Město Touškov (deutsch Tuschkau Stadt) ist eine Stadt im Okres Plzeň-sever in Tschechien.
Geographie mini|links| Häuser der Stadt am Ufer der Mies Die Stadt liegt in Westböhmen am Westrand des Pilsener Beckens, am linken Ufer der Mies, zehn Kilometer nordwestlich von Pilsen. Nordöstlich der Stadt befindet sich die Burgruine Komberk.
Durch Město Touškov führt die Staatsstraße 180 von Kozolupy zur Europastraße 49 bei Nová Hospoda.
Nachbarorte sind Čeminy im Norden, Kůští und Komberk im Nordosten, Dolní Vlkýš und Malesice im Osten, Křimice und Vochov im Südosten, Kozolupy und Bdeněves im Süden, Dobronice im Westen, sowie Újezd nade Mží im Nordwesten.
Geschichte mini|hochkant=1.3|Rathaus mini|Kirche St. Johannes der Täufer mini|Straßenzug mit Wohnhäusern
mini|Grabsteine auf dem ehemaligen jüdischen Friedhof Die erste urkundliche Erwähnung von Tuschkau als Besitz des Klosters Kladrau aus dem Jahre 1115 hat sich als nachträgliche Fälschung des Klosters erwiesen. Das Dorf entstand am alten Handelsweg von Prag nach Nürnberg und wurde vom Kladrauer Abt Rainer erst 1243 von einem Ritter Dřizislav erworben. Im Ort befand sich bereits 1383 eine Pfarrkirche, die heutige Pfarrkirche St. Johannes der Täufer wurde jedoch erst um 1765 durch die Benediktiner des Klosters Kladrau erbaut. 1543 wurde Tuschkau durch Ferdinand I. zur Stadt erhoben.
Im 19. Jahrhundert wurde Tuschkau Sitz eines Bezirksgerichts und erhielt einen Eisenbahn-Anschluss an die Staatsbahnlinie Wien – Gmünd – Eger mit einem Bahnhof in Tuschkau-Kosolup. Am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte der landwirtschaftlich geprägte Ort eine Bierbrauerei, Handschuhfabrikation und eine Mühle.
Um Verwechslungen mit dem bei der Stadt liegenden Dorf Tuschkau entgegenzuwirken, das im Jahr 1900 486 deutsche Einwohner hatte, wurde für die Stadt in neuerer Zeit der Ortsname Tuschkau Stadt gebräuchlich, für das Dorf der Ortsname Tuschkau Dorf.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Region mit der Ortschaft Tuschkau Stadt 1919 der neu geschaffenen Tschechoslowakei zugeschlagen. Aufgrund des Münchner Abkommens kam der Ort 1938 zum Deutschen Reich und gehörte bis 1945 zum Landkreis Mies, Regierungsbezirk Eger, im Reichsgau Sudetenland. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die deutschsprachigen Einwohner von Tuschkau größtenteils enteignet und vertrieben.
Demographie Bis 1945 war Tuschkau überwiegend von Deutschböhmen besiedelt, die vertrieben wurden. + Bevölkerungsentwicklung bis 1945 Jahr Einwohner Anmerkungen 1785 k. A. 98 HäuserJaroslaus Schaller: Topographie des Königreichs Böhmen. Band 9: Pilsner Kreis. Prag 1788, S. 132, Ziffer 32 (books.google.de). 1830 900 in 120 HäusernCarl Eduard Rainold: Reise-Taschen-Lexikon von Böhmen. Prag 1835, S. 598 (books.google.de).1837 954 in 122 Häusern, darunter sechs von neun jüdischen Familien bewohnte HäuserJohann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Band 6: Pilsner Kreis. Prag 1838, S. 368, Ziffer 1 (books.google.de). 1900 1358 deutsche Einwohner1921 1472 davon 1283 deutsche EinwohnerGenealogie-Netz Sudetenland1930 1914 1939 1753
+ Einwohnerzahlen seit Ende des Zweiten Weltkriegs Jahr 1950 1961 1970 1980 1991 2001 2011 Einwohner 1473 1672 1495 1657 1641 1712 2077
Ortsgliederung Zu Město Touškov gehört der Ortsteil Kůští (Kuscht).
Sehenswürdigkeiten Kirche Johannes des Täufers, erbaut 1777–1778 von Anton Haffenecker Friedhofskapelle der Kreuzerhöhung mit Familiengruft von Starck. Von 1900 bis 1904 war auch Anton Schobloch dort beigesetzt.
Söhne und Töchter der Stadt Simon von Lämel (1766–1845), jüdisch-österreichischer Großhändler und Bankier Josef Schiller (1873–1929), österreichisch-tschechoslowakischer Gewerkschafter und Politiker Michael Stark (1877–1953), österreichischer Geologe Richard Fleißner (1903–1989), Maler und Graphiker
Weblinks
Jüdische Spuren in Město Touškov
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 1115