Otto Quirin (* 7. März 1927 in Mönchengladbach; † 8. Juli 2022 in seinem Haus in Hamburg-SaselAlster-Anzeiger, 08/2022, S. 16), eigentlich Otto Kaiser, war ein Maler der lyrischen Abstraktion in Deutschland.
Leben Mit 13 Jahren richteten seine Eltern ihm ein eigenes Atelier einSasel-Stadtteil mit Herz-2015,S. 12. Als Schüler lebte er in Bremen, wurde Flakhelfer in einer Luftwaffeneinheit bei Bremen und kam 1945 als einziger Überlebender seiner Schulklasse von der Front zurück nach DeutschlandAlster-Anzeiger, 08/2022, S. 16.
Während seines in den Jahren von 1948 bis 1955 absolvierten Studiums der freien Malerei, Kunstgeschichte, Germanistik und Philosophie an der Kunstakademie Düsseldorf, der Nordischen Kunsthochschule Bremen, der Universität Hamburg und der Landeskunstschule Hamburg unter anderen bei Ernst Wilhelm Nay, erhielt Otto Quirin 1951 den Förderpreis des Bremer Senates. Im selben Jahr hatte er eine erste Einzelausstellung in der Kaiser-Friedrich-Stadthalle in Mönchengladbach.
1955 stellte er in der 1949 gegründeten Zimmergalerie Franck in Frankfurt am Main aus und lernte die Mitglieder der Künstlergruppe Quadriga kennen, die der informellen Malerei zugerechnet wurden und die auch bei Franck ausstellten.
Ab 1956 war Otto Quirin in Hamburg als Deutsch- und Kunstlehrer am Gymnasium OberalsterSasel-Stadtteil mit Herz-2015,S. 12 und als Mitglied der Kunstkommission der Freien und Hansestadt Hamburg tätig, der er – mit einer Unterbrechung während seines Chileaufenthaltes – bis 1975 angehörte. Daneben organisierte er mit seinen Schülern Ausstellungen von den Bildhauern Gerhard Marcks und Gustav Seitz sowie den Malern Otto Dix und Oskar Kokoschka – von dem er Porträtzeichnungen anfertigte. Es folgte 1963 die Ausstellung des Dresdner Künstlerbundes. Weitere Porträtzeichnungen schuf er während einer im Jahr 1964 anlässlich der zur 200. Jahresfeier der Dresdner Akademie wahrgenommenen Einladung in die DDR von Otto Dix und im selben Jahr in Hamburg von Erich Heckel.
Von 1966 bis 1970 lebte der Künstler in Chile, wo er in Valdivia die Leitung des Instituto Alemán Carlos Anwandter übernahm. Er begegnete in Santiago de Chile Salvador Allende und Pablo Neruda, malte und zeichnete von beiden Porträts. Er erhielt Aufträge von Kirchen in Valdivia und Osorno und von der Universidad Austral de Chile (Valdivia). Seine Werke zeigte er in Ausstellungen in Osorno, Valdivia und in Santiago de Chile in der Galeria El Patio.
Nach seiner Rückkehr aus Chile leitete er von 1971 bis 1978 das Hansa-Kolleg Hamburg, im Anschluss daran bis 1984 die Deutsche Schule in Barcelona.
Otto Quirin unterhielt seit 1984 ein Atelier in Hamburg, von 1990 bis 2008 ein weiteres in Blanes/Girona in Katalonien.
Ausstellungen 1950: Beteiligung an der Ausstellung „Westeuropäische Akademien und Kunstschulen“, Kunsthalle Hamburg 1951: Erste Einzelausstellung in der Kaiser-Friedrich-Halle, Mönchengladbach 1955: Einzelausstellungen Zimmergalerie Franck, Frankfurt am Main 1963 und 1964: Einzelausstellungen in der Rose Fried Gallery, New York, der Galerie La Rouet, Paris sowie der Galerie Ernest Horn, Luxemburg 1976: Ausstellung im Kunstmuseum Tondern/Dänemark 2004: Kunsthalle St. Annen, Museum für Kunst und Kulturgeschichte im St.-Annen-Kloster Lübeck 2005: 17. Biennale „Humor and Satire in the Arts“, Gabrovo (Bulgarien) 2005: Museum am Burghof in Lörrach, Verein Bildende Kunst, Lörrach 2006: Sept.–Okt.: Klaussynagoge in Halberstadt „Wiederbegegnung“ (Porträtzeichnungen)„Wiederbegegnung“ war eine Wanderausstellung. Später auch im jüdischen Kulturzentrum in Berlin (2007), in der Synagoge zu Lübeck (2008), in Hamburg (2009) und im Kulturhaus Eppendorf (2010) zu sehen.Katalog zur Porträtausstellung Wiederbegegnung in der Klaussynagoge Halberstadt 2007: Fundació Angel Planells, Blanes (Girona) 2007: Ausstellung im Kulturkreis Torhaus im Bürgerverein Wellingsbüttel e.V.,(PDF; 458 kB) In: Alstertal-Magazin zur Ausstellung im Torhaus 2007. Torhaus Wellingsbüttel 2008: Gruppenausstellung (4 Maler) im Künstlerhaus Spiekeroog (Galerie- und Künstlerhaus Spiekeroog) „Die Kunst des Sammelns“ 2009: Feb.–März: Einzelausstellung „Form und Erzählung“ in der Galerie Anne Moerchen, Milchstr. 6a, Hamburg 2009: BbK Ausstellungsbeteiligung 2009: Oktober: Ausstellung in der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt unter Förderung der Kulturbehörde, Hamburg Stadthausbrücke 2009: November: Gruppenausstellung Galerie Kramski, Burgdorf 2009: Nov.–Dez.: Ausstellungsbeteiligung „Blutbilder“ für die Deutsche Krebshilfe, Haspa-Galerie Hamburg 2009: 19. Biennale „Humor und Satire in the Arts“, Gabrovo (Bulgarien) 2010: Februar – April: Einzelausstellung „Köpfe im Kopf“ im Syker Vorwerk – Zentrum für zeitgenössische Kunst. 2010: Zweite Ausstellung in der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, Hamburg Stadthausbrücke 8. Einführung Senatorin Hajduk. 2011: März–Juni: Einzelausstellung „Die Welt ist voller Zeichen“ im Fietz-Haus in Göddingen. 2014: Mai–Juni: Einzelausstellung „So oder So. Zwei Positionen der Postmoderne“ im Kunstverein Worpswede „Das Blaue Haus“, im Doppelpack mit der gleichnamigen Einzelausstellung von Peter Barthold Schnibbe.„So oder So. Zwei Positionen der Postmoderne“ im Ausstellungsarchiv des Künstlervereins Worpswede „Das Blaue Haus“
Auszeichnungen 1951: Förderpreis des Bremer Senates 1954: Förderpreis des Hamburger Senates 1968: Preis der Kritik in Santiago de Chile 2007: Ernennung zum Ehrenmitglied der Hanse-Akademie für Europäische Kultur-Integration 2011: Galeriepreis 2010 der Galerie und Sammlung Kramski, Hannover, Burgdorf
Literatur Maike Bruhns, Kay Rump: Der Neue Rump. Lexikon der Bildenden Künstler Hamburgs, Altonas und der näheren Umgebung. 2. Auflage. Wachtholz, 2005, ISBN 3-529-02792-8. Otto Quirin. Ausstellung Fundació Angel Planells. E-17300 Blanes. Depósito legal: GI-368-2007 Who is Who. 5. Ausgabe. 1998, ISBN 3-7290-0024-1, S. 2063. Michael Studemund-Halévy: Im jüdischen Hamburg. Mit Porträts von Otto Quirin. Dölling und Galitz Verlag, München 2011, ISBN 978-3-937904-97-9. Ina S. Lorenz, Michael Studemund-Halévy (Hrsg.): Otto Quirin. Hamburger Jüdische Portraits. ConferencePoint Verlag, Hamburg 2012, ISBN 978-3-936406-38-2.
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