Monokel ist eine Berliner Bluesrockgruppe.Volker Albold, Rainer Bratfisch: Blues heute. Musik zwischen Licht und Schatten. In: Beiträge zur populären Musik. Verlag Lied der Zeit, Berlin 1987, ISBN 3-7332-0027-6, S. 286. Sie gehörte neben Engerling, Freygang, Jonathan Blues Band und Kerth zum Motor der Blueserszene, einer DDR-spezifischen Jugendkultur.U. a.: Ingolf Bergmann: Mein Leben mit dem Blues in der DDR und später. Von den Diestelmannfeten bis zu Live in Reitwein, Live in Lu und Blues am Rand. BoD, Norderstedt 2025, ISBN 978-3-7693-2451-8, S. 32. Aktuell sind wieder zwei Monokel-Bands künstlerisch aktiv. 1a Kraftblues-Monokel tritt als Quartett mit Michael Lefty Linke als Bandleader auf, M.o.n.o.k.e.l. wiederum live zum 50jährigen Bandjubiläum 2026.
Geschichte 1975 lernten sich Sebastian Baur und Peter Schneider, von ihm stammte die Namensgebung Monokel, im Franz-Club, dem Ost-Berliner Bluesdomizil, kennen. Gemeinsam mit Horst Trümpelmann, Wilfried Borchert und Michael Mirek gründeten sie die Band Monokel, die jedoch im Sommer 1976 wieder auseinanderbrach, bevor es richtig losgegangen war.
Sebastian Baur gab jedoch nicht auf, sammelte neue Musiker um sich und gründete die Band zum zweiten Mal. Bereits im Oktober 1976 erfolgte die Einstufung als Amateurband.
Die Gründungsmitglieder waren Sebastian Baur (Gitarre, Gesang), Wilfried Borchert (Gitarre, Gesang), Frank „Gala“ Gahler (Mundharmonika, Gesang), Mario Janik (Schlagzeug) und Jörg „Speiche“ Schütze (Bass). Die Band spielte zunehmend eigene Songs und TexteVgl. Markus Joch, Christoph Jürgensen, Gerhard Kaiser (Hrsg.): Protestpop und Krautrock. Konferenzschrift-Workshop (14.–16. September 2022 im Brechthaus Berlin), In: Kontemporär. Band 18, J. B. Metzler, Berlin 2024, ISBN 978-3-662-68977-6, S. 116. und wurde immer erfolgreicher.Christoph Dieckmann: Hinter den sieben Bergen. Geschichten aus der deutschen Murkelei. (Aufsatzsammlung), Dt. Taschenbuch-Verlag, München 2000, ISBN 3-423-36176-X, S. 40.
Die erste Umbesetzung der Band erfolgte 1979 mit dem Ausscheiden von Sebastian Baur, der später bei Keks, MCB und Knorkator spielte, Wilfried Borchert und Mario Janik. Neu hinzu kamen Bernd „Kuhle“ Kühnert (Gitarre, Gesang) und Rainer Lojewski (Schlagzeug) von Engerling. Ihnen war die Band um Wolfram Bodag zu professionell geworden. Außerdem stieg Michael „Lefty“ Linke als Gitarrist bei der Band ein.35 Jahre Monokel: Monokel Kraftblues. Immer noch da!, In: Deutsche-Mugge.de (Anm. d. Autors; Michael Linke war nie Techniker der Band – immer Künstler) Drei Jahre später verließ Gahler die Band, um bei NO 55 einzusteigen. Kurz davor kam Gerd Pöppel von Berluc. Bernd Damitz, ehemals Metropol, ersetzte Rainer Lojewski (Songwriter vom Kulttitel Bye, Bye Lübben City), der sich in die Bundesrepublik Deutschland abgesetzt hatte. Von Passat kam der Sänger Bernd Buchholz.
Im Herbst 1989 war der Fortbestand der Band ungewiss. Der damalige Manager der Band hatte nach dem Fall der Berliner Mauer das Bandkonto leergeräumt und sich ins Ausland abgesetzt. Schütze bemühte sich, die Band zu erhalten. Erst als Frank Gahler in die Band zurückkehrte, war die Krise überwunden. Vgl. u. a.: Michael Rauhut, Reinhard Lorenz (Hrsg.): Ich habe den Blues schon etwas länger. Spuren einer Musik in Deutschland. Ch. Links Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-86153-495-2, S. 203. mini|hochkant=0.3|links|Speiche (re.) Noch vor der Veröffentlichung der ersten schon eingespielten CD im Jahr 1996 verließ Jörg Schütze die Band. Er eröffnete in Berlin-Prenzlauer Berg eine Musikkneipe, gründete dann später die Monokel Blues Band, engagierte sich beim Internetradio www.Rockradio.de und stritt sich mit der Band vor Gericht um den Bandnamen. Auch Gahler stieg erneut aus der Band aus. Dessen Kneipe lief jedoch nicht sehr erfolgreich, sodass er Deutschland verließ. Zur Freude der zahlreichen Fans stand er jedoch am 16. Juli 2006 zum 30-jährigen Bandjubiläum gemeinsam mit Monokel auf der Bühne der Schlossinsel Köpenick. Wegen des großen Erfolges wurde das Jubiläumskonzert am 30. September 2006 wiederholt.
Seit 1996 saß Dicki Grimm am Schlagzeug; Christoph Frenz ersetzte Schütze am Bass. Auf dem Konzert am 18. Oktober 2008 in Torgau gab Frenz seinen Austritt aus der Band bekannt. Frenz wechselte zu Polkaholix. Für ihn kam „Pitti“ Pflüger, der schon bei Bluestift und Blank spielte.
2015 war Speiches Monokel Blues Band der Opener zur Eröffnung des Ostrockmuseums in Kröpelin, unplugged, in der Besetzung Olli Becker, Bernd Buchholz, Frank Gala, Heinz Glass und Jörg Speiche Schütze.Eröffnung Ostrockmuseum Kröpelin mit Speiches Monokel Blues Band. 3. Juli 2015., Hrsg. YouTube. 17. Januar 2025. mini|hochkant|Michael Lefty Linke von 1a Kraftblues-Monokel. Mehrere Jahre gab es zum Leidwesen vieler Supporter parallel zwei Monokel-Bands, Speiches Monokel Blues Band und Monokel Kraftblues um den Gitarristen Michael Linke. Beide Bands agierten mit jeweils wechselnder Besetzung, wobei die musikalischen Leitfiguren Frank Gahler und Sebastian Baur sowohl mit Michael Linke wie auch mit Jörg Schütze auftraten. Frank Gahler trug bei den häufigen Gastspielen bei Speiches Monokel Blues Band (Speiches M; zum Jubiläum Monokel 40/70) traditionell in Verbundenheit für beide Monokel-Bands symbolisch ein Shirt von Kraftblues. Für den Sommer 2020 war in Spremberg ein Konzert aller Monokel-Musiker fest geplant, der Tod von Jörg Schütze machte dies jedoch nicht mehr möglich.
Monokel-Kraftblues tritt weiterhin, teils mit Sebastian Baur und Frank Gahler sowie mit Gastmusikern wie Mike Seeber auf, begann 2026 ihre nächste Konzerttournee. Die M.o.n.o.k.e.l Band, in der Besetzung mit Buzzdee Baur, Gala, Bernd Kühnert, Peter Schmidt (u. a. East Blues Experience), Manne Pockrandt (Engerling/Studio 1058), Christoph Frenz, Tobi Hillig, Matti Fuhrmann, und Olli Becker, spielt seit Juni 2026 Livekonzerte und wird zum 50jahrigen Bandjubiläum von Monokel im September 2026 ein Konzert im Kesselhaus der Kulturbrauerei Berlin geben.
Diskografie LPs 1986: MONOKEL – Fünf nette, junge Herren die 1a Kraftblues machen (Amiga)-Verkauf: 35.575Michael Rauhut: Ein Klang - Zwei Welten. Blues im geteilten Deutschland, 1945 bis 1990. Auflage-Online-Ressource, In: Studien zur Popularmusik. Transkript Verlag, Bielefeld 2066, ISBN 978-3-8394-3387-4, S. 200. Anm. 189.
CDs 1995: Monokel (Buschfunk) 1996: M.O.N.O.K.E.L. – Möchten ohne Not oder Kummer ewig leben (Grauzone) 2000: Nachlass eines Aussteigers – live (Eigenproduktion) 2002: 25 Jahre Monokel – live im Kesselhaus Berlin (Das Ohr) 2006: Das Monster vom Schilkinsee – Sampler (1610) 2007: Monokel&Gäste – live in Köpenick am 16. Juli 2006 (Buschfunk) 2012: Monokel – 35 Jahre Kraftblues (live) (Buschfunk) 2017: Monokel – 40 Jahre Monokel – 70 Jahre Speiche (live) (Buschfunk) 2017: Monokel – 40 Jahre Monokel Kraftblues (live) (Buschfunk)
DVDs 2006: 30 Jahre Monokel 2017: Monokel – 40 Jahre Monokel – 70 Jahre Speiche (live) (Buschfunk)
Trivia Die Band wird mit einem musikalischen Auszug des Titels Das LumpenliedVgl. Tanzlied des Totenschiffs. Hrsg. Gedichte 7, Heike Possel Düsseldorf. Ebenda/Original (ursprünglich englisch), In: B. Traven: Das Totenschiff. 1926. in der ZDF Serien-Produktion Das war dann mal weg in der Staffel 8, Erstausstrahlung am 12. Mai 2024, erwähnt.
Literatur Ralf Dietrich: Acht Zylinder Bluesgetriebe. Monokel tanken das Boogie-Mobil mit Blut, Schweiß und Tränen. In: Michael Rauhut, Thomas Kochan: Bye Bye, Lübben City. (2 Auflagen), 1. Auflage, Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-602-X, u. a. S. 7, 20 f., 40–50, 60, 69, 94, 156, 158, S. 403–406.
Quellen Deutsche-Mugge.de. Monokel-Monokel | Monokel Kraftblues | Speiches Monokel Blues Band (Speiche`s M., ff. Monokel 40/70) Deutsche-Mugge.de: Die Autobiographie von Frank "Gala" Gahler: Das Leben ist 'ne Session - 3 Teile
Weblinks
Ausdruck der Monokel-Trennung und -querelen sind leider auch inkonsequent betriebene Webseiten bzw. Überschneidungen in den jeweiligen Darstellungen.
M.o.n.o.k.e.l. live - Termine 2026 Monokel Kraftblues/Termine 2026 Monokel Kraftblues bei Facebook
Monokel bei Rock in Berlin Speiches Monokel (Nicht weiter betriebene Seite mit ld. vielen verlorenen Links und Bildern.)
Einzelnachweise
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