miniatur|Logo der Nürnberger Symphoniker Die Nürnberger Symphoniker, ursprünglich unter dem Namen Fränkisches Landesorchester gegründet, sind ein privates, gemeinnütziges Symphonieorchester aus der Metropolregion Nürnberg in Bayern. miniatur|Nürnberger Symphoniker am 21. April 2016 miniatur|Serenadenhof. Open-Air-Spielort in Nürnberg
Geschichte und Organisation Kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs gründeten Kapellmeister Karlhans Appel und mehrere Musiker am 1. Juni 1946 das „Fränkische Landesorchester“ und den gleichnamigen Trägerverein. Im Jahre 1963 wurde das „Fränkische Landesorchester“ in „Nürnberger Symphoniker“ umbenannt. Der Verein behielt jedoch damals seinen Namen „Fränkisches Landesorchester“ bei. Seit Januar 2020 firmiert er unter „Nürnberger Symphoniker e.V“. Erster Vorsitzender ist seit Juli 2021 Dieter Barth, ehemaliger Leiter Unternehmenskommunikation der wbg Nürnberg.
Innerhalb des Deutschen Tarifsystems für Kulturorchester ist das Orchester nach B eingestuft.
Sitz des Orchesters ist seit 1963 die Kongresshalle auf dem ehemaligen Nürnberg Reichsparteitagsgelände, die neben der Verwaltung auch den Probesaal des Orchesters und den Serenadenhof beherbergt. Der Probesaal wurde 2008 zu einem neuen Konzertsaal mit knapp 500 Plätzen ausgebaut, bis 2010 vorübergehend vom Schauspielhaus Nürnberg genutzt und steht seit 2011 neben den Nürnberger Symphonikern auch anderen Veranstaltern zur Verfügung. Er trägt seit 2011 den Namen „Musiksaal in der Kongresshalle“.
Der Förderverein der Nürnberger Symphoniker wurde im Oktober 2001 gegründet, um dem privatrechtlich geführten Orchester neue Finanzierungsmöglichkeiten zu eröffnen.
Das Orchester wird vom Freistaat Bayern, von der Stadt Nürnberg und vom Bezirk Mittelfranken institutionell gefördert und bei Konzertprojekten von Sponsoren aus der Wirtschaft unterstützt. Hauptsponsor ist die Sparkasse Nürnberg.
Konzerttätigkeit miniatur|Eingang zum Musiksaal der Nürnberger Symphoniker Die Nürnberger Symphoniker erreichen pro Jahr etwa 200.000 Zuhörer bei ungefähr 100 musikalischen Veranstaltungen verschiedener Art. Bei den Symphonischen Konzerten in der Nürnberger Meistersingerhalle liegt der Schwerpunkt auf dem klassisch-romantischen Repertoire. Im hauseigenen Musiksaal in der Kongresshalle widmet sich das Orchester genreübergreifenden Projekten aus Pop, Jazz, Film und Literatur. Während der Sommersaison spielt das Orchester im Serenadenhof und beim Klassik-Open-Air im Nürnberger Luitpoldhain mit mehr als 60.000 Besuchern.
Regelmäßig werden Aufnahmen für den Bayerischen Rundfunk und für diverse CD-Labels eingespielt. Die Nürnberger Symphoniker sind ein Partner für Chöre; zum Beispiel des Lehrergesangvereins Nürnberg, des Hans-Sachs-Chors und des Philharmonischen Chors Nürnberg.
Die Nürnberger Symphoniker agierten als Gastorchester im Staatstheater Nürnberg, als Orchester der Opernfestspiele Heidenheim und als Festspielorchester beim Festival Fränkischer Sommer. In Kooperation mit der Staatsphilharmonie Nürnberg führten die Nürnberger Symphoniker umfangreiche Werke wie Gustav Mahlers „Symphonie der Tausend“ und Arnold Schönbergs „Gurre-Lieder“ auf. Für das Sonderprojekt „Erlebnis Klassische Musik – Kinder spielen für Kinder“ im Rahmen von „Symphoniker im Klassenzimmer“ wurde das Orchester 2012 mit dem Paula-Maurer-Preis ausgezeichnet. Daneben stehen neue Konzertformate wie Angebote für Menschen mit Demenz auf dem Programm.
Seit 2003 unternimmt das Orchester regelmäßig internationale Gastspiele, die das Ensemble unter anderem nach Wien (Musikverein, Goldener Saal), Prag (Obecní dům), Mailand (Sala Verdi), Hamburg (Elbphilharmonie) und Berlin (Philharmonie), Japan (u. a. Tokyo, Opera City Hall), China (u. a. Peking, NCPA) und England (u. a. London, Cadogan Hall) führten.
Mit den Nürnberger Symphonikern traten unter anderem Cecilia Bartoli, Cheryl Studer, Edita Gruberova, José Carreras, Philippe Entremont, Albrecht Mayer, Martin Stadtfeld, Cameron Carpenter, Daniel Hope, Mischa Maisky, Martin Grubinger und Sabine Meyer als Solisten auf.
Bei dem jährlich im Luitpoldhain stattfindenden Klassik Open Air in Nürnberg geben die Nürnberger Symphoniker und die Staatsphilharmonie Nürnberg jeweils ein Konzert bei freiem Eintritt.
Chefdirigenten und Intendanten Quelle:
Chefdirigenten 1949–1967: Erich Kloss (1898–1967) 1968–1970: Othmar Mága (1929–2020) 1971–1974: Günter Neidlinger (* 1930) 1974–1980: Werner Andreas Albert (1935–2019) 1980–1988: Klauspeter Seibel (1936–2011) 1989–1992: Georg Schmöhe (1939–2021) 1994–1997: Thomas Gabrisch (* 1961) 1997–2002: Jac van Steen (* 1956) 2005–2009: Bernhard Gueller (* 1950) 2009–2017: Alexander Shelley (* 1979) 2018–2022: Kahchun Wong (* 1986) seit der Spielzeit 2022/23: Jonathan Darlington (* 1956)
Intendanten 1980–2000: Günter Einhaus (1935–2024) 2000–2003: Ulrich Görg (* 1951) 2003–2026: Lucius A. Hemmer (* 1965)
Filmmusik Die Nürnberger Symphoniker wurden im Februar 1993 für die Einspielung des Hauptmotivs der Fernsehserie „Die Schöne und das Biest“ mit dem Grammy Award in der Kategorie Best Pop Instrumental Performance ausgezeichnet. Bereits seit den 1950er Jahren nimmt das Orchester Filmsoundtracks auf; unter anderem Musik von Miklós Rózsa für die Filme „Quo Vadis“ und „Ben Hur“.
Veröffentlichungen Quellenhttps://colosseum.de/
Beauty and the Beast, Main Theme (Lee Holdrige) – 1992 Ben Hur (Miklós Rózsa) – 1987 Serenade No. 13, Eine kleine Nachtmusik (Wolfgang Amadeus Mozart) – 2010 Romeo und Julia (Tschaikowsky) – 2023 Das Dschungelbuch & die Geschichte vom faulen Bären (Miklós Rózsa) – 2005 Peter und der Wolf (Sergej Prokofjew) – 2017 Nola Note auf Orchester-Reise – 2011 Movie Memories, Titelmelodien großer Filmklassiker – 1995 Concerto for Flute and Orchestra (Carl Nielsen) – 2005 Andreas Scholl goes Pop – 2007 Klavierkonzert Nr. 1 und 2 (Chopin) – 2009 Brahms Violinkonzert, Doppelkonzert (Johannes Brahms) – 2015 A Florentine Tragedy (Richard Flury) – 2019 Tragische Ouvertüre (Johannes Brahms) – 2023 Tellefsen & Kalkbrenner: Klavierkonzerte – 2024
Pionierleistungen Als erstes Symphonieorchester in Deutschland führten die Nürnberger Symphoniker 1975/76 eine Reihe von Symphoniekonzerten unter der Leitung einer Frau durch – der Dirigentin Hortense von Gelmini. Mit ihr nahmen sie u. a. eine Schallplatte der „Nullten Symphonie“ von Anton Bruckner auf.
Weblinks
Einzelnachweise
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