mini|Poison-Ivy-Cosplay Poison Ivy (englisch für „Giftefeu“, mit der Konnotation „Gift-Ivy“, wenn Ivy als Frauenname verstanden wird) ist der Titel verschiedener Veröffentlichungen des US-amerikanischen Verlags DC Comics und zugleich der Name der Protagonistin dieser Veröffentlichungen.
Zu den Veröffentlichungen der Poison-Ivy-Reihe zählen unter anderem die Graphikromane Poison Ivy (1997; verfasst von John Francis Moore) und Poison Ivy: Cast Shadows (2004; verfasst von Ann Niccoti), die Comicserie Harley und Ivy, die Webcartoon-Reihe Gotham Girls sowie die Sammelbände Poison Ivy: Collected Legends und Poison Ivy: Thrice Met.
Hauptfigur Die Hauptfigur der Poison Ivy-Publikationen ist eine Abenteurerin und Öko-Terroristin, die mit eigentlichem Namen Pamela Lillian Isley heißt. Den Namen Poison Ivy – ein sprechender Name – benutzt sie als Deck- und Codenamen.
Poison Ivy wurde ursprünglich von dem Autor Robert Kanigher und dem Künstler Sheldon Moldoff als weiblicher Bösewicht für die Comicreihe Batman geschaffen, in deren Ausgabe #181 vom Juni 1966 sie debütierte. Die Figur entwickelte jedoch bald ein reges Eigenleben und trat in verschiedenen Anthologiereihen als Solocharakter auf und wurde schließlich als Feature-Charakter in diversen eigenen Veröffentlichungen in den Blickpunkt gerückt.
Die Figur der Poison Ivy ist inspiriert durch die Figur der Beatrice in Nathaniel Hawthornes Kurzgeschichte Rappaccinis Tochter. Diese war wie Ivy infolge eines Experiments in der Lage als „menschliche Giftfabrik“ in ihrem Körper Toxine wachsen zu lassen.
Als Ziele und Antriebe werden zu verschiedenen Zeiten geschildert: 1) Der Wunsch, Rache an der Menschheit für die „Schändung des Planeten“, insbesondere der Pflanzenwelt, zu üben, 2) Sich auf kriminellem Wege die materiellen Mittel für den Rückzug in eine geborgene, natürliche Umgebung jenseits der unwirtlichen modernen Industriegesellschaft zu verschaffen, 3) Den eigenen Abenteuerdrang und die eigene Libido zu befriedigen.
Aussehen Optisch wird Ivy meist als eine mit allen Vorzügen weiblicher Attraktivität ausgestattete, verführerische junge Frau dargestellt. Sie ist groß, schlank, mit üppigen weiblichen Formen, ebenmäßigen Gesichtszügen, starken Wangenknochen, langem wallenden (rotem) Haar und einem Schmollmund. Laut Verlagsangaben ist sie 1,68 m groß und wiegt etwa 54 kg. Ihre Augenfarbe ist grün, ihre Haarfarbe Rotbraun bis purpur und orange. Als optisches Vorbild für Ivys Originalversion gilt die Schauspielerin Bettie Page sowie verschiedene Femmes fatales.
Ivy trägt manchmal normale Straßenkleidung, häufiger jedoch ein in Grüntönen gehaltenes Kostüm aus chromoxidgrünen Leggins (bei ihrem ersten Auftritt gelb; heute ist sie an den Beinen meist nackt) und einem aus kleinen grünen Blättern geschaffenen Oberteil (in den Comics behauptet sie dieses selbst „gezüchtet“ zu haben) und manchmal auch eine Art Dornenkrone oder ein Stirnband.
Die Hautfarbe und Haarfarbe der Figur unterliegt ständigen Schwankungen und obliegt anscheinend der „künstlerischen Freiheit“ des jeweiligen Zeichners: In einigen Geschichten wird Ivy als Frau mit normalem Inkarnat-Ton („Fleischfarbe“) dargestellt, in anderen ist ihre Hautfarbe hellgrün oder auch kreideweiß. In einigen besonders expressionistischen Geschichten wird die rote Haarmähne der Figur durch tatsächliches Efeu, das aus ihrem Kopf sprießt, ersetzt (z. B. in Geschichten des Zeichners Tim Sale). Dabei wird stets angedeutet, dass dies nur eine Wahrnehmung durch Außenstehende und keine tatsächliche anatomische Eigenschaft ist. Auch ihre Superkräfte, die manchmal an Hexerei grenzen, werden gelegentlich durch chemische Erfindungen erklärt oder ergänzt (Chemische Waffen).
In der Regel erscheint Ivy „menschlicher“, wenn sie mit Harley Quinn zusammen ist, mit der sie oft in der Stadt Gotham City stehlen geht. Ihre Pflanzenartigkeit führt in manchen Geschichten zu besonderen Eigenschaften, etwa Abhängigkeit von den Elementen Sonne, Wasser und Erde sowie eine Allergie gegen Pflanzengifte und blattfressende Insekten.
Figurenhistorie Pamela Isley wuchs als verwöhntes Einzelkind wohlhabender Eltern in Seattle auf. Trotz ihrer ausnehmenden Schönheit war Isley ein überaus unsicheres, in sich gekehrtes und emotional instabiles Kind, das den Großteil seiner Jugend alleine und ohne Spielkameraden verbrachte. Aus Enttäuschung darüber, dass ihr niemals Blumen geschenkt wurden, begann Isley bereits in jungen Jahren mit dem Züchten von Rosen. So wurde Isleys Interesse für die Botanik geweckt. Ihr Interesse an Pflanzen ging schließlich so weit, dass sie sich der vegetativen Welt enger verbunden fühlte als der menschlichen.
Nach der Schule nahm Ivy das Studium der Botanik bei dem Wissenschaftler Dr. Jason Woodrue auf. Ihren Plan, eine Doktorarbeit über den Themenkreis der Kreuzung tierischen und pflanzlichen Lebens zu schreiben, konnte sie nicht mehr verwirklichen, da Woodrue, in den sie verliebt war, ihre von ihm nicht erwiderte Liebe ausnutzte, indem er sie dazu bewog, sich als Versuchsobjekt bei einem seiner Experimente zur Verfügung zu stellen: er verabreichte ihr ein Serum, das Isley zu einer Art menschlichen Pflanze mutieren ließ, die ihrerseits die Fähigkeit besaß, andere Pflanzen kontrollieren zu können. Außerdem war Ivy seit dem Experiment die Fähigkeit zu eigen, Pheromone absondern zu können, mit deren Hilfe sie Menschen aller Geschlechter auch entgegen deren Willen unter ihre Kontrolle bringen und dazu veranlassen kann, zu tun was sie wünscht. Weitere Fähigkeiten, die sie seither besitzt, sind eine Immunität gegen die allermeisten Gifte in nahezu jeder Kontaktform (Atemwegsaufnahme, orale Einnahme, Hautkontakt usw.), sowie das Talent in ihrem Körper Gifte heranwachsen zu lassen, die sie für ihre Zwecke nutzen kann. Wenn Ivy beabsichtigt, ihre Gifte an andere Menschen zu übertragen, so erfolgt dies zumeist durch genitalen oder oralen Körperkontakt (Küssen).
Als sie von Batman hörte, weckte dieser ihre Faszination, so dass sie nach Gotham City reiste und begann, dort unter dem Namen Poison Ivy Verbrechen zu begehen, um die Aufmerksamkeit ihres großen Idols auf sich zu ziehen. Zwischen beiden entspann sich eine leidenschaftliche Hass-Liebe, die bis heute andauert.
Charakterisierung Nach ihrem ersten Auftritt in einer Batman-Geschichte der 1960er Jahre verschwand Poison Ivy für einige Jahre wieder in der Versenkung und wurde als Figur erst wiederbelebt, als in den 1970er Jahren der aufkommende Feminismus die Batman-Autoren mit einem steigenden Bedarf an weiblichen Gegenspielern für ihren finsteren Titelhelden konfrontierte, um mit dem Zeitgeist Schritt zu halten. Hinzu kam, dass Batmans bisherige weibliche Hauptgegenspielerin Catwoman sich zusehends in einen positiven Charakter entwickelte, so dass die Batman-Macher meinten, eine andere weibliche Figur zu einer Batman dezidiert antagonistisch gegenüberstehenden Gestalt aufbauen zu müssen.
Während Poison Ivy insbesondere in den 1970er und 1980er Jahren als Erzschurkin dargestellt wurde, deren Hauptcharakteristika eine beinahe manische Liebe zu Pflanzen und gelegentlich Männern sowie eine ausgeprägte Abneigung gegen andere Menschen – insbesondere eine kalte Ablehnung anderer Frauen – waren, wurde ihr in den 1990er Jahren ein ambivalenterer, vielschichtigerer Charakter verliehen. So traten neben ihrer kriminellen Neigungen auch positive Eigenschaften, so eine aufrichtige Zuneigung zu anderen Arkham-Asylum-Insassen wie Killer Croc, Mitleid mit mittellosen Indios (Poison Ivy #1), ihre enge Freundschaft mit Harley Quinn und ihre mütterliche Fürsorge für eine Gruppe von Waisenkindern (No Man's Land). Im Videospiel Batman: Arkham Knight arbeitet sie sogar mit Batman zusammen und opfert sich im Verlauf der Handlung, um Scarecrows Giftgasangriff auf Gotham City zu verhindern.
Ein interessanter Punkt in Poison Ivys Charakterisierung ist ihre Sexualität. Während in vielen Geschichten Beziehungen zum anderen Geschlecht in den Fokus gestellt werden – so fühlte sie sich unter anderem schon zu Batman (Batman: Shadow of the Bat Annual #3, Poison Ivy #1), dessen perfekte Physis sie als „erregend“ bezeichnet, Harvey Dent (Dark Victory #11), dem Söldner Deadshot (Harley Quinn #3) und dem Arzt Thomas Elliott (Gotham Knights #60-65) hingezogen – existieren auch zahlreiche Geschichten, in denen sie sexuelle Beziehungen zu anderen Frauen, insbesondere zu Harley Quinn pflegt, welche sie in Injustice: Year Zero #8 sogar heiratet. Hinzu kommen insbesondere in für ein erwachsenes Publikum gedachten Veröffentlichungen Hinweise auf Chlorophilie (sexuelle Neigung zu Pflanzen). So vollzieht sie in „Harley & Ivy“ einmal eine Art Geschlechtsakt mit einer ihrer Pflanzen.
Nebenfiguren Ferak Ferak ist ein von Poison Ivy geschaffenes, äußerst aggressives Hybridwesen (Herkunft nicht völlig geklärt) aus menschlicher und pflanzlicher DNA. Ferak debütierte in Batman: Villains Secret Files #1, 1998 (Autor: Greg Rucka, Zeichner: Greg Land). Ferak ist phänotypisch eine attraktive junge Frau von amazonenhaftem Körperbau (sportlich-gut proportioniert, langhaarig), die Ivy in auffallender Weise ähnelt. Als Pflanze ist sie trotz ihres weiblichen Erscheinungsbildes geschlechtslos. Neben ihrer grünen Haut- und Gesichtsfarbe sind diverse zackenartige Auswüchse an ihrem Körper Feraks auffälligstes Merkmal. Sie kann Dornen und andere pflanzliches Auswüchse aus ihrem Körper sprießen lassen und sogar abwerfen. Ihre extreme körperliche Verformbarkeit nutzt sie, um ihre Extremitäten im Bedarfsfall als Waffen zu verwenden. Feraks Körperkraft übersteigt die eines Menschen bei weitem, ihre Intelligenz hingegen ist äußerst unterentwickelt, so dass sie selbst zur verbalen Kommunikation nicht fähig zu sein scheint. Bei ihrem ersten Auftritt in Gotham City – während der Niemandslandzeit – lief Ferak auf der Suche nach einer Unterkunft Amok, konnte aber schließlich von Batman und seiner Helferin „The Bat“ beruhigt werden, indem sie ihr ein passendes Zuhause in „Gotham Citys grüner Lunge“, dem Robinson Park zuwiesen (Batman: No Man's Land #0, 1999).
Floronic Man Der Floronic Man (auch Floro oder Plant-Master genannt), alias Jason Woodrue, ist der Wissenschaftler der dafür verantwortlich ist, dass Pamela Isley zu Poison Ivy wurde. Zudem ist er ein gelegentlicher Gegenspieler von Batman und dem Superhelden „The Atom“. Der Floronic Man, der in einer Backup-Story über „The Atom“ in Flash #245 vom November 1956 (Autor: Gardmer Fox, Zeichner: Gil Kane) debütierte, ist ein Mischwesen aus Mensch und Pflanze. Den Nachnamen Woodrue bekam die Figur in dem Heft Atom #1 vom Juni 1962 verliehen.