Katie Uhlaender (* 17. Juli 1984 in Vail, Colorado) ist eine US-amerikanische Skeletonpilotin. Sie ist zweifache Weltmeisterin und nahm zwischen 2006 und 2022 an fünf Olympischen Winterspielen teil.

Uhlaender begann im Alter von 18 Jahren mit dem Skeletonsport. Sie stieg schnell in die internationale Spitze auf und debütierte 2004 im Skeleton-Weltcup. Zwischen 2006 und 2012 entschied sie elf Wettkämpfe in der Rennserie für sich. 2006/07 und 2007/08 siegte sie im Gesamtweltcup. Während ihrer Laufbahn unterzog sich Uhlaender insgesamt mehr als zehn Operationen, was sie regelmäßig im Training zurückwarf. Nach mehreren Jahren ohne internationale Erfolge gewann sie 2012 zwei Weltmeisterschafts-Goldmedaillen. Ihr bestes Ergebnis bei Olympischen Winterspielen fuhr sie 2014 in Sotschi als Vierte ein. Seit dem Tod ihres Freundes Steven Holcomb 2017 setzt sich Uhlaender öffentlich für eine stärkere Berücksichtigung der psychischen Gesundheit von Sportlern ein.

Werdegang Frühe Lebensjahre und Anfänge im Skeleton (bis 2005) Katie Uhlaenders Eltern sind Ted Uhlaender (1939–2009) – Sohn deutscher Immigranten in die Vereinigten Staaten und Major-League-Baseballspieler in den 1960er- und 1970er-JahrenScott Reid: Skeleton-racing champ Uhlaender driven by father’s love auf ocregister.com. 5. Februar 2014. Abgerufen am 17. Januar 2026. – und seine zweite Ehefrau Karen,Joseph Wancho: Profil von Ted Uhlaender auf sabr.org. 11. Februar 2022. Abgerufen am 16. Februar 2026. eine Sport- und Skilehrerin.Kevin Lytte: Skeleton racer Katie Uhlaender powers Austin connection to Winter Olympics auf statesman.com. 13. Februar 2014. Abgerufen am 16. Februar 2026. Katie Uhlaender hat drei Brüder und eine Schwester.Joseph Wancho: Profil von Ted Uhlaender auf sabr.org, vgl. auch Katie Uhlaender: Olympian Races to Make Her Dad Proud auf guideposts.org. Abgerufen am 16. Februar 2026. Sie wurde 1984 in Vail im US-Bundesstaat Colorado geboren und wuchs in McGregor, Texas, sowie in Breckenridge, Colorado, auf.Stephanie Butzer: Meet the athletes from Colorado competing in the 2022 Winter Olympics in Beijing auf denver7.com. 25. Januar 2022. Abgerufen am 16. Februar 2026. Beeinflusst durch ihre Eltern begann sie früh mit verschiedenen Sportarten: Während ihrer High-School-Zeit in Texas spielte sie Baseball. Außerdem trat sie unter anderem in der Leichtathletik und im Gewichtheben an. In Colorado verdiente Uhlaender noch zu Schulzeiten Geld als Ski- und Snowboardlehrerin.Linda Ramirez: Olympic Skeleton Racer Katie Uhlaender: A Powerful, Determined Leader & Advocate auf adirondackexplorer.org. 7. April 2025. Abgerufen am 16. Februar 2026. Ihren schulischen Abschluss machte sie 2002 an der Summit High School in Breckenridge.Jason Starr: Uhlaender wins U.S. National Skeleton Championship auf summitdaily.com. 3. März 2003. Abgerufen am 16. Februar 2026.

Mit 18 Jahren begegnete Uhlaender in einem Fitnessstudio Sara Sprung aus dem US-amerikanischen Bobnationalteam.Devon O’Neil: On the fast track auf summitdaily.com. 15. Februar 2006. Abgerufen am 16. Februar 2026. Über die Freundschaft zu Sprung fand sie im Winter 2002/03 zum Schlittensport. Weil sie mit einem Körpergewicht von etwa 60 Kilogramm für den Bobsport zu leicht war, fing sie stattdessen mit Skeleton an. Das Gefühl, mit dem Kopf voran durch einen Eiskanal zu fahren, verglich sie später mit Fliegen, sie fühle sich dabei frei.Meri-Jo Borzilleri: She's no flop ; Would-be skier Katie Uhlaender liked racing on her belly. The choice is paying off. In: The Gazette [Colorado Springs]. 11. Dezember 2005, S. 13. Abgerufen am 16. Februar 2026 via ProQuest. In ihrer ersten Saison gewann Uhlaender auf der Kunsteisbahn in Lake Placid sowohl bei den Juniorinnen als auch bei den Erwachsenen den nationalen Meistertitel.Jason Starr: Uhlaender wins U.S. National Skeleton Championship auf summitdaily.com. 3. März 2003. Abgerufen am 16. Februar 2026. Bei der Erwachsenen-Meisterschaft nahmen mehrere der führenden US-Skeletonpilotinnen nicht teil, darunter die Olympiasiegerin Tristan Gale. Zudem erreichte sie ein Top-Ten-Ergebnis bei der Juniorenweltmeisterschaft in Königssee. Im November 2003 verpasste sie auf dem Utah Olympic Park Track die Qualifikation für den US-Weltcupkader. Stattdessen startete sie im Winter 2003/04 im zweitklassigen America’s Cup, wo sie vier Rennen und die Gesamtwertung für sich entschied. Zum Saisonende feierte sie zudem einen Sieg im Europacup, gewann die Silbermedaille bei der Junioren-WM und verteidigte ihren nationalen Meistertitel.Richard Chittick: Uhlaender slides into international spotlight auf summitdaily.com. 3. November 2004. Abgerufen am 16. Februar 2026.

2004/05 debütierte Uhlaender im Skeleton-Weltcup. Ihr bestes Saisonergebnis erzielte sie beim Heimrennen in Lake Placid als Zweite.Adam Boffe: Uhlaender takes bronze in Calgary World Cup comp auf summitdaily.com. 10. November 2005. Abgerufen am 16. Februar 2026. Bei den Weltmeisterschaften 2005 wurde sie Siebte. Zu Uhlaenders größten Konkurrentinnen gehörte über weite Teile ihrer Laufbahn ihre anderthalb Jahre ältere Landsfrau Noelle Pikus-Pace, die unter anderem 2004/05 als erste Amerikanerin den Gesamtweltcup gewann. Uhlaender erklärte 2005, die teaminterne freundschaftliche Rivalität sporne beide Pilotinnen an. Insgesamt bescheinigten ihre Trainer ihr eine ausgesprochen wettbewerbsorientierte Mentalität und eine große Bereitschaft, Tipps anzunehmen und umzusetzen. Im Frühjahr und Sommer 2005 unterzog sich Uhlaender zwei Operationen am linken Fuß: Jahre zuvor hatte sie sich als Schülerin bei einem Kletterausflug den Knöchel gebrochen, die Operation aber auch nach der Diagnose 2004 aufgeschoben, um die Saison vollständig bestreiten zu können.Karen Rosen: auf teamusa.org. 14. Dezember 2017. Abgerufen am 16. Februar 2026.

Siege im Gesamtweltcup und Rückschläge (2005 bis 2010) Uhlaender qualifizierte sich als einzige US-Skeletonpilotin für die Olympischen Winterspiele 2006 in Turin.Noelle Pikus-Pace verpasste die ersten Wettbewerbe der Saison verletzungsbedingt, vgl. Distractions Are Becoming Obstacles for the Skeleton Team. In: New York Times (Online). 13. Januar 2006. Abgerufen am 16. Februar 2026 via ProQuest. Im dortigen Wettkampf auf dem Cesana Pariol belegte sie Rang sechs von fünfzehn Teilnehmerinnen. Im Sommer 2006 arbeitete sie als Produktionsmitarbeiterin für die 13. Staffel der Realityshow Survivor auf den Cookinseln.John Meyer: Uhlaender thriving after “Survivor” work auf denverpost.com. 8. Januar 2007. Abgerufen am 16. Februar 2026. Später kehrte sie mehrmals (für die Staffeln 16 sowie 40 bis 42) als Kameraassistentin an das Set von Survivor zurück und lobte die enge, familiäre Atmosphäre.Aaron Cerbone: Filming ‘Survivor’ auf adirondackdailyenterprise.com. 23. April 2022. Abgerufen am 16. Februar 2026. Nach ihrem ersten Aufenthalt im Südpazifik sagte Uhlaender, sie sei in der besten mentalen Verfassung ihrer Laufbahn in den Winter 2006/07 gestartet. Sie gewann fünf von acht Saisonrennen im Weltcup und damit die Gesamtwertung der Wettkampfserie. Bei den Weltmeisterschaften 2007 platzierte sie sich hinter Noelle Pikus-Pace und Maya Pedersen auf dem Bronzerang. 2007/08 siegte Uhlaender in vier Weltcuprennen und verteidigte damit ihren Erfolg im Gesamtweltcup. Sie gewann bei den Weltmeisterschaften auf der Bahn von Altenberg die Silbermedaille hinter Anja Huber sowie zusätzlich Bronze im kombinierten Bob- und Skeleton-Mannschaftswettbewerb.

Im April 2008 riss sich Uhlaender bei einem Skiunfall in Kanada das vordere Kreuzband und das innere Seitenband im rechten Knie. Zudem erhielt ihr Vater 2008 eine Krebsdiagnose mit Multiplem Myelom. Er starb im Februar 2009. In der Weltcupsaison 2008/09 erreichte Uhlaender nur ein Podestergebnis – einen zweiten Rang in Park City – und belegte bei der Heim-WM in Lake Placid die siebte Position (neben einer weiteren Bronzemedaille im Teamwettbewerb). Wenige Wochen nach dem Saisonende brach sie sich beim Schneemobilfahren die linke Kniescheibe. In den folgenden Monaten wurde sie insgesamt viermal an der Kniescheibe operiert, was ihre Vorbereitung auf die Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver deutlich behinderte. Im Winter 2009/10 blieb ein fünfter Platz Uhlaenders bestes Ergebnis im Weltcup, bei Olympia platzierte sie sich auf dem elften Rang. Rückblickend auf diese Zeit sprach Uhlaender später davon, sie sei „lange Zeit in einer wirklich schlechten Verfassung“ gewesen (im Original: „I was in a really bad place for a long time“):AP: American Uhlaender wins World Cup skeleton by .01 auf usatoday.com. 16. November 2012. Abgerufen am 16. Februar 2026.

Wiedererstarken: Weltmeistertitel und Platz vier bei Olympia in Sotschi (2010 bis 2014) Unterstützung erfuhr Uhlaender ab 2010 insbesondere durch die Skirennläuferin und Olympiasiegerin von 1998 Picabo Street, mit der sie sich anfreundete und die sie als Mentorin und Inspiration bezeichnete.Sochi Scene: Uhlaender’s Eagle auf si.com. 10. Februar 2014. Abgerufen am 16. Februar 2026. Street habe ihr geholfen, wieder zu sehen, dass sie ihr Leben selbst gestalten könne.Jeff Zillgitt: Skeleton racer Katie Uhlaender at peace, on the right track auf usatoday.com. 12. Februar 2014. Abgerufen am 16. Februar 2026. Uhlaender zog in den Nordwesten von Kansas, wo ihr Vater Jahre zuvor in Atwood, Rawlins County, eine Farm mit einer Grundfläche von etwa 800 Acre gekauft hatte, die nach seinem Tod weiterhin im Familienbesitz blieb. Sie baute auf der Farm Weizen, Mais sowie Luzerne an und hielt Rinder.Ron Wilson: Rawlins Countian fourth in Olympics. In: The Goodland Star-News. 21. Februar 2014, S. 3. Abgerufen am 7. Februar 2026 via nwkansas.com. Auf den Rat ihres Vaters hatte Uhlaender schon 2007 vom Preisgeld für ihren Gesamtweltcupsieg in Höhe von 10.000 US-Dollar zehn schwangere Kühe gekauft. Laut einem Bericht des Wall Street Journals aus dem Jahr 2012 waren die jährlichen Einkünfte aus dem Rinderverkauf, etwa 5.000 US-Dollar, ihre Haupteinnahmequelle. Zusammen mit einem Stipendium des Nationalen Olympischen Komitees, Preisgeldern und einigen Sponsorenverträgen verdiente sie zu diesem Zeitpunkt nach eigener Aussage „gerade genug zum Überleben“ (im Original: „just enough to survive“) und um das Equipment für den Skeletonsport – etwa Kufen, Rennanzug und Helm – zu bezahlen.Scott Cacciola: Cross Training: A Racer on Ice Dreams of Summer Games, Too; Ms. Uhlaender, Tops in Skeleton, Also Wants to Be Olympic Weightlifter. In: Wall Street Journal (Online). 2. März 2012. Abgerufen am 7. Februar 2026 via ProQuest. Nach dem Verlust von Nike als Sponsor, einer Kürzung ihres Stipendiums sowie einer Dürre auf der Familienfarm startete sie 2013 eine Fundraising-Kampagne auf der Online-Plattform RallyMe.John Meyer: Katie Uhlaender, other Olympic hopefuls turn to web site to help fund dreams auf denverpost.com. 31. August 2013. Abgerufen am 16. Februar 2026.