mini|Peter Frankenfeld, 1975 rahmenlos|zentriert|class=notpageimage skin-invert-image|Unterschrift Peter Frankenfeld (Autogramm) deutscher Schauspieler und Sänger mini|Auf der Bühne der Showmaster Peter Frankenfeld (links) und der Speedway-Fahrer Egon Müller (rechts), 1975
Peter Frankenfeld (* 31. Mai 1913 in Berlin-Kreuzberg als Willi Julius August Frankenfeldt; † 4. Januar 1979 in Hamburg) war ein deutscher Schauspieler, Sänger und bedeutender, die deutsche Radio- und Fernsehunterhaltung nachhaltig prägender Entertainer.
Peter Frankenfeld begann seine Karriere an Berliner Varietés und wurde in den 1950er Jahren durch das Radio in ganz Deutschland bekannt. Er schuf mit 1:0 für Sie die erste Spielshow im deutschen Fernsehen, der weitere folgten. In den 1960er Jahren sorgte er mit Vergißmeinnicht für die erfolgreichste Show des gerade erst gegründeten ZDF und hatte damit wesentlichen Anteil am Aufstieg dieser Sendeanstalt. Dennoch wurde die Sendung 1970 überraschend eingestellt, so dass sich der tief gekränkte Frankenfeld einige Zeit mit Gastauftritten begnügen musste, bis er 1975 die Musikrevue Musik ist Trumpf bekam, die er bis zu seinem Lebensende mit großem Erfolg präsentierte. Während der gesamten Fernsehzeit blieb er auch dem Hörfunk treu und ging häufig auf Tournee.
Er heiratete 1956 die Schauspielerin und Sängerin Lonny Kellner und arbeitete mit ihr bis zu seinem Tod zusammen.
Leben Name Frankenfelds Vornamen Willi, Julius und August waren zur Zeit seiner Geburt beliebt, sie gefielen ihm aber alle drei nicht, weswegen er im Alter von 25 Jahren den damals populären Namen Peter verwendete, zunächst in Gestalt von Willpeter, wenige Monate später nur noch Peter. Dabei ließ er auch den letzten Buchstaben des Nachnamens entfallen. Mit 42 Jahren folgte dann die amtliche Eintragung des Namens Peter Frankenfeld.Das war mein Leben. Kapitel Willy Julius August In seinem Freundeskreis trug er den Spitznamen PF.
Kindheit mini|Peter Frankenfeld (in der Mitte) vor dem Laden seiner Mutter
Eltern Der Vater Max Frankenfeldt stammte aus Stolp, hatte um die Jahrhundertwende Mechaniker gelernt und war als Mechanikermeister nach Berlin gegangen. Dort arbeitete er als Werkmeister und Lehrlingsausbilder bei Dewitt & Hertz, einem Hersteller chirurgischer Instrumente. Frankenfeld beschrieb seinen Vater als besessenen Mechaniker, der eine Drehbank daheim hatte „für die mechaniklose Zeit zwischen Samstagabend und Montag früh“.Das war mein Leben. Kapitel Mein Vater Max Frankenfeldt zog sich im Ersten Weltkrieg eine teilweise Lähmung der rechten Hand zu, konnte aber als Kriegsbeschädigter weiter seiner Arbeit nachgehen.
Hedwig Frankenfeldt, geborene Sawatzki, stammte aus Graudenz, hatte Porzellanverkäuferin gelernt und war in die Reichshauptstadt gezogen, um eine Anstellung zu finden. Dort begegnete sie Max Frankenfeldt, den sie 1910 heiratete.Das war mein Leben. Kapitel Die Kassette Sie zog während des Krieges vom Berliner Stadtrand in den Stralauer Kiez, der ab 1920 zum Groß-Berliner Bezirk Friedrichshain gehörte, einem dicht besiedelten Arbeiterbezirk, um in der Bödikerstraße 33 ein Ladengeschäft zu eröffnen, für Cigarren, Cigaretten, Rauch-Kau-Schnupftabake und einen öffentlichen Fernsprechapparat. Solche Läden existierten in großer Zahl, dennoch ermöglichte das zusätzliche Einkommen der Familie nach dem Krieg einen zwar bescheidenen, aber überdurchschnittlichen Wohlstand.Das war mein Leben. Kapitel Das war sein Milljöh Frankenfeld beschrieb seine Mutter als Verkäuferin mit Leib und Seele. Sie habe ungeachtet der Mehrarbeit den Tabakladen voller Vorfreude eröffnet, nicht nur im Hinblick auf die Mehreinnahmen, sondern auch wegen der Kundengespräche.
Geburt Peter Frankenfeld wurde in einer Klinik in Kreuzberg geboren und verbrachte seine ersten Lebensjahre in einem zwei Jahre vor seiner Geburt errichteten Mietshaus in Rummelsburg, Rupprechtstraße 32. Er war das zweite Kind von Max und Hedwig Frankenfeldt, deren erster Sohn Hans wenige Monate zuvor verstorben war.Das war mein Leben. Kapitel Ein Berliner Es folgte noch Peters Bruder Kurt.
Als Schüler Frankenfeld besuchte die Grundschule in der Goßlerstraße (heute Emanuel-Lasker-Schule, Corinthstraße) und die Liebig-Realschule in der Rigaer Straße.Hans-Jürgen Mende und Kurt Wernicke (Hrsg.): Berliner Bezirkslexikon Friedrichshain-Kreuzberg. Haude & Spener, Berlin 2003, S. 148. Dort war Zeichnen sein liebstes Fach, außerdem fielen ihm Fremdsprachen leicht. Seine Mitschüler begeisterte er dadurch, dass er sämtliche Lehrer imitieren konnte. In der Freizeit fertigte er aus weichem Abfallholz Gesichter für Kasperletheater-Puppen, deren Kleider seine Mutter nähte, um mit einer ebenfalls selbstgebauten Bühne Märchenspiele aufführen zu können. Dabei gelang es ihm, zahlende Zuschauer zu gewinnen.Das war mein Leben. Kapitel Kasperletheater
Da Frankenfelds Mutter sich stets wünschte, einmal eine der großen Musikrevuen zu besuchen, entschloss sich der Vater 1925, ein Radio zu bauen, um die Kunst damit ins Haus zu holen und das Eintrittsgeld zu sparen. So kam Frankenfeld im Alter von zwölf Jahren mit der Funkunterhaltung in Berührung, die ihn sehr begeisterte.Das war mein Leben. Kapitel Ein Berliner
Im Spätherbst 1928 erwarb Frankenfeld in einem Antiquariat ein Buch über das Varieté, aus dem er von Mellini erfuhr. Daraufhin beschloss er, das Zaubern zu erlernen, und ging zum ehemaligen Ostbahnhof, der gerade zum Varieté umgebaut wurde. Dort schlug ihm die Sekretärin vor, sich an den Magischen Zirkel zu wenden. So erfuhr Frankenfeld von einem Zauberladen in der Friedrichstadt, in dem er seinen ersten Zaubertrick kaufte. Er schwenkte vom Kasperletheater zur Zauberei um und kaufte sich mit den Einnahmen immer weitere Tricks.
Beim Zirkus Im folgenden Sommer fragte Frankenfeld einen in Berlin gastierenden Zirkus, ob er mit seinen inzwischen 19 Zaubertricks nicht mitreisen könne. Am letzten Schultag bat er dann einen Klassenkameraden, die Schultasche zu Hause mit der Begründung abzugeben, Peter sei zur Fremdenlegion gegangen. Der Zirkus gastierte in Zossen, Luckau, Torgau und schließlich in Leipzig. Anstatt um eine höhere Entlohnung zu bitten, um sich Essen kaufen zu können, machte sich Frankenfeld dort auf den Weg zu einer Freundin seiner Mutter. Er bat sie, nichts von seinem Besuch zu erzählen, da er auf einer Ferienfahrt sei und gewettet habe, wie lange er mit seinem Geld auskomme. Die Freundin meldete aber dennoch die Vorkommnisse nach Berlin und der Vater holte ihn schließlich zurück.Das war mein Leben. Kapitel Wo lernt man zaubern und Ich geh zur Fremdenlegion – weint nicht
Ausbildung Hotelpage
Frankenfeld wollte weder eine Mechanikerlehre wie sein Vater machen noch weiter zur Schule gehen. So folgte er einem Vorschlag seiner Mutter, bei bedeutenden Berliner Hotels nach einer Ausbildung zu fragen, und wurde schließlich Page im Hotel Adlon. Er bekam 7,50 RM Wochenlohn zuzüglich das Vier- bis Fünffache an Trinkgeld. Mit einer positiven Beurteilung wechselte er zum Hotel Esplanade. Nachdem er dort aber am Direktionszimmer das Toilettenschild Herren angebracht hatte, wurde er entlassen.Das war mein Leben. Kapitel In der Tür zur großen Welt
Maler
In der Familie erinnerte man sich an Frankenfelds Zeichentalent und versuchte, ihm einen Ausbildungsplatz als Anstreicher und Tapezierer zu verschaffen, in der Annahme, dass jemand, der zeichnen kann, sich auch zum Maler eignet. Zur Überbrückung besuchte Frankenfeld drei Monate lang die Schule für das graphische Gewerbe. Hier lernte er die verschiedenen Druckverfahren und Schriftarten kennen. Die Malerlehre hingegen interessierte Frankenfeld überhaupt nicht, weswegen ihn der Meister schon nach vier Wochen an ein Unternehmen verwies, das Reklametafeln fabrizierte und Schaufenster dekorierte. Diese Arbeit lag Frankenfeld, in der Ausführung folgte er aber zunehmend seinen eigenen Ideen, was dem Chef nicht gefiel, sodass er noch einmal den Arbeitgeber wechseln musste und 1932 bei Reklame Neumann eine einjährige Volontärzeit begann, die mit 14 RM pro Woche bezahlt wurde. Dieses Unternehmen bestand neben dem Chef, der mit dem Motorrad die Aufträge hereinholte, aus Frankenfeld und einem weiteren Volontär, die 56 Stunden in der Woche Schilder malen mussten.Das war mein Leben. Kapitel Fliegender Wechsel
Selbständigkeit Werbeagentur
Als die Volontäre von Reklame Neumann einmal ohne Wissen des Chefs ein Schild für ein Radiogeschäft anfertigten und dieser es an der Gestaltung der angebrachten Reklametafel bemerkte, entließ er beide, stellte den anderen aber am nächsten Tag wieder ein. Frankenfeld hingegen erkannte, dass er mit einem eigenen Unternehmen erfolgreicher sein würde, zog bei seinen Eltern aus und in eine nahegelegene Mietwohnung ein, die gleichzeitig sein Atelier wurde.Das war mein Leben. Kapitel Ein Geschäft, das in die Hose ging
Frankenfeld war in ganz Berlin mit dem Fahrrad unterwegs, um Aufträge zu bekommen. Diese waren zeitweise so zahlreich, dass sogar der ehemalige Schulfreund Fritz Schirrmeister helfen musste, der Dekorateur gelernt hatte und vor allem für das Dekorieren zuständig war, während Frankenfeld Schilder malte, Werbesprüche ersann und Zeichnungen erstellte. Die beiden gestalteten nicht nur Schaufenster, sondern auch ganze Gaststätten. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten mussten zunächst dutzendweise Schilder angefertigt werden mit der Aufschrift: „Damen werden gebeten, nicht zu rauchen“, gefolgt von „Der Mehrpreis für das Eintopfgericht wird zugunsten des Winterhilfswerks erhoben und auf das Postscheckkonto Berlin 77100 eingezahlt“.
In auftragsarmen Zeiten fuhr er zu seinem Großvater nach Mohrin, um zu angeln oder Aquarelle zu malen. Einmal schloss er sich auch für vier Wochen einem Zirkus an, um dort seine Zauber- und Schnellzeichen-Künste vorzuführen, bis ihn Schirrmeister wieder rief, um an neuen Aufträgen zu arbeiten. Im Laufe der Zeit kamen auch Stände für die Leipziger Messe und die Berliner Rundfunkausstellung hinzu.Das war mein Leben. Kapitel Lage ernst, aber nicht hoffnungslos
Malerei Durch eine Freundin lernte Frankenfeld den Expressionisten Willy Jaeckel aus Breslau kennen und wurde zu dessen wöchentlichem Stammtisch mit befreundeten Malern geladen. Er nahm Unterricht bei Jaeckel und lernte verschiedene Maltechniken kennen. Diese Fähigkeiten nutzte er, um in Freibädern Menschen zu porträtieren. Um Zeit dafür zu gewinnen, schränkte er das Werbegeschäft auf einige Dauerkunden ein. Frankenfeld fühlte sich zunehmend als Künstler und schloss sich der von Jaeckel initiierten Neuen Berliner Sezession an. Er wollte sich nicht nur auf die bildende Kunst beschränken, war aber mit seiner Malerei erfolgreich; einmal verkaufte er binnen zwei Wochen drei Gemälde und nahm damit 1000 RM ein.Das war mein Leben. Kapitel Mensch, Junge, du jehörst uff’ne Bühne
Bühnenauftritte Amerikanische Revue-Filme wie Broadway-Melodie brachten Frankenfeld auf die Idee, tanzen zu lernen. Er nahm Steppunterricht und gelangte dabei an Valeska Gert, die ihm auch vermittelte, wie man eine Bühnenshow aufbaut und Conférencen anlegt. Frankenfeld sah sich – größtenteils mehrmals – alle Varieté-Aufführungen in Berlin an, um zu lernen, wie die großen Meister arbeiten, darunter Wilhelm Bendow, Erich Carow, Paul Kemp, Hellmuth Krüger, Ludwig Manfred Lommel, Henry Lorenzen, Carl Napp, Willi Schaeffers, Fredy Sieg und Claire Waldoff. Bei einem Gastspiel von Willy Reichert besuchte Frankenfeld so viele Aufführungen, bis er den schwäbischen Humor im Griff hatte. Er wollte ein perfekter Conférencier werden.
Anlässlich der Einweihung seines neuen Ateliers im Süden Berlins, in der Hasenheide 78, gab Frankenfeld eine Einweihungsfeier mit zweistündigem Unterhaltungsprogramm. Anschließend schlug ihm ein Freund vor, anstatt Bilder zu malen, zum Kabarett der Komiker auf die Bühne zu gehen.
Kabarett der Komiker