mini|Lebensraum mini|Die aus einem Beinpaar hervorgegangenen Giftklauen Der Europäische Riesenläufer (Scolopendra cingulata), auch Mittelmeerskolopender, ist im gesamten Mittelmeerraum verbreitet, von Portugal bis zu den Gebieten am Schwarzen Meer. Von den 9 im Mittelmeerraum verbreiteten Arten ist der Europäische Riesenläufer die am weitesten verbreitete Art, er kommt auch in Westasien vor. Nördlich der Alpen ist er nicht anzutreffen.

Merkmale Zur Gattung Scolopendra gehören weltweit die größten Arten der Hundertfüßer. Der Europäische Riesenläufer erreicht eine durchschnittliche Körperlänge von 10 cm, allerdings gibt es auch Nachweise von über 15 cm langen Tieren. Die Färbung der Tiere variiert je nach Region. Gewöhnlich sind die Hinterränder der Rückenplatten (Tergite) deutlich dunkler und so erscheinen die Tiere gestreift. Der Kopf ist dunkelbraun, die Beine orange. Die Abgrenzung zu anderen Arten geschieht anhand von morphologischen Merkmalen der innenliegenden Genitalien. Das Geschlecht ist nur durch eine Analyse der innenliegenden Genitalsegmente zu erkennen.

Lebensweise Auch der Europäische Riesenläufer ist überwiegend nachtaktiv und jagt Insekten, aber auch gelegentlich kleine Wirbeltiere, wie junge Eidechsen. Am Tag verbergen sich die Tiere meist unter großen Steinen und in Bodenspalten, wo sie vor der Hitze und Trockenheit gut geschützt sind. Daher sind sie zumindest einfacher in offenem Gelände mit ausreichend vielen Steinen anzutreffen. Die Tiere sind in zahlreichen Biotopen vertreten, gelegentlich aber ohne Hilfsmittel kaum nachzuweisen.

Riesenläufer und Mensch Ähnlich wie andere Arten der Gruppe gehört auch der Europäische Riesenläufer zu den wenigen Wirbellosen, die bei Bedrohung angreifen. Er besitzt allerdings im Vergleich zu anderen Arten ein für den Menschen nicht sonderlich gefährliches Gift. Bisse sind aber dennoch sehr schmerzhaft und daher sollte man den Tieren bei Begegnungen immer ausreichend Platz zur Flucht lassen.

Weblinks

Zuchtanweisungen von Jon Fouskaris (Memento des Originals vom 26. Januar 2020 im Internet Archive, auf Englisch) 3D-Animation des Kopfes von Matthew Colbert (auf Englisch)

Literatur J.G.E. Lewis: The biology of centipedes. Cambridge University Press, Cambridge 1981

Einzelnachweise Stylianos Michail Simaiakis, Sinos Giokas, Zoltán Korsós (2011): Morphometric and meristic diversity of the species Scolopendra cingulata Latreille, 1829 (Chilopoda: Scolopendridae) in the Mediterranean region. In: Zoologischer Anzeiger 250, 1, S. 67–79.

David Cabanillas (2019) Ampliación de la distribución de Scolopendra cingulata Latreille, 1829 y Scolopendra oraniensis Lucas, 1846 (Chilopoda, Scolopendromorpha, Scolopendridae) en la Comunidad de Madrid (España). In: Boletín de la Asociación Española de Entomología 43 (1-2), S. 55–77. (Online)

Kategorie:Hundertfüßer

40px Die Angaben zur Giftigkeit von Bissen durch diese Art sind in der Literatur widersprüchlich und reichen von „harmlos“ bis „für Kinder ggf. tödlich“. Der Umgang mit diesen Tieren erfordert also ggf. größte Vorsicht. Bisse sind auf jeden Fall zu vermeiden!