mini|Südliches Verbreitungsgebiet der Castrokultur mini|Verbreitungsgebiet der Castrokultur in Asturien Castrokultur (portugiesisch: Cultura Castreja, galicisch: Cultura Castrexa, spanisch: Cultura Castreña) ist eine zusammenfassende archäologische Bezeichnung für eisenzeitliche Kulturen auf der nordwestlichen Iberischen Halbinsel, die seit dem Ende der Bronzezeit (1. Jahrtausend v. Chr.) bis ins 1. Jahrhundert v. Chr. bestanden. Zwischenzeitlich gab es Kritik an diesem Konzept.

Merkmale mini|Castro de Coaña, Asturien, Spanien mini|Castro de Las Cogotas, Provinz Ávila, Spanien Das charakteristische und namensgebende Merkmal dieser Kulturen waren auf Hügeln gelegene und mit einem Wall aus unbehauenen Steinen befestigte Siedlungen, die (von lat. castrum) oder Citânias (Ausdruck für einen befestigten Wohnplatz) genannt werden. Plätze dieser Art finden sich in einem Gebiet, das sich im Osten bis zum Río Cares und im Süden bis zum Douro erstreckt. Im Norden des Verbreitungsgebietes (Asturien) herrschen Rundhütten/-häuser vor, im Süden sind die Gebäude(reste) rechteckig.Martin Höck In: Thomas G. Schattner: Archäologischer Wegweiser durch Portugal. Von Zabern, Mainz 1998, ISBN 3-8053-2313-1 (Kulturgeschichte der Antiken Welt, Band 74). S. 26 Weitere Merkmale, die das Verbreitungsgebiet der Castrokultur charakterisieren, sind u. a. eigentümliche lebensgroße Kriegerfiguren sowie stehende und sitzende männliche und weibliche Götterstatuen zum Beispiel Sendim (55 cm hoher Frauentorso aus Stein), Xinzo de Limia (aus Bronze in den 1970er Jahren gestohlen), Swastika-ähnliche Wirbelräder als Dekoration (Castro von Santa Trega), Omphaloi, Pedra Formosas, goldene Anhänger und Halsringe (Torques). mini|links|hochkant=0.85|Schmuck der Castrokultur Die Region Ave, die im Zentrum des Verbreitungsgebiets dieser Kultur liegt, weist größere Castros auf, die Citânias oder Cividades (von lat. civitas) genannt werden; bekannte Beispiele sind Citânia de Sanfins oder Cividade de Terroso.

Geschichte Die Castrokultur begann sich am Ende der Bronzezeit aufgrund kultureller Einflüsse der zentraleuropäischen und mediterranen Kulturen zu entwickeln. In der anschließenden Periode, die bis ins 5. Jahrhundert v. Chr. reichte, breiteten sich die Castros vom Süden nach Norden und von der Küste ins Innere der Iberischen Halbinsel aus. Die Expansion setzte sich weiter fort bis im 2. Jahrhundert v. Chr. der Einfluss des Römischen Reiches stärker wurde. Der endgültige Niedergang wurde durch die römische Eroberung und die Errichtung der Provinz Gallaecia besiegelt. Im 4. Jahrhundert n. Chr. war die Castrokultur verschwunden.

Wirtschaft Die Wirtschaft der Castrokultur basierte im Wesentlichen auf der Landwirtschaft, auf Jagd und Fischerei.

Daneben spielte der Bergbau von Gold, Eisen, Kupfer, Zinn und Blei eine wichtige Rolle. Die zumeist minderwertigen Erze wurden von den Castro-Metallurgen geläutert und zu Werkzeugen, Schmuck und anderem verarbeitet.

Weiterhin sind Keramik-Arbeiten und Edelsteinbearbeitung überliefert.

Als Waffen wurden hauptsächlich Schwerter und Dolche hergestellt und verwendet.

Beispiele mini|hochkant|Lusitanische Kriegerstatue aus dem Castro de Lesenho, Boticas, Villa Real, Portugal Spanien Castro de Coaña, Asturien Castro de Noega-Gijón, Asturien Castro de Baroña, Galicien Castro de Borneiro, Galicien Castros von Punta Neixón, Galicien Castro von Santa Trega, Galicien Castro de Troña, Galicien Castro de Las Cogotas, Provinz Ávila La Mesa De Miranda, Provinz Ávila Castro de Ulaca, Provinz ÁvilaPortugal Cividade de Terroso Castro de Sabroso Citânia de Briteiros Citânia de Sanfins Paços de Ferreira Castro Carvalhelhos Castro de Lesenho

Siehe auch Galicien#Geschichte Lusitania (Provinz) Keltiberisches Castrum

Literatur D. Brandherm: Castro-Kultur. In: A. M. Wittke (Hrsg.): Frühgeschichte der Mittelmeerkulturen. Historisch-archäologisches Handbuch (= Der Neue Pauly Supplemente. Band 10). J. B. Metzler, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-476-02470-1, S. 154–157. C. A. F. de Almeida: Cultura castreja: evolução e problemática, Arqueologia 8. 1983 S. 70–74. F. Calo Lourido: A plástica da Cultura Castrexa galaico-portuguesa. Bde. 1 und 2, 1994 A Coruña: Fundación Pedro Barrié de la Maza T. Chapa Brunet: La escultura ibérica de Jaén en su contexto mediterráneo, Escultura ibérica, Jaén: Junta de Andalucía. 1990 I. Cobas Fernández, M. P. Prieto Martínez: Introducción a la cerámica prehistórica y protohistórica en Galicia. TAPA 17, 1999. Santiago de Compostela: Laboratorio de Arqueología y Formas Culturales, Universidad de Santiago de Compostela.

Einzelnachweise

Weblinks

Castros in der Provinz Salamanca (spanisch)

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