hochkant|mini|Robert Heinrich Ludwig von der Goltz Robert Heinrich Ludwig Graf von der Goltz (* 6. Juni 1817 in Paris; † 24. Juni 1869 in Charlottenburg) war ein deutscher Diplomat und Politiker in Preußen.
Leben Robert war ein Sohn des preußischen Generalleutnants und Gesandten in Paris Heinrich von der Goltz und dessen Ehefrau Julie geb. Freiin von Seckendorff. Nach dem Tod seines Vaters wuchs er unter der Vormundschaft des Obermarschalls von Maltzahn auf.
Nachdem Goltz in Berlin zunächst von Privatlehrern unterrichtet worden war, legte er am 3. September 1834 das Reifezeugnis am Friedrichs-Gymnasium (Breslau) ab. Er studierte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität und der Universität Breslau Rechtswissenschaft. Er wurde Mitglied des Corps Borussia Bonn (1835) und des Corps Borussia Breslau (1839).Kösener Corpslisten 1930. Eine Zusammenstellung der Mitglieder der bestehenden und der nach dem Jahre 1867 suspendierten Corps mit Angabe von Jahrgang, Chargen und Personalien, Hrsg. Otto Gerlach, Verlag der Deutschen Corpszeitung, Frankfurt am Main 1931, 11/206, 18/290. Anfang August 1837 legte er die Erste Juristische Prüfung beim Kammergericht Berlin ab. Nach dem Studium unternahm er ausgedehnte Reisen.
In Preußens innerer Verwaltung nahm er an der Deutschen Revolution 1848/49 lebhaften Anteil.R. v. der Goltz: Ideen über die Reorganisation des Deutschen Bundes und der deutschen Staats-Verfassungen, nebst einer Skizze zu einer Verfassungs-Urkunde für den Deutschen Bund. 1848. Auch schloss er sich während der Reaktionszeit der gemäßigt-liberalen Partei an. 1852 wurde er für den Wahlkreis Düsseldorf 3 in das Preußische Abgeordnetenhaus gewählt.Bernd Haunfelder: Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus 1849–1867. (= Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 5). Droste, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-5181-5, S. 110. Er legte 1854 das Mandat nieder, um als Ministerresident nach Athen gehen zu können. Er wurde Gesandter beim Hofstaat der Krone Griechenland (1857) und am Hof der Osmanen (1859) in Konstantinopel.
1862 wurde er Otto von Bismarcks Nachfolger in Sankt Petersburg, 1863 in Paris, wo er bis zu seinem Tod erst Botschafter Preußens, dann ab Januar 1868 des Norddeutschen Bundes war. Er war am Hof Napoleon III. sehr beliebt, und dessen preußenfreundliche Haltung war sicher auch Goltz´ Verdienst. Er starb mit 52 Jahren in Charlottenburg, nachdem er sich in Paris einer Zungenkrebs-Operation unterzogen hatte. Beigesetzt wurde er im Mausoleum der Familie auf dem Luisenfriedhof II.
Siehe auch Goltz (Adelsgeschlecht) Liste der deutschen Botschafter in Griechenland Liste der preußischen Gesandten im Osmanischen Reich Liste der preußischen Gesandten in Russland Liste der preußischen Gesandten in Frankreich
Literatur
Stolberg-Wernigerode, Otto Graf zu: Goltz, Robert Graf von der. In: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 632–634 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118696327.html#ndbcontent Otto Graf zu Stolberg-Wernigerode: Robert Heinrich Graf von der Goltz. Botschafter in Paris 1863–1869. Stalling, Oldenburg i. O. [u. a.] 1941 (Deutsche Geschichtsquellen des 19. Jahrhunderts, 34).
Weblinks
Ehrengrab Luisenfriedhof
Eintrag In: Gerhard Köbler: Wer war wer im deutschen Recht (Online-Version)
Einzelnachweise
Kategorie:Politiker (deutsche Geschichte) Kategorie:Preußischer Diplomat Kategorie:Botschafter in Griechenland Kategorie:Botschafter im Osmanischen Reich Kategorie:Botschafter im Russischen Kaiserreich Kategorie:Botschafter in Frankreich Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Robert Kategorie:Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses Robert Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1817 Kategorie:Gestorben 1869 Kategorie:Mann