Augio war eine selbstständige politische Gemeinde im ehemaligen Bezirk Moesa im italienischsprachigen Teil des Kantons Graubünden in der Schweiz. 1982 fusionierten Augio und die ehemals selbständige Gemeinde Santa Domenica mit der Gemeinde Rossa zur neuen politischen Gemeinde Rossa.
Geographie Das Dorf liegt auf einer Höhe von 1034 m ü. M. am rechten Ufer der Calancasca im oberen Calancatal, 26 km nördlich von Bellinzona.
Geschichte mini|links|x230px|Casa Spadino mini|280px|Gemeindestand vor der Fusion am 25. Februar 1982 Eine erste Erwähnung findet das Dorf im Jahre 1301 unter dem damaligen Namen Augio. 1584 gehörte es kirchlich zu Santa Domenica. Seit dem 12. Jahrhundert stand das Dorf unter der Herrschaft der Freiherren von Sax. Diese verkauften ihre Rechte 1480 an Gian Giacomo Trivulzio von Mailand. Als dieser in Streit geriet mit dem Herzog Ludovico Sforza von Mailand, trat Augio 1496 in den Grauen Bund ein und erhielt den Status einer halben Degagna in der der Talgemeinde Calanca.
Von 1851 bis 1982 war Augio eine selbstständige Gemeinde, seither ist sie mit Rossa vereint.
Die bestehende Kirche Santi Giuseppe e Antonio da Padova ersetzte 1784 eine Kapelle, die in eine Zeit vor 1683 datiert. Traditionell boten Weidewirtschaft und Viehzucht ein Auskommen. Hinzu kamen die Einnahmen der Auswanderer, die als Glaser in Frankreich tätig waren oder in Bayern und Tirol Pech und Harz verkauften. Von solchen Einkünften wurde im 18. Jahrhundert die Casa Spadino (heute Kulturzentrum La Cascata) gebaut.
Wappen
Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung Jahr 1850 1900 1950 1980 Einwohner 168 109 102 35
Sehenswürdigkeiten
Katholische Pfarrkirche SS. Giuseppe e Antonio di PadovaSimona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 521. Albergo al Cascata mit sala degli specchi
Persönlichkeit Rinaldo Spadino, * 4. Oktober 1925 in Augio † 15. Juni 1982 in Bellinzona, Journalist, Schriftsteller.Incontro di Eros Bellinelli con Rinaldo Spadino (italienisch) auf lanostrastoria.ch/entries/
Bilder
mini|200px|Hotel La Cascata mit Wasserfall im Hintergrund
Literatur Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 521. Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden, Band VI: Die italienischbündnerischen Talschaften Puschlav, Misox und Calanca. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 17). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1945, ISBN 978-3-906131-55-9.
Verschiedene Autoren: Augio. In: Storia dei Grigioni, 3 Bände, Collana «Storia dei Grigioni», Edizioni Casagrande, Bellinzona 2000.
Weblinks
Webauftritt der Gemeinde Rossa Augio auf graubuenden.ch Augio auf schweiz-switzerland.com
Augio. In: peter-hug.ch
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Calancatal Kategorie:Ehemalige politische Gemeinde in der Schweiz Kategorie:Rossa GR Kategorie:Ersterwähnung 1301 Kategorie:Gemeindeauflösung 1982