Harold B. Cousins (* 3. Juni 1916 in Washington, D.C.; † 1992 in Brüssel, Belgien) war ein US-amerikanischer Bildhauer. Er war ein wichtiger Vertreter der Abstrakten Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg.
Leben Harold Cousins studierte an der Howard University in Washington, D.C., wo er von den Schriften von Alain Locke inspiriert wurde. Nach seiner Militärzeit im Zweiten Weltkrieg bei der United States Coast Guard von 1943 bis 1945 kehrte er nach Washington zurück und begann ein Kunststudium an der Howard University, das er 1947 abschloss. Er wurde ab 1946 als Bildhauer tätig.
1948 zog er nach New York City und studierte an der Art Students League bei William Zorach, Reginald Marsh und Will Barnett. 1949 verließ Cousins die USA mit einem G.-I.-Bill-Stipendium, zog nach Paris und studierte bei Ossip Zadkine an der Académie de la Grande Chaumière.
1950 bezog er mit Nell Blaine das Atelier von Ezra Pound an der Rue Notre-Dame-des-Champs. Cousins begann seine Bildhauerei mit Skulpturen aus Terrakotta und Holz. Später wechselte er zu Metallskulpturen. In den 1950er-Jahren erlernte er die Technik der verschweißten Stahlskulpturen von Shinkichi Tajiri. Cousins nannte seine Arbeiten ab 1957 „plaition“, ein von ihm erfundenes Kofferwort aus plate und laiton (Messing), um seine Skulpturen aus verschweißten Metall-Platten zu bezeichnen, die für sein Werk fortan charakteristisch waren. In dieser Zeit bekam seine Kunst internationale Aufmerksamkeit und Anerkennung. Cousins hatte 1952 erste Ausstellungsbeteiligungen in New York, Toronto, Paris und anderen europäischen Städten. Seine erste Einzelausstellung fand in Amsterdam statt.
1958 präsentierte er mit Oscar Chelimsky, John Levee und Helen Philipps die Ausstellung „Vier amerikanische Künstler in Paris“ am Centre culturel américain. Die Galerie Creuze richtete ihm zwei Verkaufsausstellungen aus, die Galerie Karl Flinker präsentierte seine Arbeit im Jahr 1961. Bei dieser Ausstellung machte der Kritiker Georges Boudaille in Cimaise auf Cousins’ im Verlaufe der 1950er Jahre zunehmend abstraktes Werk aufmerksam.
Im Jahr 1959 ist Harold Cousins Teilnehmer der documenta II in Kassel. Seine Arbeiten in den fünfziger und 1960er-Jahren sind von politisch-kritischen Inhalten geprägt, so lauten zum Beispiel die Titel einiger Skulpturen: Political Prisoner (1954) oder Slave (1963). Cousins lebte bis 1967 in Paris, danach zog er nach Brüssel, wo er bis zu seinem Lebensende im Jahr 1992 wohnte und arbeitete.
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Einzelnachweise
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