am 1. August 1536 wurden die Brüder Johann, Philipp und Matthias von Taxis, die für Ferdinand als Kuriere arbeiteten, in den einfachen erblichen Adelsstand erhoben. Im Jahre 1539 begann Innozenz von Taxis, der spätere Füssener Postmeister, seine Tätigkeit als Kurier.
Spätestens ab 1540 gab es auf der Niederländischen Postroute wieder verstärkte Aktivitäten der kaiserlich-niederländischen Post. Die Posten bis Augsburg wurden von Brüssel besoldet, die Posten zwischen Augsburg und Trient dagegen von Innsbruck. Die Kostenaufteilung war vertraglich zwischen Brüssel und Ferdinands Hofpost geregelt. Nach dem Tod Johann Antons von Taxis übernahm dessen Sohn Johann von Taxis das Hofpostamt und Seraphin I. von Taxis das kaiserliche Postamt in Augsburg. Letzterer verpachtete das Amt am 4. Juni 1543 an Ambrosius von Taxis. Am 26. August 1545 wurde Matthias von Taxis zum dritten Hofpostkoordinator durch Ferdinand ernannt und erhielt dazu eine eigene Postinstruktion.
Im Jahre 1546 rebellierte der protestantische Rat von Augsburg gegen den Kaiser. Die städtischen Befestigungen wurden ausgebaut, und das Posthaus vor dem Stadttor abgerissen. Am 15. Juli 1546 kam es zur Aufhebung der kaiserlichen Post durch den Augsburger Rat. Die Brüder Johann und Ambrosius traten von ihren Ämtern zurück, flohen und kehrten nicht zurück. Ambrosius starb noch im selben Jahr, Johann im Jahre 1559. Ab Januar 1547 übernahm Innozenz von Taxis das kaiserliche Postamt in Augsburg und verwaltete es bis 1550.
Am 18. März 1548 ernannte der Brüsseler Generalpostmeister Leonhard I. von Taxis Innozenz von Taxis zum Postmeister in Füssen. Füssen war kein selbständiges Postamt, sondern unterstand Innsbruck. Innozenz löste den geflohenen Verwalter Martin Röschmann ab. Ferdinand bestätigte ihn am 23. November 1548 als Hofpostmeister und Karl V. am 15. Mai 1548 als kaiserlichen Postmeister. Im Jahre 1550 übernahm der minderjährige Christoph von Taxis das Augsburger Hofpostamt. Er stand zunächst noch unter der Vormundschaft des Innsbrucker Postmeisters Joseph von Taxis und des Bozener Postmeisters Ludwig von Taxis. Postverwalter im Hofpostamt zu Augsburg war zunächst Rudolf Höflich, den Christoph 1552 durch Mundin von Paar ersetzte. Nach dem Tod des Innsbrucker Postmeisters Joseph von Taxis im Jahre 1555 wurde dessen Sohn Gabriel II. sein Nachfolger.
Hofpost in der Zeit Ferdinands I. als Kaiser mini|Postkurse nach dem Reisebuch des Giovanni da l’Herba 1563 Nach dem offiziellen Rücktritt Karls V. als Kaiser im Jahre 1556 überließ er Ferdinand die Entscheidung, Zeit und Ort der Nachfolge zu bestimmen. Erst Anfang 1558 ernannten die Kurfürsten Ferdinand, den deutsch-römischen König, in Frankfurt zum „erwählten Kaiser“. Damit erhielt Kaiser Ferdinand I. innerhalb des Reiches die Oberhoheit über die Transitroute von den Spanischen Niederlanden nach Italien. Auch die beiden Postämter in Rom und Venedig wurden ihm unterstellt. Seine Hofpost verlor an Bedeutung.
Nach dem Tod Seraphins I. von Taxis konnte Christoph von Taxis am 16. Juli 1557 für sechs Jahre das spanisch-niederländische Postamt in Augsburg pachten. Der polnische König Sigismund II. August, der mit Katharina, einer Tochter Ferdinands I., verheiratet war, konnte am 25. Januar 1558 einen Stafettenkurs zwischen Krakau und Venedig einrichten lassen, der über Wien und Graz führte und von Italienern betrieben wurde. Der Versuch Christophs von Taxis, die Fremdbeförderung von Briefen auf den Kursen der Hofpost einzuführen, scheiterte nach Beschwerden des Innsbrucker und Wiener Postmeisters. Im Herbst 1558 wurde Christoph das Versenden fremder Briefe bei amtlichen Sendungen untersagt. Hierzu gab es eine eigene Postinstruktion. Nach dem Tod des Hofpostkoordinators Matthias von Taxis am 11. Januar 1559 wurde Christoph von Taxis im Juli 1559 beim Augsburger Reichstag zu seinem Nachfolger ernannt. Im Juli 1559 richtete Christoph zusammen mit Roger von Taxis auf eigene Kosten eine wöchentliche Ordinaripost von Augsburg nach Venedig ein, die durch Kaiser Ferdinand genehmigt wurde. Im Jahre 1562 übernahm Christoph von Taxis für 2.000 Gulden p. a. den polnischen Postkurs von Krakau nach Venedig. Die Strecke verlief nun über Innsbruck und Trient. Nach Beschwerden ließ Christoph den polnischen Postkurs von Krakau nach Venedig ab September 1563 wieder über Graz verlaufen.
Territorialpost nach 1564 Erbteilung der Habsburger Stammlande Bereits am 25. Februar 1554 hatte Ferdinand I. verfügt, dass die Habsburger Stammlande nach seinem Tod wie folgt unter seinen drei Söhnen aufgeteilt werden sollten: Maximilian sollte Ober- und Niederösterreich, Böhmen und Ungarn mit den Hauptresidenzen Wien und Prag erhalten Erzherzog Karl Innerösterreich mit Cilli, Kärnten, Krain, Görz, Triest und Istrien mit der Hauptresidenz Graz. Erzherzog Ferdinand Tirol und die Vorlande mit der Hauptresidenz Innsbruck
Nach dem Tod Kaiser Ferdinands I. am 25. Juli 1564 wurde dessen ältester Sohn Maximilian sein Nachfolger. Mit der von Ferdinand verfügten Aufteilung der Habsburger Stammlande in drei Erzherzogtümer entstanden auch drei eigenständige Landespostanstalten. Damit entfiel das Amt eines zentralen Hofpostkoordinators, und Christoph von Taxis musste ausscheiden.
Hofpost unter Kaiser Maximilian II. mini|200px|Jüngere Augsburger Meilenscheibe von 1629 mit den Postkursen Augsburg – Brüssel - AntwerpenAbgekürzt als O. P. N. A., Ordinari Post nach Antwerpen, bzw. O. P. N. V., Ordinari Post nach Venedig oder O. P. N. P. V. W. Ordinaripost nach Prag und Wien. Die Vorlage ist älter, da dort noch die Poststation Diedelsheim „Tiffelsheim“ genannt wird, die 1563 nach Knittlingen verlagert wurde. Augsburg – Innsbruck – Trient - VenedigAugsburg – Prag – Wien