mini|hochkant=1.2|Ein Lynx D-Type, ein Nachbau des Rennsportwagens Jaguar D-Type. Zwischen 1954 und 1957 entstanden von dem Vorbild 71 Exemplare. Lynx ist eine britische Automarke. Hersteller ist seit 2023 Lynx Automobile Manufacturing Ltd. mit Sitz in Browns Lane, Coventry. Die Produkte weisen vielfach einen engen Bezug zu Jaguar auf.Eintrag zu dem Unternehmen Lynx Motors (International) Limited im britischen Handelsregister, abgerufen am 7. März 2016 (englisch).Website des Unternehmens Lynx Motors (International) Limited, abgerufen am 7. März 2016 (englisch).

Schon seit der Gründung 1968 steht die Restaurierung, Wartung und Rennvorbereitung von Jaguar-Rennsportwagen im Mittelpunkt.Bernd Ostmann (Chefredakteur): Auto motor und sport – Auto Katalog 2011. 54. Jahresausgabe 2010/2011. Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG, Stuttgart, S. 273. Bekannt ist das Unternehmen vor allem für seine Nachbauten verschiedener Jaguar-Rennsportwagen.

Unter dem Markennamen Lynx entstehen im Stil einer Manufaktur seit 1972Rudolf Heitz (Geschäftsführender Redakteur): Auto Katalog 1984. 27. Ausgabe Jahrgang 83/84, Vereinigte Motor-Verlage GmbH & Co. KG, Stuttgart, S. 88. technisch modernisierte, zumeist für den öffentlichen Straßenverkehr zulassungsfähige Nachbauten des Jaguar D-Type, seit den 1990er-Jahren auch der Modelle XK-SS, C-Type und E-Type Lightweight.

Im Laufe der Zeit änderten sich mehrfach die Eigentumsverhältnisse des Unternehmens. Seit dem Sommer 2023 hat Lynx seine Zentrale in der Browns Lane in Coventry.

Unternehmensgeschichte Die Anfänge unter Black und Ludgate ab 1968 mini|hochkant=1.2|Ein Lynx XKSS, ein Nachbau des Jaguar XK-SS. Im Jahr 1957 entstanden von dem Vorbild 16 Exemplare aus übrig gebliebenen Teilen des D-Type. Das Unternehmen wurde 1968 von Guy Black und Roger Ludgate gegründet. In den ersten Jahren spezialisierte sich Lynx auf Reparatur, Wartung und Tuning von Sport- und Rennwagen, vor allem von Jaguar C-Type- und D-Type-Modellen. Im Jahr 1972 begann das Unternehmen damit, einen ersten D-Type unter Verwendung von Rahmen- und Fahrwerkskompenten des E-Type vollständig neu aufzubauen; das gegen 1974 fertiggestellte Fahrzeug debütierte 1975 auf einer englischen Fachmesse als Lynx D-Type. Parallel war Lynx im Auftrag von Jaguar an der Weiterentwicklung des E-Type beteiligt, sowohl mit Ingenieurleistungen, als auch dem Aufbau von Vorserienfahrzeugen. Hinzu kamen Umbauten von Jaguar-Serienfahrzeugen im Auftrag privater Kunden. Ab 1980 bildeten Umbauten auf Basis des Jaguar XJ-S das wirtschaftliche Hauptstandbein des Unternehmens, zunächst als Spyder genanntes Vollcabriolet, ab 1983 als Eventer genannter Shooting Break. Ab 1982 kam verstärkt optisches Tuning hinzu, ab 1986 Cabriolet-Umbauten auch von Modellen anderer Hersteller. Ab 1990 bot das Unternehmen den Lynx XKSS als Nachbau des Straßensportwagens Jaguar XK-SS an.

Anfang der 1980er-Jahre durchlief das Unternehmen einige strukturelle Veränderungen. So firmierte es 1980 noch unter Lynx Motor Co. mit Sitz in Northiam nahe Rye in East Sussex.Klaus Freund (Chefredakteur): Auto Katalog 1980. 23. Ausgabe Jahrgang 1979/80. Vereinigte Motor-Verlage GmbH & Co. KG, Stuttgart, S. 81. Im Folgejahr trat die rechtlich eigenständige Lynx Replica Sales Ltd. mit Sitz im vornehmen Londoner Stadtteil Kensington in Erscheinung.Klaus Freund (Chefredakteur): Auto Katalog 1981. 24. Ausgabe Jahrgang 80/81. Vereinigte Motor-Verlage GmbH & Co. KG, Stuttgart, S. 85. Für 1982 übernahm die Lynx Sales Ltd. mit neuen Büro- und Ausstellungsflächen – erneut in Kensington – Organisation und Verkauf, während sich die Lynx Engineering Ltd. um die Produktion kümmerte.Klaus Freund (Chefredakteur): Auto Katalog 1982. 25 Ausgabe Jahrgang 81/82. Vereinigte Motor-Verlage GmbH & Co. KG, Stuttgart, S. 90. Für 1983 wurden beide Unternehmen in St Leonards-on-Sea bei Hastings in East Sussex als Lynx Motor Co. Ltd. zusammengelegt.Rudolf Heitz (Geschäftsführender Redakteur): Auto Katalog 1983. 26. Ausgabe Jahrgang 82/83. Vereinigte Motor-Verlage GmbH & Co. KG, Stuttgart, S. 89. Seit 1988 firmierte das Unternehmen schließlich als Lynx Cars Limited und bezog neue Räume in derselben Straße.Ferdinand Simoneit (Redaktionsdirektor): Auto Katalog 1988. 31. Ausgabe Jahrgang 1987/88. Vereinigte Motor-Verlage GmbH & Co. KG, Stuttgart, S. 108.

Von 1981 bis einschließlich 1985 waren Lynx-Fahrzeuge auch in Deutschland erhältlich; ein freier Importeur in Merzalben vertrieb sie zusammen mit Fahrzeugen der britischen Marken MG und Triumph sowie zeitweilig auch TVR, Kougar und dem argentinischen Crespi.Klaus Freund (Chefredakteur): Auto Katalog 1981. 24. Ausgabe Jahrgang 80/81. Vereinigte Motor-Verlage GmbH Co. KG, Stuttgart, S. 262.Rudolf Heitz (Geschäftsführender Redakteur): Auto Katalog 1985. 28. Ausgabe Jahrgang 1984/85. Vereinigte Motor-Verlage GmbH & Co. KG, Stuttgart, S. 279.

Die Fortführung unter Mayston-Taylor ab 1992 mini|hochkant=1.2|Ein neu aufgebauter Jaguar E-Type Lightweight mit Fließheck, wie ihn insbesondere Peter Lindner 1964 fuhr. Nachfertigungen dieses Modells nahm Lynx 1994 in das reguläre Angebot auf. Im März 1992 wurde der Betrieb von John Mayston-Taylor übernommen. Der Automobilenthusiast, der selbst hochwertige klassische Automobile sammelt und restauriert, führte Lynx Cars Limited zunächst als Teil der C.H.Davis & Co. Limited weiter. Ab 1995 nutzte er für die Automobilsparte die Firmierung Lynx Motors International Limited. Die volle rechtliche Verselbständigung erfolgte unter diesem Namen jedoch erst Ende März 2000, als die Sparte aus dem Handelsunternehmen wieder ausgegliedert wurde.Eintrag zum Unternehmen Mayston-Taylor & Company Limited im britischen Handelsregister, abgerufen am 7. März 2016 (englisch).

Unter der Führung von Mayston-Taylor konzentrierte sich das Unternehmen wieder stärker auf die früheren Standbeine mit Jaguar-Bezug. So fertigte Lynx auf Bestellung weitere Neuwagen als Einzelstücke im klassischen Stil; neben dem Lynx D-Type und dem XKSS rückten ab 1994 hochwertige Nachfertigungen des E-Type Lightweight in das Lieferprogramm, wahlweise als Fließheck-Coupé oder als Roadster mit Hardtop. Ferner wurden im Modelljahr 1995 erstmals vollständige Nachbauten des Jaguar C-Type erwähnt.Helmut Luckner (Hrsg.): Auto Katalog 1995. 38. Jahresausgabe 1994/1995. Vereinigte Motor-Verlage GmbH & Co. KG, Stuttgart, S. 268. Weitere Unternehmensschwerpunkte blieben der Eventer-Umbau sowie die Restaurierung hochwertiger Automobile, vor allem älterer Jaguar. Daneben wurden Ersatzteile nachgefertigt sowie einzelne Fahrzeuge im Kundenauftrag technisch und optisch individualisiert. Im Jahr 2009 endete die Lynx-Produktion unter Mayston-Taylor.

Die Fortführung unter Forsyth ab 2009 Ab April 2009 existierte die Lynx Motors International Limited unter Führung von Nigel John Forsyth;Eintrag zu dem Unternehmen Orthosie Limited, vormals Lynx Motors International Limited, im britischen Handelsregister, abgerufen am 7. März 2016 (englisch)., der die Marken- und Namensrechte an Lynx Motors sowie die Fertigungsgerätschaften und Materialien übernommen hatte. Die detailgetreuen Nachbauten der älteren Jaguar-Modelle waren wieder als Neuwagen erhältlich und auch Restaurierungen von Originalfahrzeugen sowie die Nachfertigung von Ersatzteilen wurde zunächst fortgeführt. Parallel leitete Forsyth das Unternehmen Proteus Sports & Racing Cars Limited,Eintrag zu dem Unternehmen Proteus Sports and Racing Cars Limited im britischen Handelsregister, abgerufen am 7. März 2016 (englisch). das bis 2019 Nachbauten anderer Renn- und Sportwagen anbot. Als die Nachfrage nach den Lynx-Nachbauten Anfang der 2010er-Jahre erneut zurückging, beendete Lynx die Neuwagenfertigung und verkaufte um 2013 Teile des Inventars, teils an Jaguar, teils an Sammler und Automobilliebhaber.

Die Fortführung in britisch-tschechisch-deutscher Kooperation ab 2014 mini|Lynx C-Type von 2015 Seit Oktober 2014 besteht die Lynx Motors (International) Limited.Eintrag zu dem Unternehmen Lynx Motors (International) Limited im britischen Handelsregister, abgerufen am 7. März 2017 (englisch). Forsyth brachte die Marken- und Namensrechte in das neue Unternehmen ein, das die Produktion der früheren Modelle weiterführt. Die weiteren Direktoren sind der tschechische Unternehmer Josef Lopata sowie der deutsche Ingenieur Johannes Schilcher.

Seit 2014 fertigt Lynx Motors wieder Nachbauten des Jaguar C-Type, D-Type, XKSS und E-Type Lightweight als Neuwagen an. Hinzu kommen Fahrzeugrestaurierungen, vor allem für originale Jaguar, ältere Lynx, aber auch Porsche und Maserati.

Die Karosserien der Neuwagenmodelle werden weiterhin in England in aufwendiger Handarbeit aus Leichtmetallblechen geformt und analog den Originalen vernietet. Die Zulassung für den europäischen Markt erfolgte zeitweise über den deutschen TÜV. Für den britischen Markt läuft der Vertrieb exklusiv über das Handelsunternehmen Hofmann’s of Henley, ansonsten unmittelbar über den Hersteller. Eines der ersten Neufahrzeuge nach der Umstrukturierung 2014 war ein Lynx XKSS; der Vorführwagen war Gegenstand eines Fahrberichts in der britischen Fachzeitschrift Classic & Sports Car, Ausgabe Mai 2015.

Die Fortführung mit Ludgate ab 2019 Seit November 2019 besteht die Lynx Motors Engineering Limited. Schilcher und Berger brachten die Marken- und Namensrechte in das neue Unternehmen ein, das die Produktion der früheren Modelle weiterführt und ein neues Modell auf den Markt bringt, einen Porsche, der auf Basis des 964 mit Aluminium Karosserie auf die Straße gebracht wird. Roger Ludgate, der das Unternehmen 1968 gegründet hat, wurde wieder Anteilseigner der Firma. Die Karosserien aller Lynx Modelle werden in Coventry/England in Handarbeit gefertigt. Die Zentrale des Unternehmens befindet sich in Henley-on-Thames.

Änderung der Firmenphilosophie und der Produktpalette aufgrund Verhandlungen mit Jaguar ab 2021 Im Frühjahr 2021 wurde in Absprache mit Jaguar Produktion der klassischen Jaguar Modelle (C Type, XKSS, D Type, LowDrag usw.) eingestellt. Es wurde von der Lynx Führung entschieden zwei komplett neue Fahrzeuge zu entwickeln, die Ende 2022 und 2023 vorgestellt werden. Unter anderem aus diesem Grunde wurden die Lynx Unternehmen in der Lynx Motors Group Limited zusammengefasst.

Lynx at Browns Lane in Coventry Nach Umstrukturierungsmaßnahmen aufgrund der Situation unter anderem mit Jaguar, ist die Lynx Automobile Manufacturing Limited in der Browns Lane in Coventry ansässig.

Fahrzeuge von Lynx Nachbauten Seit 1974 stellt Lynx mit Unterbrechungen originalgetreue, lizenzierte Nachbauten unterschiedlicher Renn- und Sportwagen von Jaguar her. Wegen ihrer Authentizität waren und sind die Lynx-Modelle im Kreis der Jaguar-Enthusiasten sehr begehrt. Ein echter Lynx kostet in etwa 400.000 bis 680.000 Dollar. Der Lynx D-Type ist ein Nachbau des Jaguar D-Type. Das Modell wurde 1974 auf der Racing Car Show in London erstmals vorgestellt. Insgesamt entstanden über 50 dieser Fahrzeuge, fünf davon entsprechen dem vom D-Typ abgeleiteten Jaguar XK-SS. Der Lynx C-Type ist ein Nachbau des Jaguar C-Type. Ferner ergänzte der auch aktuell wieder angebotene E-Type Lightweight das Lieferprogramm, ein Nachbau des gleichnamigen Rennsportwagens von Jaguar.

Der Antrieb Allen Modellen gemeinsam sind die traditionellen Sechszylinder-Reihenmotoren von Jaguar, die von Lynx je nach Einsatzzweck überarbeitet werden. Zur Wahl stehen Versionen mit 3,4, mit 3,8 und 4,2 Liter Hubraum und jeweils drei Weber-Vergasern. Die Motoren des C-Type erhalten spezielle, dem historischen Original nachempfundene Zylinderköpfe und Abgaskrümmer, bei den übrigen Modellen besteht die Wahl zwischen einer herkömmlichen Druckumlauf- und einer besonders für den Motorsport geeigneten Trockensumpfschmierung. Für die Kraftübertragung stehen ein traditionelles 4-Gang- und ein modernes 5-Gang-Schaltgetriebe sowie drei unterschiedlich lange Endübersetzungen zur Verfügung.