mini|Fußball-Globus der Fußball-WM 2006 vor dem Rathaus. mini|Ruderer und Segler. Außenalster In Hamburg gibt es 812 Vereine mit 578.672 Mitgliedern (Stand 2015), die im Hamburger Sportbund, der größten Dachorganisation des Stadtstaates, organisiert sind, und etwa 50.000 ehrenamtliche Helfer. Die Stadt verfügt über mehr als 1600 Sportstätten, darunter 682 Sporthallen, 15 Leistungszentren und einem Regionalstützpunkt. Große Breitensportveranstaltungen, bedeutende Wettkämpfe, Spiele einer der über 60 Bundesliga-Mannschaften und einige traditionsreiche Spitzensportereignisse gehören zum weiten Spektrum der Sportveranstaltungen. Etwa 5 Millionen Zuschauer besuchen jährlich die Veranstaltungen, von denen etwa 10 bis 15 auf Weltcup-Niveau stattfinden.
Zudem werden im Olympiastützpunkt Hamburg/Schleswig-Holstein, den 5 Bundesstützpunkten, in Sportschulen, durch Neu- und Ausbau von Anlagen und in Kooperation mit Hochschulen Leistungssportler und Nachwuchs gefördert.
Geschichte mini|links|80. Deutsches Derby, 1949 Die von Friedrich Ludwig Jahn zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Berlin etablierte Turnbewegung fand auch in Hamburg ihre Anhänger und Nachahmer. Fechtmeister Gotthard Nicolai hatte bereits in Altona eine Turnanstalt (Johannisstraße) und das Kinderturnen auch für Mädchen eingeführt, bevor er in Hamburg 1816 eine öffentliche Turnanstalt (Cordsenscher Platz am Brooktor) einrichtete.Ernst Christian Schütt: Die Chronik Hamburgs. Chronik-Verlag, 1991, S. 193. Während im Winter zunächst das Johanniskloster (heute Rathausmarkt) genutzt wurde, entstand für den Verein der Hamburger Turnerschaft von 1816 im Jahr 1849 die erste Turnhalle Deutschlands (im Winkel Besenbinderhof/Brockes Allee),Die HT16 Historie – Zeitleiste. der später weitere folgen.
Die engen Verbindungen Hamburger Kaufleute mit Ihresgleichen in London und England waren ursächlich dafür, dass dort betriebene Sportarten in Hamburg früher als in vielen deutschen Städten bekannt und ausgeübt wurden. Im Unterschied zur Turnbewegung, bei der die Ausbildung einer körperlichen Leistungsfähigkeit im Mittelpunkt stand, wurden die „englischen Sportarten“ als Wettkämpfe bestritten, aus denen der jeweils beste Sportler als Sieger hervorging.
Ab 1835 wurden auf den „Wandsbeker Feldern“ Pferderennen ausgetragen. 1844 veranstaltete der Der Hamburger Ruder Club1934 wurde „Der Hamburger Ruder Club“ mit dem 1853 gegründeten „Germania Ruder Club“ zum „Der Hamburger und Germania Ruder Club“ zusammengeschlossen. seine erste große Regatta mit englischen Booten auf der Alster.Es fanden bereits im August 1837 (Vermischtes. (redaktioneller Beitrag) In: Privilegirte wöchentliche gemeinnützige Nachrichten [Hamburger Nachrichten]. 8. August 1837, S. ) und 1843 Ruderregatten statt. Eine Teilnahme des „Der Hamburger Ruder Club“ lässt sich im Gegensatz zur Regatta im Jahr 1844 nicht nachweisen.Sprechsaal. Über den Verfall der Hamburger Ruderei. In: Wassersport. 1. Jg. Nr. 13, 1883, S. 157, () Bereits zwei Jahre später wurde die erste Segelregatta veranstaltet. Im September 1861 berichtete die Zeitung Der Freischütz von einem „Cricket-Match“ vor dem Holstentor.Tages-Chronik. Ein Cricket-Match. In: Der Freischütz. 17. September 1861, S. . Aus England stammende Lehrer brachten Mitgliedern des Eimsbütteler Velocipeden Reit-Club ab 1869 das Fahrradfahren bei.
Im August 1865 wurde mit einer Anzeige des „Der Hamburger Schwimmclub von 1865“ zu einem Wettschwimmen aufgefordert.Anzeige: „Tüchtige Schwimmer“ in den Hamburger Nachrichten. 22. August 1865, Seite 4. Die Altonaer Nachrichten berichteten in ihrer Ausgabe vom 22. August 1865 auf der ersten Seite von einem Wettschwimmen in der Elbe vor der „Badeanstalt Steinwärder“,Hamburg-Steinwerder ist ein Stadtteil im Hafengebiet. wobei die Distanz so lang war, dass der Sieger 45 Minuten benötigte.Vaterstädtisches und Unterhaltendes in Altonaer Nachrichten, 22. August 1865, Seite 1. In späteren Berichten hieß der Veranstalter „Allgemeiner Schwimmclub von 1865“.
1880 wurde der Hamburger Sport-Club ins Leben gerufen. Er hatte sich die Förderung jeglichen „athletischen Sports“ zum Ziel gesetzt.Tagesbericht. Der Hamburger Sport-Club … In: Hamburger Nachrichten. 27. April 1881, Seite 9 Zu den ersten Disziplinen zählten Wettlauf (mit und ohne Hürden) und Hochsprung. Da keine speziellen Wettkampfstätten vorhanden waren, wurden die Wettbewerbe auf Pferderennbahnen abgehalten – bis 1890 zum überwiegenden Teil auf der Trabrennbahn in Hamburg-Bahrenfeld. Als Initiator gilt Franz Ferdinand Eiffe, der sich diesen Sport in England gesehen hatte. Im August 1887 wurden Laufwettbewerbe über 100, 400, 1500 Meeter und teils über Hürden, Tauziehen und Radfahren erstmals auf der Rennbahn des Eisbahnvereins vor dem Dammthor ausgetragen. Hier war u. a. eine „Rennbahn“ als eine der ersten Leichtathletikanlagen angelegt worden. Am 25. September 1898 fanden im Rahmen der 1. Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften Laufwettbewerbe über 200 und 1500 Meter statt. Am 4. September 1898 war der Wettkampf über 100 Meter auf der Trabrennbahn am Mühlenkamp ausgetragen worden. Die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften 1921 fanden auf dem Sievekingsplatz – heute Stadion Hammer Park – statt.
Im März 1888 betrieb der Schlittschuhläufer-Verein für Hamburg-Altona von 1876 die Gründung eines Deutschen Eislauf-Verbandes.Eislauf. Deutscher Eislauf-Verband. In: Wassersport. Bd. 6., Heft 26 (November), 1887/88, S. 286, () Im September 1888 lud der Verein daher zu einer Versammlung nach Hamburg in die „Alsterlust“ ein.Tages-Neuigkeiten. Deutscher Eislauf-Verband. In: Hamburgischer Correpondent. 10. September 1888, Abend-Ausgabe. S. 1, (Digitalisat) Von einer endgültigen Gründung zu diesem Zeitpunkt nahm man Abstand, da keine süddeutschen und österreichischen Vereine vertreten waren.Lokales (Zum Eissport). In: Hamburger Anzeiger. 14. September 1888, S. 5 Die Gründung erfolgte auf einer Verbandssitzung im April 1889 in Berlin.
In Hamburg wurden ab der zweiten Hälfte der 1880er Jahre eine Handvoll „Eisbahnvereine“ gegründet. Eisbahnvereine besaßen in der Regel eine ebene Fläche wie Wiesen, die in den kalten Wintermonaten gewässert wurden und auf deren Eisfläche Schlittschuh gelaufen wurde. Man sprach von Spritzeisbahnen. In der warmen Jahreszeit wurde die Fläche von anderen Sportarten, wie Fußball und Tennis genutzt. So wurde aus dem Eisbahnverein auf der Uhlenhorst 1891 der Eisbahn- und Lawn-Tennis-Verein auf der Uhlenhorst eV. Als Tennis eine olympische Disziplin war, gewann Friedrich Traun vom Sport–Club Germania von 1887 die Goldmedaille bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit 1896.
Die ebenfalls aus England bekannten Sportarten Hockey und Polo etablierten sich kurz vor der Jahrhundertwende. Der erste Golfclub wurde 1906 in Hamburg gegründet.Die Gründungsversammlung des Hamburger Golf-Club fand in Hamburg statt. Der Golfplatz lag in Flottbek, das zu der Zeit zu Altona gehörte. Der Wentorf-Reinbeker Golf-Club in Wentorf bei Hamburg wurde 1901 gegründet und gehörte 1907 in Hamburg zu den Gründungsmitgliedern des Deutschen Golf Verbandes. 1912 wurde hier der erste 18-Löcher Platz Deutschlands eröffnet.25 Jahre Deutscher Golf-Verband. In: Hamburger Nachrichten. Morgen-Ausgabe, Dritte Beilage, 29. Mai 1932, S. 13, (Digitalisat)
Im September 1893 fand der „erste norddeutsche Athletenwettstreit“ im Elbpavillon statt.Die Sportler, die Ringen, Gewichtheben und andere Kraftübungen machten sich, nannten sich zunächst „Athleten“. Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus die Bezeichnung „Schwerathleten“ zur Abgrenzung von den „Leichtathleten“. Als Disziplinen waren vorgesehen: Ringen, Stemmen, Steinstoßen und Kraftübungen.Sport-Nachrichten. In: Hamburger Nachrichten. 30. Juli 1893. S. 3Tagesbericht. Der erste norddeutschen Athletenwettstreit … In: Hamburger Nachrichten. 6. September 1893, S. 15 Bei diesen Sportarten stand zu Beginn eher die Unterhaltung der Zuschauer im Vordergrund, was auch an den Örtlichkeiten lag, in denen die Wettbewerbe veranstaltet wurden. So wurde eine kombinierte Ringen– und Box im März 1896 in „Metscher's Gesellschaftshaus“Perle in Aluminiumschale. (Ballsaal in Metscher ́s Gesellschaftshaus in der Paul-Roosen-Straße um 1910) In: QN St. Pauli. Nummer 39/November 2007, Seite 8ff, (PDF) durchgeführt.Vaterstädtisches und Unterhaltendes (Der Männer Sportclub von 1893 …) In: Altonaer Nachrichten. 7. März 1896, Seite 1.
Im März 1903 veranstaltete der Eisbahnverein auf der Uhlenhorst ein Tischtennisturnier.Ball-Sport. In: Neue Hamburger Zeitung. 4. März 1903, S. 14; Ergebnisse siehe: Ball-Sport. In: Hamburger Nachrichten. Abendausgabe, 24. März 1903, S. 17
Auch das Spiel mit einem Fußball wurde aus England „importiert“. Als einer der ersten gründete sich der „Hamburger Fußball-Klub“ im Jahr 1888. Eine erste Meisterschaft im Fußball fand 1896 statt. Unter der Führung des Hamburg-Altonaer Fußball und Cricket Bundes spielten 8 Mannschaften um den Titel. Gewinner wurde der „Sport-Klub Germania“, Zweiter der „Fußball-Klub Allemania“, Dritter der „Altonaer Fußball-Klub“, Vierter der „Hamburger Fußball-Klub“, Fünfter der „Fußball-Klub Hammonia“, Sechster der „Borgfelder Fußball-Klub“, Siebter der „Fußball-Klub Association“ und letzter der „St. Georger Fußball-Klub“.
Hamburg wurde zu einer der deutschen Hochburgen der Arbeitersportbewegung. Um 1930 sind auf dem damals kleineren Hamburger Staatsgebiet, neben anderen Sportvereinen, allein 60 Fußballvereine im Arbeitersportkartell vereinigt und 120 Fußballvereine Mitglied im Hamburger Ausschuss für Leibesübung, während neben den privaten Sportanlagen das Staatliche Amt für Leibesübung über etwa 55 staatliche Sportanlagen mit 70 Spielflächen auf einer Fläche von rund 94 ha verfügt.Hamburg-Führer. 3. Auflage. Fremdenwerbezentrale Hamburg e. V., Hamburg 1931.
In der Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus gehörte das Drei-Städte-Turnen Berlin-Hamburg-Leipzig zu den bedeutendsten Sportveranstaltungen in der Hansestadt. Es wurde wechselseitig in einer der drei beteiligten Großstädte ausgetragen, in Hamburg insbesondere im Ufa-Palast und im Civa-Varieté.
Sportstätten mini|Volksparkstadion und Barclays Arena In Hamburg bestehen über 1600 Sportstätten, darunter mehr als 680 Sport- und Turnhallen. Etwa 330 Spielfelder bieten die 240 Sportplätze in der Stadt.Ein Stadtporträt in Zahlen. Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein, Oktober 2009 (Zahlen aus 2008). Die Bäderland Hamburg GmbH betreut 26 öffentliche Hallen- und Freibäder unterschiedlichster Art; hinzu kommen zahlreiche Schwimmbäder von Vereinen und anderen Einrichtungen.
Bedeutende Sportstätten sind die Arenen im Altonaer Volkspark, darunter das Volksparkstadion als Heimspielstätte des Hamburger SV. Es wurde von 1998 bis 2000 neu errichtet und beherbergt außerdem das HSV-Museum. Daneben befindet sich die multifunktional genutzte Barclays Arena, die 2002 eröffnet wurde und unter anderem für Eishockey und Handball genutzt wurde.
Eissportveranstaltungen finden auch in der daneben liegenden und am 1. November 2008 eröffneten Volksbank Arena statt, die aus einer Eissport- und einer Ballsporthalle besteht. Diese steht für das Eislaufen und ähnlichen Aktivitäten auch dem breiten Publikum zur Verfügung und wird im Winterhalbjahr durch die Eissporthalle Farmsen, der überdachten Eisbahn Stellingen sowie der Eisbahn in den Wallanlagen des Parks Planten un Blomen ergänzt. Letztere gilt mit 4300 m² Fläche als größte Freiluft-Kunsteisbahnen in Europa und wird im Sommer zur Rollschuhbahn.
Die Stellinger Eisbahn wird, abhängig von der Eishockeysaison, im Rest des Jahres zur einzig überdachten Radrennbahn in Norddeutschland. Als solche erbaut, verfügt sie über eine 250 Meter lange Betonbahn und wird von der größten einteiligen Zeltdachmembrane (7000 m²) Europas überspannt.. mini|Mobiles Dach des Tennisstadions am Rothenbaum