thumb|Die Kirche vom Gürtel aus gesehen thumb|Innenansicht 270°
Die Kirche Maria vom Siege ist eine ehemalige römisch-katholische Pfarrkirche am Mariahilfer Gürtel im 15. Wiener Gemeindebezirk Rudolfsheim-Fünfhaus, die 2015 der koptisch-orthodoxen Kirche geschenkt wurde.Radio Vatikan: Ö: Wiener Kirche „Maria vom Siege“ wird an Kopten übergeben vom 7. Dezember 2015.Die Schenkung umfasst das Grundstück, auf dem die Kirche steht, und den Pfarrhof auf der Adresse „Maria vom Siege Stiege 3“ samt dessen Garten, nicht jedoch das Grundstück um die Kirche selbst: Schenkungsvertrag vom 4. Dezember 2015, in: amtliches öffentliches Grundbuch, Bezirksgericht 01302 Fünfhaus, Einlagezahl 517 (abgerufen am 14. August 2023). Die Pfarre Fünfhaus wurde mit 30. Juni 2016 aufgehoben und ihr Gebiet der Pfarre Reindorf zugeschlagen.Diözesanblatt der Erzdiözese Wien, 154. Jahrgang, Juli 2016. S. 44. (abgerufen am 14. August 2023).
Die Kirche ist eine von insgesamt acht, die von 2010 bis Juni 2022 von der römisch-katholischen Kirche an andere christliche Glaubensgemeinschaften übergeben wurden.Serbisch-orthodoxe Kirche übernimmt Gebäude ORF.at, 22. Juni 2022, abgerufen am 22. Juni 2022 (dieser Beitrag und einige andere um diese Zeit entstand im Umfeld der Übergabe der Pfarrkirche Schöpfwerk, deshalb wird die serbisch-orthodoxe Kirche erwähnt).
Bauwerk mini|St. Gereon (Köln), Dekagon Die Kirche wurde von 1868 bis 1875 nach Entwürfen des Architekten Friedrich von Schmidt im Stil der historistischen Neofrühgotik gebaut. V. Schmidt entwarf auch das Wiener Rathaus. Schmidt hatte bereits im Jahr 1858 eine Kirche entworfen, allerdings ohne den Bauplatz zu kennen.Nemetschke Kugler; Lexikon der Wiener Kunst und Kultur Um acht zentrale Pfeiler legt sich ein Kranz von Kapellen. Das Dekagon der Kölner Kirche St. Gereon ist eine architektonische Parallele und hat v. Schmidt möglicherweise inspiriert.
Am rechten Seitenaltar ist eine Kopie des Bildes Maria vom Siege, das der Kirche den Namen gab. Das Patrozinium geht auf die Legende des beschädigten Gnadenbildes zurück, das zum Sieg der Katholischen Liga bei der Schlacht am Weißen Berg am 8. November 1620 beigetragen haben soll. Diesem Bild wurde auch die römische Kirche Santa Maria della Vittoria gewidmet. Seit 1985 unterstand die Kirche dem Kalasantiner-Orden.
Mit dem kleinen Turm auf der Kuppel erreicht der Bau eine Höhe von 68 Metern.
Orgel Die Orgel der Pfarrkirche Maria vom Siege wurde 1873 von G. F. Steinmeyer & Co. gebaut. Die Kegelladen-Orgel hat 24 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Spiel- und Registertraktur ist mechanisch.
I Hauptwerk C– 1. Principal 8′ 2. Viola di Gamba 8′ 3. Gedackt 8′ 4. Trompete 8′ 5. Tibia 8′ 6. Traversflöte 4′ 7. Oktav 4′ 8. Quinte ′ 9. Oktav 2′ 10. Mixtur ′ II Brustwerk C– 11. Stillgedackt 8′ 12. Salicional 8′ 13. Fagott & Clarinett 8′ 14. Geigen-Principal 8′ 15. Amorosa 4′ 16. Fugara 4′ 17. Superoctav 2′ 18. Kleinquinte ′ Pedal C– 19. Violon 16′ 20. Subbass 16′ 21. Posaune 16′ 22. Octavbass 8′ 23. Choralbass 4′ 24. Oktave 2′
Literatur Berta Pechanek: „Es gibt einen der Dich liebt … Jesus Christus“: die Pfarrkirche Maria vom Siege in Wien Fünfhaus – eine Wallfahrtskirche neueren Zuschnitts inmitten eines Arbeiterbezirkes. Diplomarbeit an der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien, 2008 (Online-Version) Pfarrkirche Maria vom Siege in Fünfhaus. Wien 15, Maria vom Siege 3. In: Peter Haiko, Renata Kassal-Mikula: Friedrich von Schmidt. (1825–1891). Ein gotischer Rationalist (= Historisches Museum der Stadt Wien. Sonderausstellung 148). Museen der Stadt Wien, Wien 1991, ISBN 3-85202-102-2, S. 164–173.
Einzelnachweise
Weblinks
Beschreibung der Kirche auf Planet-Vienna.com
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