Wintersweiler ist ein Ortsteil der Gemeinde Efringen-Kirchen im Landkreis Lörrach. Der Ort liegt östlich des Isteiner Klotzs im Markgräflerland. Die Bundesstraße 3 zwischen Weil am Rhein und Freiburg führt wenige Kilometer westlich an Wintersweiler vorbei und verläuft auf dieser Höhe parallel zum Engebachtal. Östlich vom Dorfkern verläuft vollständig unterirdisch der rund 9,4 Kilometer lange Katzenbergtunnel, der als Eisenbahntunnel Teil der Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe–Basel ist.

Geografie und Lage Wintersweiler ist ein locker bebautes Haufendorf, das nach Westen auf einer leicht exponierten Hangverflachung etwa 50 Höhenmeter über dem Engebachtal (etwa ) liegt. Die Kreisstraße verbindet den Ort mit der Bundesstraße 3. Südlich von Wintersweiler befinden sich die Gemeinde Efringen-Kirchen und die Britschenhöfe, westlich der Ortsteil Huttingen und nördlich Welmlingen. Nach Osten führt eine asphaltierte Straße über den hohen Katzenberg nach Mappach. Südöstlich grenzt Wintersweiler an den Ortsteil Egringen. Damit ist Wintersweiler vollständig von Efringen-Kirchen beziehungsweise seinen Ortsteilen umgeben.

Abseits des Besiedlungskerns von Wintersweiler, an der B 3, befindet sich die Engemühle. Die Häuser wurden spätestens seit 1528 als Getreidemühle genutzt und in den 1970er Jahren in einen Landgasthof umfunktioniert.Fritz Schülin: Die Engemühle. in: Das Markgräflerland. Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur. Heft 1/2 1978, S. 38–41. (Digitalisat der UB Freiburg)

Geschichte Der Fund von Grabhügeln aus der Hallstattzeit auf dem Katzenberg deutet auf eine frühe urgeschichtliche Besiedelung hin.Siehe Matthias Reinauer: Ein hallstattzeitlicher Grabhügel auf dem Katzenberg bei Wintersweiler. In: Das Markgräflerland, Jg. 2009, Bd. 2, S. 25–40. (Digitalisat der UB Freiburg)

Wintersweiler wurde im Jahr 909 als „marcha seu villa Witereswilare“ und „villa Witireswilare“ erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahr 1313 ist die Erwähnung als „Winterswilr“ belegt, leitet sich von einem Personennamen ab und war im Besitz des Klosters St. Gallen. Es wird vermutet, dass die Siedlung aus der Karolingerzeit stammt. Der Vorgänger des Ortes könnte ein als Flurname fortlebender Ort Bübingen gewesen sein., abgerufen am 8. Dezember 2025. Wintersweiler gehörte als Lehen den Herren von Rötteln. 1313 gelangte der Besitz an das Kloster Himmelspforte bei Wyhlen. 1368 wurde der Besitz verkauft und ging an die Markgrafen von Hachberg-Sausenberg. Ein Jahr später, im Jahr 1387, wurde eine St.-Jakobs-Kapelle erstmalig erwähnt. 1385 wird Wintersweiler als Tagungsort des markgräflichen Landgerichts im oberen Breisgau erwähnt.

Im Jahr 1503 ging das Dorf an die Markgrafen von Baden über, 1809 zum badischen Bezirksamt Kandern und 1819 schließlich zum Bezirksamt bzw. später dem Landkreis Lörrach. Von 1938 bis 1944 gab es in Wintersweiler ein Lager des Reichsarbeitsdienstes.Siehe Dieter Mohr: Das Reichsarbeitsdienstlager in Wintersweiler (1938–1944). In: Das Markgräflerland, Jg. 2009, Bd. 1, S. 129–151. (Digitalisat der UB Freiburg)

Zum 1. Oktober 1974 wurde Wintersweiler der Gemeinde Efringen-Kirchen zugeteilt.

Bevölkerung Einwohner Die Zahl der Einwohner in Wintersweiler entwickelte sich wie folgt:Bevölkerungsentwicklung: Wintersweiler, zuletzt aufgerufen am 27. November 2023Efringen-Kirchen: Infos, Zahlen & Fakten, aufgerufen am 27. November 2023

Jahr Einwohner 1852 338 1871 324 1880 299 1890 267 1900 242 1910 217 1925 217 1933 252 Jahr Einwohner 1939 454 1950 247 1956 241 1961 245 1970 303 2011 492 2022 480

Religion Die Zugehörigkeit zu den Religionsgemeinschaften verteilte sich in der Vergangenheit wie folgt:Religionszugehörigkeit 1858 und 1925: Wintersweiler, zuletzt aufgerufen am 27. November 2023Religionszugehörigkeit: Wintersweiler, zuletzt aufgerufen am 27. November 2023

Religionszugehörigkeit in Wintersweiler Jahr Religion evangelisch katholisch sonstige 1858 97,6 % 2,4 % 0 % 1925 95,9 % 4,1 % 0 % 1950 93,5 % 6,1 % 0,4 % 1961 95,1 % 3,3 % 1,6 % 1970 90,8 % 6,6 % 2,6 %

Politik Gemeinderat In der Gemeinde Efringen-Kirchen wird die Gemeinderatswahl als unechte Teilortswahl durchgeführt, wobei dem Ortsteil Wintersweiler ein Sitz zusteht.Siehe Hauptsatzung der Gemeinde Efringen-Kirchen pdf

Ortschaftsrat Der Ort hat einen Ortschaftsrat mit 6 Mitgliedern. Ortsvorsteher ist Markus Güthlin.siehe Homepage der Gemeinde Efringen-Kirchen; abgerufen am 30. November 2023

Wappen Blasonierung: „In Gold auf grünem Schildfuß an schwarzem Stecken ein grüner Rebstock mit beidseits einer blauen Traube und rechts zwei, links einem Blatt, darüber eine Strahlensonne.“ Der Rebstock und die Sonne sind einem früheren Gemeindesiegel entnommen. Das Wappen ist seit 1906 in Verwendung.

Bauwerke und Sehenswürdigkeiten mini|Evangelische Kirche Wintersweiler im Dorfkern Das Dorf Wintersweiler ist in seiner ursprünglichen Form eines Haufendorfs erhalten geblieben. Von der s-förmig verlaufenden Kreisstraße zweigen Nebenstraßen in die überwiegend aus Wohnhäusern bestehende Besiedlung.

Im Dorfkern befindet sich die Evangelische Kirche Wintersweiler, deren urkundliche Erstnennung ins Jahr 1402 zurück reicht.

Nördlich der Kirche befindet sich ebenfalls an der Dorfstraße gelegen das Rathaus und die Freiwillige Feuerwehr des Ortes.

Wirtschaft und Infrastruktur Feuerwehr Die Freiwillige Feuerwehr Efringen-Kirchen hat in Wintersweiler eine Einsatzabteilung, die aus 30 aktiven Wehrmännern und 18 Personen in der Altersmannschaft besteht. Zur Ausstattung gehört ein Staffellöschfahrzeug.Freiwillige Feuerwehr, Abteilung Wintersweiler., aufgerufen am 28. November 2023.

Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik Das Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik hat an der B 3, auf der Kreisstraße nach Wintersweiler, einen Standort seines Ernst-Mach-Instituts. An diesem Standort gibt es Laborbeschleunigungsanlagen, welche Sicherheitsnormen von ballistischen Geschossen messen und testen. Außerdem befindet sich dort ein Labor zur Erforschung des Versagens großer Lithium-Ionen-Akkus.

Persönlichkeiten Karl Schmidt (1834–1909), deutscher Unternehmer und Kraftfahrzeughersteller Karl Rösch (1912–2001), deutscher KunstmalerSiehe Clemens Lamberth: Karl Rösch und seine Wintersweiler Motive. In: Das Markgräflerland, Jg. 2008, Bd. 2, S. 69–82. (Digitalisat der UB Freiburg)

Literatur Wintersweiler. In: , Band I, S. 729–734. Erhard Richter (Hrsg.): 1100 Jahre Wintersweiler: Chronik. Efringen-Kirchen: Gemeinde Efringen-Kirchen, 2009, ISBN 978-3-932738-45-6. Erhard Richter: Wintersweiler im Wandel der Geschichte. In: Das Markgräflerland, Jg. 2009, Bd. 2, S. 5–19. (Digitalisat der UB Freiburg) Erhard Richter: Der Ortsname Wintersweiler. In: Das Markgräflerland, Jg. 2009, Bd. 2, S. 20–21. (Digitalisat der UB Freiburg) Helmut Fehse: Ortsfamilienbuch Wintersweiler (1528–2014). Efringen-Kirchen 2014, Verlag Interessengemeinschaft Badischer Ortssippenbücher

Weblinks

Gemeinde Efringen-Kirchen: Geschichte von Wintersweiler Deutsche Digitale Bibliothek: Digitalisierte Objekte zu Wintersweiler Spaziergang 5 km in und um Wintersweiler. Erstellt vom Förderkreis 'Museum in der Alten Schule' e.V. Efringen-Kirchen www.foerderkreis-museum.de

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Efringen-Kirchen) Kategorie:Ort im Landkreis Lörrach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Lörrach) Kategorie:Ersterwähnung 909 Kategorie:Gemeindeauflösung 1974