Die Scheinkastanien (Castanopsis) sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Quercoideae innerhalb der Familie der Buchengewächse (Fagaceae). Die etwa 140 Arten sind im tropischen und subtropischen Asien verbreitet. Früher zu dieser Gattung gezählte amerikanische Arten werden aktuell anderen Gattungen zugeordnet.

Beschreibung mini|links|Illustration von Castanopsis cuspidata aus Flora Japonica, 1870 mini|links|Blütenstände von Castanopsis sieboldii mini|Nussfrüchte von Castanopsis sieboldii

Erscheinungsbild und Blätter Die Castanopsis-Arten wachsen als immergrüne Bäume oder selten große Sträucher. Die Rinde der Zweige ist anfangs dicht gelblich-braun flaumig behaart (Indument). Die eiförmigen bis ellipsoiden Winterknospen besitzen gegenständige, eiförmige bis linalische Knospenschuppen.

Die Laubblätter sind wechselständig und zweizeilig, bei einigen Arten auch spiralig angeordnet. Der Blattrand ist ganz oder gesägt, selten gelappt. Es sind extrapetiolare Nebenblätter vorhanden.

Blütenstände, Blüten und Früchte Castanopsis-Arten sind einhäusig gemischtgeschlechtig (monözisch). Die immer aufrechten, oft rispigen, manchmal ährigen, einfachen Blütenstände, die hier Kätzchen genannt werden, sind gewöhnlich eingeschlechtig.

Behaarte Tragblätter (Brakteen) bedecken je nach Art mehr oder weniger dicht die Fruchtbecher und können stachelartig, selten schuppenartig oder warzig sein. Die männlichen Blüten stehen zu drei bis sieben gruppiert, selten auch einzeln. In männlichen Blüten sind selten acht, meist neun bis zwölf Staubblätter und fünf oder sechs, selten bis zu acht Blütenhüllblätter vorhanden; der rudimentäre Stempel (Pistillode) ist sehr klein sowie dicht mit wolligen Haaren bedeckt. Die weiblichen Blüten stehen einzeln oder gruppiert zu drei bis fünf, bisweilen auch bis sieben. Die weiblichen Blüten besitzen gleich viele, ähnliche Blütenhüllblätter wie die männlichen Blüten. Wenn in den weiblichen Blüten Staminodien vorhanden sind, dann sind sie klein. Die meist drei (zwei bis vier) Fruchtblätter bilden einen meist dreikammerigen Fruchtknoten. Die meist drei (zwei bis fünf) Griffel enden in je einer kleinen, kopfigen Narbe oder es sind flache Terminalporen vorhanden.

Die radiärsymmetrischen oder zygomorphen Achsenbecher, auch Fruchtbecher oder Cupula genannt, stehen einzeln oder zu mehreren auf der teils holzigen Blütenstandsrhachis, bleiben selten geschlossen und umhüllen die Nüsse vollständig oder teilweise. Jeder Fruchtbecher enthält ein bis mehr als vier, kahle bis behaarte, holzige, knochige Nüsse mit Griffel-, Perianthresten auf dem „Umbo“ (Spitzchen), die meist zwei Jahre, selten ein Jahr Reifezeit benötigen. Die mehr oder weniger große Narbe (Hilum) ist kahl und rau. Die Nüsse liegen meist frei in der Cupula.

Systematik und Verbreitung David Don veröffentlichte 1825 den Namen Castanopsis innerhalb der Gattung Quercus ohne Rang in Prodromus Florae Nepalensis, 56. Im Rang einer Gattung wurde Castanopsis 25. Dezember 1841 durch Spach in Histoire Naturelle des Végétaux. Phanérogames, 11, S. 142, 185 veröffentlicht. Typusart ist Castanopsis armata . Synonyme für Castanopsis sind: Balanoplis , Callaeocarpus , Chlamydobalanus , Pasaniopsis , Shiia .

Die relativ artenreiche Gattung Castanopsis ist vom subtropischen bis tropischen Asien verbreitet. In China gibt es fast 60 Arten, 30 Arten davon kommen ausschließlich dort vor; einige chinesische Arten sind Endemiten in relativ kleinen Arealen. In Thailand kommen etwa 33 Arten vor.

mini|Castanopsis carlesii mini|Habitus und Blütenstände von Castanopsis cuspidata mini|Castanopsis eyrei mini|Habitus und Stamm von Castanopsis indica mini|Castanopsis sieboldiana Es gibt etwa 140 Castanopsis-Arten:

Castanopsis acuminatissima : Sie ist im tropischen Asien verbreitet. Castanopsis amabilis : Dieser Endemit gedeiht in Lorbeerwäldern in Höhenlagen von 300 bis 900 Metern nur im südwestlichen Teil des chinesischen Autonomen Gebiets Guangxi. Castanopsis annamensis : Sie kommt in Vietnam vor. Castanopsis argentea : Sie ist von Indien bis ins westliche Malesien verbreitet. Castanopsis argyrophylla : Sie ist vom nordöstlichen Indien über Laos, Myanmar, Thailand bis Vietnam und ins südlichen Yunnan verbreitet. Castanopsis arietina : Sie kommt in Vietnam vor. Castanopsis armata : Sie ist von Arunachal Pradesh bis Nepal, Myanmar und Thailand vor. Castanopsis birmanica : Sie kommt in Myanmar vor. Castanopsis boisii : Sie ist vom nordöstlichen Vietnam bis zu den chinesischen Provinzen Guangdong, Hainan, südwestliches Guangxi sowie südöstliches Yunnan verbreitet. Castanopsis borneensis : Sie kommt auf Borneo vor. Castanopsis brevispinula : Sie kommt vom nördlichen Thailand bis Laos vor. Castanopsis buruana : Sie kommt nördlichen Borneo, Sulawesi und Maluku vor. Castanopsis calathiformis : Sie ist von Myanmar, Laos, nördlichen Thailand über das südöstliche Tibet und südliche Yunnan bis ins nördliche Vietnam verbreitet. Castanopsis cambodiana : Sie kommt nur in Kambodscha vor. Castanopsis carlesii : Die zwei Varietäten sind in China und Taiwan weitverbreitet. Castanopsis castanicarpa : Sie kommt in Bangladesch sowie Myanmar vor. Castanopsis catappifolia : Dieser Endemit kommt nur in Perak (Gaping) auf der Malaiischen Halbinsel vor. Castanopsis ceratacantha : Sie ist von Laos, nordöstlichen Thailand und Vietnam bis zu den chinesischen Provinzen Guizhou, Hubei, südwestliches Sichuan sowie Yunnan verbreitet. Castanopsis cerebrina : Sie ist im nördlichen Thailand, nördlichen Vietnam sowie südöstlichen Yunnan verbreitet. Castanopsis chapaensis : Sie kommt in Vietnam vor. Castanopsis chevalieri : Sie kommt in Vietnam vor. Castanopsis chinensis (Syn.: Castanopsis qiongbeiensis , Castanopsis qingbeiensis nom. inval., Castanopsis remotiserrata , Castanopsis sinensis nom. illeg.): Sie ist in Vietnam und in den chinesischen Provinzen Guangdong, Guangxi, Hunan, südwestliches Guizhou sowie südöstliches Yunnan verbreitet. Castanopsis choboensis : Sie ist im nordöstlichen Vietnam und in den chinesischen Provinzen westliches Guangxi, südliches Guizhou sowie südöstliches Yunnan verbreitet. Castanopsis chunii : Sie gedeiht in Wäldern in Höhenlagen von 1000 bis 2000 Metern in den chinesischen Provinzen nördliches Guangdong, nordöstliches Guangxi, südöstliches Guizhou, südliches Hunan sowie südliches Jiangxi. Castanopsis clarkei : Sie ist vom nordöstlichen Indien über das nordöstliche Myanmar, südöstliche Tibet (nur Mêdog Xian) bis ins südliche Yunnan verbreitet. Castanopsis clemensii : Dieser Endemit kommt nur in Sabah vor. Castanopsis concinna : Sie gedeiht in Lorbeerwäldern in Höhenlagen unterhalb von 500 Metern in den chinesischen Provinzen südliches Guangdong sowie südliches Guangxi. Castanopsis costata : Sie ist von Thailand bis ins westliche Malesien verbreitet. Castanopsis crassifolia : Sie ist im nördlichen Thailand, nordöstlichen Vietnam und südwestlichen Guangxi verbreitet. Castanopsis curtisii : Sie kommt auf der Malaiischen Halbinsel vor. Castanopsis cuspidata : Sie kommt im zentralen sowie südlichen Japan und in Südkorea nur in Jeju-do vor. Castanopsis damingshanensis : Dieser Endemit gedeiht in Lorbeerwäldern in Höhenlagen von 1100 bis 1400 nur im Daming Shan im zentralen Teil des chinesischen Autonomen Gebiets Guangxi. Castanopsis delavayi (Syn.: Castanopsis tsaii ): Sie gedeiht in Wäldern in Höhenlagen von 1500 bis 2800 Metern in den chinesischen Provinzen Guangdong, Yunnan, südwestliches Guizhou sowie südwestliches Sichuan. Castanopsis densinervia : Sie kommt nur im nördlichen Borneo vor. Castanopsis densispinosa : Dieser Endemit gedeiht in Lorbeerwäldern in Höhenlagen von 1700 nur im Jinping Xian in der chinesischen Provinz Yunnan. Castanopsis diversifolia : Sie kommt in Thailand, Myanmar und Laos vor. Castanopsis dongchoensis : Sie kommt in Vietnam vor. Castanopsis dongnaiensis : Die 2018 erstbeschriebene Art kommt in Vietnam vor. Castanopsis echinocarpa (Syn.: Castanopsis tribuloides var. echinocarpa , Castanopsis echinocarpa var. seminuda , Castanopsis echidnocarpa orth. var., Castanea echidnocarpa , Castanopsis longispicata ): Sie ist vom nordöstlichen Indien über Bangladesch, Bhutan, Nepal, Myanmar, Thailand, Vietnam und das südöstliche Tibet bis ins südliche Yunnan weitverbreitet. Castanopsis echinophora : Sie kommt in Vietnam vor. Castanopsis endertii : Dieser Endemit kommt nur im nördlichen Kalimantan vor. Castanopsis evansii : Sie kommt im nördlichen sowie östlichen Borneo und auf Palawan vor. Castanopsis eyrei (Syn.: Castanopsis asymmetrica , Castanopsis brachyacantha , Castanopsis brachyacantha , Castanopsis caudata , Castanopsis cavaleriei , Castanopsis chingii , Castanopsis eyrei var. brachyacantha , Castanopsis incana , Castanopsis neocavaleriei , Castanopsis trinervis ): Sie gedeiht in Wäldern in Höhenlagen von 300 bis 1700 Metern in den chinesischen Provinzen Anhui, Fujian, Guangdong, Guangxi, Guizhou, Hubei, Hunan, Jiangsu, Jiangxi, Qinghai, Sichuan, Zhejiang sowie in Tibet und Taiwan. Castanopsis faberi (Syn.: Castanopsis brevispina , Castanopsis brevistella , Castanopsis hickelii , Castanopsis kusanoi , Castanopsis matsudae , Castanopsis ninbienensis , Castanopsis quangtriensis , Castanopsis sinsuiensis , Castanopsis stellatospina , Castanopsis tenuispinula ): Sie ist in Laos, Vietnam, Taiwan und in den chinesischen Provinzen Anhui, Fujian, Guangdong, Guangxi, Guizhou, Hunan, Jiangxi, Yunnan sowie Zhejiang verbreitet. Castanopsis fargesii (Syn.: Castanopsis argyracantha , Castanopsis cryptoneuron , Castanopsis taiwaniana ): Sie gedeiht in Lorbeerwäldern in Höhenlagen von 200 bis 2100 Metern in Taiwan und in den chinesischen Provinzen Anhui, Fujian, Guangdong, Guangxi, Guizhou, Hubei, Hunan, Jiangsu, Jiangxi, Sichuan, Yunnan sowie Zhejiang. Castanopsis ferox (Syn.: Castanopsis tribuloides var. ferox ): Sie ist vom nordöstlichen Indien über Bangladesch, Sikkim, Laos, Myanmar, nördliche Thailand, Vietnam und das südöstliche Tibet bis zum südlichen sowie südwestlichen Yunnan verbreitet. Castanopsis fissa (Syn.: Castanopsis fissoides , Castanopsis tunkinensis non ): Sie ist im nördlichen Thailand, nördlichen Vietnam und in den chinesischen Provinzen Guangdong, Guangxi, Hainan, südliches Guizhou, südliches Fujian, südliches Hunan, südliches Jiangxi sowie südöstliches Yunnan verbreitet. Castanopsis fleuryi (Syn.: Castanopsis microcarpa ): Sie kommt in Laos, Vietnam und im südlichen bis südwestlichen Yunnan vor. Castanopsis fordii : Sie ist im nördlichen Thailand und in den chinesischen Provinzen Guangdong, südliches Fujian, südöstliches Guangxi, südliches Hunan, südliches Jiangxi sowie südliches Zhejiang verbreitet. Castanopsis formosana (Syn.: Castanopsis tribuloides var. formosana ): Sie kommt in Vietnam, im südlichen Taiwan und in den chinesischen Provinzen Guangxi, Yunnan bis Hainan vor. C. Li, X. W. Li, J. Q. Li: Taxonomic notes on Castanopsis (Fagaceae, Castaneoideae) from China. In: Phytotaxa, Volume 146, 2013, S. 50–60. Castanopsis foxworthyi (Syn.: Castanopsis kinabaluensis ): Sie kommt auf der Malaiischen Halbinsel und im westlichen Borneo vor. Castanopsis fulva : Sie ist im westlichen Malesien verbreitet. Castanopsis gamblei : Sie ist von Laos bis zum nordwestlichen Vietnam verbreitet. Castanopsis glabra : Dieser Endemit kommt nur auf Leyte vor. Castanopsis glabrifolia : Dieser Endemit gedeiht am Sandstrand nur in Wenchang in Hainan. Castanopsis globigemmata : Dieser Endemit gedeiht im Lorbeerwald in Höhenlagen von etwa 1400 Metern nur im autonomen Kreis Pingbian im südöstlichen Yunnan. Castanopsis grandicicatricata : Sie wurde 2014 aus Vietnam erstbeschrieben. Castanopsis griffithii : Sie kommt in Myanmar vor. Castanopsis guinieri : Sie kommt in Vietnam vor. Castanopsis hainanensis : Dieser Endemit gedeiht im Lorbeerwald in Höhenlagen unterhalb 400 Metern nur in Hainan. Castanopsis harmandii : Sie kommt nur in Laos vor.