Bad Staffelstein (bis 2001 Staffelstein; fränkisch: Staffelstaa) ist eine Stadt im oberfränkischen Landkreis Lichtenfels. Der Gottesgarten an der Bayerischen Porzellanstraße birgt viele Sehenswürdigkeiten. Dazu zählen die von Balthasar Neumann erbaute Basilika Vierzehnheiligen und das Kloster Banz. Ein weithin bekanntes Ausflugsziel ist der Staffelberg.
Geographie Geographische Lage Der Ort erstreckt sich beiderseits des Mains, wobei sich die Kerngemeinde am linken Ufer befindet. Der Hausberg ist der linksmainische Staffelberg mit einer Höhe von , rechtsmainisch erheben sich die hohen Eierberge.
Gemeindegliederung mini|Maiandacht an der St.-Marien-Kapelle in Kaider (2004). Die Marienkapelle war im Jahr 2016 Kulisse im Film Katharina Luther, der in der ARD am 22. Februar 2017 erstmals ausgestrahlt wurde mini|Blick vom Staffelberg auf Loffeld, 2010 mini|Blick in das Dorfzentrum von Stublang, 2011
Die Stadtgemeinde Bad Staffelstein hat 40 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Geschichte mini|hochkant|Rekonstruktion einer keltischen Pfostenschlitzmauer auf dem Staffelberg, 2010 Bis zum 18. Jahrhundert Der Staffelberg ist seit der Jungsteinzeit besiedelt. Dort befand sich in der keltischen Zeit das Oppidum auf dem Staffelberg, das möglicherweise mit dem Ort Menosgada gleichzusetzen ist, den der griechische Forscher Claudius Ptolemäus im 2. Jahrhundert n. Chr. erwähnte. Es wurde wohl um die Zeitenwende mit dem Vordringen der Germanen, die im Maintal siedelten, aufgegeben. Auf dem Chamnitzen, einem 300 Meter langen Felsenriff zwischen Kümmersreuth und Lahm, wurden zertrümmerte Tongefäße germanischen Ursprungs gefunden, die auf einen Kultplatz hinweisen. Für eine Besiedlung ist das Felsstück jedoch ungeeignet.H. Jakob: Der Klotzgau – ein slawischer Kleingau am Rande der Fränkischen Alb. In: Zeitschrift für Archäologie. Jahrgang 16, 1982.
Staffelstein erschien erstmals um 800 im Codex Eberhardi, in dem der Gutsbezirk Banz beschrieben wurde. Seit der Mitte des 9. Jahrhunderts war der Ort im Besitz des Klosters Fulda, im 11. Jahrhundert kam er zum Hochstift Bamberg. König Lothar III. verlieh im Jahr 1130 den Georgsbrüdern (den Kapitularen des Bamberger Doms) das Markt-, Bann- und Zollrecht für Staffelstein. Aus dem Jahr 1418 sind vier Stadttore belegt. 1422 erhielt Staffelstein vom Bamberger Bischof Friedrich III. von Aufseß das Recht, eine Stadtbefestigung zu errichten. 1473 kam es aufgrund eines Angriffs des Ritters Ulrich von der Weide zu einem verheerenden Stadtbrand.
Nach Staffelstein nannte sich ein niederadeliges Geschlecht, dessen Stammburg bisher nicht lokalisiert wurde, da Staffelstein bei verheerenden Stadtbränden 1473 und 1684 zerstört wurde. Noch 1884 steht in Siebmacher's großem und allgemeinem Wappenbuch, Band VI./6, Ausgestorbener preußischer Adel, Provinz Sachsen, S. 159: „Staffelstein, Thüringisch und Vogtländisch. Dies altritterliche Geschlecht, obschon es erst im 17. Jahrhundert erloschen ist, fehlt in der Adelslexicographie ganz.“ Das Von-Staffelstein-Wappen (in Rot drei silberne Korngarben) ist in das Totenbuch des Franziskanerklosters in Coburg, Handschrift Ms. 125 in der evangelischen Kirchenbibliothek in Neustadt/Aisch, eingezeichnet.
Im Dreißigjährigen Krieg nahmen die Schweden am 7. Februar 1633 die Stadt ein und zerstörten die Vorstadt. 1634 forderte die Pest 400 Menschenleben. Am 5. Juli 1684 kam es erneut zu einem Stadtbrand, dem nahezu alle Häuser der Stadt zum Opfer fielen. Das heutige Stadtbild ist vom Wiederaufbau im barocken Stil geprägt. Die beiden bedeutendsten Kirchenbauten der näheren Umgebung, das Kloster Banz (Weihe 1719) und die Basilika Vierzehnheiligen (1772 vollendet), betonen ebenfalls den barocken Charakter der Gegend.
19. bis 21. Jahrhundert mini|Amtshaus des Bamberger Domkapitels (1720–1803), des Bezirksamtes/Landratsamtes (1862–1972), seit 1974 Amt für Landwirtschaft (2010) Anfang des 19. Jahrhunderts kam das Hochstift Bamberg, das ab 1500 auch zum Fränkischen Reichskreis gehörte, und dadurch auch Staffelstein zum Königreich Bayern.
Die Stadt erhielt 1846 mit dem Bau der Ludwig-Süd-Nord-Bahn Anschluss an das Eisenbahnnetz der Bahnstrecke Bamberg–Hof. 1975 wurde eine 50 °C warme, stark solehaltige Thermalquelle in über 1000 m Tiefe erschlossen. 1999 wurden ein Kurpark und zwei Gradierwerke geschaffen. Die Stadt erhielt im Jahr 2001 den Namenszusatz Bad.
Eingemeindungen Die Gebietsreform in Bayern, die am 1. Juli 1972 in Kraft trat, brachte für die Stadt entscheidende Veränderungen. Neben dem Landratsamt wurden auch andere Verwaltungsbehörden aufgelöst. Am 1. Januar 1975 wurde die Gemeinde Wiesen eingegliedert. Am 1. Juli 1976 kam Grundfeld hinzu. Am 1. Januar 1977 folgten Horsdorf und Schönbrunn. Durch die Gebietsreform, die am 1. Januar 1978 in Kraft trat, wurden die Gemeinden Banz (entstanden am 1. Juli 1972 aus der Fusion von Altenbanz, Nedensdorf, Stadel, Unnersdorf und Gebietsteilen von Weingarten), Schwabthal, Serkendorf, Stublang, Uetzing und Wolfsdorf sowie Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Unterzettlitz eingegliedert, sodass sich die Einwohnerzahl annähernd verdoppelte.
Einwohnerentwicklung 1840: 1.309 EinwohnerThomas Gunzelmann: Die Kulturlandschaft um 1840. In: Günther Dippold: Im oberen Maintal auf dem Jura an Rodach und Itz. Selbstverlag der Kreissparkasse Lichtenfels, Lichtenfels 1990, S. 75. 1900: 1.724 Einwohner 1961: 4.625 Einwohner (ohne die eingemeindeten Orte), 9.531 Einwohner (mit den später eingemeindeten Orten) 1970: 5.024 Einwohner (ohne die eingemeindeten Orte), 9.804 Einwohner (mit den später eingemeindeten Orten) 1977: 4.985 Einwohner (vor der Gemeindegebietsreform) 1978: 9.881 Einwohner (nach der Gemeindegebietsreform) 1991: 10.454 Einwohner 1995: 10.661 Einwohner 2005: 10.686 Einwohner 2010: 10.618 Einwohner 2015: 10.231 Einwohner
Politik Stadtrat mini|hochkant|Rathaus von Bad Staffelstein, 2006
Stadtratswahl 2026 Nach der Kommunalwahl am 8. März 2026 setzt sich der Stadtrat wie folgt zusammen: Partei / Liste Stimmenanteil Sitze CSU 32,2 % 8 Grüne/SBUN* 10,3 % 3 SPD 5,5 % 1 Freie Wähler 25,7 % 6 JB (Junge Bürger) 8,4 % 2 AfD 9,2 % 2JW (Junge Wähler)8,7 %2 * Staffelsteiner Bürger für Umwelt- und Naturschutz
Sitzverteilungen nach vorigen Wahlen Partei / Liste 2020 2014 2008 2002 CSU 9 Sitze 9 Sitze 10 Sitze 12 Sitze SBUN 3 Sitze 2 Sitze 2 Sitze 1 Sitz SPD 2 Sitze 3 Sitze 3 Sitze 4 Sitze Freie Wähler 6 Sitze 6 Sitze 5 Sitze 5 Sitze JB (Junge Bürger) 4 Sitze 4 Sitze 4 Sitze 2 Sitze
Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit 2021 Mario Schönwald (FW), seine Wiederwahl erfolgte 2026. Seine Vorgänger waren Jürgen Kohmann (CSU, 2006–2021) und Georg Müller (SPD). Die außerplanmäßigen Wahltermine kamen 1994 zustande, weil der damalige Erste Bürgermeister Reinhard Leutner (CSU), zum Landrat gewählt worden war.
In der Bürgermeisterwahl am 27. September 2021 verfehlte der bisherige Zweite Bürgermeister Hans-Josef Stich (CSU) die absolute Mehrheit um wenige Stimmen.Bürgermeisterwahl Bad Staffelstein 2021, abgerufen am 27. Oktober 2021 Es fand daher am 11. Oktober 2021 eine Stichwahl zwischen Hans-Josef Stich (CSU) und Mario Schönwald (FW) statt. Hans-Josef Stich kündigte vor der Stichwahl an, dass er aus privaten Gründen das Amt des Bürgermeisters nicht ausführen werde. Mario Schönwald (FW) wurde mit 62,9 % der Stimmen zum Bürgermeister gewählt.Stichwahl Bürgermeisterwahl Bad Staffelstein 2021, abgerufen am 27. Oktober 2021 Bei der Bürgermeisterwahl 2026 trat der amtierende Schönwald wieder an und konnte sich im ersten Wahlgang mit 53,9 % gegen seine Mitbewerber Holger Then (CSU) und Holger Jakob (SPD) durchsetzen.
Wappen
Städtepartnerschaft in Israel seit 1987
Kultur und Sehenswürdigkeiten Museen Museum der Stadt Bad Staffelstein Museum Kloster Banz
Bauwerke Das Rathaus (1684 bis 1687 unter Verwendung des spätmittelalterlichen Erdgeschosses erbaut) ist ein dreigeschossiges fränkisches Fachwerkhaus und prägt den Marktplatz der Stadt. Der Bamberger Turm (im Alltag Stadtturm genannt) ist der einzige erhaltene Turm der Stadtbefestigung und stammt im Kern aus dem Jahr 1422. Seit einigen Jahren wird er für Kunstausstellungen genutzt. Katholische Pfarrkirche St. Kilian und Georg aus dem 14. und 15. Jahrhundert Mittelalterliche katholische St.-Anna-Kapelle, 1684 durch Stadtbrand zerstört, 1693/94 wiederaufgebaut St.-Georgs-Kapelle, 1413 erstmals erwähnt, 1473 und 1684 zerstört, 1728 wiederaufgebaut Katholische Heilig-Kreuz-Kapelle vor dem Bamberger Tor, 1677/78 in nachgotischen Formen erbaut Stadtbrunnen mit der Figur des heiligen Johann Nepomuk auf geschwungenem Sockel (um 1730) Überlebensgroße Adam-Ries(e)-Bronze-Skulptur in der Bahnhofstraße im Fußgängerzonenbereich, geschaffen vom Bildhauer Andreas Krämmer, enthüllt zum 450. Todestag des Rechenmeisters im November 2009Ein riesiges Adam-Riese-Denkmal in der Adam-Riese-Stadt, Helmut Kuzina, 13. Oktober 2010 Basilika Vierzehnheiligen Kloster Banz Statue der Staffelsteiner Legende Pass Auf von Hubert Weber in der Bahnhofstraße Denkmalgeschütztes Bahnhofsgebäude aus Sandsteinquadern, erbaut 1845 nach den Plänen von Georg Friedrich Christian Bürklein Evangelische Dreieinigkeitskirche (erbaut 1957)
Sehenswürdigkeiten in und um Bad Staffelstein
Baudenkmäler
Regelmäßige Veranstaltungen Großer SKK-Faschingsball (Januar) Staffelsteiner Autofrühling (März) Obermain-Marathon (April) Oldtimer-Treffen der Oldtimerfreunde Staffelstein (Mai) Schützenfest (Juni) Seit 2017 findet vor der Kulisse von Kloster Banz das Liedermacherfestival „Lieder auf Banz“ statt (Juli) Altstadtfest (Ende Juli) Bad Staffelsteiner Bierbrauerfest mit allen zehn im Stadtgebiet tätigen Brauereien an Maria Himmelfahrt (15. August) Staffelsteintreffen des AHSC Coburg und des Corpsphilisterverbandes Bamberg am ersten September-Wochenende. Zum 85. Treffen am 4. September 1976 kamen 300 Corpsstudenten. Den Kommers im Gasthof Grüner Baum mit 254 Teilnehmern leitete Werner Lüttge. Der VAC-Vorstand war durch Friedrich Ossig vertreten. Wolfgang Winkler hielt die Kommersrede.Kionka, 85 Jahre Staffelstein, Corpszeitung der Altmärker-Masuren 59 (SS 1976), S. 1343f. Highlights der Blasmusik (3. Oktober) Bad Staffelsteiner Adventsmarkt (1. Adventswochenende)
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr mini|hochkant|Verkehrskarte mit Staffelstein (1912) Der Bahnhof Bad Staffelstein liegt an der Bahnstrecke Bamberg–Hof.
Behörden Dienststelle des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Coburg
Bäder Aquariese (Freizeitbad) Obermain Therme (Thermalbad) Badesee Bad Staffelstein
Klinik THERAmed Reha und Gesundheitszentrum Bad Staffelstein (ambulante Reha Orthopädie, EAP, Rehanachsorge, Physiotherapie, Ergotherapie) Schön Klinik Bad Staffelstein (Orthopädie, Neurologie und Psychosomatik)
Bildung Adam-Riese-Schule (Grund- und Mittelschule) Ivo-Hennemann-Grundschule Viktor-von-Scheffel-Schule (Staatliche Realschule Bad Staffelstein) Berufsfachschule für Hauswirtschaft und Kinderpflege St. Kunigund (Vierzehnheiligen) Bildungszentrum des BAFzAwww.bundesfreiwilligendienst.de
Brauereien In Bad Staffelstein gibt es folgende Brauereien:Georg Lechner: Lechner’s Liste Oelde, 2008 Brauerei Dinkel, Stublang, Inh. Familie Dinkel, 500 hl Jahresproduktion Brauerei Hellmuth, Wiesen, Inh. Georg Helmuth, 400 hl Jahresproduktion Brauerei Hennemann, Stublang, Inh. Peter Hennemann, 300 hl Jahresproduktion Brauerei Hetzel, Frauendorf, Inh. Anton Hetzel, 3000 hl Jahresproduktion Brauerei Thomann, Wiesen, Inh. Familie Thomann, 450 hl Jahresproduktion Brauerei Reblitz, Nedensdorf, Inh. Familie Reblitz, 350 hl Jahresproduktion Brauerei Trunk, Vierzehnheiligen, Inh. Familie Trunk, 10.000 hl Jahresproduktion Hopfenrebell GmbH, Bad Staffelstein, Geschäftsführer: Stefano Garzarella Metzgerbräu, Uetzing, Inh. Manfred Reichert, 900 hl Jahresproduktion