mini|Medaille für Träger des Heinrich-Greif-Preises (Avers) Der Heinrich-Greif-Preis war die einzige staatliche Auszeichnung für Film und Fernsehen in der DDR. Sie wurde von 1951 bis 1989 vergeben.
Beschreibung Der Heinrich-Greif-Preis wurde am 17. Mai 1951 geschaffen, anlässlich der Lizenz für die Herstellung von Filmen fünf Jahre zuvor durch die Sowjetische Militäradministration. Er wurde zum „Gedächtnis an den antifaschistischen Filmkünstler“ Heinrich Greif benannt und sollte „hervorragende Leistungen der sozialistisch-realistischen Film- und Fernsehkunst der DDR“ würdigen.Verordnung über die Schaffung des Heinrich-Greif-Preises für hervorragende Leistungen in der deutschen Filmkunst vom 17. Mai 1951 (GBl. S. 482) Die erste Verleihung erfolgte am 25. Mai 1951 durch den Stellvertretenden Ministerpräsidenten Hans Loch auf der Festveranstaltung zum DEFA-Jubiläum in der Staatsoper Berlin. Der Preis wurde zunächst nur für „Kollektive“ verliehen, erst ab 1959 auch für Einzelleistungen. Die Preisverleihungen fanden danach zu wechselnden Terminen statt, ab 1977 dann regelmäßig um den 11. März – dem Geburtstag Heinrich Greifs.
Geehrt wurden vor allem verantwortliche Leiter und Redaktionen der verschiedenen DEFA-Studios und beim Fernsehen, außerdem einzelne Kollektive für besonders gelungene Filme (nach Einschätzung der Preisverleiher). Die Reihe der Preisträger des Heinrich-Greif-Preises bilden ein Who is who der Verantwortlichen in Film- und Fernsehstrukturen der DDR. Verhältnismäßig selten waren dagegen Schauspieler vertreten, auch einige bekanntere Regisseure erhielten nie den Preis.
Die letzte Preisverleihung erfolgte im Jahr 1989.
Medaille für Preisträger Die Medaille mit 30 Millimeter Durchmesser zeigt auf der Vorderseite das Porträts des Filmkünstlers Heinrich Greif in Seitenansicht. Bis 1973 war sie aus Silber. Sie wurde bis 1983 in drei Klassen verliehen, mit einer Geldprämie von 10.000 Mark (III. Klasse), 15.000 Mark (II. Klasse) und 20.000 Mark (I. Klasse) verliehen.
Einige Medaillen sind jetzt im Kunsthandel erhältlich.
Preisträger (Auswahl) Die Preise wurden für Kollektive eines Filmes oder einer Serie sowie für eine Redaktion oder Einzelpersonen für langjährige Tätigkeiten verliehen.DEFA-Chronik DEFA-Stiftung, mit allen Preisträgern des jeweiligen Jahres, in wechselnden Monaten (Mai, August, Oktober ab 1977 um den 10. März) 1951–1969 (Auswahl) 1951 I. Klasse: Kino-Wochenschau Der Augenzeuge, mit Günther Klein (Chefredakteur), Günter Althaus (Produktionsleiter), Max Jaap (Regisseur), Ella Ensink (Schnittmeisterin), Heinrich Reusch (Tonmeister), Erich Nitzschmann, Ewald Krause, Harry Bremer, Fritz Rudolph (Kameramänner) sowie Kurt Schwabe (Oberbeleuchter). II. Klasse: Dokumentarfilm Der Weg nach oben, mit Andrew Thorndike (Regisseur), Karl-Eduard von Schnitzler (Autor) und Karl Gass (Regisseur) III. Klasse: für populärwissenschaftliche Kurzfilme an Fritz Wünsch (Regisseur), Erich Aurich (Trickkameramann), Jürgen Schweinitz (Kameramann) und Kurt Mahnke (Trickzeichner). 1955: Günther Simon (Schauspieler) 1956: Hans-Hendrik Wehding (Komponist) 1958: Annelie Thorndike und Andrew Thorndike (Dokumentarfilmer) für Unternehmen TeutonenschwertNeues Deutschland vom 13. November 1958, S. 2 1959: Heiner Carow (Regisseur) 1960: Martin Hellberg (Regisseur, Schauspieler) 1961: Frank Beyer (Regisseur) 1962: Manfred Krug (Schauspieler) 1962: Günter Prodöhl (Drehbuchautor), Bruno Carstens, Alexander Papendiek und Horst Torka (Schauspieler), für Blaulicht (Krimireihe) 1964: Herbert Köfer (Schauspieler) 1966: Günther Rücker (Regisseur) 1966: Job von Witzleben (NVA-Oberst) 1967: Heiner Carow (Regisseur)
1969 Ich war neunzehn, für Alfred Hirschmeier (Szenenbildner), Herbert Ehler (Produktionsleiter) sowie Wassil Liwanow und Alexej Ejboshenko (Schauspieler) (Regisseur Konrad Wolf und Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaaae hatten dafür stattdessen bereits im Vorjahr den Nationalpreis I. Klasse erhalten) Fernsehfilm Unbekannte Brüder, für Hartwig Strobel, Hans-Peter Reinecke, Elke Brosch, Ottmar Richter und Wolfgang Pietsch für Kurt Weiler und Erich Günther für ihren Beitrag zur Entwicklung des Puppentrickfilms
1970–1979 1970 I. Klasse: Das siebente Jahr, für Frank Vogel (Regisseur), Dieter Adam (Szenenbildner), Anneliese Pfeiffer (Dramaturgin) und Roland Gräf (Kameramann) II. Kkasse Fernsehfilm Sankt Urban III. Klasse Fernsehreihe Schlager einer großen Stadt
1971 I. Klasse: Kennen Sie Urban?, für Ulrich Plenzdorf (Autor), Ingrid Reschke (Regisseurin, postum) I. Klasse: Im Spannungsfeld, für Helfried Schreiter, Siegfried Kühn (Regisseur) I. Klasse: Netzwerk, für Eberhard Panitz (Autor), Ralf Kirsten (Regisseur) I. Klasse: Dr. med. Sommer II, für Hannes Hüttner (Autor), Lothar Warneke (Regisseur) II. Klasse: DEFA-Abenteuerfilme, für Dr. Günter Karl (Autor), Dr. Gottfried Kolditz (Regisseur); Konrad Petzold, (Regisseur); Hans-Joachim Wallstein, (Dramaturg); Richard Groschopp, (Regisseur) III. Klasse: Fernsehschwankserie Dolles Familienalbum, für Werner Bernhard, Hans Knötzsch, Eberhard Schäfer, Götz Jäger, Reinhard Welz, Willi Narloch 1972 I. Klasse: publizistische Fernsehreihe „Entdeckungsreisen“ II. Klasse: Trickfilmserie Teddy Plüschohr und seine Freunde, um Monika Anderson, Werner Krauße, Horst J. Tappert und Hannelore Holz II. Klasse: Zeit der Störche, um Regisseur Siegfried Kühn, Szenaristin Regine Kühn, Kameramann Erich Gusko und Dramaturg Gerhard Hartwig 1973: I. Klasse: Leichensache Zernick (1972), für Regisseur Helmut Nitschke, Kameramann Claus Neumann, Szenenbildner Georg Kranz und Dramaturg Joachim Plötner II. Klasse: Der Mann, der nach der Oma kam (1971), für Regisseur Roland Oehme, Dramaturg Maurycy Janowski, sowie die Autoren Renate Holland-Moritz und Lothar Kusche II. Klasse: Regisseur Kurt Jung-Alsen
1974 I. Klasse: Fernsehdokumentarfilmreihe „Imperialismus – Auseinandersetzung“, für Dr. Sabine Katins (Journalistin) und Heidemarie Lahl (Schnittmeisterin) II. Klasse: Kinderfilm Susanne und der Zauberring, Autorin Rosel Klein, Regisseur Erwin Stranka, Kameramann Lothar Gerber und Hauptdarstellerin Monika Wolf III. Klasse: Gruppe „Camera DDR“ des DEFA-Studios für Kurzfilme für Wir waren in Berlin, um die Regisseure Jochen Hadaschik und Heinz Müller, die Kameramänner Hans Kracht und Gerhard Münch, Schnittmeisterin Sigrid Hohmann und Redakteur Horst Winter 1975 I. Klasse: Manfred Freitag und Joachim Nestler, Autoren des DEFA-Studios für Spielfilme I. Klasse Fernseh-Serie Außenseiter-Spitzenreiter. 1976 I. Klasse: Wolfgang Bartsch (Regisseur); Kurt Eifert (Autor); Franz Thoms (Kameramann); Richard Ritterbusch (Autor); Irmgard Ritterbusch (Hauptdramaturgin), Dokumentarfilm Wilhelm Pieck – Sohn des Volkes II. Klasse: Rolf Losansky (Regisseur); Günter Mehnert (Autor); Gudrun Deubner (Dramaturgin); DEFA-Jugendfilm Verdammt, ich bin erwachsen II. Klasse Manfred Wekwerth (Regisseur); Alfred Nehring (Dramaturg); Roland Dressel (Kameramann); Renate Richter (Schauspielerin), Fernsehfilm Die unheilige Sophia. 1977 I. Klasse: Joachim Kunert, Regisseur, für Literaturverfilmungen Die Toten bleiben jung, Die große Reise der Agathe Schweigert und Schilfrohr. II. Klasse: Harald Thiemann, Textautor II. Klasse: Margot Spielvogel, Regisseurin des DEFA-Studios für Synchronisation II. Klasse: Lotte Loebinger, Schauspielerin II. Klasse: Kurt Zander, Leiter der Musikabteilung des DEFA-Studios für Dokumentarfilme 1978: I. Klasse: Roland Gräf (Regisseur); Hannes Hüttner (Autor), für den DEFA-Spielfilm Die Flucht II. Klasse: Günter Rätz (Regisseur); Gerd Mackensen (Grafiker); Helmut May (Kameramann); für den Zeichentrickfilm Leben und Taten des berühmten Ritters Schapphahnski II. Klasse: Rainer Bär, (Fernsehregisseur); Manfred Dorschan (Dramaturg), Gegenwartsdramatik im Fernsehen III. Klasse: Erwin Burkert, Fernsehjournalist III. Klasse: Ulrich Kasten (Regisseur); Fred Gehler (Autor); Imke Gerber (Schnittmeisterin) in Heinrich-Greif-Filme des Fernsehens 1979 I. Klasse: Günter Reisch, (Regisseur); Karl-Georg Egel, (Autor); Ulrich Thein, (Hauptdarsteller), für DEFA-Spielfilm Anton der Zauberer II. Klasse: Renate und Dagobert Loewenberg, Manfred Kretschmann und Hans Andersohn, in der „Aktuellen Kamera“ II. Klasse: Volker Koepp, Wolfgang Geier, Christian Lehmann, im DEFA-Studio für Dokumentarfilme III. Klasse: Maxi Haupt, Fernsehjournalistin; besonders Reportagen „Ein Leben im Rollstuhl“ und „Zu früh erwachsen?“; III. Klasse: Dieter Wolf, Dramaturg
1980–1989 1980 I. Klasse: Lachtauben weinen nicht, für Helmut Baierl (Drehbuchautor); Ralf Kirsten (Regisseur); Jürgen Brauer (Kameramann); Harry Leupold (Szenenbildner); Uwe Kockisch (Hauptdarsteller) II. Klasse: Fernseh-Chefredaktion „Publizistik“, für Wolfgang Stemmler, Axel Kaspar, Kurt Seehafer III. Klasse: Klassische Konzertaufnahmen, für Uwe Belz (Dokumentarfilme); Henry Riedel 1981 I. Klasse: Fernsehfilm Eine Anzeige in der Zeitung, für Jurij Kramer (Regisseur); Manfred Dorschan (Dramaturg); Alexander Lang, Kurt Böwe und Hans Teuscher, (Darsteller); Fritz Ritschel (Kameramann) II. Klasse: DEFA-Studio für Synchronisation, für Johanna Simeth (Synchronregisseurin); Wolfgang Krüger (Textautor) II. Klasse: Dokumentarfilme über Chile und Vietnam, für Studio H & S (Heynowski & Scheumann), mit Traute Kleberg-Wischnewski, (Chefschnittmeisterin); Horst Donth (Cheftrick- und Realfilmkameramann); Walter Martsch (Chefgrafiker) III. Klasse: Horst Knietzsch (Filmkritiker); Michael Rakow (Fernseh-Regisseur) 1982: I. Klasse: Helmut Dziuba (Regisseur); Hans-Albert Pederzani (Autor); Helmut Bergmann (Kameramann); Harry Leupold (Szenenbildner), für Kinderfilm Als Unku Edes Freundin war II. Klasse: Günter Herlt, Walter Heinz, Gisela Schulz, Brigitte Funk, Fernseh-Reihe Alltag im Westen III. Klasse: Günter Meyer (Regisseur); Michael Lösche (Kameramann), Kinderfilme im DEFA-Studio für Dokumentarfilme III. Klasse: Anne Pfeuffer, Dramaturgin
1983 I. Klasse: Lothar Warneke (Regisseur); Helga Schubert (Autorin); Thomas Plenert (Kameramann); Christine Schorn (Hauptdarstellerin), für DEFA-Spielfilm Die Beunruhigung II. Klasse: Ursula Bonhoff, Joachim Kunert, Manfred Mosblech, Wolf-Dieter Panse, Regisseure der Fernseh-Serie Berühmte Ärzte der Charité III. Klasse: Rosemarie Rehahn (Filmkritikerin), Arno Wolf (Synchronregisseur) 1984 mini|Verleihung des Preises im Jahr 1984: Horst Pehnert übergibt den Preis an Frank Beyer Frank Beyer (Regisseur), Wolfgang Kohlhaase (Drehbuchautor), Sylvester Groth (Schauspieler), für DEFA-Spielfilm Der Aufenthalt Karl Gass, Uwe Zeising, für DEFA-Dokumentarfilm „Zwei Tage im August“. Otto Dienelt, Manfred Vieweg, Wolfgang Hupe, Irene Franz, Achim Lubnau, Heinz Göttlicher, Fernseh-Redaktion „Umschau – Aus Wissenschaft und Technik“ Hans Müncheberg (Dramaturg, Szenarist, Drehbuchautor von Fernsehfilmen) 1985: Willi Schwabe, Hans Rutsch, Ingrid Fausak, Heiner Strietzel, Fernsehsendung Willi Schwabes Rumpelkammer Christa Wiemer, Walter Rehn, Katharina Benkert, DEFA-Studio für Trickfilme Evelyn Carow (Schnittmeisterin) Doris Borkmann (Regieassistentin) Hans Poppe (Szenenbildner) Werner Heydn (Kameramann)
1986: Rainer Simon (Regisseur); Roland Dressel (Kameramann); für Spielfilm Die Frau und der Fremde; Eduard Schreiber (Regisseur); Richard Ritterbusch (Dramaturg), für Dokumentarfilme Wissen Sie nicht, wo Herr Kisch ist?, und Radnoti Christel Gass (Schnittmeisterin) Wolfgang Schwarze, Dramaturg und Mitautor von Dokumentarfilmen Hans Grümmer, Chefdramaturg im DEFA-Studio für Trickfilme Wolfgang Thal, Synchronregisseur, vor allem für sowjetischen Film Ohne Zeugen Hans-Joachim Kasprzik, Fernsehregisseur, vor allem für Sachsens Glanz und Preußens Gloria.
1987 Jürgen Brauer, Kameramann im DEFA-Studio für Spielfilme Andreas Scheinert, Hauptdramaturg im DEFA - Studio für Spielfilme