mini|Tobias Haslinger, Lithographie von Joseph Kriehuber, 1842 rahmenlos|rechts mini|hochkant|Tobias Haslinger, Gedenkstein am Geburtshaus in Bad Zell Tobias Haslinger (* 1. März 1787 in Zell bei Zellhof, Oberösterreich; † 18. Juni 1842 in Wien) war ein österreichischer Musikverleger und Komponist.
Leben Tobias Haslinger stammt aus einer Färberfamilie aus Bad Zell.Gasthaus zum Färberwirt, abgerufen am 16. Februar 2016. Als Sängerknabe in Linz erlernte er mehrere Instrumente und arbeitete in der Musikhandlung des Domkapellmeisters Franz Xaver Glöggl mit.
Seit 1810 lebte er in Wien, wo er seit 1813 zuerst als Buchhalter, seit 1815 als Gesellschafter in der Kunst- und Musikhandlung von Sigmund Anton Steiner wirkte, die er 1826 übernahm. Er führte den Verlag, dem eine Druckerei und Notengravuranstalt angeschlossen war, zu internationaler Bedeutung. Hier wurden Werke von Beethoven, Franz Schubert (Liederzyklus Winterreise, komponiert 1827, von Haslinger veröffentlicht im Jahr 1828), Louis Spohr, Johann Nepomuk Hummel, Joseph Mayseder, Ignaz Moscheles, Carl Maria von Weber, Mozart, Carl Czerny, Muzio Clementi sowie das Gesamtwerk von Johann Strauss (Vater) verlegt.
1821 widmete Ludwig van Beethoven seinem Verleger den musikalischen Scherz O Tobias! WoO (Werk ohne Opus) 182, einen Kanon für drei Stimmen.
Tobias Haslinger war Cellist und auch als Komponist tätig.
Nach seinem Tode führte sein Sohn Carl den Verlag unter dem Namen Carl Haslinger quondam Tobias erfolgreich weiter. Von ihm wurden die Werke der Brüder Johann und Josef Strauss verlegt.
Seit 1894 trägt Tobias Haslinger zu Ehren eine Gasse im 16. und 17. Wiener Gemeindebezirk den Namen Haslingergasse.
Auszeichnung Der König von Preußen Friedrich Wilhelm III. verlieh 1836 dem k. k. Hof- und privaten Kunst- und Musikalienhändler die große goldene Medaille für Kunst- und Wissenschaft. Die preußische Gesandtschaft in Wien stellte das Verdienstzeichen dem Ausgezeichneten zu. Der Musikalienhändler hatte dem preußischen Monarchen ein Exemplar der Cantate von Beethoven mit dem Titel Der glorreiche Augenblick aus seinem Besitz gewidmet und ihm das Dedikationsexemplar zukommen lassen.Beiträge zu einer Chronik für die Stadt Wien. Für den Monat April 1836. In: Der Wanderer auf das Jahr 1836. Erster Band: Jänner bis Ende Juni. Nr. 148, Wien 27. Mai 1836 ().
Dokumente Briefe von Tobias Haslinger befinden sich im Bestand des Leipziger Musikverlages C. F. Peters im Staatsarchiv Leipzig.
Werke Vokalwerke 3 Messen für Männerchor Kleine Gesänge für das Jugend Die Kirchentüre für Gesang und Klavier Orchesterwerke Europas Siegesfeier für Blasorchester Kammermusik Quartett für Flöte, Violine, Violoncello und Klavier Trio concertant für Flöte, Viola und Gitarre, op. 9 Sonate für Violoncello und Klavier Sonaten und Sonatinen für Violine und Klavier Klavierwerke Sonaten Sonatinen
Literatur
Friedrich Slezak: Beethovens Wiener Originalverleger (= Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte. Bd. 17). Deuticke, Wien 1987 Tobias Haslinger. In: Harry Slapnicka/Franz Steinmaßl: Berühmte Persönlichkeiten aus dem Mühlviertel und dem Böhmerwald, Band 2, Edition Geschichte der Heimat, Grünbach 2004, ISBN 3-902427-14-0, S. 171. Matthias Tischer: Haslinger, Tobias Carl. In: Das Beethoven-Lexikon, hrsg. von Heinz von Loesch und Claus Raab, Laaber 2008, ISBN 978-3-89007-476-4, S. 314.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Person um Ludwig van Beethoven Kategorie:Komponist (Klassik) Kategorie:Komponist (Kirchenmusik) Kategorie:Komponist (Chor) Kategorie:Komponist (Österreich) Kategorie:Musikverleger Kategorie:Person (Kaisertum Österreich) Kategorie:Geboren 1787 Kategorie:Gestorben 1842 Kategorie:Mann