Die Liste von U-Boot-Unglücken seit 1945 dokumentiert Unterseeboote, die seit Ende des Zweiten Weltkriegs (Kapitulation Japans am 2. September 1945) durch Unfälle oder Kampfhandlungen verloren gingen oder schwere Schäden erlitten. Von den verlorenen Schiffen waren mindestens neun nuklear angetrieben, einige auch mit Nuklearraketen oder -torpedos bewaffnet. Soweit bekannt werden auch Unfälle mit radioaktiver Kontamination der Umwelt dokumentiert.

Eine Katastrophe auf der K-19 war Vorlage für den Kinofilm K-19 – Showdown in der Tiefe. Auf ihr ereigneten sich insgesamt drei schwere Unfälle, doch ging sie nie verloren.

Liste 1940er-Jahre Datum Name Klasse Nationali­tät Tote Verletzte Anmerkungen C-4 Klasse C Franquismus (Franco-Spanien) 44 0 Konventioneller Antrieb. Während einer Übung mit dem Zerstörer Lepanto kollidiert und westlich von Mallorca gesunken. U-2326 Klasse XXIII Vierte Französische Republik 19 0 Konventioneller Antrieb. Das von Frankreich übernommene Boot der Kriegsmarine sank bei einer Übung im Mittelmeer vor Toulon.Ubootarchiv.de: U 2326 Cochino Balao-Klasse 7 Konventioneller Antrieb. Bei einem Sturm vor der Küste Norwegens strömte aus defekten Batterien Knallgas in das Innere des Bootes und löste ein Feuer aus. Die Cochino tauchte auf und das Schwesterschiff Tusk half bei der Brandbekämpfung. Nach einer weiteren Explosion musste die Cochino aufgegeben werden und sank. Bei dem Unfall kam ein ziviler Techniker des Bureau of Ships und sechs Seeleute der Tusk ums Leben. Alle Opfer wurden bei der Evakuierung von hohen Wellen ins Meer gespült.

1950er-Jahre Datum Name Klasse Nationali­tät Tote Verletzte Anmerkungen Truculent T-Klasse 64 ? Konventioneller Antrieb. Vor Sheerness in den Nachtstunden mit schwedischem Tanker Divina kollidiert und gesunken. 64 Tote, 20 Überlebende. Noch 1950 gehoben und verschrottet. Affray Amphion-Klasse 75 0 Konventioneller Antrieb. Versank nordwestlich von Alderney im Ärmelkanal, vermutlich aufgrund eines Defektes am Schnorchel mit anschließendem Wasser­einbruch. Sibylle S-Klasse Vierte Französische Republik 47 0 Konventioneller Antrieb. Unter ungeklärten Umständen 40 Seemeilen östlich von Toulon während einer Übung gesunken. Tigrone Tench-Klasse 2 Konventioneller Antrieb. Brand während Arbeiten im Philadelphia Naval Shipyard.Fas.org: Naval Accidents 1945 - 1988 (PDF; 0,6 MB) S-117 613 Whiskey-Klasse 52 0 Konventioneller Antrieb. Unter ungeklärten Umständen im Japanischen Meer gesunken. Dumlupınar Balao-Klasse 88 0 Konventioneller Antrieb. Nach Kollision mit dem schwedischen Frachter Naboland in den Dardanellen gesunken. Nur fünf Überlebende der Besatzung. HMS Talent Taciturn-Klasse 4 0 Konventioneller Antrieb. Bei starkem Sturm wird das Boot aus dem Trockendock in Chatham abgetrieben. Das treibende Boot konnte aufgrund des schweren Seeganges und des dichten Nebels erst am folgenden Tag gesichert werden. Vier Seeleute werden bei dem Unfall getötet. Pomodon Tench-Klasse 5 Konventioneller Antrieb. Beim Laden der Batterien im Hunters Point Naval Shipyard bei San Francisco wurde Wasserstoff freigesetzt, was zu einer Explosion und einem nachfolgenden Brand führte. Sidon Subtle-Klasse 13 0 Konventioneller Antrieb. Versank nach Explosion eines mit Wasserstoffperoxid als Oxidationsmittel angetriebenen Hochgeschwindigkeits­torpedos im Hafen von Portland. Wrack gehoben, aber nicht wieder in Dienst gestellt und 1957 selbst versenkt. M-259 615 Quebec-Klasse 4 0 Konventioneller Antrieb. Explosion im Maschinenraum. Das Boot kann aus eigener Kraft zur Basis zurückkehren.Submarines.narod.ru: Русский Подплав :: М-259, историческая справка (Archivlink) M-200 Maljutka-Klasse 22 0 Konventioneller Antrieb. Kollidierte mit sowjetischem Zerstörer Statny vor Paldiski und sank mit 22 Mann der Besatzung. Sechs Überlebende. Wrack wurde nicht gehoben. M-351 Maljutka-Klasse 0 ? Konventioneller Antrieb. Wasser­einbruch bei Tauchübung im Schwarzen Meer. Die gesamte Besatzung überlebte, Boot wurde noch 1957 wieder gehoben. M-256 615 Quebec-Klasse 28 7? Konventioneller Antrieb. Explosion im Maschinen­raum und nachfolgend Brand, gesunken vor Tallinn. 28 von 35 Besatzungs­mitgliedern verloren ihr Leben. Boot im Oktober 1957 gehoben. S-342 613 Whiskey-Klasse 7 0 Konventioneller Antrieb. Beim Verlassen von Poljarny kollidiert das Boot mit dem Tanker "Alazan". Dabei werden die Abteilungen 5 und 7 beschädigt und mit Meerwasser geflutet. Dabei sterben 7 Seeleute. Nachdem das Boot aus eigener Kraft zum Stützpunkt zurückgekehrt ist, können aus einer der gefluteten Abteilung 7 Seeleute gerettet werden. Kaszub Maljutka-Klasse Volksrepublik Polen 2 ? Konventioneller Antrieb. Boot lief im Sturm vor Krynica Morska auf Grund. Konnte später abgeborgen werden, aber zwei Besatzungs­mitglieder wurden während eines Bergeversuchs von Wellen über Bord gerissen und ertranken. Stickleback Balao-Klasse 0 ? Konventioneller Antrieb. U-Boot kollidierte während eines Manövers vor Hawaii mit US-Geleitzerstörer Silverstein und sank. Keine Personal­verluste. Wrack in 3300 m Tiefe. M-252 Maljutka-Klasse 7 ? Konventioneller Antrieb. Während eines Sturms fährt das Boot aufgrund eines Navigationsfehlers auf eine Klippe auf. Nachdem der Kommandant den Befehl zur Evakuierung des Bootes gegeben hat, werden 7 Seeleute zwischen der Klippe und dem Boot von der Brandung zu Tode gequetscht.

1960er-Jahre