Die Tennis-Bundesliga ist die höchste Spielklasse im deutschen Mannschaftstennis der Herren. Sie ist unterteilt in die 1. Bundesliga, die seit 1972 ausgespielt wird, und die 2. Bundesliga (seit 2001).

Die zu Saisonende erstplatzierte Mannschaft der 1. Tennis-Bundesliga ist Deutscher Meister. In den bisherigen 54 Spielzeiten der Tennis-Bundesliga gewannen 16 verschiedene Vereine den Meistertitel. Erfolgreichster Verein ist TC Blau-Weiss Neuss mit zehn Bundesliga-Meisterschaften.

Spielmodus Gespielt werden die Begegnungen von Anfang Juli bis Mitte August in einer einfachen Runde an insgesamt neun Spieltagen. Dabei beginnt die Bundesliga üblicherweise am mittleren Wochenende der Wimbledon Championships. Die weiteren Spieltage werden an den darauf folgenden fünf Wochenende ausgetragen, so dass an drei Spieltagen jeweils freitags und sonntags gespielt wird.

Jede Begegnung umfasst sechs Spielpaarungen. Begonnen wird mit vier Einzel, anschließend folgen zwei Doppel. Sieger einer Spielpaarung ist, wer zuerst zwei Sätze gewonnen hat. Falls ein dritter und entscheidender Satz benötigt wird, wird dieser im Match-Tie-Break auf zehn Spielpunkte ausgespielt.

Die Spielpaarungen im Einzel ergeben sich aus den Weltranglistenplatzierungen der Spieler nach den French Open in Paris. Hierbei treten die beiden bestplatzierten Einzelspieler beider Mannschaften gegeneinander an, die beiden Zweitplatzierten usw. Im Doppel wird die Summe der beiden Doppelspieler in der vereinsinternen Setzliste, die sich aus den Weltranglistenpositionen der Spieler ergibt, addiert. Die beiden Doppelspieler, deren Summe niedriger ist, treten gegen das bessere Doppel der gegnerischen Mannschaft an.

Die siegreiche Mannschaft erhält zwei Punkte, bei Unentschieden erhält jede Mannschaft einen Punkt.

Seit Einführung der eingleisigen Bundesliga zur Saison 2005 ist der Erstplatzierte der Abschlusstabelle Bundesligameister. Die beiden Letztplatzierten steigen in die 2. Bundesliga ab und werden durch die beiden Erstplatzierten der geteilten 2. Bundesliga ersetzt.

Bis zur Saison 2004 wurde die Meisterschaft unter den beiden Bestplatzierten der beiden Bundesliga-Gruppen A und B durch Halbfinalspiele und Endspiel ermittelt. Die Letztplatzierten der beiden Gruppen ermittelten unter sich den Absteiger.

Zuschauer In der Saison 2008 wurden bei 45 Begegnungen rund 65.000 Zuschauer gezählt, was einer durchschnittlichen Besucherzahl von 1444 Personen entspricht.

Geschichte

Der 1902 in Berlin von Carl August von der Meden gegründete „Deutsche Lawn Tennis Bund“ (später: DTB) führte aufgrund seiner hohen Teilnehmerzahl 1972 die deutsche Tennis-Bundesliga ein. Seinerzeit gab es 15 Landesverbände mit mehr als 800 Vereinen und rund 80.000 Mitgliedern. 2012 hatte der DTB 18 Landesverbände mit 1.586.633 Mitgliedern. Durch Gründung der Bundesliga wollte man die Endrunde übersichtlicher gestalten und das deutsche Tennis populärer machen.

Bereits 1970 stellte der Verband Schleswig-Holstein auf einer Mitgliederversammlung erstmals den Antrag auf Einführung einer Bundesliga, zog diesen aber im Laufe der Sitzung wieder zurück.

In der 1972 schließlich gegründeten Liga wurde zu Beginn mit zehn Vereinen, unterteilt in zwei Gruppen zu je fünf Vereinen, nach den Regeln der ITF gespielt. Qualifiziert waren der Berliner Verbandsmeister von 1971 sowie die drei Vorrundensieger der Deutschen Vereinsmeisterschaft. Die übrigen sechs Vereine wurden in Ausscheidungsspielen zwischen den 13 Vizemeistern der Verbände und den verbliebenen neun Teilnehmern der Vorrunde ermittelt.

Der LTTC Rot-Weiß Berlin wurde 1972 mit einem 7:2-Sieg gegen den HTC Schwarz-Weiss Bonn erster deutscher Bundesliga-Meister. Er blieb es auch die nächsten vier Jahre.

Auf der Mitgliederversammlung 1974 entschied man, die Bundesliga auf zwölf Vereine aufzustocken. 1979 wurde die Bundesliga in zwei Gruppen zu je sechs Vereinen aufgeteilt, die jeweils eine Hin- und Rückrunde ausspielten. Die Spielergehälter stiegen analog zur Popularität der Liga.

Aufgrund des Bosman-Urteils von 1996 wurde auch Ausländern mit Wohnsitz in einem EU-Land ein uneingeschränkter Einsatz erlaubt. Seitdem waren Spieler in den Vereinen zu finden, die unter den Besten 25 der Weltrangliste waren, wie beispielsweise der Schwede Magnus Norman für TC Blau-Weiss Halle und viele andere. Damit einher ging auch die Aufstockung der Meldelisten. Umfassten diese in den 70er Jahren noch acht bis neun Namen, wuchs die Teilnehmerzahl nun enorm. Viele ausländische Spieler waren im Laufe der Bundesliga bei Turnieren engagiert, was immer wieder große Fluktuation in der Mannschaftsmeldung mit sich brachte.

Um dies zu vermeiden, durften seit der Saison 2001 Spieler, die unter den Top-50-Spielern des aktuellen Champions-Race-Rankings waren, nicht mehr eingesetzt werden; zudem wurde die Meldeliste auf 14 Spieler beschränkt. Der Einsatz der Top-Spieler musste natürlich auch bezahlt werden. Dadurch kam es zu enormen Schwierigkeiten der Vereine, was auch zu freiwilligem Verzicht auf die Teilnahme an der Bundesliga führte.

Das führte 1999 zu einer weiteren Reform der Bundesliga. Zunächst wurde nur noch mit elf Teams in einer Gruppe gespielt. Der Tabellenletzte stieg ab, Gruppenerster und Zweiter trugen zwei Endspiele aus. Nach dem freiwilligen Rückzug von drei Vereinen wurde die Liga im Jahr darauf auf zehn Vereine reduziert, mit wiederum zwei Endspielen der beiden Tabellenersten sowie dem Abstieg des Letzten.

2001 kam die nächste Reform mit einer Reduzierung auf neun Klubs. Als Unterbau wurde die 2. Bundesliga geschaffen, die, bis auf 2010 bis 2013, in eine Nord- und eine Südgruppe unterteilt ist. Seit 2005 ist der Tabellenführer der 1. Bundesliga nach dem letzten Spieltag zugleich Deutscher Meister.

Weil der logistische Aufwand und auch die finanziellen Anforderungen an eine Bundesligamannschaft stetig zunehmen, verzichteten in der Vergangenheit immer mal wieder Aufsteiger auf ihr Aufstiegsrecht. Dies ist in der jüngeren Vergangenheit jedoch kaum noch vorgekommen.

Die Bundesliga-Meister bzw. die Deutschen Mannschaftsmeister

Rang Verein Bundesliga-Meisterschaften Meisterschaftsjahre 1 20px|TC Blau-Weiß Neuss TC Blau-Weiss Neuss 10 1983, 1984, 1985, 1986, 1987, 1988, 1989, 1991, 1992, 1994 220px|TK Grün-Weiss Mannheim TK Grün-Weiss Mannheim 81993, 1996, 2005, 2007, 2010, 2018, 2019, 2021 3 20px|TC Amberg am Schanzl TC Amberg am Schanzl 6 1978, 1979, 1980, 1981, 1982, 1998 4 20px|TC Blau-Weiss Halle TC Blau-Weiss Halle 5 1995, 2006, 2014, 2015, 2017 20px|TK Kurhaus Aachen TK Kurhaus Lambertz Aachen 5 2008, 2009, 2011, 2012, 2013 6 20px|LTTC Rot-Weiß Berlin LTTC Rot-Weiß Berlin 5 1972, 1973, 1974, 1975, 1976 7 20px|ETuF Essen ETuF Essen 4 1997, 1999, 2000, 2002 8 TC Blau-Weiß Sundern 2 2003, 2004 20px|TC Bredeney TC Bredeney 2 2023, 2025 10 20px|Badwerk Gladbacher HTC Badwerk Gladbacher HTC 1 2016 20px|Dinslakener TG Blau-Weiss Dinslakener TG Blau-Weiss 1 2001 20px|Iphitos München MTTC Iphitos 1 1990 HTV Hannover 1 1977 20px|Rochusclub Rochusclub 1 2022 20px|TC Großhesselohe TC Großhesselohe 1 2024 20px|TSV 1860 Rosenheim TSV 1860 Rosenheim 1 2026

Deutsche (Mannschafts-)Meister Jahr Gegner Ergebnis 1972 20px|LTTC Rot-Weiß Berlin LTTC Rot-Weiß Berlin – HTC Schwarz-Weiss Bonn 7:2 1973 20px|LTTC Rot-Weiß Berlin LTTC Rot-Weiß Berlin – HTV Hannover 8:1 1974 20px|LTTC Rot-Weiß Berlin LTTC Rot-Weiß Berlin – HTV Hannover 6:3 1975 20px|LTTC Rot-Weiß Berlin LTTC Rot-Weiß Berlin – Palmengarten Frankfurt 5:4 1976 20px|LTTC Rot-Weiß Berlin LTTC Rot-Weiß Berlin – HTV Hannover 7:2 1977 HTV Hannover – LTTC Rot-Weiß Berlin 5:4 1978 20px|TC Amberg am Schanzl TC Amberg am Schanzl – LTTC Rot-Weiß Berlin 6:1 1979 20px|TC Amberg am Schanzl TC Amberg am Schanzl – Blau-Weiss Neuss 7:2 1980 20px|TC Amberg am Schanzl TC Amberg am Schanzl – LTTC Rot-Weiß Berlin 6:3 1981 20px|TC Amberg am Schanzl TC Amberg am Schanzl – Blau-Weiss Neuss 7:2 1982 20px|TC Amberg am Schanzl TC Amberg am Schanzl – Blau-Weiss Neuss 5:4 1983 20px|TC Blau-Weiß Neuss Blau-Weiss Neuss – LTTC Rot-Weiß Berlin 6:3 1984 20px|TC Blau-Weiß Neuss Blau-Weiss Neuss – TC Amberg am Schanzl 5:1 1985 20px|TC Blau-Weiß Neuss Blau-Weiss Neuss – Iphitos München 6:3 1986 20px|TC Blau-Weiß Neuss Blau-Weiss Neuss – TC Großhesselohe München 6:3 1987 20px|TC Blau-Weiß Neuss Blau-Weiss Neuss – TC Großhesselohe München 8:1 1988 20px|TC Blau-Weiß Neuss Blau-Weiss Neuss – Waldau Stuttgart 5:4 1989 20px|TC Blau-Weiß Neuss Blau-Weiss Neuss – Iphitos München 5:4 1990 20px|Iphitos München MTTC Iphitos – Blau-Weiss Neuss 4:5, 6:0 1991 20px|TC Blau-Weiß Neuss Blau-Weiss Neuss – TC Bamberg 6:3, 6:3 1992 20px|TC Blau-Weiß Neuss Blau-Weiss Neuss – ETuF Essen 7:2, 8:1 1993 20px|TK Grün-Weiss Mannheim TK Grün-Weiss Mannheim – Blau-Weiss Neuss 5:4, 5:1 1994 20px|TC Blau-Weiß Neuss Blau-Weiss Neuss – ETuF Essen 4:5, 6:3 1995 20px|TC Blau-Weiss Halle TC Blau-Weiss Halle – Oberhausener THC 7:2, 3:6 1996 20px|TK Grün-Weiss Mannheim TK Grün-Weiss Mannheim – ETuF Essen 6:3, 5:1 1997 20px|ETuF Essen ETuF Essen – TC Blau-Weiss Halle 5:4, 5:4 1998 20px|TC Amberg am Schanzl TC Amberg am Schanzl – TC Bad Homburg 6:3, 5:4 1999 20px|ETuF Essen ETuF Essen – TK Grün-Weiss Mannheim 5:4, 6:3 2000 20px|ETuF Essen ETuF Essen – Blau-Weiss Neuss 8:1, 5:4 2001 20px|Dinslakener TG Blau-Weiss Dinslakener TG Blau-Weiss – ETuF Essen 6:3, 3:6 2002 20px|ETuF Essen ETuF Essen – TC Blau-Weiß Sundern 6:3, 4:2 2003 TC Blau-Weiß Sundern – Rochusclub Düsseldorf 8:1, 4:2 2004 TC Blau-Weiß Sundern – Rochusclub Düsseldorf 5:4, 5:1 seit 2005 ist der Tabellenerste Deutscher (Mannschafts-)Meister 2005 20px|TK Grün-Weiss Mannheim TK Grün-Weiss Mannheim 2006 20px|TC Blau-Weiss Halle TC Blau-Weiss Halle 2007 20px|TK Grün-Weiss Mannheim TK Grün-Weiss Mannheim 2008 20px|TK Kurhaus Aachen Kurhaus Lambertz Aachen 2009 20px|TK Kurhaus Aachen Kurhaus Lambertz Aachen 2010 20px|TK Grün-Weiss Mannheim TK Grün-Weiss Mannheim 2011 20px|TK Kurhaus Aachen Kurhaus Lambertz Aachen 2012 20px|TK Kurhaus Aachen Kurhaus Lambertz Aachen 2013 20px|TK Kurhaus Aachen Kurhaus Lambertz Aachen 2014 20px|TC Blau-Weiss Halle TC Blau-Weiss Halle 2015 20px|TC Blau-Weiss Halle TC Blau-Weiss Halle 2016 20px|Badwerk Gladbacher HTC Badwerk Gladbacher HTC 2017 20px|TC Blau-Weiss Halle TC Blau-Weiss Halle 2018 20px|TK Grün-Weiss Mannheim TK Grün-Weiss Mannheim 2019 20px|TK Grün-Weiss Mannheim TK Grün-Weiss Mannheim 2020 aufgrund der COVID-19-Pandemie nicht ausgetragen 2021 20px|TK Grün-Weiss Mannheim TK Grün-Weiss Mannheim 2022 20px|Rochusclub Rochusclub 2023 20px|TC Bredeney TC Bredeney 2024 20px|TC Großhesselohe TC Großhesselohe 2025 20px|TC Bredeney TC Bredeney 2026 20px|TSV 1860 Rosenheim TSV 1860 Rosenheim

Teilnehmer der Bundesliga Teilnehmer der Bundesliga-Saison 2027 sind fett gedruckt. Die Spielzeit 2020 entfiel aufgrund der COVID-19-Pandemie und ist daher unter Jahre insgesamt nicht berücksichtigt.